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Shihskin

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27.12.2021 – Kempton – Ladbrokes Desert Orchid Chase – Pick: Shishkin

Pferderennen in England

15:30 Ladbrokes Desert Orchid Chase – Gruppe 2

Für 4jährige und ältere Pferde | Distanz: 3.219 m | Preisgeld: 100.000 GBP | Jagdrennen | Geläuf: Gras | Boden: gut bis weich

Das Rennen besteht nur aus vier Pferden, ist aber stark besetzt und obwohl der Favorit Shihskin ein Rennen nach dem anderen gewinnt ist alles andere als sicher, denn Greaneteen von Paul Nicholls geht nach seinem Sieg im Tingle Creek Anfang Dezember und dem Celebration Chase im April als ernsthafter Konkurrent gehandelt. Shishin kann nun zwei Gruppe 1 Rennen gewonnen, Greaneteen 2 – klar, die von Shishkin waren die schweren, unter anderem gewann er ja das Arkle Chase – trotzdem dürfte das Rennen heute spannend werden!

Allerdings ist die Quote von 1.5 in einem gerade einmal 4 Starter Rennen auf Shishkin auch nicht zu verachten.

Die Vorbereitung von Shishkin auf diese Saison war nicht ganz sauber und der späte Start in die Saison eine Konsequenz daraus, zudem hatte Shishkin eine OP um besser Luft zu bekommen…. also es gibt Risiken heute für den Star, der schon mit Altior und Sprinter Sacre verglichen wird. Er bekommt ein wenig Gewicht erlassen, startet er doch das erste Mal außerhalb der Novice Rennen.

Sishkin: Der Sholokhov Sohn von Trainer Nicky Henderson kommt heute verspätet wieder auf die Rennstrecke zurück, nachdem er zuvor einige Probleme mit seinem Training hatte und die Erwartungen in ihn nicht ganz erfüllen konnte. Eine „Wind OP“ in der Sommerpause tut ihr übriges, um dieses Saisondebüt ganz besonders interessant zu machen.

Er wurde leider schon vor dem ersten Rennen kastriert, sonst wäre seine Stammbaumlinie mit Sicherheit sehr interessant geworden. So jedenfalls machte er 2018 sein Debüt in „Inch“ in Irland, einem Provinzkurs, welcher nur selten Beachtung findet. Shishkin wurde bei seinem ersten Rennen Dritter, also nichts um in Ekstase zu geraten, aber er hatte damit das erste Rennen hinter sich und konnte sich etwas Rennerfahrung erkämpfen.

Danach ging er 242 Tage in die Pause und kam im November des selben Jahres wieder zurück, um in einem weiteren Provinzrennen zu starten, dieses Mal auf dem Kurs in Lingstown. Dieses Rennen gewann Shiskin dann schon locker mit einem schnellen Lauf ab 3out, aber auch nach dem ersten Sieg ging es erst einmal in die nächste Pause, die dieses Mal 111 Tage andauern sollte, aber trotzdem passte noch ein weiterer Start in die laufende Saison. Der Start in Kempton in einem Klasse 5 NHF Rennen über 2 Meilen war Neuland, sowohl weil die Distanz gut eine Meile kürzer war als beim letzten rennen, und die Konkurrenz auf den Hauptkursen ist in der Regel auch stärker, was Shishkin aber nicht davon abhielt, auch bei diesem Rennen einen weiteren lockeren Sieg einzufahren. Er übernahm die Führung und hatte keine Probleme diese Position auch bis zum Ende zu halten. Er hatte Talent, das konnte man schon damals sehen.

In der nächsten Saison ging es dann über Hürde, der nächste Start nach 277 Tagen endete dann aber leider mit einem Schreckmoment, als Sishkin an der zweiten Hürde stürzte. Das bedeutete aber nicht, dass Shishkin über Hürden zu dem Zeitpunkt kein Talent hatte, es war einfach Pech, wie er schon im nächsten Monat, im Januar 2020 zeigen konnte. Dort in Nebwrbury auf schwerem Untergrund gewann er unter Nico De Boinville mit einem Kantersieg, trotz der augenscheinlich widrigen Umstände. Er hielt sich erst hinter den Führenden, sprang groß und weit über die Hürden und schüttelte das Feld dann auf den letzten 200m ab.

Auch beim nächsten Start nur zwei Wochen später über 2m3f auf schnellerem Boden gab sich Shishkin keine Blöße und gewann das Rennen wieder mit einem starken Lauf hinter den Führenden her. 2 Hürden vor dem Ziel beschleunigte er das Tempo und zog zwischen den Hürden frei vor das Feld und nach der letzten Hürde erweiterte er seinen Vorsprung noch auf 11 Längen. Natürlich war die Konkurrenz auch in diesem Rennen nicht immens, aber die Rennen gaben einen Vorgeschmack auf das Können von Shishkin, der sich für das Cheltenham Festival das Sky Bet Supreme Novices‘ Hurdle ausgesucht hatte. Da gab es natürlich eine Menge hochklassige Konkurrenten zu bezwingen, die alle viel viel besser waren als das, was er bisher gegen sich hatte, zudem war der Kurs in Cheltenham ungewohnt für Shishkin, und das Rennen sollte auch zum echten Test für Shishkin werden.

Der musste sich im Mittelfeld halten und wurde einige Male ziemlich in die Zange genommen, was ihn bedeutete, immer mal wieder nach weiter hinten geshuffelt zu werden. Irgendwann reichte es Nico De Boinville und er nahm Shishkin auf die Außenbahn, wo er an der fünftletzten Hürde Glück hatte, den stürzenden Elixir D’ainay zu umgehen und nicht selbst zu Fall gebracht zu werden.  Es war der Front Runner Asterion Forlonge der bei den Sprüngen immer wieder für Chaos sorgte, indem er weit nach rechts ausholte und immer wieder mit den anderen neben sich zusammenstieß, an der fünftletzten Hürde eben mit Elixir D’ainay, den er praktisch zu Boden schubste. Shishkin schaffte es, dem Chaos zu entgehen und sich an der letzten Hürde zusammen mit Abracadabras an die Spitze zu setzen. Die beiden lieferten sich ein extrem spannendes Rennen den Hügel in Cheltenham hoch, bei dem Shishkin knapp die Oberhand behalten konnte. Spitzenrennen und ein verdienter Gruppe 1 Erfolg für Shishkin, der danach die Saison auch wegen Corona beenden musste.

Im November kam Shiskin dann in der Chase Disziplin zurück auf die Rennstrecke und bestritt im Kempton Chase sein erstes Rennen und auch dieses Mal gewann Shishkin sein Rennen mit Leichtigkeit, und das gegen Mick Pastor, der immerhin mit einem Rating von 137 aufwarten konnte. Das war ein ziemlich lockeres Rennen für ihn, und auch im Dezember im Wayward Lad Novices Chase auf Gruppe 2 Ebene lies sich Shishkin keine Schwäche anmerken.

Nicht alle seine Sprünge waren perfekt, aber er hatte permanent mit Gumball einen Konkurrenten neben sich, der Druck auf ihn ausübte, aber am Ende nicht die Kraft hatte, das Tempo von Shishkin zwischen den beiden letzten Hürden mitzugehen. Shshkin setzte sich locker ab und ging frei vor dem Feld, was ihn klar auf Linie für seinen nächsten großen Erfolg beim Cheltenham Festival brachte – dort hatte man nicht viel Form um sie mit den Konkurrenten im Vorfeld zu vergleichen, aber die brauchte man auch nicht. Shishkin war klarer Favorit und war ame Dne auch einer der dominantesten Sieger beim Cheltenham Festival 2021. Am drittletzten Hinderniss ging man noch mit zwei anderen Konkurrenten über die Hürde, aber schon zwischen den letzten beiden Hürden war alles klar und Shishkin trottete beim Lauf den Hügel hinauf mit 12 Längen Vorsprung ins Ziel.

Ganz so einfach gelang der Saisonabschluss im Gruppe 1 Doom Maghull Novices Chase zwar nicht, Shishkin gewann aber trotzdem unangefochten mit 3,25 Längen und hätte den Vorsprung auch noch beliebig weiter ausbauen können.

Ganz so sauber wie die vergangene Saison lief die Vorbereitung auf die neue Saison 2021/22 nicht, mehrere Probleme beim Training und fehlende Leistung verzögerten den Einstand in die neue Saison, so dass wir ihn nun hier kurz nach Weihnachten das erste Mal zu sehen bekommen werden – in welcher Form wird er sein? Das bleibt abzuwarten, in Bestform sollte er aber erneut kurzen Prozess mit diesem Feld machen.

 

Greaneteen: Der Great Pretender Sohn von Trainer Paul Nicholls begann seine Karriere 2017 für G. Macaire in Frankreich auf dem Kurs Clairefontaine, wechselte danach aber direkt zu Nicholls der ihn 2018/19 in den ersten Hurdenrennen auflaufen lies und Ende 2019 in die ersten Gruppenrennen shickte, allerdings noch ohne nennenswerten Erfolg.

Zurück in den Handicaps schaffte Greaneteen allerdings über den Jahreswechsel gleich drei Siege in Folge und erarbeitete sich damit dann eben doch noch einen Start beim Cheltenham Festival im Johnny Henderson Grand Annual Challenge Cup Handicap Chase. Dort lief er als einer der möglichen Favoriten auf, lief auch ein gutes Rennen, hatte aber am Ende einfach nicht die Kraft und die Geschwindigkeit um sich mit den Siegern messen zu können. Ein respektabler vierter Platz las sich aber trotzdem am Ende ziemlich gut und nach der Sommerpause zur Saison 20/21 war es klar, dass es in den Gruppenrennen weiter gehen würde.

Als erstes nahm sich Greaneteen den Haldon Gold Cup auf Gruppe 2 Ebene in Exeter im November 2020 vor, welchen er mit einem Kraftakt gegen den stark auflaufenden Moonlighter gewinnen konnte. Das 2m1f Rennen hätte auf dem Papier eigentlich ein relativ leichtes Spiel sein sollen, aber Moonlighter hatte die Führung übernommen und auch noch ausgerechnet an der letzten Hürde einen seiner besten Sprünge gezeigt, aber Greaneteen war in der Lage ihn auf der Zielgeraden doch wieder einzusammeln.

In der Betfair Tingle Creek Chase im Dezember 2020 wurde Greaneteen allerdings dann ziemlich deutlich von  Politologue geschlagen, der über die zwei Meilen auf weichem Untergrund das Rennen von der Front aus dominierte, Greaneteen blieb nichts anderes übrig, als sich mit dem zweiten Platz zu begnügen. Gegen die erfahrenen Chaser tat sich Greaneteen schwer, das zeigte sich auch bei seinem nächsten Start im Februar im Betfair Game Spirit Chase, wo ihn Sceau Royal und Champ in die Schranken wiesen – und leider dann auch beim Betway Queen Mother Champion Chase, wobei man hier sagen muss, dass Greaneteen ein wesentlich besseres Rennen lief, als eigentlich von ihm erwartet worden war.

Er war als klarer Außenseiter gestartet, nachdem er zuvor gegen etwas schwächere Konkurrenz zwei mal verloren hatte, und ging das Feld auch noch von hinten an – was bei so einem großen Feld gerne mal zusätzliche Probleme macht

Aber Greaneteen fand ab der drittletzten Hürde langsam seinen Weg nach vorne, setzte die Führenden danach auch tatsächlich unter Druck, hatte dann aber den Hügel hinauf aber einfach nicht mehr die Kraft, um die Sieger noch weiter unter Druck zu setzen und verlor gerade einmal 2 Längen auf Put The Kettle On.

Einen Start gönnte sich Greaneteen in der laufenden Saison noch und startete im bet365 Celebration Chase in Sandown im April – eine Entscheidung, die mit dem ersten Gruppe 1 Sieg belohnt wurde. Dieses Mal ging Greaneteen das 2m Rennen mit einer etwas anderen Taktik an und positionierte sich eher hinter den Führenden und hielt den Anschluss an das Tempo, übernahm von dort aus selbst die Führung an der drittletzten Hürde und vergrößerte seinen Vorsprung an der vorletzten Hürde dann auf über5 Längen auf die Verfolger, so dass selbst der große Altior nicht mehr an ihn heran kommen konnte.

Das Saisondebüt nach der Sommerpause im Haldon Gold Cup kann man ignorieren, war das doch ein Handicap mit hohem Gewicht für Greaneteen und eher zum Warm machen gedacht, wie man auch danach an seinem Sieg im nachfolgenden Gruppe 1 Tingle Creek Chase  beobachten konnte. Das Rennen war er schon im Jahr zuvor angegangen und war damals von Politologue klar geschlagen worden, 2021 gewann er allerdings unangefochten mit über 5 Längen Vorsprung – und das, auch weil der Favorit Chacun Pour Soi schwächelte.

Die zwei Gruppe 1 Siege machen ihn hier durchaus auf dem Papier zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für Shishkin, der seine Form in der aktuellen Saison noch nicht bewiesen hat und seine Siegesserie heute aufs Spiel setzt – ich kann mir vorstellen, dass Greaneteen es heute schaffen kann, Shiskin zu dominieren, wenn dieser nicht ganz fit sein sollte.


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