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Pferdewetten Tipps


Horse Racing System

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25.09.2021 – Rosehill – Golden Rose Plate – Pick: Anamoe

Pferderennen in Australien

08:05 Golden Rose Plate – Gruppe 1

Für 3jährige Pferde  |     |  Distanz: 1.400 m  |  Preisgeld: 1.000.000 AUDFlachrennen  |  Geläuf: Gras

Anamoe: Der  Street Boss Sohn von Trainer Bart & James Cummings begann seine Karriere in Caulfield im Magic Millions Debutant Stakes im Oktober 2020 mit einem fünften Platz – allerdings auch gleich auf Listed Ebene, und dass er auf diesem Niveau nicht fehl am Platz war zeigte er bereits im nächsten Monat auf dem selben Niveau im Thoroughbred Club Merson Cooper Stakes in Sandown, wo er über 1000m auf gutem Boden den Sieg auf den sprichwörtlichen letzten Metern klar machen konnte.

Es folgten nach der Jahreswende zwei sehr gute Plätze im Neds Blue Diamond Prelude und vor allem Ende Februar Neds Blue Diamond Stakes auf Gruppe 1 Ebene. Ein dritter Platz auf Gruppe 1 Ebene im vierten Rennen war schon eine herausragende Leistung, wenn man bedenkt, dass Anamoe auf der Außenbahn in die Zielgerade einschwenkte und einiges an Boden noch gut machte, war das umso beeindruckender – und umso weniger überraschend war der Sieg auf Gruppe 2 Ebene im Todman Stakes in Randwick nur zwei Wochen später.

Dieses Mal hatte Anamoe den Weg innen am Geländer in die Zielgerade gewählt, was sich aber fast als Fatal erwiesen hätte, denn an der Innenbahn tat sich zunächst keine Lücke für den Schlusssprint auf und Anamoe blieb eingeboxt und musste hoffen, dass sich noch etwas tun würde-  und tatsächlich machten die Oferde vor ihm am Ende ein wenig Platz so dass Anamoe ein wenig Tageslicht fand und zum Schlusssprint ansetzen konnte.

Anamoe hat Tempo – und das konnte er in dieser Situation unter Beweis stellen, als er sich 300m vor dem Ziel endlich die Lücke förmlich erzwungen hatte und dann in der Mitte der Bahn herangeschossen kam.

Perfekte Voraussetzungen für den Versuch im Longines Golden Slipper, allerdings war der Untergrund drei Wochen später im März dann aufgeweicht und nicht ideal für den Stil von Anamoe, der allerdings auch in diesem Rennen die besten Zwsichenzeiten produzierte und nur vom zu langsamen Untergrund und der suboptimalen Position im eher hinteren Bereich des Feldes ausgebremst wurde.

Nicht so allerdings auf schnellerem Boden im Inglis Sires Produce Stakes in Randwick im April – da war der Untergrund zwar immer noch weich und die Distanz sogar 200m weiter (das Rennen wird über 1400m ausgetragen), dieses Mal wollte Anamoe es aber nicht auf eine Lücke zur rechten Zeit oder eine hintere Position zum Schlusssprint ankommen, sondern es ging sehr weit in die Zielgerade, aber immer noch mit Anschluss an die Führungsgruppe und 250m vor dem Ziel sprintete Anamoe dann einfach davon  -das war mit freier Bahn ganz schön einfach, jedenfalls sah das so aus und da er nach langer Pause im September mit einem Sieg im Run To The Rose wieder kam, und schon wieder die besten letzten 800m produzierte… nun ja, wenn er heute die notwendige Lücke findet oder taktisch klug läuft, sollte es wenig geben, was ihm widerstehen kann.

Artorius: Der Flying Artie Sohn begann seine Karriere im Januar 2021 und ist damit noch gar nicht so lange dabei, konnte aber bei seinem zweiten Start bereits ein Gruppe 1 Rennen gewinnen als er völlig überraschend das Gruppe 1 Neds Blue Diamond Stakes in Caulfield im Februar gewinnen konnte. Dabei sah es 200m vor dem Ziel nicht nach einem Sieg von Artorius aus, denn der war noch maximal im Mittelfeld und schien Wasser zu treten, fand dann aber offensichtlich festen Untergrund für seinen Schlusssprint und konnte ziemlich viel Momentum aufbauen, um am Ende den Sieg auf ziemlich souveräne Weise zu sichern. Unerwartet, aber sehr beeindruckend anzusehen, das Schauspiel gelang ihm allerdings im Longines Golden Slipper gegen deutlich bessere Konkurrenz nicht noch einmal und die Schlusssprinter in diesem Rennen zogen ihm davon.

Ein bisschen überraschend war dann die folgende Niederlage nach fünf Mobaten Pause im McNeil Stakes in Caulfield, als der Schlusssprint von Artorius knapp an Bruckner scheiterte, wie auch im Exford Plate danach. Beide Male blieb Atorius zwar dran und kämpfte um jeden Platz und Meter, aber beide Male reichte es knapp nicht. Wenn er heute ein bisschen besser Timted ist ein Platz sicher drin, aber ob es für einen Sieg reichen wird ist doch ein wenig fraglich

Remarque: Der  Snitzel Sohn von M. Hawkes begann seine Karriere im Januar 2021 mit einem Sieg in Rosehill, wurde danach aber zwei Mal von Anamoe deutlich geschlagen, als die beiden im Unsw Todman Stakes und dem Run To The Rose Stakes aufeinander trafen. Dazwischen gab es eine Platzierung im Fujitsu General Rosebud knapp hinter In The Congo, der auch im Run To The Rose  vor Remarque platzierte, auch wenn er hat geritten trotzdem keine Chance hatte, Anamoe hinter sich zu halten.

 

Klare Sache für mich daher im Quervergleich – Anamoe sollte das Ding holen!


25.09.2021 – Rosehill – Ned Whisky Shannon Stakes – Pick: Lovetap

Pferderennen in Australien

06:50 Ned Whisky Shannon Stakes – Gruppe 2

Für 4jährige und ältere Pferde  |     |  Distanz: 1.500 m  |  Preisgeld: 200.000 AUDFlachrennen  |  Geläuf: Gras
Love Tap: Der graue Wallach aus der Linie von Tapit und Trainer Richard Reedman ist nicht nur wegen seiner Farbe einen zweiten Blick wert

Viele Rennfans haben eine Affinität zu dem sofort erkennbaren grauen Galopper, wahrscheinlich weil es so wenige von ihnen gibt. Grautöne machen nur etwa drei Prozent der jährlichen Fohlen von rund 15.000  Stück aus, sodass die Chancen auf ein gutes, graues Rennpferd noch viel viel geringer sind. Aus dem Kopf – wie viele Graue der letzten Jahre kennt ihr, die auf Gruppe 1 Ebene erfolgreich waren?

Deshalb erinnern wir uns an sie, wenn sie denn einmal auf die höchsten Gruppenrennen vorstoßen, wie Love Tap es in Australien in den letzten Jahren getan hat – und zur Vollständigkeit einige bekannte Namen der grauen Eminenzen der letzten Jahre in Down Under:  Surround, Ming-Dynastie, Subzero, Schillaci, Racing To Win, Efficient, Chautauqua und Classique Legend.

Dementsprechend schaut man doch gerne mehrmals hin wenn mal wieder einer der grauen Eminenzen auf dem Rennplan steht und wirft gerne auch ein Auge auf einen grauen Wallach  der heute sein erstes Gruppe 2  Rennen gewinnen könnte – eigentlich unglaublich, wenn man bedenkt auf welchem Niveau er das letzte Jahr schon gestartet ist und dass er als einer der Favoriten für das Spring Champion Stakes in Randwick gehandelt worden war. . .  damals hatte Love Tap vier Starts eindrucksvoll gewonnen und war mit der damals erreichten Bestform als Favorit auf den Gewinn der Spring Champion Stakes (2000 m) der Gruppe 1 in Höhe von 1 Million US-Dollar in Royal Randwick gewesen – allerdings lief das Rennen nicht wie erhofft und Love Tap musste sich am Schluss mit einem relativ unbefriedigenden vierten Platz zufrieden geben – und das bitterste war vielleicht, dass er in keiner Weise in der Lage gewesen war, den Sieger unter Druck zu setzen, sondern immer weiter den Anschluss verlor und am Ende war es selbst mit dem vierten Platz knapp – uff.

Die unverwechselbare Farbe des dreijährigen Wallachs stammt von seinem Vater Tapit, dem grauen Hengst, der mit 27 Sieger der Gruppe 1 als einer der einflussreichsten Rassengestalter im amerikanischen Rennsport gilt und wohl den meisten Fans ein Begriff sein sollte – Love Tap ist noch weit weg von den Leistungen seines Ahnen – aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Tapit steht auf der berühmten Gainesway Farm in Kentucky und diente der Stute Smokey’s Love, die danach zum Gestüt Coolmore im Hunter Valley geschickt wurde. Smokey’s Love brachte vor vier  Jahren in Coolmore ihr Tapit-Fohlen zur Welt, bevor die Stute in aufeinanderfolgenden Saisons von American Pharoah bedient wurde, aber leider beide Fohlen verlor. Sie wurde Anfang dieses Jahres nach Amerika zurückgeschickt, und wie man hört kommt da noch einiges auf uns zu.

Das Tapit-Fohlen Love Tap wurde beim Magic Millions Sale 2019 an der Goldküste zum Verkauf angeboten und vom Vater-Sohn-Team Dean und Adam Watt von Dynamic Syndications entdeckt – und erworben. Damals waren die Besitzer hellauf begeistert von ihrem neuen Einkauf Love Tap:

„Ich muss Adam hier alle Ehre machen, er war sehr scharf auf den Tapit-Jährling“, sagte Dean Watt. „Adam bestand darauf, dass wir uns das ansehen sollten und ich dachte:“ Ein Tapit Fohlen, ich weiß nicht? “ „Wir sind in diesem Land voreingenommen gegenüber unseren eigenen Zuchthengsten, und obwohl Tapit hier relativ unbekannt ist, ist er ein Champion und Champion Zuchthengst in Amerika.“

Aber Love Tap lieferte und Watt sagte, eine genauere Untersuchung des Stammbaums des Jährlings sei aufschlussreich.

„Das Tapit-Forestry-Kreuz wurde damals acht Mal für sieben Gewinner und einen Platzierer wiederholt“, sagte Watt. „Zu dieser Gruppe gehörten zwei Stakes-Gewinner und ein Stakes-Placegetter, was proportional sehr hoch ist.

„Dieses Pferd wurde genetisch hervorragend gezüchtet, also haben wir ihn angesehen und waren uns einig, dass er ein schönes Pferd ist. Adam sagte, ich möchte dieses Pferd wirklich ins Visier nehmen. Wir haben unser Budget auf 160.000 US-Dollar festgelegt, ihn aber für 110.000 US-Dollar bekommen“. Eigentlich ein Schnäppchen, wenn man bedenkt das Love Tap alle Rennen bisher gewonnen hat und immerhin schon 86$ Preisgeld zusammengetragen hat

Aber Watt ist seit fast 40 Jahren Besitzer von Rennpferden, seine Marke Dynamic Syndications ist seit 2004 in Betrieb und er kennt das Geschäft besser als die meisten anderen. Er hatte noch einige Vorbehalte und fragte seinen Sohn: „Glaubst du, du kannst einen Tapit auf dem australischen Markt verkaufen?“

„Adam sagte, er sei zuversichtlich, dass er es mit diesem Jährling schaffen könne, und sicher genug, dass das Pferd in 48 Stunden vollständig syndiziert (also vermittelt, bzw. an dritte über die Watts Anteilig verkauft) war“, sagte Watt. Auf die Frage, was Love Tap bei seinen Kunden so beliebt gemacht habe, antwortete er: „Weil er grau ist!“

„Ich werde dir nicht sagen, dass es dies oder das oder das war, es war wegen der grauen Farbe des Jährlings“, sagte Watt. „Meine Kunden lieben graue Pferde.“

So viel zum Geplänkel 2019 bis 2020 von Dean Watt und seinem Sohn, aber die Erwartungen wurden im Vorfeld schon ein wenig gedämpft, denn der Stammbaum hat bisher nicht viele schnell erfolgreiche Zweijährigen produziert und meistens brauchen Tapit Nachfahren eine gewisse Zeit um sich voll zu entwickeln.

Obwohl Love Tap niemals ein frühreifer Zweijähriger werden würde, bereiteten die Trainer Richard und Michael Freedman den grauen Wallach darauf vor, sein Renndebüt spät in der Saison 2020  in einem Nowra-Maiden zu geben. – und das gleich mit einem Erfolg!

Love Tap war wieder sehr auffällig in diesem Rennen und nicht nur wegen seines grauen Fells. Er trat auf einer ungeeigneten 1200-Meter-Strecke gegen ältere, erfahrenere Pferde an, beendete das Rennen jedoch kraftvoll mit einem Sieg – da war klar, dass nicht nur die Farbe etwas besonderes war.

 Die Freedmans dachten bereits an die Frühlingsklassiker und Rennen wie die Spring Champion Stakes und Victoria Derby, also gaben sie Love Tap eine kurze Pause, bevor der Wallach vor fast zwei Monaten in Goulburn das nächste Rennen lief. Love Tap war jetzt drei Jahre alt, aber er hatte es wieder mit älteren Pferden zu tun. Er kam mehr als vier Längen vor seiner Opposition nach Hause, und feierte damit den zweiten Sieg im zweiten Rennen, und wurde Zeit das Niveau noch weiter anzuziehen. Dieses Mal  war dann auch Champion-Jockey Nash Rawiller mit von der Partie, der Love Tap zwei Mal in Trials geritten hatte (und dort schlecht abgeschnitten hatte), aber eine hohe Meinung von dem Pferd hatte

Love Tap wurde mit einer Winx-ähnlichen Quote von 1,07 US-Dollar ausgesandt und gewann sein drittes Rennen nach ebenso vielen Starts. Er schlenderte mehr als vier Längen vor seinem Gegner nach Hause, aber Rawiller sagte überraschten Verbindungen, er sei „ein bisschen enttäuscht“. Rawiller dachte, Love Tap „schwebte“ den hinteren Teil der Strecke hinunter und musste den Wallach 200 m von zu Hause entfernt ermutigen, sonst wäre das Rennen nichts weiter als ein Galopp auf der Strecke gewesen. Das heißt, dass Love Tap ein wenig „faul“ zu werden scheint, wenn er allein vorne ist, was aber auch bedeutet, dass er wohl mehr Marge aus seinen Siegen hätte herausholen können.

Was umso lustiger ist, als dass Rawiller nach dem Rennen darüber informiert wurde, dass Love Tap gerade den Rekord von Goulburn gebrochen hatte. Also ein neuer Rekord, und trotzdem ein unzufriedenerer Champion Jockey? Jedenfalls wurde Rawillers Enttäuschung nach dem neuen Rekord durch echte Aufregung ersetzt.

„Was Nash uns erzählte, war genau das, was Christian Reith sagte, als er das Pferd bei seinem zweiten Start auf einer sehr schweren Strecke in Goulburn ritt“, sagte Watt. „Christian sagte, er sei noch nie auf einem Pferd gewesen, was das Gefühl vermittelte, nicht einmal den Boden zu berühren.“

Rawiller war nun ebenfalls fest im Love Tap-Fanclub und blieb ihr nach dem ersten Sieg im Sattel immer treu – und hatte seinen Spaß mit der Stute , „Nash sagte, er sei so weit vorne gewesen, dass Love Tap auf den Rest hätte warten wollte“, sagte Watt. „Er sah sich auf dem Bildschirm und auf der Tribüne um – das hat er zum Spaß gemacht.“

 Love Tap verbesserte seinen perfekten Rennrekord – vier Siege bei ebenso vielen Starts – im Gruppe 3 Gloaming Stakes und fügt der Erfolgsgeschichte von Dynamic Syndicates ein weiteres Kapitel hinzu – perfekter Start eines amerikanischen Imports in Australien mit nahtlosem Aufstieg auf Gruppe 3 Ebene – das konnte sich sehen lassen!

Watt ist seit fast vier Jahrzehnten im Geschäft. In seinen Worten hat er „Mega-Tausende“ von Besitzern in den Sport eingeführt und er war an vielen Toplinern beteiligt, darunter Gewinner der Gruppe 1 wie Savabeel, Atomic Force, She’s No Pie Eater und Polar Erfolg, Belohnung für Mühe, Econsul und De Beers.

Er gewann die Hauptrennen wie das Golden Slipper, Cox Plate, Blue Diamond, Magic Millions, Caulfield Guineas und Rosehill Guineas. Er hat also nicht nur ein gutes Auge, sondern auch ein sehr guter Trainer Obwohl Watt im Rennsport so viel erreicht hat, spricht er mit der Begeisterung eines erstmaligen Besitzers über Love Tap, seinen Enthusiasmus hat er jedenfalls für sich bewahrt.

Und dann fiel der Satz, der in diesem Zusammenhang kaum höher bewertet werden kann:

„Die Realität ist, dass Love Tap das vielversprechendste Pferd ist, das ich je hatte“, sagte Watt 2020

Und er hatte bereits Pläne für nach dem ersten Gruppe 1 Sieg gemacht: „Er geht zu den Spring Champion Stakes und wenn er gewinnt, bekommt er eine Einladung zur Cox Plate und dann schauen wir uns das Victoria Derby an. Ich gehe den gleichen Weg wie wir mit Savabeel und ich verspreche dir, dass Love Tap ein besseres Pferd ist. „

Savabeel gewann 2004 die Spring Champion Stakes und Cox Plate, wurde jedoch Zweiter nach Plastered im Victoria Derby – das ist eine ziemliche Messlatte gewesen, und trotzdem war der mit allen Wassern gewaschene Trainer schwer begeistert von seinem grauen Wallach und hatte bereits seinen nächsten Superstar in Gedanken  in seinen Ställen – Watt enthüllte auch,  dass eine seiner Ambitionen als Syndikator und Besitzer der Besitz eines Gewinners eines Derbys ist und er glaubt, dass er endlich das richtige Pferd hat, um einen dreijährigen Klassiker zu gewinnen.

„Ich habe noch nie ein Derby gewonnen und wir haben dieses Pferd gekauft, um eines zu gewinnen“, sagte er. „Frühling oder Herbst, egal, ich bin sehr daran interessiert, ein Derby zu gewinnen, das fehlt auf meiner Bucket List.“

Tjaaa,…. das war aber leider dann nix. Der Traum von Derby Ehren wurde für Watt 2020 nichts – Love Tap schaffte den Sprung auf Gruppe 1 Niveau nicht und scheiterte beim Sprungbrett in die erhoffte erfolgreiche Serie sang und klanglos.

Der Schock saß tief – vor allem weil im Voraus einige sehr lukrative Angebote ausgeschlagen worden waren.

Watt hatte am Vorabend des Spring Champions einige umfangreiche Angebote zum Verkauf des Dreijährigen unterbreitet bekommen, darunter ein Gebot von mehr als 1 Million US-Dollar, aber die Besitzer des Wallachs lehnten den Vorschlag einstimmig ab.

„Als wir dem Syndikat das Angebot unterbreiteten, wollte nicht ein Miteigentümer überhaupt über einen Verkauf nachdenken“, sagte Watt. „Als kalte, harte Geschäftsentscheidung würden Sie verkaufen, aber manchmal verlieren wir die Leidenschaft aus den Augen.

„Ich bewundere sie dafür, dass sie nicht verkaufen. Ich verstehe es. Wir haben dieses Pferd als Rennpferd gekauft, wir haben ihn früh kastrieren lassen, weil er ein Alpha-Männchen war, und es ist eine erschwingliche Hobby- und Lifestyle-Wahl für seine Besitzer“ – er hat schon mehr Preisgeld gewonnen als er gekostet hat, also ist das für seine Besitzer sicher leichter zu verschmerzen.

Es ging erst einmal in die längere Pause bis zum nächsten Jahr, wo er im Mai 2021 sein Saisondebüt gab – und gleich die nächste Niederlage als Favorit in einem 3yo Plate einstecken musste. Das kann nach einer so langen Pause durchaus mal passieren, aber spätestens im Darwin Turf Plate in Randwick in August galt ed dann – und wieder floppte Love Tap herb. Die Distanzen waren deutlich kürzer als zuvor beim Run in 2020 und der Schritt zurück auf 1500m im Cleanaway Stakes in Kembla Grange war bitte nötig, um zu zeigen zu was der graue Love Tap in der Lage ist – 300m vor dem Ziel übernahm er die Führung und stürmte davon.

Wenn er wirklich das beste Pferd ist, was Dean Watt jemals besessen hat…. dann muss es hier bergauf gehen und der erste Gruppe 2 Sieg her. Ich kann mir gut vorstellen, dass er hier wieder gewinnt.

Gefahren? Best Of Days mit knappen zweiten Platz im Gruppe 1 Australian Cup  im März  -allerdings über 2000m – und vor allem Imaging, wenn er zu alter Stärke zurück finden kann – aber nein, ich bleibe bei Love Tap, er ist der einzige, der noch viel Luft nach oben hat in diesem Lineup _ gefolgt von Chat.


24.09.2021 – Newmarket – Joel Stakes – Pick: Benbatl

Pferderennen in England

16:35 Joel Stakes – Gruppe 2

Für 3jährige und ältere Pferde  |  Distanz: 1.609 m  |  Preisgeld: 115.000 GBPFlachrennen  |  Geläuf: Gras  |  Boden: gut  |  Platz-Regeln: 2 Plätze @ 1/4 Quote

 

Benbatl: Der Dubawi Sohn ist in den letzten Jahren viel rumgekommen, mit Rennen in England, Deutschland, Australien und Dubai, mit teilweise großartigen und teilweise eher mittelmäßigen Ergebnissen . Aber gerade in Meydan hat er sich seit  immer wieder  hervorragend präsentieren können und einige Zeit galt Benbatl als schnellstes Pferd der Welt.

2021 kehrte Benbatl nach  331 Tagen Tagen zurück zur Rennstrecke und hätte es fast geschafft, die Auswirkungen der langen Pause abzuschütteln und den ersten Sieg in Goodwood zu feiern, als er im Clelebration Mile auflief. Er scheint trotz seiner langenKarriere noch lange nicht fertig zu sein, was man auf Grund der bisher errungenen Erfolge durchaus verstehen kann.

2017 absolvierte Benbatl einen erfolgreichen Start in seinem Maidenrennen und wechselte nach dem ersten Sieg sogleich in die Gruppenrennen. Dort absolvierte er den Start in Newmarkt im Gruppe 3 Craven Stakes, musste sich da allerdings noch Rivet und dem Sieger Eminent unterordnen. Beide waren zu diesem Zeitpunkt schon ein wenig erfahrener und hatten dementsprechend an jenem Tag die Nase vorn. Benbatl beheilt das Niveau aber unbeirrt bei und scheiterte im Gruppe 2 Dante Stakes im Mai 2017 nur knapp an Permian und krönte seine guten Leistungen danach mit einem fünften Platz im Epsom Derby im Juni.

Dementsprechend war die Überraschung nicht groß, als es ihm gelang im Gruppe 2 Hampton Court Stakes im selben Monat den Favoriten Orderofthegarter zu schlagen und damit sein erstes Gruppenrennen zu gewinnen. Der schnelle Untergrund und die 2004m schienen Benbatl zu liegen und so langsam schien sich das Potential des Pferdes voll zu entfalten. Das wesentlich höhere Niveau im Gruppe 1 King George VI & Queen Elizabeth Stakes einen Monat später war wie erwartet noch etwas viel des Guten, aber eine Zeit lang konnte Benbatl im Rennen mit Enable, Highland Reel, Ulysses und Idajo schon mithalten, war aber am Ende doch weit abgeschlagen und chancenlos.

Während man ihm diese Niederlage durchaus verzeihen konnte, war die folgende Niederlage im Superior Mile Stakes auf Gruppe 3 Eben im September eine herbe Enttäuschung für alle, die Benbatls Debüt in der neuen Saison entgegen gefiebert hatten. Die zwei Monate Pause können kaum als Ausrede für die Niederlage in diesem Pferderennen gelten und sein Trainer nahm ihn danach auch gleich komplett aus der Saison und lies Benbatl erst über drei Monate später auf einem anderen Kontinent in Dubai starten.

Der Szenenwechsel und die noch länge Pause schienen ihm gut getan zu haben, denn Bebatl gewann sein erstes Pferderennen des neuen Jahres mit gut zwei Längen Vorsprung vor Emotionless. Danach blieb er dem Kurs in Dubai zunächst treu und wählte eine recht anstrengende Route in Richtung Dubai World Cup Festival Ende März. Aber zunächst schien alles weiter nach Plan zu verlaufen, denn auch im nächsten Rennen, dem Gruppe 2 Al Rashidiya im Februar 2018, lies Benbatl keinen Zweifel daran, dass er eine neue Heimat gefunden hatte und schlug Bay Of Poets mit Leichtigkeit und mit über drei Längen Vorsprung. Im Jebel Hatta war er die erste Wahl von Saeed Bin Suroor im Gruppe 1 Jebel Hatta, musste sich aber überraschend Blair House von Chales Appelby geschlagen geben und hatte auch gegenüber dem dritten, Jaboobi, kaum Vorsprung:

Die Niederlage in einem der wichtigsten wirklichen Tests vor dem Dubai World Cup brachte aber weder seinen Trainer noch seinen Jockey Oisin Murphy ins Schwitzen, den Benbatl hatte mehr als einmal bewiesen, dass er zu den besten Pferden auf dem Rasen in Dubai gehört und rechtzeitig zum großen Rennen am 31.03.2018 war Benbatl auch wieder in Hochform. Er gewann das Rennen, indem er sich hinter dem Pacesetter platzierte und den Außenseiter seine Arbeit an der Front machen lies. Janoobi setzte ein ordentliches Tempo und zog das Feld auf der Zielgeraden auseinander, hatte dann aber natürlich nicht mehr genug Kraft übrig um das Tempo noch weiter zu gehen und gab das Feld für die Favoriten frei. Benbatl übernahm die Führung und setzte sich mühelos mehrere Längen von den Verfolgern Vivlos und Real Steel ab.

Mit dem Ende des Dubai World Cups endete auch die Saison in Meydan und Benbatl wechselte zurück nach England, aber nicht, ohne sich noch einmal ein wenig Zeit zur Erholung zu geben. Sein Ziel war das Gruppe 1 Queen Anne Stake in Ascot, bei dem er als Favorit gehandelt wurde, aber ohne einen einzigen Vorbereitungslauf aufschlug. So ganz fit schien er dann auch nicht zu sein, hatte Benbatl doch eigentlich freie Bahn in der Mitte des Kurses, konnte aber daraus kein Kapital schlagen und musste sich am Ende mit einem zehnten Platz begnügen. Für den Abstecher nach Deutschland zum Grossen Dallmayr-Preis nach München war er dann aber wieder Topfit und konnte sich mit Leichtigkeit gegen die heimische und ausländische Konkurrenz durchsetzen. So ein Gruppe 1 Rennen in Deutschland ist natürlich auch nicht ganz mit denen in England oder Amerika vergleichbar und man war gespannt, wie er sich so in York im Juddmonte International Stakes gegen Roaring Lion und Co schlagen würde.

Respektabel war die richtige Antwort, auch wenn er am Ende das Tempo nicht mehr mitgehen konnte und sich mit einem fünften Platz, vier Längen hinter dem Sieger Roaring Lion zufrieden geben musste.

Wieder wechselte Benbatl danach den Kontinent, dieses Mal ging es zum Caulfield Stakes nach Australien.

Das Rennen war auf dem Papier mit D’Argento und Humidor nicht leichter besetzt als die Rennen zuvor, beide Konkurrenten verpassten aber den Tempowechsel ein wenig und hatten nicht genug Kraft und Geschwindigkeit, um das Feld bis zu Benbatl hinauf von hinten aufzurollen. So machten beide noch einige Plätze gut, schafften am Ende aber nur einen dritten und einen fünften Rang. Benbatl blieb in Australien um sich dort mit der Wunderstute Winx zu messen, die er im Gruppe 1 Cox Plate zusammen mit den Konkurrenten Humidor und D’Argento traf. Die beiden alten Konurrenten hatte Benbatl am Ende sicher in der Tasche, die Wunderstute Winx zog ihm allerdings mit zwei Längen davon – aber einen Versuch war es sicher wert!

Zurück nach der Winterpause in England gewann Benbatl das Gruppe 2 Shadwell Joel Stakes gegen King Of Comedy sehr souverän und mit der Annahme, dass er sich beim zweiten Rennen in der Saion sicher steigern können wird, ging er als Favorit in das Queen Elizabeth II Stakes – musste sich da aber klar geschlagen geben und sah nie so wirklich zufrieden in dem Rennen aus..

Er konnte es sicher kaum erwarten, dass es wieder im Januar nach Meydan in die Sonne geht und als er dann im Singspiel Stakes im Januar 2020 auflaufen dürfte, zeigte er wieder, warum er zu den besten Rennpferden bei Veranstaltungen in den arabischen Emiraten zählt – er gewann das Gruppe 2 Singspiel Stakes mit fast fünf Längen Vorsprung und lies im Februar noch einen Sieg im Gruppe 2 Al Maktoum Challenge  folgen – natürlich als Favorit, aber mit ansprechender Quote, lief doch mit Gronkowski auf dem Papier ein ordentlicher Gegner bereit – der aber am Ende keine Chance gegen Benbatl hatte, der alle bis auf Military Law absolut deklassierte.

Der Dubai World Cup musste Corona Pandemie bedingt im Jahr 2020 ausgelassen werden, dafür konnte Benbatl in Riyadh im The Saudi Cup starten, musste da aber mit Gegnern wie Maximum Security und Midnights Bisou zurecht kommen, die das Beste aus Amerika mit in die Emirate brachten – und es tatsächlich schafften, Benbatl in seine Schranken zu weisen.

Eine längere Pause macht Benbatl in der Regel nichts aus, allerdings war die Saison komplett vertrackt und viele der Rennen über die Saison, die eigentlich anvisiert waren, fielen aus und Benbatl kam über die Saison kaum richtig in Form, was am Ende in einem knappen dritten Platz im Gruppe 2 Shadwell Joel Stakes in Newmarket im September, dem einzigen Rennen in der zweiten Jahreshälfte und dem einzigen Rennen in England für Benbatl im Jahr 2020 – das war alles andere als optimal und ich denke 2021 sind da deutlich mehr Rennen geplant, auch wenn er wieder recht spät in die aktuelle Saison eingestiegen ist.

Der Start im Celeration Mile kam erst 331 Tage nach dem letzten Rennen 2020, war mit einem knappen zweiten Platz aber durchaus ansehnlich – Benbatl hatte auf der Zielgeraden 200m vor dem Ziel souverän die Führung übernommen, konnte aber knapp vor dem Ziel den Angriff des Außenseiters Lavender’s Blue nicht abwehren – der beste Lauf von Lavender’s Blue bisher und ein guter Einstieg in die neue Saison für Benbatl – der hier sicher noch einen drauf legen kann, auch wenn der Guineas 2te Master Of The Seas eine große Gefahr darstellt


12.09.2021 – Curragh – Moyglare “Jewels“ Blandford Stakes – Pick: Love

Pferderennen in Irland

15:20 Moyglare “Jewels“ Blandford Stakes (Gruppe 2) (Stuten & Stutenfohlen)

3yo+ | Distanz: 1m2f | Untergrund: Gut

 

Love wird hier wieder gegen ihr eigenes Geschlecht starten – eine Disziplin, in der die Stute letztes Jahr absolut unschlagbar war – und da sie in den letzten beiden Rennen gegen männliche Konkurrenz respektabel gelaufen war, hoffe ich sehr auf die „alte“ Love von 2020 und einen Sieg in diesem Stutenrennen – die Chancen stehen gut und die Quote ist noch attraktiv.

Love:

2021 hängt derzeit hinter ihren super Ergebnisse im Jahr 2020 etwas hinterher – 2020 war das Jahr von Love, als sie alle Rennen, die sie bestritt, auch gewinnen konnte.

Love hatte es 2020 nur auf die besten Rennen abgesehen und war im 100 Guineas, dem Ivestec Oaks und dem Yorkshire Oaks angetreten und hatte alle Rennen gewinnen können, und das dominant mit mehreren Längen Vorsprung.

Der  Start 2021 ist ihr im Prince Of Wales Stakes durchaus gelungen, aber es war knapp am Ende und im King George VI & QE Stakes gegen männliche Konkurrenz musste sie eine recht herbe Niederlage einstecken, wie auch im Gruppe 1 Juddmonte International Stakes im August, wo Love gegen Mishriff mit sechs Längen zurückstecken musste. Ich denke sie ist deutlich besser als sie in den letzten zwei Rennen gezeigt hat, da sind wir eigentlich andere Leistungen von Love gewohnt!

Die Galileo Tochter von Trainer Aiden O’Brien startete etwas langsam in ihre Karriere, denn erst in ihrem dritten Versuch in einem Maidenrennen konnte sie ihren ersten Sieg feiern -ging dann aber im selben Monat, dem Juli 2019 direkt in die Gruppenrennen und gewann das Gruppe 3 Silver Flash Stakes – und das mit Leichtigkeit von der Front aus. Love setzte das Tempo und auf der Zielgerade konnte ihr keiner Folgen, was in einem drei Längen Sieg am Ende resultierte.

Das brachte ihr natürlich den Favoritenstatus im Gruppe 2 Debutante Stakes einen Monat später in Curragh ein, wo sie allerdings etwa langsam aus den Ställen kam und auch in der Endphase des Rennens nicht in Gang kam.

Im Gruppe 1 Moyglare Stud Stakes einen Monat später im September 2019 überließ sie die Führung dann wieder anderen und begnügte sich in der Mitte der Bahn bzw. in der dritten Spur von Innen zu bleiben und den besseren Boden dort zu nutzen, obwohl sie damit etwas weit außen laufen musste. Das hinderte Love aber nicht daran, auf der Zielgeraden zu beschleunigen und unter einem harten Ritt von Ryan Moore ihren ersten Gruppe 1 Sieg einzufahren, wenn auch knapp.

Mit dem Gruppe 1 Sieg im Rücken ging es in das Newmarket Fillies Mile in Newmarket im Oktober 2019, allerdings dürfte Love trotz ihres Gruppe 1 Sieges nicht als Favoritin auflaufen, dass war  – zu Recht – Quadrilateral vorbehalten, denn die Konkurrentin gewann das Rennen, obwohl die gleich mehrfach in der kritischen Phase des Rennens behindert wurde- unter anderem von Love, die ihr die Tür in der Mitte der Bahn zu machte – aber am Ende nicht mehr genug Kraft hatte, um mit den beiden Siegerinnen mitzugehen.

Aiden O’Brien hat nachweislich hart an der Form von Love gearbeitet und sie über den Winter stark verbessert, schließlich kam sie nach der überlagen Corona Pause im Guineas in Bestform zurück und gewann das Guineas 1000 mit fast 4.5 Längen Vorsprung! Dabei waren 200m vor dem Ziel die Konkurrenten wie Quadrilateral direkt neben ihr in guter Position an der Front des Feldes, und schienen auch nach dem Tempowechsel nicht weg gehen zu wollen – dann, ca. 70m vor dem Ziel, wurde offensichtlich, dass Love noch wesentlich mehr Kraft übrig hatte als die anderen, die mit ihr in einer Linie liefem, wie Quadrilateral, Cloak Of Spirits oder Final Song – und zig immer weiter davon, um unter moderatem Druck von Ryan Moore am Ende mit gut 4.25 Längen zu gewinnen.

Der klare Sieg macht sie auch über die deutlich weitere Distanz im Epsom Oaks am 04.07.2020 zur klaren Favoritin, aber die 800m mehr in dem Rennen waren schon ein echter Test und es war alles andere als sicher, ob Love auch diesen Test wie ihre letzten meistern können würde. Die Quoten sprachen eine eindeutige Sprache und machten Love ein weiteres Mal zur klaren Favoritin, gefolgt von Frankly Darling, die zuvor schon über 2406m das Ribbesdale Stakes hatte gewinnen können.

Das Oaks in Epsom, welches über 2420m bestritten wird, war mit gutem Wetter gesegnet und der gute Untergrund garantierte einen ordentlichen Galopp, auch wenn das Feld Corona bedingt mit nur acht Startern ein wenig mager ausfiel. Trotzdem, für Spannung war gesorgt, denn einige der angetretenen Konkurrentinnen sahen auf dem Papier stark genug aus um Love zu gefärden, und das Rennen nahm zunächst auch einen spannenden Verlauf, als Tiempo Vuela und Passion das Tempo setzten und sich überhaupt nicht darum zu kümmern schienen, was der Rest des Feldes von dem gesetzten scharfen Tempo so hält.

So kam es dass die beiden beim 5 F Marker locker 10 oder 11 Längen vor dem Feld her galoppierten, und als die beiden Front Runner in die Zielgerade einlenkten, waren sie immer noch zig Längen vor dem Rest des Feldes, der, inklusive Love und Frankly Darling, schon ziemlich in Stress geriet, um den Anschluss zu halten. Tiempo Vuela wurde erwartungsgemäß müde auf der Zielgeraden und kam zurück zum Feld, während Passion noch einen Moment durchielt, aber natürlich trotzdem dem harten Lauf von der Front Tribut zollen musste. Was wohl drin gewesen wäre, wenn sie nicht so einen harten Galopp durchgezogen hätte?

Egal, 2f vor dem Ziel spielten die Front Runner keine Rolle mehr und Love war mit Stallgefährtin Ennistymon gleichgezogen. Auch Frankly Darling unter Frankie Dettori kam in der Mitte der Bahn heran, und es schien ein offenes Rennen zu diesem Zeitpunkt zu sein, dann kam Love aber so richtig in Gang und zog schnell noch einmal 2 Längen vor Ennistymon.

Love driftete ein wenig und fand sich am Innengeländer wieder, was ihr half ihren Lauf zu stabilisieren und gerade auf die Ziellinie zu zu laufen und noch einmal eine Schippe drauf zu legen, was sie am Ende locker neun Längen vor den Rest des Feldes brachte.

Keiner hatte eine Chance noch an sie heran zu kommen und Love etablierte sich endgültig als die beste 3yo Stute des Jahres 2020, was sie gegen die selbe Konkurrenz im Gruppe 1 Darley Yorkshire Oaks wenige Wochen später im August 2020 auch gleich noch einmal unter Beweis stellte,.

Wieder war Frankly Darling mit von der Partie, wie auch Manuela De Vega oder Franconia, aber keine der Konkurrentinnen konnte sich gegen Love auch nur im Ansatz behaupten.

Dann kam das Prince Of Wales Stakes, fast genau ein Jahr später und gegen männliche Konkurrenz und man musste sich die Frage stellen: kann Love an diese Erfolge anknüpfen? Die Antwort lieferte die Stute prompt: Ja sie kann, wenn auch knapp. Sie übernahm in dem Gruppe 1 Rennen über 1m2f die Führung, wurde aber schnell unter Druck gesetzt und musste sich mühen, diese Position zu halten, denn sie wurde erst von Sangarius, dann von Audarya, Amory und My Oberon unter Druck gesetzt. Ryan Moore gab auf Love 400m vor dem Ziel langsam Gas, kam 200m vor dem Ziel mächtig unter Druck, aber Love fand immer noch ein bisschen mehr und konnte sich am Ende dann mit knapp unter einer halben Länge durchsetzen. Audarya holte sich den verdienten zweiten Platz und Co Favorit Amory kam dahinter auf dem dritten Platz ins Ziel. Das Trio war klar vor dem Rest des Feldes und Love hatte einen erfolgreichen Einstand in die neue Saison.

Dann kam das King George VI & QE Stakes und vielleicht die herbste Niederlage in ihrer Karriere abgesehen von ihrem Maidenrennen 2019. 3,5 Längen betrug der Rückstand am Ende auf Adayar und Love war chancenlos gegen den Sieger. Allerdings konnte sie das Tempo auch nicht setzen – das machet Broome – und als sie zum Schlusssprint ansetzen wollte, kam Mishriff von der Seite und machte ihr die Tür zu.

Den Konkurrenten hätte Love bei besserem Rennverlauf vielleicht kriegen können und mit der kürzeren Distanz im Juddmonte International Stakes im August in York hoffte man auf einen Formsprung – der aber Ausblieb. Schon der Start misslang Love, die sich aber trotzdem eine gute Position bei den Pacesettern sichern konnte – und wo ihr 200m vor dem Ziel zunehmend die Puste ausging. Mishriff zog den Feld davon , Alenquer hielt knapp den zweiten Platz gegen Love… das geht besser!

Und auf dem Papier sind die Voraussetzungen für Love wieder ideal um zu alter Form zurück zu finden, aber das habe ich die letzten beiden Rennen auch schon gesagt!

 

Thundering Nights: Die Night Of Thunder Tochter von Trainer Joseph Patrick O’Brien läuft seit seinem Karrieredebüt im Jahr 2019 konstant gute Rennen.

Dabei waren ihren ersten beiden Rennen in Curragh und Gorwan im Herbst 2019 noch klare Niederlagen, bis überraschend beim Saisonabschluss in Galway der Durchbruch in einem Maidenrennen gelang.

Es folgte die obligatorische, lange Pause bis in das neue Jahr hinein, bis Thundering Nights 264 Tage später ihr Saisondebüt in Curragh in einem Handicap gab – und den erneuten Sieg nur mit einem kurzen Kopf Rückstand verpasste.

Die lange Pause hatte ihre Spuren hinterlassen und Thundering Nights ging praktisch auf der Linie die Kraft aus um noch gegen den letzten Angriff von Sonnyboyliston anzukämpfen, aber schon bei zweiten Rennen der Saison in Leopardstown gewann Thunderin Nights wieder und ging danach direkt auf die Gruppenebene hoch.

Dass sie dabei auf weichem Untergrund starten musste und dass er gegen deutlich bessere Konkurrenz ran musste, schien Thundering Nights wenig zu stören und so gewann sie das Gruppe 3 Snow Fairy Fillies Stakes am Ende recht komfortabel – allerdings reichte es nicht gegen bessere Konkurrenz beim Sprung auf Gruppe 2 Niveau im Moyglare Blandford Stakes, was in einem etwas enttäuschenden dritten Platz resultierte – da war Luft nach oben, aber Thunderin Nights tat sich schwer mit den besseren Gegnern und scheiterte auch danach im Champions Fillies & Mares Stakes beim Saisonabschluss im Jahr 2020 recht deutlich mit einem siebten Platz und über 11 Längen Rückstand.

Thundering Nights kam beim ersten Versuch auf Gruppe 1 Ebene niemals über das Mittelfeld hinaus und hatte schwer zu schaffen, überhaupt den Anschluss beim Übergang in den Schlussprint zu halten, war dann aber auch konsequenter Weise schnell geschlagen und ging weiter in die Winterpause, die 182 Tage später im April 2021 im Gruppe 3 Holden Plant Rentals Alleged Stakes beendet wurde.

Da war die große Favoritin Broome, während Thunderin Nights eher Chancen auf einen Platz ausgerechnet wurden – allerdings war Thundering Nights durch die Pause augenscheinlich revitalisiert und in Bestform, denn das Rennen schien ihr über große Strecken leicht zu fallen und übernahm 200m vor dem Ziel dann auch die Führung, driftete aber dann ein wenig nach rechts und konnte knapp vor dem Ziel die Favoritin dann nicht mehr hinter sich halten – hatte aber ein herausragendes Rennen gezeigt und viel hatte für den zweiten Gruppensieg nicht mehr gefehlt – das kann man aber auch vom nächsten Rennen sagen, wo Thunderin Nights nur eine Nase zum Sieg gefehlt hat.

Bemerkenswert ist das Rennen weil es nicht wie bisher in England stattfand, sondern in den USA in Belmont Park – ein Versuch, Thundering Nights auch in Übersee bekannt zu machen und für den Breeders Cup bekannt zu machen – und fast hätte es hier über weichen Untergrund über 1m2f nach dem Trip über den großen Teich sogar für den Sieg gereicht! Aus dem Mittelfeld startete Thundering Nights ihren Angriff auf Favoritin Mean Marry, konnte aber in den letzten 200m sich einfach nicht komplett an der Siegerin vorbei schieben, am Ende waren es dann einfach ein paar Meter zu wenig für Thundering Nights – die überraschend direkt den Weg zurück nach Irland antrat und sich im Gruppe 1 Alwasmiyah Pretty Polly Stakes in Bestform präsentierte.

Das Rennen war mit Konkurrentinnen wie Santa Barbara und Cayenne Pepper extrem gut besetzt und das Duell der Drei hielt auch, was es auf dem Papier versprach – Pacesetter Shale setzte das Tempo für ihre Verfolgerinnen, die sich knapp hinter ihr einsortierten und zufrieden waren, auf den unweigerlich einsetztenden Schlussprint zu warten.

Dieser kam dann 400m vor dem Ziel und wurde zunächst von Santa Barabra eingeleitet, aber Thundering Nights hatte sich vor ihr einsortiert und ging den Tempowechsel mit, so dass Thundering Nights die Führung übernahm und die Angriffe von Santa Barbara abwehren konnte -wenn auch nur knapp, denn die Konkurrentin gab über die letzten 100m nicht auf und bleib immer direkt neben der Siegerin, die unter Shane Cross wirklich alles gab, um am Ende den Nacken Vorsprung über die Ziellinie zu retten.

56 Tage später gab es einen kleinen Dämpfer auf gut bis weichen Untergrund für Thundering Nights auf weicherem Boden im Gruppe 3 Darley Prix Jean Romanet in Frankreich, als sie auf weicherem Boden startete – zumindest denke ich, dass dies an dem Tag der Grund war!

Thundering Nights würde ich gerne über schnellen Boden sehen und umso trockener der Untergrund wird, umso besser schätze ich ihre Chancen ein – auch gegen Love!

 

Le Petite Coco: Die Ruler Of The World Tochter von Trainer P. Twomey bestritt 2020 lediglich ihr Maidenrennen, kam allerdings nur auf einem sechsten Platz ins Ziel und schaffte auch nach 142 tagen Pause beim zweiten Versuch in Naas nur einen vierten Platz. Beide Rennen waren auf weichem Boden, aber das wurde offensichtlich als Entschuldigung nicht akzeptiert und Le Petite Coro verlies Andrew Kinirons und ging zu P. Twomey, der mit ihr im Mai in Killarney auch tatsächlich gleich das erste Rennen, das Irish Stallion Farms EBF Median Auction Fillies Race, gewinnen konnte – und fast einen Sieg auf Listed Ebene in Naas im Irish Stallion Farms EBF Naas Oaks Trial folgen lies- Dort war sie nach ihrem überzeugenden Maiden Sieg auch als Favoritin gestartet, scheiterte aber an Willow, die sie immer auf einer halben Länge Abstand hielt.

Dementsprechend wurde das Oaks auch nicht als Ziel angegangen, sondern ein weiterer, geplanter Sieg im Irish Stallion Farms EBF Median Auction Race eingefahren, der daher auch wenig aussagekräftig war. – ein Sieg gegen deutlich leichtere Konkurrenz bestätigt schließlich nur die Erwartungen und erst mit dem nachfolgenden Sieg im Gruppe 3 Irish Stallion Farms EBF Give Thanks Stakes brachet sich La Petite Coco auch auf höherem Niveau ins Gespräch, denn La Petite Coro lies den Konkurrentinnen in diesem Rennen keine Chance.

Zunächst hatte sie sich hinter den Pacesettern einsortiert, aber da ihr das Tempo offensichtlich nicht reichte, nahm sie bereits 600m vor dem Ziel die Sache selbst in die Hand und setzte sich 400m vor dem Ziel langsam und uneinholbar ab! Weicher Untergrund und 1m4f schienen ihr einen Formboost zu geben und entfesselten ihre bisher beste Leistung.

Immens beeindruckende Leistung, allerdings ist das hier eine ganz andere Herausforderung und wird wieder etwas mehr Auskunft darüber erteilen, was wir von La Petite Coco erwarten können.

 

Cayenne Pepper: Die Australia Tochter von Mrs. John Harrington begann ihre Karriere 2019 gleich mit zwei Siegen und ging noch in der selben Saison auf die Gruppeneben hinauf, wo sie mit einem Sieg im Gruppe 3  Flame Of Tara Irish EBF Stakes ihren Favoritenstatus rechtfertigte und sich mit über 2 Längen Vorsprung durchsetzte – souverän und dominant, so dass man sich entschied, sie auch noch im Gruppe 1 bet365 Fillies‘ Mile startete – wo auch Größen wie Love oder Quadlrilateral aufliefen. Cayenne Pepper müht sich redlich, war auf diesem Niveau zu diesem Zeitpunkt aber noch klar überfordert.

2020 steigerte sich die Form von Cayenne Pepper, die sich in diesem Jahr Duelle mit einigen weiteren großen Namen lieferte – angefangen im Pretty Polly Stakes und Magicak, die das Rennen gegen Cayenne Pepper allerdings auch mühelos gewann – ein gut bezahlter zweiter Platz über die 1m2f sprang trotzdem am Ende heraus. Das sleb Ergebnis gab es als Favoritin im Juddmonte Irish Oaks gegen Even So über 1m4f und etwas weicheren Boden im Juli und dann noch einmal über schnelleren Boden im Gruppe 3 Irish Stallion Farms EBF Give Thanks Stakes – und diese Niederlage als erneute Favoritin tat richtig weh. Tarnawa schlug Cayenne Pepper mit fast 2 Längen, und das obwohl sie ganze 10lb schwerer unterwegs war und nicht wie die Konkurrentin in dieser Zeit schon als Gruppe 1 Rennpferd gehandelt wurde. Das änderte sich für Tanarwa 2020 zwar danach noch, aber Cayenne Pepper musste die herbe Niederlage einstecken und ging dann erst wieder im September im Moyglare “Jewels“ Blandford Stakes auf die Rennstrecke.

Das Gruppe 2 Rennen über 1m2f und guten Untergrund gewann sie dann endlich in dominanter Weise, Favoritin Magic Wand floppte in diesem Rennen hingegen und war keine Gefahr für den 4 Längen Sieg von Cayenne Pepper, die auf den letzten 200m alles klar gemacht hatte und für den Saisonabschluss über den großen Teich übersetzte und im Breeders Cup Filly&Mares Turf  startete – dort wurde sie allerdings ziemlich eingenordet und bei ihrem Saisondebüt im Tattersalls Gold Cup verlief es nicht viel besser… das war allerdings auf schwerem Boden, den sie vorher immer vermieden hat und das nach einer 197 Tage Pause…. aber auch danach steigerte sich die Form von Cayenne Pepper nur ein bisschen mit einem dritten Platz im Alwasmiyah Pretty Polly Stakes und einem fünften Platz im Darley Prix Jean Romanet – beides zwar nicht viel mehr als 4 Längen geschlagen, aber auch ohne Gefahr für die jeweiligen Sieger zu produzieren.

Sie ist viel besser, als sie 2021 gezeigt hat, aber ob sie gerade hier gegen Love in Form kommt? Ich glaube eher nicht

 


11.09.2021 – Donactser – Cazoo St Leger Stakes – Pick: Hurricane Lane / Sir Lucan EW

Pferderennen in England

16:35 Cazoo St Leger Stakes – Gruppe 1

Für 3jährige Pferde  |  Distanz: 2.921 m  |  Preisgeld: 743.000 GBPFlachrennen  |  Geläuf: Gras  |  Boden: gut bis fest  |  Platz-Regeln: 3 Plätze @ 1/5 Quote
Hurricane Lane: Der Frankel Sohn von Chalie Appelby gewann seinen ersten Start in Newmarket im Oktober 2020 auf schwerem Boden mit zwei Längen und zeigte schon einmal, dass schlechter Untergrund für ihn kein Hindernis ist – das konnte er in seiner nächsten Saison in Frankreich gleich noch einmal unter Beweis stellen, aber zunächst ging es im April in England weiter, wo er in Newbury ein Klasse 3 Rennen gegen den hoch gehandelten Maximal gewann und dann auf Gruppenebene in York mit einem knappen Sieg gegen Megallan nachlegte.
In dem 1m2f Rennen auf gutem Untergrund setzet sich Hurricane Lane hinter die Führenden, verpasste dann aber 600m vor dem Ziel aber trotzdem den Tempowechsel und den Anschluss an die Pacesetter, fand diesen aber nach der 400m Marke wieder und holte sich auf den letzten 150m dann die Führung. Er hat in seinem ersten Gruppenrennen sowohl Ausdauer als auch einen langen Drive zeigen können und ging nicht zu Unrecht als einer der Favoriten in das Derby in Epsom, wo er allerdings „nur“ auf einem dritten Platz ins Ziel kam.
das Rennen war aber auch von Pech für Hurricane Lane geprägt, der sich wieder hinter den Führenden einsortiert hatte, wieder relativ früh motiviert werden musste, um den Anschluss an die Pacemaker zu halten und dann auch noch beide vorderen Hufeisen verlor, was sicher seinen Anteil daran hatte, dass er auf den letzten Metern einfach keine Kraft mehr hatte.
Ganz anders im Irish Derby wo Hurricane Lane wieder als einer der Favoriten auflief und dieses Mal an den Front Runnern näher dran blieb. Zwar ging er das Tempo immer schön mit, es dauere aber bis 400m vor dem Ziel bis er die drei Längen Rückstand auf Lone Eagle gut zu machen begann, der dem Feld entflogen war und sich eben gut 3 Längen hatte absetzen können – den Rückstand aufzuholen auf dem guten Untergrund war ein Kraftakt, aber einer, den Hurricane Lane bravourös meisterte und sich seinen verdienten ersten Gruppe 1 Sieg damit sicherte.
Dann ging es nach Frankreich nach Longchamp, wo Hurricane Lane das erste Mal seit der letzten Saison wieder weichen Boden vorgesetzt bekam, was in einem beeindruckenden 6 Längen sieg gegen Wordsworth und Alequer resultierte. Wieder lies Hurricane Lane andere das Tempo setzen, aber dieses Mal schoss er geradezu nach vorne als das Feld die 400m Marke passierte und 200m vor dem Ziel war die Messe gelesen und Hurricane Lane zeigte sein dominantestes Rennen bisher.
Der heutige Konkurrent The Mediterranean hatte keine Chance und ich wäre absolut gehypted, wenn das Rennen hier auch wieder auf weichem Boden stattfinden würde – aber England hat ungewohnt gutes Wetter und der Boden ist halt noch gut und schnell. Das heißt nicht, dass Hurricane Lane nicht gewinnt – nur scheint er auf weichem Boden übermächtig zu sein.
Ottoman Emperor: Der Excelebration Sohn von Johnny Murtagh hat nach seinem ersten Rennen alle weiteren gewinnen können – nur das Saisondebüt in Dundalk funktioniert eben einfach nicht, Ottoman Emperor schien einfach im Kopf noch nicht so weit zu sein.
Aber schon einen Monat in Cork gewann er sein Maidenrennen über 2048m und legte danach in einem Handicap in Gowran Park noch einmal nach, gefolgt von einem weiteren Sieg in Navan über 2012m . Alles nicht spektakulär, aber alles souverän und mit dem Sieg im langen Duell gegen Tazaral hat er seine Form vor dem ersten Sieg auf Gruppeneben im Gruppe 3 Gordon Stakes unter Beweis gestellt.
Es war also eigentlich also nicht verwunderlich, dass Otooman Emperor auch gegen die etwas bessere Konkurrenz rund um den Favoriten Wordsworth eine ernsthafte Gefahr darstellen würde. Ottoman Emperor hatte sich rechtzeitig an die Front des kleinen Feldes gesetzt und sich mit seinem Tempowechsel sogar ein wenig Vorsprung gesichert, genug jedenfalls, um den etwas verspäteten Schlusssprint von Sir Lucan noch abzuwehren, der schnell und spät – zu spät – herangeflogen kam.
Das erneute Duell der beiden wird heute sicher spannend und mit den deutlich höheren Quoten auf Sir Lucan ist der vielleicht eine gute Wahl?
Sir Lucan: Der  Camelot Sohn von Aiden O’Brien hatte bisher nichtdas ganz große Glück in seiner Karriere. Letzter Platz beim Debüt 2020 in Killarney, danach ein überraschend starker vierter Platz im Gruppe 2  Alan Smurfit Stakes in Curragh und ein Sieg im deutlich leichteren Irish Stallion Farms EBF Median Auction Race beim Saisonabschluss in Cork.
Er blieb danach bei Aiden O Brien, der ihn nach der Winterpause direkt in das Gruppe 3 bet365 Classic Trial und meinte das Rennen mit dem Booking von Ryan Moore durchaus ernst – konnte aber am Ende mit einem abgeschlagenen achten Platz nicht überzeugen, ganz anders im Irish Stallion Farms EBF Yeats Stakes auf listed Ebene danach, wo Sir Lucan gegen deutlich leichtere Konkurrenz einen Sieg verbuchen konnte – Wordsworth blieb dran, aber obwohl Sir Lucan nach außen getragen wurde, hatte er mit einem starken Schlusssprint über die 2615m  am Ende die Nase vorn und dass sein Schlusssprint brandgefährlich sein kann, musste auch Ottomann Emperor im Gruppe 2 Gordon Stakes erfahren, wo Sir Lucan auf weichem Boden herangeschossen kam – wenn auch ein wenig zu spät.
Sir Lucan hatte sich im hinteren Bereich des Feldes einsortiert und wollte von da das Feld eigentlich aufrollen, aber Ottoman Emperor hatte von der Front mit einem Tempowechsel bereits für Tatsachen – und Vorsprung – gesorgt und Frankie Dettori kam auf Sir Lucan einfach einen Tick zu spät, hatte aber die Hände schon am Pokal.
Beim nachfolgenden Grupp2 Great Voltigeur Stakes in York hielt sich Sir Lucan unter Frankie Dettori wieder im hinteren Bereich des Feldes, aber auch wenn er zwischen der 600m und 200m Marke einiges an Boden gut machen konnte, war dann der Tank leer und Sir Lucan kam einfach nicht mehr näher an die Sieger heran und musste sich mit knapp unter 2 Längen geschlagen geben – wie er auf die längere Distanz reagieren wird ist ungewiss, aber er hat Chancen, wenn schon alleine wegen dem starken Team im Rücken.
Mojo Star: Richard Hannon trainiert den Sea The Stars Sohn, der 2020 mit einem sehr knappen zweiten Platz in Newbury (nur eine Nase Rückstand trennten ihn vom Sieg!) auf schwerem Untergrund gab. Nach 203 Tagen Pause kam er auf dem selben Kurs mit der selben Platzierung zurück, schockte dann aber die Welt als er als krasser Außenseiter im Gruppe 1 Spwom Derby einen zweiten Platz erringen konnte, und das obwohl er während des Rennens einen Treffer an seinem vorderen linken Lauf hatte hinnehmen müssen. Zwar war er ohnehin kein Konkurrent für den Sieger Adayar auf den letzten 200m gewesen, aber Hurricane Lane steckte er noch locker in die Tasche und mit diesem zweiten Platz war er natürlich sofort auf dem Radar für die anderen großen Rennen der Saison.
Ganz so gut lief es dann beim Versuch im Dubai Duty Free Irish Derby allerdings nicht, wo Hurricane Lane dieses Mal zeigte, warum er deutlich höher als Mojo Star gehandelt wurde und das Rennen gewann, während Mojo Star auf seinem fünften Platz mit neun Längen Rückstand dieses Mal so überhaupt keinen Eindruck hinterlassen konnte – und das, obwohl beide Derbys sich natürlich ähneln und auch der Boden sich kaum unterschied. Richard Hannon ging es danach jedenfalls erst einmal ruhiger an und lies Mojo Star in einem Maidenrennen seinen ersten Sieg genießen, der mit einer Quote von 1/6 natürlich überhaupt nicht aussagekräftig ist für das nunmehr dritte Duell mit Hurricane Lane – aber ganz ehrlich – Hurricane Lane hat die deutlich besseren Chancen.
High Definition:  Aiden O’Brien platziert mit dem Galileo Sohn unter Frankie Dettori hier einen seiner Schützlinge, den ich normalerweise gleich von meiner Liste streichen würde. Er bekommt zwar das erste Mal Scheuklappen, hat  aber diese Saison noch nicht gewinnen können, und das obwohl er in seiner ersten Saison 2020 gleich zwei Siege in zwei Rennen, unter anderem im Gruppe 2 Alan Smurfit Memorial Beresford Stakes verbuchen konnte.
2021 begann mit einem dritten Platz zwei Längen hinter Hurricane Lane im Gruppe 2 Al Basti Equiworld Dubai Dante Stakes eigentlich vielversprechend, aber vielleicht war die Niederlage als Favorit im ersten Rennen der Saison ja eine Art Vorbote für die gesamte kommende Saison – denn sowohl im Irish Derby als auch im nachfolgenden, leichter besetzten Sky Bet Great Voltigeur Stakes in York floppte High Definition komplett.
Gerade im Sky Bet Great Voltigeur Stakes hätte er eigentlich liefern sollen und wurde sogar wieder als Favorit in das Gruppe 2 Rennen geschickt, aber am Ende blieb nur wieder ein abgeschlagener sechster Platz, und weder Trainer noch Tierarzt konnten eine Erklärung für die schlechte Leistung des Favoriten liefern. Dass er mehr kann ist fast sicher, nur muss er das auch zeigen wollen, und genau darauf muss jeder spekulieren, der auf ihn hier setzt – und Hurricane Lane hat ihn nun schon zwei Mal souverän in dieser Saison geschlagen.
Interpretation: Noch ein Galileo Sohn von Aiden O’Brien in diesem Rennen!
Der Trainer fährt hier drei Pferde auf, davon zwei Galileo Söhne, und gerade den, der die meisten seiner Rennen hatte gewinnen können lässt er von Hollie Doyle reiten. Keine Frage, Hollie ist super und gerade in dieser Saison ein absoluter Überflieger-  trotzdem hätte ich mir die Kombo mit Frankie gewünscht. Aber vielleicht sind ein Sieg in einem Maidenrennen, ein Sieg in einem Handicap und dann der Sieg im Vinnie Roe Stakes auf Listed Ebene auch noch ein wenig dürftig – vor allem, da allen Siegen so ein wenig der „Star Faktor“ gefehlt haben. Sie waren alle sehr souverän und Interpretation hat immer genug getan, um die Verfolger auf Abstand zu halten – aber das wird eben heute bei weitem nicht ausreichen.
Oder vielleicht doch? Dass er zwischen seinen beiden anderen Stallgefährten rangiert, gibt zu denken, denn wenn so viel Geld für ihn kommt, kann durchaus mehr in Interpretation stecken, als wir bisher zu sehen bekommen haben.
Er hat die ständig steigende Distanz bisher gut gemeistert und wird hier seinem ersten echten Test unterzogen werden.
Pick: Hurricane Lane / Sir Lucan EW

11.09.2021 – Flemington – Makybe Diva Stakes – Pick: Incentivise EW / Mo’unga EW

Pferderennen in Australien

08:50 PFD Food Services Makybe Diva Stakes | US Toto – Gruppe 1

Für 3jährige und ältere Pferde  |     |  Distanz: 1.609 m  |  Preisgeld: 739.688 USDFlachrennen  |  Geläuf: Gras  |  Platz-Regeln: 3 Plätze @ 1/5 Quote

Tofane: Der Ocean Park Sohn von Trainer Michael Moroney  begann seine Karriere im April 2019, brauchte aber einige Starts im seine Form auf hohem Niveau zu finden. Zu Gute muss man ihm allerdings halten, dass er bereits bei seinem zweiten Start auf die Gruppenebene hoch ging und sich dort mit einem sehr knappen zweiten Platz sehr sehr gut verkaufen konnte. Der Einstieg in Australien in der Saison darauf darauf brauchte ein wenig Eingewöhnungszeit und nach dem Achtungserfolg auf Handicap Ebene beim Debüt im September 2019 folgte zunächst die Ernüchertung auf Gruppe 3 Ebene in Caulfield, als er im How Now Stakes den letzten Platz belegte.

Dann allerdings begann es für ihn zu laufen, mit einem Gruppe 3 Sieg im Bass Strait Beef Steaks und dem nachfolgenden Sieg im Gruppe 3 Furphy Sprint, allerdings gegen ein Feld, in dem es kein Supertalent zu geben schien und die von vielen vielvserprechenden, wenn aauch nicht großartigen Pferden bevölkert wurden. Und vielleicht waren die Siege gegen die kleinen Felder schon eine erste Warnung, vielleicht war es aber die erneute 100 tägige Pause, die die Form von Zoutouri erneut in den Keller brachte. Nun musste er aber auch das erste Mal gegen echtes Talent antreten, als er im Gruppe 1 Black Caviar Lightning Stakes gegen Gytrash ran musste, und auch danach im Gruppe 1 Newmarket Handciap war die Konkurrenz – zusammen mit den Handicapregeln, einfach zu viel des Guten zu dieser Zeit.

Dann allerdings ließ Tofane sein Talent durchblitzen, als er als klarer Außenseiter im Gruppe 1 Galaxy Club Stakes in Rosehill als Dritter nur einen Nacken hinter dem Sieger I Am Exited ins Ziel einlief und damit nur knapp die erste wirkliche Überraschnung in seiner Karriere verpasste. Allerdings waren auch die anderen beiden vor ihm Außenseiter in diesem Feld und das Club Galaxy war im aktuellen Jahr regelrecht außeinander gefallen. Das merkte man auch beim nächsten Test im TJ Smith Stakes auf weichem Boden, der Zoutouri so gar nicht lag, weder vom Untergrund, noch von der Klasse der Konkurrenten her – Nature Strip war einfach deutlich zu gut an diesem Tag.

Ganz anders allerdings dann im Schwppes All Aged Stakes, wo er in einem extrem spannende Finish sich zusammen mit Pierata vor das Feld setzte. Pierata hatte den ersten Lauf erwischt und sich schnell ein bis zwei Längen absetzte, während Tofane etwas lahm aussah und keine weitere Geschwindigkeit aufzubauen schien. Dann aber bekam Opie Blossom ihn in Gang und Tofane zog mit Pierata gleich, um auf der Ziellinie dann am Ende knapp eine kurze Nase vorne zu liegen. Wahnsinns Rennen gegen ein Pferd, welches sicher besser als Tofane zu diesem Zeitpunkt war.

Dann kann die nächste Pause, aus der Tofane im Bobby Lewis Handicap mit einem sehr guten dritten Platz zurück kehrte – und wenn man bedenkt, dass längere Pausen in den letzten Jahren der Form eigentlich immer einen Schlag versetzt haben, konnte man beim zweiten Start in der neuen Saison auf eine Formsteigerung hoffen -die aber in der gesamten Saison 2020 nicht kommen sollte – denn nach dem knappen fünften Platz im Gruppe 2 Gilgai Stakes folgte ein neunter Platz The TAB Everest Stakes und eine weitere deutliche Niederlage im Darley Sprint Classic im November. Die zweite Hälfte der Saison 2021 war zum Vergessen für Tofane und so richtig viel Hoffnung hatte man für die Saison 2021 nach einem weiteren verpatzten Start im TAB Sapphire Stakes im April in Randwick nicht – allerdings besserte sich die Form von Tofane im zweiten Rennen der Saison im Gruppe 3 TAB BRC Sprint wieder deutlich und er kam auf einem zweiten Platz ins Ziel und setzte dann im Stradbroke Handicap noch einen drauf – gegen den Favoriten und 3lb leichteren Vega One.

Tofane zog extrem stark auf den letzten 50m an und konnte sich locker vom Pulk des Rennens absetzten – einen Trick, den er auch gegen starke Gegener im Sky Racing Tattersall’s Tiara noch einmal  wiederholen konnte. Hier war er als Favorit gestartet und der Sieg war damit keine wirkliche Überraschung, allerdings muss man bedenken dass dieses Doppel die beste Form seit langem für Tofane war und er damit zu Recht im Memsie Stakes als Favorit auflaufen dürfte.

Im Memsie Stakes selbst sortierte sich Tofane wieder n der Mitte des Feldes ein, hatte aber von dort aus seine Probleme eine freie Bahn für seinen Schlusssprint zu finden, denn neben ihm ging der zweitplatzierte Beau Rossa ebenfalls in den Schlusssprint und driftete mit Tofane zusammen in die Mitte der Bahn, wo Tofane immer wieder ein wenig vor dem Konkurrenten zu scheuen schien. Am Ende wartete ein sehr guter dritter Platz hinter Behemoth, der sich an der Front losgeschüttelt hatte und den notwenigen Vorsprung vor den Verfolgern etabliert hatte, bevor die ganz heiße Phase des Schlusssprints losging.

Ich denke das heute wird über 1m ein ganz neuer Test für Tofane, der zumindest zuletzt über 1407m keine Probleme mit seiner Ausdauer hatte und die 200m mehr hier ziemlich sicher schaffen kann.  Eine sehr interessante Entwicklung die Tofane da durchmacht, schließlich ging er Anfang 2020 noch als Sprinter über 1000m an den Start….

Die Chancen stehen nicht schlecht für den Favoriten

Inspirational Girl: Grant Williams hat mit der Reliable Man Tochter eine wirklich interessante Stute im training. Sie begann ihre Karriere in Pinjarra im Mai 2019 und gewann auf Anhieb ihre ersten beiden Rennen. Im Januar 2020 wechselte sie nach Ascot, wo sie einen soliden zweiten Platz erreichen konnte. Das war besser, als man von ihr in diesem Rennen direkt erwartet hatte, vor allem da sie nur knapp einen Nacken gegen Driftstar unterlag, und mit dem Schritt auf die Meile feierte Inspirational Gilr direkt danach im Anschluss auf dem selben Kurs in Ascot ihren ersten Sieg auf einem der bekannten Kurse in Australien.
Der Schritt raus aus der Provinz war geglückt, und da machte Inspirational Girl noch lange nicht Schluss!, denn sie blieb auch für das nächste Rennen in Ascot und gewann auch dieses Handicap über die Meile. Beide Siege waren recht knapp gewesen, aber Sieg ist Sieg und nach einer fünfmonatigen Pause ziegte sie im Amelia Park Plate in Belmont über 1400m, dass die beiden Siege in Ascot kein Ausrutscher waren. Sie war noch im selben Monat über Kurs und Distanz gleich noch mal im Amelia Park Stakes erfolgreich und versuchte im September im Byron Bay Plate  nachzulegen, scheiterte da aber ein wenig überraschend an dem weichen Bode.
Vielleicht war es auch ein wenig ambitioniert das Feld von hinten aufrollen zu wollen bei diesem Boden und irgendwann musste das ja schließlich auch einmal schief gehen, es kann sich ja nicht immer eine Tür zur rechten Zeit für sie öffnen, um den späten Schlusssprint just in time zu landen.
Trotzdem hob sie das Niveau einen Monat später zurück in Ascot wieder an, als sie im Byron Bay Plate Stakes startete – und wieder recht souverän mit gut 1,5 Längen Vorsprung gewann. Mit so vielen Siegen auf ihrem Lieblingskurs in Ascot im Rücken versuchte sich Insipirational Girl dann das erste Mal in einem Grupperennen, als sie 21 Tage später im Gruppe 3 Asian Beau Stakes  über 1400m startete.
Auch in diesem Rennen lief sie als Favoritin auf, musste sich aber ganz schön strecken um auf der Ziellinie knapp einen Nacken vor dem Außenseiter Too Close The Sun und Red Can Man zu bestehen, die beide heute wieder mit von der Partie sind. Wieder hielt sich Inspirational Girl bis zur Spätphase des Rennens eher im hinteren Bereich des Feldes, hatte sich aber den raumsparenden Lauf an der Innenbahn gesichert, war aber trotzdem beim Einbiegen in die Zielgeraden ins Hintertreffen gekommen und musste  einige Längen auf die Front Runner aufholen, allen voran Red Can Man, der ein großartiges Rennen lief.
Chris Parnham mühte sich um Inspirational Girl auf  Hochtouren zu bringen, die dieses Mal wesentlich mühsamer das Momentum aufbaute als im vorangegangenen Rennen.  200m vor dem Ziel hatte sie dann aber den Turbo gefunden und zeigte bis zum Ziel ein absolute Bestzeit.
Der Lauf war schon ziemlich beeindruckend gewesen und es gab im Vorfeld des Gruppe 1 Kirin Railway Stakes Anzeichen, dass der weitere Sprung im Niveau gelingen könnte, als Inspirational Girl im November in Ascot auflief – und hier konnte sie wirklich zeigen, was sie kann und lief dem Feld förmlich davon – das Feld war eigentlich dicht gepackt und die Plätze 2-6 teilten kaum mehr als eine Länge am Ende, aber Inspirational Girl zog an der 100m Marke vor das Feld, als der Ausbrecher Too Close The Sun langsam zum Feld zurück kam und setzte sich unter einem Handritt von William Pike immer weiter ab.
Im Dezember folgte noch ein zweiter Platz im Kingston Town Cup, wo sie das erste Mal 1800m versuchte und offensichtlich mit der längeren Distanz nicht so richtig klar kam. Dnach folgten 38 Wochen Pause und der Start im Memsie Stakes über 1407m im neuen Jahr – allerdings ist das Rennen notorisch stark besetzt und die Fitness fehlte Inspirational Girk am Ende einfach, so dass man den fünften Platz nach einer so langen Pause beim ersten Rennen der neuen Saison verzeihen kann – heute hat sie den Untergrund den sie liebt und die perfekte Distanz – auf jeden Fall EW Chancen!
Mo’unga: Der Savabeel Sohn von A. Neasham machte vor allem mit seinem Sieg im Guineas in Rosehill von sich reden.  Da hatte er 300m vor dem Ziel endlich seine Lücke in der Mitte der Bahn gefunden, war aber weit weg von den Front Runnern und hatte noch immens viel zu tun – so viel, dass man ihm da eigentlich nicht zu viele Chancen mehr gab. Aber Mo’unga zog an und an und baute sein Momentum auf, bis er tatsächlich 500m vor dem Ziel die Führung übernommen und das Rennen gewonnen hatte – Spitzenleistung, die er im Winx Stakes später in der Saison nach zwei soliden Läufen in Randwick noch einmal wiederholen konnte.
Auch hier zeigte Mo’unga einen starke Schlusssprint und die Favoritin Verry Elleegant mit knapp einen Nacken auf den zweiten Platz zu verbannen. Mo’unga kam wieder weit aus der Kurve heraus und musste einen ziemlich hohen Rückstand auf die Führenden gut machen, hatte aber wieder das Momentum und die Geschwindigkeit um 50m vor dem Ziel die Nase vorn zu haben.
Er hat das Guineas auf weichem Boden gewonnen und die längere Distanz sehe ich durchaus positiv – kein Grund warum er hier vorne nicht mit dabei sein sollte

Incentivise: Der Shamus Award Sohn von Trainer P. Moody begann seine Karriere im August 2020 in Ipswich mit einem neunten Platz, was auch sein einziger start in der ersten Saison bleiben sollte. 2021 ging es allerdings zunächst so weiter mit zwei klaren Niederlagen in Eagle Farm und über 450m mehr (1850m!) in Toowoomba mit einem abgeschlagenen achten Platz.

Dass er das besser kann zeigte Incentivise dann mit dem Wechsel zu weichem Boden und dem Kurs Sunshine Coast, wo er gleich zwei Rennen hintereinander gewinnen konnte. Aber er war da noch lange nicht fertig und lies über 2150m einen weiteren Sieg in Toowoomba folgen, wo er die Konkurrenz mit über 7 Längen Vorsprung zerstörte. Noch ein bisschen mehr Vorsprung holte Incentivise im Venue Mode Benchmark 80 Handicap in Eagle Farm und dem Channel Seven Winter Provincial Stayers Handicap in Ipswich  – beides im Juni – heraus, wo er die Konkurrenz nach belieben deklassierte.

Auch im 2400m Tattersall’s Cup auf dem Kurs in Eagle Farm über 2400m bei seinem ersten Schritt rauf in die Gruppenebene lies Incentivixe keinen Zweifel an seiner Klasse, als er vor dem Einbiegen in die Zielgerade mit an die Spitze ging und nach dem Einbiegen in die Zielgerade das Tempo gehörig anzog. Es sah aus als ob die anderen einfach stehen bleiben würden und ich liebe ihn über die langen Distanzen und lansgamen Boden – wie das heute hier über etwas knappe 1600m wird, ist eine spannende Sache – ich denke er hat Chancen, bekommt aber nicht die idealen Begebenheiten.

Colette: Die  Hallowed Crown Stute von  B. Cummings startet für das erfolgreiche Godolphin Syndikat, und sie tut derzeit in Australien alles dafür, dass ihr Trainer mit ihr mehr als zufrieden sein kann. Ihre Karriere begann im Dezember 2019, und seitdem ist Colette ziemlich aktiv gewesen in Austrlien. Bei ihrem ersten Maidenrennen in Hawksbury war sie noch etwas grün hinter den Ohren und musste sich weit hinten im Feld einordnen, aber schon beim zweiten Rennen zeigte sie, dass sie ordentlich dazu gelernt hatte und belegte hinter der Siegerin einen knappen zweiten Platz, der erst wenige Meter vor dem Ziel entschieden worden war. Beim dritten Rennen hob sie die Distanz ein wenig an und versuchte sich das erste Mal über 1600m, was erneut mit einem zweiten Platz belohnt wurde, wenn auch dieses Mal deutlich weiter hinter der Siegerin Fulmina, die sich einen bequemen 2 Längen Vorsprung hatte sichern können.

Trotzdem, es schein als habe Colette die nötige Ausdauer um auch über noch längere Distanz laufen zu können, so dass ihr Trainer sie im Februar in Newcastle in das Cuppa Joes Class 1 Plate schickte – und das mit überragendem Erfolg! Nach zwei mehr oder minder knappen zweiten Plätzen schoss Colette bei dem ersten Versuch über 1885m über sechs Längen vor den Konkurrenten durch das Ziel und sammelte das 35k$ Rennen mit Leichtigkeit ein. Die Konkurrenz war allerdings auch nicht der Rede wert und im Shellharbour Benchmark Plate wurde es dann schon ein wenig knapper – auch wenn hier der Vorsprung von „nur“ zwei Längen über die Leichtigkeit hinweg täuschte, mit der Colette das Rennen gewann – da wäre sicher auch noch ein wenig mehr drin gewesen, schließlich hat sie sich erst 100m vor dem Ziel an die Front begeben können und dem Feld davon rennen können. Wie gesagt, hier wäre deutlich mehr drin gewesen.

Im April hat sie sich dann das erste Mal in einem Gruppenrennen versucht, dem Gruppe 3 Adrian Knox Stakes – und wieder konnte Colette das Rennen locker gewinnen. Dieses Mal gab sie 500m vor dem Ziel Gas und setzte zur Verfolgung der beiden Front Runner an, die sich einige Längen vom Hauptfeld abgesetzt und ihren Schlusssprint begonnen – allerdings hatten sich trotz 3-4 Längen Vorsprung keine Chance, Colette und ihren Angriff noch abzuwehren.

Dann startet sie nach nur einer Woche erneut, auf deutlich höherem Niveau im Gruppe 1 The Star Australian Oaks, machte aber das meiste aus ihrem Erfolgsmomentum und gewann auch dieses Rennen –  und dass überdeutlich mit mehr als 2,5 Längen Vorsprung, eine gigantische Leistung mit nur so wenig Zeit zwischen den Rennen und ein Fingerzeig in Richtung der neuen Saison, in die sie knapp fünf Monate später in Randwick starten sollte.

Das erste Rennen gegen ältere Pferde verlief im Drinkwise Tramway Stakes allerdings sehr enttäuschend mit einem zehnten Platz, der fünfte Platz (von 7 ) im Gruppe 1 Fujitsu George Main Stakes nur zwei Wochen später dagegen war mit unter vier Längen Rückstand schon fast wieder besser als erwartet, einen Eindruck, den die Stute im Gruppe 1 Epsom Plate mit einem sechsten Platz, nur zwei Längen hinter dem Sieger, noch einmal bestätigte. Klar, sie war nie in der Lage den Siegern der Rennen gefährlich zu werden, lief aber besser als ihre Außenseiterquote vermuten lies – so gesehen war es kein Wunder, dass sie zurück gegen gleich alte Konkurrenz im Gruppe 1 The Golden Eagle Stakes in Rosehill im Oktober einen knappen Sieg feiern konnte – und das in einem stark besetzten, großen Rennen gegen männliche Konkurrenz!

Das dieses Rennen im Oktober kein Einzelfall war, zeigte sie dann nach ihrer kleinen Pause über den australischen Sommer im Februar im Yulong Apollo Stakes auf Gruppe 2 Ebene. Das Rennen war mit Verry Elleegant als Favoritin und Kolding als Pacemaker wieder gut besetzt gewesen, aber Colette verhielt sich Clever und Rachel King setzte die Stute hinter die konkurrierenden Front Runner Kolding und Prince Fawaz und machte ihren Move erst beim Einbiegen in die Zielgerade, wo sie schnell am schwächer werdenden Prince Fawaz und dann 250m vor dem Ziel auch Kolding vorbeizog. Die Favoritin versuchte noch einen Angriff zu starten, war aber zu spät in die freie Bahn geschwenkt und konnte in der Mitte der Bahn nur moderat an Boden gut machen – Colette muss heute von weiter außen starten und wird wahrscheinlich nicht eine ganz so schöne Position wie beim letzten Rennen bekommen, hat aber ziemlich locker gewinnen können, so dass sie, guten Start vorausgesetzt, auf eine 100%tige Wiederholung des letzten Rennens beim nächsten Aufeinandertreffen im Chipping Norton Stakes hoffen konnte.

Das Rennen verlief zunächst voll nach Plan, Colette stürmte aus den Toren und setzet sich an die Front, allerdings setzte sich dann Kolding an der Front durch und Colette lies ihn ziehen, dann setzte sich aber auch noch Funstar neben Colette und zwang sie mehr nach außen, Colette driftete beim Einbiegen in die Zielgerade sogar noch weiter, fing sich aber und ging an die Front, wurde dann aber in einem spannenden vier Konkurrenten Finisher noch von Verry Elleegant ein und überholt!

Das war super spannend und super knapp und Colette verlor nichts von ihrer Form in diesem Rennen – ganz im Gegensatz zum Gruppe 3 Bisley Workwear Stakes, wo Colette zunächst am Start eingeboxt wurde und wenig Raum hatte sich zu entwickeln und dann zu viel zu tun hatte, um Toffee Tongue noch einzuholen – da fehlte am Ende eine einzige Länge für die Favoritin, obwohl das Rennen fast 400m länger war als das letzte. Das störte Colette allerdings nicht und sie scheint auch die längeren Distanzen gut bewältigen zu können, scheiterte aber beim nächsten Duell mit Verry Elleegant im Ranvet Stakes deutlich und wurde auch im Queen Of The Turf Stakes in Randwick im April mit einem vierten Platz und über 2 Längen Rückstand deutlich geschlagen…. den selben Rückstand hatte sie dann auch im Memsie Stakes, musste daher mit einem sechsten Platz Vorlieb nehmen. 2021 ist bisher alles andere als erfolgreich für Colette und ich bin gespannt, wann und ob die Hallowed Crown Tochter wieder zur alten Form zurück findet


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