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09.10.2021 – Newmarket – Darley Dewhurst Stakes – Pick: Native Trail / Straight Answer EW

Pferderennen in England

15:55 Darley Dewhurst Stakes- Gruppe 1 

Distanz: 7f (Row) | Untergrund: Gut | 2yo

Das Dewhurst Stakes steht an und mit ihm die Zweijährigen, um sich schon einmal für die Classics in der nächsten Saison und für die wahrscheinliche Karriere in der Zucht zu empfehlen. Beim Dewhurst dürfen keinerlei Wallache mitmachen, so dass alle, die heute hier mitmachen, womöglich in den nächsten Jahren uns mit ihren Nachkommen beglücken werden. Kein Wunder, dass das Dewhurst jedes Jahr eine Menge Aufmerksamkeit generiert und auch dieses Jahr alle Top Trainer und Syndikate vertreten sind.

Die Favoritenrolle fällt in diesem Jahr Native Trail von Charlie Appelby zu, der große Stücke auf seinen Hengst hält, denn Charlie Appleby gibt zu, dass Native Trail  „derjenige ist, den es zu schlagen gilt“.

Das Godolphin-Hengstfohlen geht am Samstag in drei Starts ungeschlagen ins Dewhurst und versucht, seinen Platz als Nummer eins der Zweijährigen in Europa zu festigen.

Der Sohn von Oasis Dream behauptete sich diesen Titel mit einem nachdrücklichen Dreieinhalb-Längen Sieg über Aidan O’Briens Point Lonsdale in den National Stakes im Curragh letzten Monat – ein Rennen, das Appleby 2019 mit Pinatubo auf seinem Weg zu Ruhm und Ehren im Dewhurst Stakes 2019. Eine Route, die sich durchaus als neue „Go To“ Version für Appelby entwickeln könnte, wenn Native Trail dem Beispiel von Pinatubo folgen sollte

„Native Trail war bis heute fehlerfrei und wir glauben, dass er ein Pferd ist, das sich mit jedem Rennen mental verbessert“, sagte Appleby gegenüber www.godolphin.com über seinen Favoriten der 2000 Guineas.

„Aus rein physischer Sicht hatten wir immer das Gefühl, dass er ein Mann unter Jungen ist, aber er hat sich seit den National Stakes auch mental wieder weiter geschärft. “ „Nach allen bisherigen Leistungen und Hinweisen scheint er derjenige zu sein, den es zu schlagen gilt.“

Native Trail begann seine Karriere in Sandown am 11 Juni 2021 mit einem Maidenrennen über 7 Furlong, welches er gleich einmal mit gut 4 Längen gewinnen konnte. Ein Grund, keine Zeit mit dem Oasis Dream Sohn zu verlieren und sein Trainer Charlie Appelby schickte Native Trail dann auch direkt auf Gruppenebene in das bet365 Superlative Stakes in Newmarket im Juli.

Das 7 Furlong Rennen auf schnellem Untergrund war mit einigen vielversprechenden Konkurrenten besetzt und alles andere als ein Trainingslauf für Native Trail, der sich mit Maskela ein spannendes Duell um den Sieg lieferte und nur sehr knapp den Sieg davontragen konnte. Man sah Native Trail durchaus noch seine Unerfahrenheit an , was aber natürlich auch für seine Konkurrenten galt und mit dem ersten echten Test auf Gruppenebene hinter sich ging es dann  Monate später in das Gruppe 1 Goffs Vincent O’Brien National Stakes, wo er erneut auf einige Aspiranten für den Titel des besten 2yo 2021 traf – so etwas Point Lonsdale, der von Aiden O’Brien trainiert wird und mit zwei sehr souveränen Siegen auf Gruppe 2 und 3 Ebene im Rücken in das Rennen ging.

Allerdings konnte sich Native Trail am Ende ziemlich locker durchsetzen, indem er sich zunächst hinter den Pacesettern einsortiert hatte und von dort aus 400m vor dem Ziel begann, die Führenden langsam unter Druck zu setzen und auf den letzten 100m dann 3 Längen vor das Feld zu ziehen.

Sehr beeindruckender Lauf über 7 Furlong und guten Boden und keiner der Konkurrenten versucht heute wieder sein Glück gegen Native Trail, der damit zu Recht hier als Favorit auflaufen darf.

 

 

Roger Varian ist von Bayside Boy begeistert, seit er dieser im Duell mit dem hoch angesehenen und hoch gehandelten Reach For The Moon triumphiert hat. Die beiden waren im September im Champange Stakes aufeinander getroffen und hatten sich ein spannendes Duell geliefert, bei dem Bayside Boy den Favoriten am Ende dann etwas überraschend mit einem Kopf geschlagen hatte.

„Er ist gut in Form. Wir sind mit seinem Zustand sehr zufrieden. Er hat zu Hause keinen Fuß falsch gesetzt, seit er das Champagne Stakes gewonnen hat“, ließ Roger Varian unlängst verlauten.

„Wir freuen uns sehr darauf, dass er bei einem Rennen wie dem Dewhurst dabei sein wird.“ so der Trainer weiter

„Bayside Boy geht mit einer starken Formlinie ins Rennen. Es ist allerdings ein sehr gutes Rennen. Es wird schwer, den Sieg zu erringen, aber ich könnte nicht zufriedener mit seinem Zustand sein, und wir freuen uns, ihn hier laufen zu lassen. “ .

„Er hat an diesem Tag in Doncaster nichts falsch gemacht. Es war erst sein dritter Start überhaupt. Es zeigte, dass er ein wenig aus dem Duell gelernt hatte, das er mit Andrew Baldings Pferd (Masekela) in Newbury hatte. Er hat sich mit jedem Start verbessert und ich hoffe, dass seine besten Leistungen noch vor ihm liegen.“

Der New Bay Sohn Bayside Moon begann  seine Karriere im Juli in Newbury mit einem Sieg in einem Novice Rennen über 7 Furlong und ging danach direkt auf Listed Eben hoch um auf dem selben Kurs im August im Denford Stakes über gerade 7 Furlong mit Makela zusammen als Favorit zu starten.

Die beiden hatten am Ende auch das Duell um den Sieg für sich, als Bayside Boy 400m vor dem Ziel versuchte, den Front Runner Maskela die Führung abzunehmen, was streckenweise auch gelang, allerdings kämpfte dieser sich zurück und nahm wiederum Bayside Boy die Führung auf den letzten Metern ab um auf der Ziellinie das extrem spannende Rennen mit einem Kopf zu gewinnen.

Im nur mit vier Konkurrenten besetzten Gruppe 2 Champagne Stakes musste Bayside Moon gegen den haushohen Favoriten Reach For The Moon ran, der seine Gruppenrennen zuvor mit mehreren Längen gewonnen hatte. Reach For The Moon übernahm auch gleich die Führung in dem Rennen, auf Grund des kleinen Feldes blieb der Rest aber auch direkt an ihm dran und als es 400m vor dem Ziel zum Schlusssprint ging, war auch Bayside Boy vom hinteren Teil des Feldes an den Pacesetter herangekommen, und die beiden machten sich auf die letzten 200m gemeinsam Kopf an Kopf auf, mit Bayside Moon mit eine Kopf Vorsprung da wo es zählt – direkt auf der Linie.

Mit dem Sieg im Rücken geht es nun gegen Native Trail, der wie Reach For The Moon mit einem dominanten Sieg im Rücken ins Dewhurst get. Das wird sicher spannend, aber Native River erscheint noch stärker als Reach For The Moon zuletzt.

 

Hugo Palmer hat immer viel von Dubawi Legend gehalten und freut sich darauf, ihn auf höchstem Niveau einzusetzen.

Der Newmarket-Trainer hatte keine Gelegenheit, sein Hengstfohlen starten zu lassen, seit er im August bei den Acomb Stakes in York enttäuschte.

Er wurde als 7-4-Favorit für diese Gruppe 3 Rennen auf den Platz gestellt, nachdem er bei seinem Debüt in Doncaster im Juli einen großen Eindruck hinterlassen hatte.

Ich freue mich darauf, ihn hierher zu führen. Wir hatten ein Stop-Start-Zeittraining mit ihm, aber seine Arbeit war sehr gut und ich bin sehr zufrieden mit ihm“, sagte Palmer.

Das Debüt in Doncaster im Juli war sehr sehr beeindruckend keine Frage, in York allerdings danach im Gruppe 3 Tattersalls Acomb Stakes wurde Dubawi Legend ziemlich eingenordet und hatte einfach nicht das Tempo, um die Konkurrenz unter Druck setzten zu können. Das war mit Sicherheit nicht das Beste, was er zu leisten im Stande ist, aber wie gut er wirklich ist, muss er noch zeigen am Ende.

 

O’Brien verlässt sich unterdessen auf Glounthaune, um ihm einen rekordverdächtigen achten Erfolg in dem prestigeträchtigen siebe Furlong Wettbewerb zu bescheren.

Das Kodiac-Hengstfohlen ist das am wenigsten erfahrene der acht Läufer – mit nur einem Lauf auf dem Buckel, mit gerade einmal einem Hals Vorsprung bei seinem Sieg in einem Maidenrennen in Curragh im April.

„Er hat bei seinem Debüt beim Curragh gut gewonnen, aber er ist schon lange nicht mehr gelaufen“, sagte der Ballydoyle-Trainer.

„Er hat an diesem Tag ein starkes Pferd (Castle Star) geschlagen, aber dann hatte er ein kleines Problem, das ihn in seiner Karriere aufgehalten hat.

„Es war nur ein kleiner Rückschlag nach seiner Premiere und es brauchte einfach Zeit.

„Wir sind in letzter Zeit mit ihm zufrieden. Es ist natürlich erst sein zweiter Lauf, aber er scheint in guter Form zu sein.“

Es gibt einen zweiten irischen Eintrag mit dem von Ger Lyons trainierten Straight Answer, der in der Bestätigungsphase am Montag ergänzt wurde.

Der Sohn von Kodiac, im Besitz von Juddmonte Farms ist, hat sich seine große Chance verdient, indem er seine beiden bisherigen Starts gewonnen hat.

Interessanter Weise wird der erst spät hinzugefügte Straight Answer als Hauptkonkurrent zu Native Trail gehandelt – nicht weiter verwunderlich, denn nach seinem eher normalen Sieg bei seinem Maidenrennen in Curragh im August ging es für ihn in Fairyhouse im September in das Ballyhane Blenheim Stakes auf Listed Ebene – welches er als Favorit spielend leicht mit fünf Lägen Vorsprung gewann.

Das heute ist klar eine andere Hausnummer, aber Straight Answer hat Potential und sollte als EW Wette hier auf jeden Fall bedacht werden.

Go Bears Go versucht zum ersten Mal sieben Furlong, nachdem er seine Klasse bisher über sechs Furlong gezeigt hatte, wobei sein Sieg im Railway Stakes in Curragh der bisherige  Höhepunkt war.

Der von Balding ausgebildete Coventry Stakes-Sieger Berkshire Shadow und John und Thady Gosdens Dhabab, der Dritte nach Native Trail in den Superlative Stakes, vervollständigen das Feld. – ich rechne ihnen aber mehr Chancen auf einen Platz als auf den Sieg aus, auch wenn Frankie Dhabab übernimmt.

 


27.03.2021 – Meydan – Dubai Turf – Pick: Al Suhail

Pferderennen International

16:30 Dubai Turf

Das Dubai Turf sollte sich unter den ersten vier Favoriten abspielen, es wäre schon eine große Überraschung, wenn keiner dieser Favoriten sich hier durchsetzen könnte und einer der Außenseiter am Ende auf dem Treppchen landen würde. Nicht ausgeschlossen, dass sich einer der außenseite runter den ersten Drei platzieren kann, aber der Sieg dürfte an einen der Favoriten gehen, dafür ist der Formunterschied zwischen den Startern doch zu groß.

Lord North: Der Dubawi Sohn begann seine Karriere für Trainer John Godsen im Jahr 2018 und bestritt seine Karriere zunächst noch als Hengst, wurde nach zwei Siegen und einem ziemlichen Flop in seinem ersten Black Type Rennen dann doch kastriert, denn er schien nach Aussage des Trainers und seines bisherigen Jockeys Robert Havlin kein ganz einfacher Kammerad zu sein -was sich nicht zu letzt in seinem letzten Platz im Heron Stakes am 23.05.2019 widerspiegelte, in dem Rennen musste der Jockey fast mehr damit kämpfen, Lord North zu bändigen als die Konkurrenz in Schach zu halten

Nach der OP ging es erst einmal in eine kleine Pause über den Sommer, die er im Herbst 2019 beendete und dort, noch spät in der Saison, einiges an Erfahrung nachholte.

Zunächst startete er in einigen gut besetzten Handicaps auf Klasse 2 Ebene in Ascot und Newmarket, wobei er in Ascot im Lexicon Bracknell Handicap als auch dem Balmoral Handicap jeweils einen zweiten Platz belegen konnte, und in Newmarket im bet365 Cambridgeshire Handicap sogar gewinnen konnte.

Im Cambridgeshire Handicap zeigte Lord North wie im Rennen zuvor, dass er auch spät in der Saison in Bestform war und die verlorene Zeit im Sommer wieder gut machen wollte. Im den 40 Starter umfassenden Rennen (!) hielt sich Lord North zunächst am Innengeländer auf dem Kurs, hatte aber allein auf Grund der Masse der Starter zunächst einige Konkurrent vor sich, bevor sich die Tür für ihn öffnete. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Beringer schon lange abgesetzt und sicher 3-4 Längen abgesetzt, aber Lord North, der Favorit des Rennens, kam in Gang, gab Gas unter Franki Dettroie und kam herangestürmt, um den Sieg in diesem Rennen am Ende sogar ziemlich bequem einzusammeln. Das war in diesem großen Feld und auf diesem schnellen Untergrund ziemlich beeindruckend.

Da der Sieg in Newmarket auf dem Rundkurs sogar ziemlich bequem ausfiel, war es kein Wunder das Trainer John Godsen ihn für sein erstes Black Type Rennen im Herbst auch auf diesen Kurs schickte. Und er zeigte auch in diesem Rennen, wie bei seinem vorhergegangenen Rennen beim Royal Ascot Festival, dass ihm der schwere, aufgweichte Untergrund keine Probleme bereitete und er auch mit kleinen Feldern und wenigen Konkurrenten, was immer ein taktisches Rennen bedeutet, umgehen kann.

Und taktisch war das Rennen, denn das kleine Feld von nur fünft Startern lief praktisch das gesamte Rennen dicht gepackt und teilweise mit drei bis vier Konkurrenten nebeneinander, bis es an den Schlusssprint ging und jedes der Pferde unter seinem Jockey versuchte, auf dem schweren Boden das Tempo weiter zu erhöhen. Pablo Escobar als Front Runner hielt noch am längsten gegen Lord North dagegen, der aber doch deutlich mehr Ausdauer hatte und am Ende mit gut 2 Längen Vorsprung gewinnen konnte.

John Godsen konnte zufrieden mit der Leistung seines Schützlings am Ende der Saison sein, und 2020 war trotz der langen Pause auf Grund der Corona Kriese nicht anders – es gbegann in Haydock mit einem Sieg auf Gruppe 3 Ebene gegen den hoch gehandelten Elaqarm im Brigadier Gerard Stakes , wobei der Sieg mit nur einer Kopf Vorsprung denkbar knapp ausfiel. Den Vorsprung hatte sich Lrod North mit einem schnellen Tempowechsel erkämpft, Elaqarm war einen Tick langsamer mit seinem Momentum und verpasste den Sieg knapp, denn die Linie kam zu früh für ihn – wäre der Kurs nur 20 Meter länger gewesen, hätte er Lord North gehabt.

Im Gruppe 1 Prince Of Wales’s Stakes lies dann Lord North allerdings nicht mehr anbrennen und gewann souverän, wenn auch mit gänzlich anderer Taktik. Denn dieses Mal hielt James Doyle ihm im hinteren Bereich des Feldes und überlies es anderen die Führung zu bestreiten, erst 2f vor dem Ziel suchte er sich seine Lücke und versuchte die Führenden einzusammeln – was ihm bei Konkurrenten wie Japan und Addeyb erstaunlich einfach gelang und in einem drei Längen Sieg endete. Mit der Form gehörte er auch fest zum Kreis der Favoirten im Gruppe 1 Juddmonte International Stakes, musste dort aber mit einem abgeschlagenen dritten Platz vorlieb nehmen, nachdem er sein vorderes linkes Hufeisen verloren hatte und damit an Tempo einbüßte. Er kommt prinzipiell gut mit schwerem Untergrund zurecht, allerdings nicht beim Gruppe 1 Qipco Champion Stakes im Oktober, wo er den letzten Platz belegte.

Er ist deutlich besser als das und konnte nachfolgend über 1m4f und schnelleren Untergrund im Breeders‘ Cup Turf einen soliden vierten Platz einsammeln. Zwar hatte Lord North auch hier nicht das Tempo um die Sieger auf den letzten Metern in Gefahr zu bringen, hatte aber einen starken Lauf vom hinteren Bereich des Feldes nach vorne und konnte einige bekannte Namen hinter sich lassen.

Das heute ist wesentlich einfacher und wenn er über die Pause nichts von seiner Form verloren hat, ist er ein würdiger Favorit.

Lord Glitters: Der Whipper Sohn von Trainer  David O’Meara ist einer der Verteranen im Feld und ist schon ganz schön weit rumgekommen in der Welt. Frankreich, England, Amerika, Arabische Emirate – alles schon gesehen, alles schon gelaufen, und vielleicht hilft ihm seine Erfahrung heute, wieder etwas zählbares am Ende des Rennens zu erreichen.

Am Anfang seiner Karriere startete er für C. Loutoux und hat sich nach seinem Debüt 2016 gleich in zwei weiteren Rennen gewinnen können und danach in seinem ersten Versuch in einem Listed Rennen mit einem guten zweiten Platz abschneiden können, als er  im Grand Prix du Lion-d’Angers in Frankreich startete.

In der nächsten Saison waren auch die Kurse in Frankreich der Schauplatz der besten Rennen der Saison von Lord Glitters, denn hintereinander gewann Lord Glitters 2017 das Prix du Bu, das Prix Lavandin und dann in Ascot das Balmoral Handicap. Das Rennen im Oktober war das bisher schwerste Rennen, welches Lord Glitters bestritten hatte, und die Art, wie er das Rennen gewinnen konnte, lies keine Zweifel daran, dass Lord Glitters zu denen gehörte, die in der nächsten Saison auf die Gruppenebene gehörte. Daran änderte auch der zweite Platz im Saisonabschluss im Price Bailey Ben Marshall Stakes auf Listed Ebene nichts, bei dem Lord Glitters ziemlich enttäuschte.

Lord Glitters kehrte im Heritage Handicap in Donacster im März zurück auf die Rennstrecke und konnte sich dort erneut in guter Verfassung präsentieren, indem er einen zweiten Platz hinter Addeybb belegen konnte. Es mag daran gelegen haben, dass der Untergrund so früh in der Saison noch sehr weich gewesen ist und dass er gut drei Kilo schwerer als der Favorit ins Rennen gegangen war, dass er am Ende keine Chance gegen Addeybb hatte, denn im Queen Anne Stakes auf Gruppe 1 Ebene in Royal Ascot konnte Lord Glittes dann auf schnellerem Boden überraschen.

Zwar half ihm die Tatsache, dass sämtliche Favoriten in dem Rennen schwächelten und keine Rolle um den Sieg spielten. So hatten die Außenseiter rund um Accidental Agent das Rennen für sich und Lord Glitters war mitten drin im Kampf um den Sieg, als er in der Mitte der Bahn beschleunigte und sich an Accedential Agent herankämpfte, der einige Längen Vorsprung mit seinem Tempowechsel erkämpft hatte.

Am Ende trennte ihn nur eine halbe Länge vom Sieger und Lord Glitters konnte bereits einen Monat später im Gruppe 2 Summer Mile Stakes beweisen, dass diese Leistung keine Ausnahme war, denn auch im Gruppe 2 Summer Mile Stakes  in Ascot schaffte Lord Glitters einen hervorragenden zweiten Platz. Dieses Mal war es nur ein Nacken der ihn vom dem Sieger und Favoriten Beat The Bank und es fehlte nicht viel zum Erfolg in Ascot – in beiden Rennen!

Beim Sussex Stakes beim Glorious Goodwood Festival verpasste Lord Glitters beim Schlusssprint etwas den Anschluss und kam nicht rechtzeitig in Gang um noch den Anschluss an die Sieger zu halten, machte aber einiges an Boden gut direkt vor dem Zieleinlauf.

Er ging danach den Weg nach York auf die 1771m zum Strensall Stakes auf Gruppe 3 Ebene, einem Rennen mit etwas niedrigerem Niveau, welches Lord Glitters auch am Ende gewinnen konnte – wenn auch nur mit einem harten Kampf gegen den Co Favoriten Mustashry, der auf der Zielgeraden einfach nicht nachgeben wollte.

Dann begann die Zeit der großen Reisen für Lord Glitters, zum einen nach Kanada zum Gruppe 1 Woodbine Mile, wo er allerdings keine Rolle um den Sieg spielte, dann wieder zurück nach Ascot zum Gruppe 1 Queen Elizabeth II Stakes, wo er immerhin einen sechsten Platz nicht allzu weit hinter dem Sieger Roaring Lion belegte. Und dann ging es wieder auf Reisen nach Meydan im März zum Dubai World Cup Festival, wo er im Dubai Turf auf Gruppe 1 Ebene startete. Bei dem international angetretenen Top Niveau wie Almond Eye war Lord Glitters als klarer Außenseiter angetreten, konnte aber zusammen mit Vivlos als einzige die Verfolgung von Almond Eye aufnehmen und belegten in einem der schwersten Rennen des Dubai World Cups einen guten dritten Platz.

Zurück in England zwei Monate später scheiterte Lord Glitters aber deutlich im Al Shaqab Lockinge Stakes, bei dem er nie richtig in Gang kam sich sichtlich nicht wohl fühlte – ganz im Gegensatz zum Queen Anne Stakes, bei dem er sich von seinem zweiten Platz im letzten Jahr noch einmal verbessern konnte und sich am Ende als Sieger knapp vor Beat The Bank platzieren konnte. Das Rennen war das beste Rennen, welches Lord Glitters jemals abgeliefert hat und letztes Jahr war Lord Glitters im Sussex Stakes dritter – konnte diesen Erfolg bei der Wiederholung des Rennens im Jahr 2019 allerdings nicht wiederholen und scheiterte mit einem fünften Platz überraschend deutlich an Too Darn Hot und dem Front Runner Circus Maximus und auch im nachfolgenden Juddmonte International lief es nicht wirklich besser für ihn, am Ende gab es einen sechsten Platz hinter Japan, der den langen Zieleinlauf zu schätzen wusste und einen Überraschungssieg landete.

Lord Glitters startet aber noch zweit weitere Male in der neuen Saison, einmal in Ascot im Oktober im Queen Elisabeth II Stakes, wo er eine weitere herbe Niederlage und einen achten Platz kassierte, und dann noch im November im Amerika im Breeders Cup Mile. Allerdings hätte er sich den weiten Weg nach Santa Anita auch sparen können, denn näher als einen neunten Platz und 5 Längen Rückstand kam er dem Sieg auch bei seinem letzten Rennen im Jahr 2019 nicht.

2020 besserte sich seine Form ein wenig, zwar konnte Lord Glitters in dem gesamten Jahr keinen einzigen Sieg feiern, aber er holte einige interessante Platzierungen, etwa im Gruppe 1 York Stakes, wo er das Feld von hinten aufzurollen versuchte und immerhin auf einem dritten Platz ins Ziel einlief. Wie das letzte Jahr schon war das Queen Elisabeth am Ende des Jahres zu viel für ihn und dieses Mal sparte er sich den Weg nach Amerika und ging stattdessen nach Bahrein, wo er eine Vorliebe für den nahen Osten zu entwickeln schien.

Die Bahrain International Trophy schloss er noch mit einem knappen fünften Platz ab, war dabei aber nur 1,5 Längen hinter dem Sieger und durchaus mit dabei beim Kampf um den Sieg und 2021 lief er dann in Meydan auf.

Im Januar gab er sein Debüt in Dubai und gewann das Singspiel Stakes mit einem starken Lauf, bei dem er in den letzten drei Furlong praktisch das gesamte Feld aufrollte. Im Al Rashidiya im Februar kam er mit der selben Taktik immerhin auf einen dritten Platz und hatte einfach zu viele Pferde zwischen sich und den Front Runnern und war nie so nah an den Siegern dran wie vor der Ziellinie – es trennten ihn wieder weniger als eine Länge von den beiden Siegern, der zweite Platz war sprichwörtlich nur eine Nase entfernt.

Im Jebel Hatta schließlich traf er auf einige der heutigen Konkurrenten, wie Eqitraan und Al Suhail, die sich beide eher im vorderen Drittel des Feldes orientierten, wärhend Lord Glitters wieder das Feld von hinten aufzurollen versuchte. Er hatte seinen Schlusssprint auf den letzten beiden Furlong gut getimet und hatte eine freie Bahn um den Rest des schwächelnden Feldes ins Visier zu nehmen. Auf dem letzten Furlong hatte er nur noch Eqitraan und Al Suhail vor sich, die er knapp vor dem Ziel ein- und überholte. Starker Lauf, der heute mit genügend Tempo im Rennen durchaus wiederholt werden könnte.

Al Suhail: Der Dubawi Sohn von Charlie Appelby ist noch recht neu dabei. Er begann seine Karriere in Newmarket und belegte dort im Juli 2019 auf Anhieb einen zweiten Platz, besserte sich dann in Yarmouth und gewann ein Class 4 Novice Rennen über 7f und ging dann über das Gruppe 3 Betway Solario Stakes in Sandown zum Gruppe 3 Dubai Autumn Stakes in Newmarket, wo er beide Male platzieren konnte. In beiden Rennen, sowohl auf dem schnellen Boden in Sandown als auch dem langsameren Boden in Newmarket, sah er wie eine große Gefahr für die späteren Sieger aus, nur damit ihm auf den letzten Metern sprichtwörtlich die Puste ausging und er die Sieger knapp ziehen lassen musste.

Das war schon mal sehr vielversprechend gewesen für die erste Saison und die zweite wurde im Juni 2020 im Gruppe 1 Quipico 2000 Guineas Stakes direkt ziemlich hoch angegangen, und wie nach der langen Pause zu erwarten war, verlief der erste Start direkt auf Gruppe 1 Ebene eher unterdurchschnittlich. Al Suhail fügte sich nicht wirklich ins Rennen und war zu wild am Anfang, nur um dann wieder stark zu ermüden. Beim zweiten und einzigen weiteren Start in der neuen Saison, dem Bahrain International Sir Henry Cecil Stakes auf Listed Ebene fegte Al Suhail dann allerdings die Konkurrenz sprichwörtlich zur Seite und gewann unangefochten mit sechs Längen Vorsprung.

Er wechselte dann nach Dubai, wo er nach einer 240 tägigen Pause im Gruppe 1 Jebel Hatta Sponsored By Emirates Airline auflief: der Favoritenstatus war für Al Suhail nach so einer langen Pause vielleicht noch ein wenig gut gemeint gewesen, aber der dritte Platz war eine sehr ansprechende Leistung und es wäre auch mehr drin gewesen, wenn Al Suhail nicht wieder kurz vor dem Ziel keine Kraft mehr gehabt hätte.

Kommt die selbe Formsteigerung zum zweiten Rennen in der Saison wie letztes Jahr, erwarte ich aber großes heute beim Dubai Turf von ihm!
Eqitraan ist in der Form seines Lebens und besserte sich seit seiner klaren Niederlage gegen Lord Glitters im Januar im Singspiel Stakes, um im Februar im Zabeel Mile bis auf eine halbe Länge an D’bai heranzukommen und er trennte den Sieger Lord Glitters und den Dritten Al Suhail im Jebel Hatta im März. Eigentlich mag ich es nicht, Veteranen mit einer eher moderaten Bilanz an Siegen in so einem Rennen wie hier zu tippen, aber wie schon gesagt – er ist in der Form seines Lebens und gehört in die Vorhersage für die Trifecta mit hinein.

Wie im übrigen auch Vin De Garde aus Japan, der letzten Herbst das Fuji Stakes gewann und im Mile Championship mit unter 3 Längen unterlag. Seine Bilanz an Gruppensiegen in Japan ist eher unterdurchschnittlich, aber die Rennen dort sind in der Regel sehr hart besetzt und ich kann mir eine Überraschung mit ihm vorstellen.


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