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SISTERCHARLIE

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02.11.2019 – Santa Anita – Breeders‘ Cup Filly and Mare Turf – Pick: Sistercharlie

Pferderennen in den USA

21:54 Breeders‘ Cup Filly and Mare Turf – Gruppe 1

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Für 3jährige und ältere Pferde  |     |  Distanz: 2.011 m  |  Preisgeld: 2.000.000 USDFlachrennen  |  Geläuf: Gras  |  Boden: fest  |  Platz-Regeln: 3 Plätze @ 1/5 Quote
Invasion der Europäer oder Ex Europäerinnen hier im Turf – nicht ungewöhnlich, denn der Turf, also Gras, ist bei den Euros deutlich höher im Kurs als der Drit der anderen Rennen, der auf dem alten Kontinent kaum gelaufen wird.

SISTERCHARLIE /5j S
Stats: (1 – 1 – 1 – 1 – 1) / Gewicht: 56,2 kg

Jockey: John Velazquez / Trainer: Chad Brown

Die  Myboycharlie Tochter von Chad Brown ist ein Phänomen in den USA. Sechs Rennen, sechs Siege stehen bei ihr bisher im Formbuch in den letzten Rennen, inklusive Siegen im Makers Mile, Diana Stakes und vielen mehr. Das macht sie hier natürlich zur Favoritin und damit zum Ziel aller anderen Stuten in diesem Feld – die aber ihre Probleme haben werden, sich an Sistercharlie vorbeikämpfen zu können.
Die Karriere der außergewöhnlichen Stute begann dabei in Frankreich auf dem Krus in Deauville mit einem Sieg, aber generell war die Saison in Frankreich sehr erfolgreich für sie, mit Siegen im Gruppe 3 Prix Penolope oder em Prix de Diane Longines im Jahr 2017. So ein herausragendes Pferd findet nicht selten seinen Weg nach England oder bleibt in Frankreich um den Arc und andere Rennen als Ziel jede Saison anzugehen, aber Sistercharlie zog es zu Chad Brown in die USA, der die Stute nur einen Monat nach ihrem letzten Rennen in Frankreich im Gruppe 1 Belmont Oaks aufliefen lies – das war noch etwas viel für Sisterscharlie, die sich noch nicht akklimatisiert hatte und sich bei ihrem Debüt in den USA mit einem zweiten Platz zufrieden geben musste. Ein nacken hat gefehlt und sie hätte auch gleich in den USA ihre Siegesserie fortgeführt.

Lange brauchte sie allerdings nicht um sich zu akklimatisieren, denn schon im nächsten Rennen, dem Gruppe 1 Coolmore Jenny Wiley Stakes konnte sie sich locker gegen einige hoch gehandelte Konkurrentinnen wie Fourstar Croock oder Dona Bruja durchsetzen, und dieses Mal mit alle Gewalt, als sie die beiden bis dahin führenden Pferde in der Mitte und setzte sich schnell einige Längen ab, um ungefährdet zu gewinnen. Vor der beeindruckenden Siegesserie später im Jahr gab es noch eine Niederlage im New York Stakes, wo sie es nicht schaffte an Fourstar Crook vorbei zu kommen, die nur einen Kopf vor ihr ins Ziel einlief und sich über die Zielgerade mit ihr ein hartes Duell lieferte. Damit ruinierte ihre Stallgefährtin den Tag der haushohen Favoritin Sistercharlie, die sich danach aber nie wieder einen Aussetzer leistete und seitdem jedes Rennen gewinnen konnte.

Dabei war es im Diana Stakes noch verdammt knapp, denn Ultra Brat hatte sich an der Innenbahn einige Längen abgesetzt und Sistercharlie hatte in der Mitte der Bahn ein wenig den Anschluss verpasst, was zu einem Herzschlagfinale für Sistercharlie auf der Linie führte. Danach startete sie im Gruppe 1 Beverly D Stakes, wo es ähnlich knapp für sie wurde, schließlich saß ihr dieses Mal erneut Fourstar Crook im Nacken, Sistercharlie hatte sich aber einige Längen absetzten können und konnte damit leben, dass die Konkurrenz später noch einmal ein bisschen näher an sie heran kam.

Sistercharlie hatte sich damit gleich zwei mal in guten Rennen relativ knapp durchsetzen können und man erwartete mit Spannung ihren Start im Breeders‘ Cup Filly and Mare Turf im November in Chruchill Downs, denn das würde wohl der erste richtig Test gegen die besten Stuten des Landes werden  – und das war es auch, nur dass Sistercharlie sich erneut in der Mitte der Bahn auf den letzten Metern an allen Konkurrentinnen vorbeischieben konnte und damit Wild Illusion und A Raving Beauty alt aussehen lies.

Mit diesem herausragenden Erfolg konnte Sistercharlie sich beruhigt in die Winterpause begeben, die sie mit einem Start im Diana Stakes 2019 im Juli beendete. Das Rennen hatte sie schon ein Jahr zuvor gewinnen können, und auch im Jahr 2019 hatte sie keine Probleme das Rennen für sich zu entscheiden und auch im Gruppe 1 Beverly D. Stakes konnte sie mit einem späten Sprint in der Mitte der Bahn das Feld deklassieren. Der letzte Lauf vor dem Versuch im zweiten Jahr hintereinander ein Rennen beim Breeders Cup zu gewinnen war der Start im Gruppe 1 Flower Bowl Stakes, welches allerdings kaum ein echter Test für Sistercharlie war, die das Rennen mit einem Sprint in der Mitte der Bahn wieder einmal für sich entscheiden konnte. Dieses Mal war es Mrs. Sippy, die ihr auf den Fersen saß und tatsächlich den Schlusssprint der großen Favoritin immitierte und als Zweite ins Ziel kam.
IRIDESSA /3j S
Stats: (3 – 1 – 7 – 1 – 4)  / Gewicht: 54,4 kg

Wayne M. Lordan / Trainer: Joseph Patrick O’Brien

Die von Trainer Joseph Patrick O’Brien trainierte Stute hat sich in ihrer noch recht kurzen Karriere schon gleich zwei Mal in Gruppe 1 Rennen durchsetzten können und hat von Anfang an einen hervorragenden Eindruck hinterlassen.

Die Ruler Of The World Tochter hat sich letztes Jahr im Juli im EBF Auction Race, ihrem ersten Versuch in einem Rennen, gleich mit vier Längen Vorsprung durchsetzen können, aber beim Versuch im Gruppe 2 Debutante Stakes danach musste Iridessa einen herben Rückschlag verkraften und 5 Längen Rückstand auf den Sieger hinnehmen.

Auf etwas niedrigerem Niveau beim Ingabelle Stakes auf Listed Ebene schaffte Iridessa es ihre Form wieder ein wenig anzuheben und kam auf einem dritten Platz ins Ziel, wenn auch knapp 2 Längen hinter dem Sieger und damit nicht in Reichweite zu der Siegerin. Die Formkurve nahm weiter einen positiven Verlauf und Iridessa schaffte es überraschend, sich im Gruppe 1 Fillies‘ Mile im Oktober 2018 durchzusetzen. Die Konkurrentinnen und Favoritinnen Hermosa und Pretty Pollyanna hatten keine Chance auf den letzten Metern mit Iridessa mitzuhalten, die zwischen den beiden Konkurrentinnen nach vorne schnellte und den Hügel zum Ziel problemlos meisterte. Der Sieg war für manche ein wenig überraschend, aber es gab im Vorfeld schon einige, die mit einem guten Lauf von Iridessa gerechnet hatten – wie auch beim Saisondebüt im Gruppe 3  1000 Guineas Trial in Leopardstown im April – wo sie allerdings fast 2,5 Längen hinter der Siegerin Lady Kaya ins Ziel kam.

Das Rennen kann aber gut als Warmmacher in der neuen Saison gelten und Iridessa ging mit guten Chancen in das 1000 Guineas in Newmarket, wo Iridessa allerdings nicht richtig fahrt kam und mit drei Längen Rückstand ins Ziel einlief – als Achte, ohne dass sie ihren Angriff auf die Spitze hätte durchführen können. Auch beim irischen Ableger, dem 1000 Guineas in Curragh Ende Mai 2019 erging es ihr nicht besser, dieses Mal betrug der Rückstand auf die Siegerin Hermosa allerdings gut 6 Längen. Der schnelle Untergrund tat sein übriges zum Niedergang von Iridessa in jenem Rennen, an der ausdauer fehlte es ihr jedenfalls nicht,wie sie einen Monat später im Gruppe 1 Pretty Polly Stakes über 2012m unter Beweis stellen konnte. Dort lief sie hinter der von Aiden O’Brien trainierten Pink Donkwood und Magic Wand als Außenseiterin auf, konnte sich aber über diese längere Distanz deutlich besser präsentieren und gewann am Ende mit einem Abstand von über 2 Längen.

Magic Wand versuchte sich noch an ihre Fersen zu heften, hatte aber keine Chance mit Iridessa mitzuhalten. Iridessa gewann das Rennen locker und galt damit auch über die längere Distanz von 2414m im Irish Oaks als eine der Favoritin, hatte aber mit der längeren Distanz dieses Mal so ihre Probleme und keine Chance mit der Siegerin Star Catcher noch mitzuhalten und Wayne Lordan lies Iridessa in Ruhe auslaufen, nachdem die Chancen dahin waren.

Da die längere Distanz ganz eindeutig zu viel des Guten war, reduzierte Trainer Joseph Patrick O’Brien die Distanz im nächsten Rennen deutlich und lies Iridessa wieder über die Distanz von 1609m antreten, dieses Mal im Fastnet Rock Stakes, welches zwei Monate nach dem letzten rennen stattfinden sollte.  Zwar galt Iridessa in diesem Rennen hinter der herausragenden Laurens und Hermosa als klare Außenseiterin, konnte sich aber am Ende gegen die beiden Favoritinnen durchsetzen, nachdem sich Hermosa und Laurens an der Front über die gesamte Distanz um die Führung bekämpften

Das Gruppe 1 Sun Chariot Stakes war faktisch eine Wiederauflage des Fastnet Rock Stakes und Iridessa konnte sich wieder nicht an der Führung halten sondern musste sich mit einem Platz am Pace zufrieden geben, und wieder hatte sie nicht die Kraft sich an den Führenden am Ende noch vorbei zuschieben – und Billesdon Brook, eine der heutigen Konkurrentinnen, konnte sich am Ende den Sieg sichern.

 


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