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Pferdewetten Tipps


Cheltenham 2021

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01.05.2021 – Newmarket – 2000 Guineas – Pick: Thunder Moon + Trifecta

Pferderennen in England

2000 Guineas – Gruppe 1

Für 3jährige Pferde | | Distanz: 1.609 m | Preisgeld: 500.000 GBP | Flachrennen | Geläuf: Gras | Platz-Regeln: 3 Plätze @ 1/5 Quote

Wenn man ein Rennenwie das Guineas analysiert, lohnt es sich durchaus einen Blick auf die Vergangenheit und die Trends in diesem Rennen zu werfen. Die wichtigsten Rennen, wie die beim Festival, dem Grand National oder eben dem Guineas und dem Derby werden von den Trainern als Saisonziel penibel vorbereitet und immer von den selben hochklassigen Trainern anvisiert.

Das Guineas 2000 ist natürlich nur ein Rennen für die 3yo und wird mit festen Gewichten gelaufen, so dass es da nicht viel zu analysieren gibt.

Bei den Quoten sieht es schon anders aus – 5 der letzten 12 Sieger waren auch die Favoriten dieses Rennens, immerhin haben sich 7/12 unter den ersten drei der Quoten am Ende durchsetzen können. Wie immer, auf die ersten drei im Markt sollte man sich am Meisten konzentrieren.

Fast wichtiger als die Quote ist aber der letzte Lauf, den die Pferde absolviert haben – 10 der letzten zwölf Sieger haben ihr letztes Rennen vor dem Guineas gewinnen können, dabei war es egal, ob der Sieg in dieser oder letzter Saison errungen wurde. Die meisten Sieger hatten sogar noch gar keinen Lauf in der aktuellen Saison, die ja mit dem Guineas auch praktisch erst richtig eingeleitet wird.

Form auf dem Kurs ist nett, aber nicht notwendig, noch weniger fällt ein Sieg auf diesem Kurs ins Gewicht – warum auch, es gibt beim Guineas kaum Besonderheiten zu beachten, stattdessen wäre es gut, wenn der eigene Pick schon mal über die Meile gelaufen ist (und knapp darunter) und ein Sieg ist auch nicht schlecht.

Ein bisschen Erfahrung tut auch gut, 10 von 12 Siegern hatten mindestens 3 Starts auf dem Flat, alle 12 Sieger hatten mindestens zwei Siege auf dem Flat!

11 der 12 Sieger hatten mindestens einen Gruppensieg im Formbuch, 8 hatten einen Gruppe 1 Sieg erringen können. Also – Augen auf, ob mindestens zwei Siege, mit einem Gruppensieg, bestenfalls ein Gruppe 1 Sieg, schon errungen wurden.

Mit diesen Erfolgen ist das Rating natürlich entsprechend hoch gewesen bei den Siegern, mindestens 110 war das Rating bei 10 der letzten 12 Siegern.

Also, nach was suchen wir? Wir suchen ein Pferd, das mindestens zwei Siege auf dem Flat hat, bestenfalls drei Rennen auf dem Flat bestritten hat, mindestens einen Gruppensieg vorweisen kann, bestenfalls einen Gruppe 1 Sieg, ein Rating von 110 hat und schon mal über die Meile oder knapp darunter gelaufen ist.

 

 

Wer passt in diese Form?

Favorit Mustaabeq hat keinen Gruppensieg – schlecht.

Zweiter Favorit Wembley hat sein letztes Rennen nicht gewinnen können -und keinen Gruppensieg schlecht. Keine Form über die Meile, aber auf dem Kurs

Battleground hat sein letztes Rennen nicht gewinnen können – das war allerdings beim Breeders Cup, also nicht ganz so schlimm.

Thunder Moon – gewann sein letztes Rennen nicht, hat aber einen Gruppe 1 Sieg

One Ruler – gewann sein letztes Rennen nicht, hat aber Kurs und Distanz Form und einen Gruppensieg im Buch.

Chindit – gewann sein letztes Rennen und hat einen Gruppensieg im Buch, dazu mehr als zwei Siege, mehr als drei Rennen… der passt von der Statistik, aber keine Form über die Meile

Poetic Flare – gewann sein letztes Rennen, hat sein letztes Rennen gewonnen, hat zwei Siege auf dem Flat, hat einen Gruppensieg, aber keine Form über die Distanz. Passt soweit

Van Gogh – gewann sein letztes Rennen, hat mehr als drei Starts auf dem Flat, einen Sieg über die Distanz heute, hat einen Gruppe 1 Sieg… da passt eine Menge!

Master Of The Seas – gewann sein letztes Rennen ,hat mehr als zwei Siege, mehr als 3 Starts, einen Kurs und Distanz Sieg, einen Gruppe 2 und einen Gruppe 3 Sieg…

Lucky Vega: Konnte seinen letzten Lauf nicht gewinnen, hat aber einen Gruppe 1 Sieg im Petto, mehr als 3 Starts, 2 Siege.. okay.

Legion Of Honor – Nur einen Sieg, Rating 104, letztes Rennen nicht gewonnen. Definitiv raus.

Naval Crown – kein Gruppensieg, letztes Rennen nicht gewonnen. Aber Form über die Meile – immerhin.

Devilwala – Letztes Rennen nicht gewonnen, nur ein Sieg, kein Gruppensieg – Definitiv raus

Mystery Smiles – Letztes Rennen nicht gewonnen, Rating 102, kein Gruppensieg – Definitiv raus

Aldabri – Nur ein Sieg, kein Gruppensieg, letztes Rennen nicht gewonnen usw – Definitiv raus.

 

So, wie siehts nach der ersten Siebung aus?

Legion Of Honor,Devilwala, Mystery Smiles, Aldabri sind komplett raus und wir stellen fest, dass die derzeitigen Favoriten nicht ganz in das Profil der letzten 12 Sieger passen. Das verspricht interessant zu werden.

Zweite Siebung:

12/12 hatten mindestens 2 Siege auf dem Flat

Wembley ist damit eigentlich raus….dabei ist er es auch noch zweiter Favorit – aber warum eigentlich? Weil er beim Vincent O’Brien Stakes Zweiter wurde im letzten Jahr, und da eine Menge der heutigen Konkurrenten geschlagen hat Thunder Moon gewann damals, den hat er aber danach im Dewhurst Stakes schlagen können. Daher weht der Wind…

Wenn man sich das Dewhurst anschaut, darf man das aber nicht zu hoch bewerten, denn Thunder Moon musste außen das Feld umrunden um in den Schlusssprint zu gehen und driftete danach wieder zum Rail. Da ging dann der Sieger St Mark’s Basilica mit und blockierte den Weg zum Innengeländer, aber Tunder Moon ging da trotzdem mit und lieferte sich ein spannendes Duell mit dem späteren Sieger, dann kam aber Wembley auf der anderen Seite (auf der Mitte der Bahn) dazu und nahm Thunder Moon in die Zange. Declan Mcdonogh konnte damit weder rechts noch links die Peitsche mehr verwenden und Thunder Moon fiel zurück.

Die Niederlage gegen Wembley war damit mehr ein taktischer Fehler als fehlende Kraft für Thunder Moon.

Der  Zoffany Sohn Thunder Moon hat erst drei Rennen absolviert, aber zwei gewonnen, davon ein Gruppe 1 Rennen. Und das sehr sehr locker, denn im Vincent O’Brien Stakes schoss er spät nach vorne und überraschte alle Gegner mit dem Tempowechsel. Wie schon geschrieben, finde ich seine Niederlage im Dewhurst als nicht so problematisch an, wäre er außen oder innen gelaufen, wäre er nicht so leicht geschlagen worden. von daher präferiere ich Thunder Moon nach wie vor.

Was fehlt ist eine Form über die Meile und der Sieg im letzten Rennen, gerade der letzte Punkt ist ein klarer Nachteil – statistisch jedenfalls.

Thunder Moon kommt aber auf die Liste der möglichen Sieger und in die Trifecta.
Wembley hat den selben Nachteil, zusätzlich hat er erst einen Sieg feiern dürfen – beim vierten Versuch in einem Maidenrennen. Also, obwohl er danach konstant gute Leistungen gezeigt hat, tickt er gleich drei der am schlechtesten Boxen – kein Sieg im letzten Rennen, kein Gruppensieg, keine zwei Siege auf dem Flat. Nicht gut für den Sieg (statistisch) aber OK für ein Trifecta.

Mutasaabeq: Der Invincible Spirit Sohn von Charles Hills ist nach seinem mühelosen Sieg im April in einem Handicap unter den Favoriten hier. Und ja, er sah sehr sehr gut aus in diesem Rennen, hat aber kaum jemanden von Rang und Namen dort geschlagen und ist bei so vielen statistischen Punkten für die Sieger außen vor, dass ich mir schon Sorgen um ihn mache.

Also: Er hat zwei Rennen gewonnen, aber keine drei absolviert. Dazu hat er noch kein Gruppenrennen gewonnen und die Statistik für Starter, die in der aktuellen Saison gelaufen sind, ist ebenfalls ziemlich mies -3 von 12 … also nein, auch wenn er mit aktueller Form und lockerem Sieg aufwarten kann, bin ich bei ihm raus. Platz? möglich

Battleground: Der War Front Sohn von Aiden O’Brien unterlag in seinem Rennen Fire at Will und hat damit technisch gesehen eines der wichtigsten Attribute verpasst – aber das letzte Rennen war Breeders‘ Cup Juvenile Turf und damit trotzdem eine sehr gute Leistung. Fire At Will war in dem Rennen unschlagbar für Battleground, war aber sicherer Zweiter in dem Rennen gewesen. Zuvor im Vintage Stakes gewann er mit einem langen Drive und viel Ausdauer, der Momentumwechsel war nicht ganz so krass wie gehofft, aber ich denke er hat in der Winterpause dazu gelernt. Er ist einer für die Topliste.

One Ruler: Der Dubawi Sohn von Trainer Charlie Appelby ist einer, der mich besonders interessiert in diesem Rennen: Der Anfang seiner Karriere war eher uninteressant, nach seinem Maidensieg errang er einen dritten Platz im Flying Scotsman Stakes, wo er als Favorit gestartet war. Danach gewann er das Gruppe 3 Autumn Stakes mit gut zwei Längen Vorsprung, was eine ziemlich starke Leistung war, danach ging es in das Vertem Futurity Trophy, eines der wichtigsten Rennen für die Vorbereitung für das Guineas. Der Boden war relativ weich und das behinderte den Schlusssprint für One Ruler, der aber nur sehr widerwillig nachgab und sich einen starken zweiten Platz erkämpfte.

Er hat zwei Rennen über die Meile, zwei Siege, ein Gruppensieg… nur das letzte Rennen konnte er nicht gewinnen. Das ist ein Wermuthstropfen, aber ihn nehme ich mit in meine Topliste auf.

Van Gogh: Uhhhh, Van Gogh, der ist interessant. Er brauchte sehr lange um in Gang zu kommen und erst nach dem vierten Rennen gelang ihm der Sieg. Er hatte allerdings vorher schon in drei Gruppenrennen Erfahrung sammeln können und nach dem Sieg verlor er nur knapp gegen One Ruler im Autumn Stakes und danach gewann er das Gruppe 1 Critérium International in Saint-Cloud. Das Rennen war auf schwerem Boden und Van Gogh schien den Matsch unter den Hufen zu lieben – wenn der Boden also hier sehr weich wäre, würde ich ihn auf die Liste setzten. Aber der Boden wird schnell sein und ich bin mir nicht sicher ob er da die selbe Leistung zeigen kann. Ansonsten tickt er viele der Boxen und er kommt zumindest in die Trifectas

Master Of The Seas: Der Dubawi Sohn gewann sein letztes Rennen über Kurs und Distanz und hat drei Siege im Petto. Dazu hat er ein Gruppe 3 Rennen gewonnen und sieht auf dem Papier gut aus. Für mich einer für die Shortlist, auch wenn er im letzten Rennen sich ziemlich lang machen musste – statistisch spricht einiges für ihn – genau wie Poetic Flare, der zwar nicht über die Distanz gewonnen hat, aber drei von vier Rennen bisher erfolgreich beendet hat, sein letztes Rennen im April erfolgreich abgeschlossen hat und zuvor ein Gruppe 3 Rennen gewann. Die Form von den beiden ist zwar nicht die stärkste, aber statistisch müssten sie ganz vorne mit dabei sein.

Lucky Vega verpasste den Sieg nur knapp im Middle Park Stakes und hat genauso Chancen wie Chindit, der allerdings mit seiner Form aus dem April hier Probleme bekommen sollte – trotz eines Sieges auf Gruppenebene.

 

Trifecta:

Sieg: Thunder Moon / Battleground / One Ruler

Platz: Wembley / Van Gogh /Master Of The Seas / Lucky Vega / Mustabeq

 

Etwas mehr zusammengestrichen:

Sieg: Thunder Moon / One Ruler

Platz: Battleground / Master Of The Seas / Wembley

 

 

 

 

 


30.04.2021 – Punchestown – Paddy Power Champion Hurdle – Pick: Honeysuckle.

Pferderennen in England

18:25 Paddy Power Champion Hurdle – Gruppe 1

Für 4jährige und ältere Pferde  |  Distanz: 3.219 m  |  Preisgeld: 250.000 EURHürdenrennen  |  Geläuf: Gras  |  Boden: gut bis weich  |  Platz-Regeln: 3 Plätze @ 1/5 Quote
Honeysuckle gibt uns noch einmal die Ehre, und die Super Stute dürfte die Saison mit einem weiteren lockeren Sieg abschließen können, wenn alles einen normalen Gang geht. Sie gewann das Champion Hurdle mit Leichtigkeit gegen Shajah (lief ein super Rennen) und Epatante und beide kommen – zusammen mit Goshen, der mich ziemlich enttäuscht hat – heute für einen weiteren Versuch gegen Honeysucke zurück. Der Untergrund ist ein wenig schneller als beim Cheltenham Festival, aber das dürfte Honesuckle kam daran hindern, heute wieder das Rennen aus dem Mittelfeld vor der vorletzten Hürde anzugreifen.
Die drei hier sind mein Trifecta – eigentlich klar, in einem zweiten Artikel kommen die Exoten dazu – und eine kleine Erklärung ;D

Honeysuckle: Die Sulami Tochter von Trainer Henry De Bromhead hat sich in ihrer noch recht kurzen Karriere bisher keinen Aussetzer geleistet und gewann jedes Ihrer Renne, sogar den bisher schwersten Test im Mares Hurdle gegen Benie Des Dieux!

Da war das Hatton’s Grace Hurdle bei ihrer Wiederkehr im November eigentlich nur Formsache, aber der Außenseiter Ronald Pump und Beacon Edge machten aus dem Rennen tatsächlich noch eine spannende Sache, gerade Ronald Pump kam von hinten noch angesprintet und Honeysuckle hatte nur eine halbe Länge Vorsprung am Ende. Das Rennen war aber clever gelaufen von ihr und sie hatte das Tempo bei sich, als sie es brauchte um das Feld auseinanderzuziehen und Ronald Pump war kalt erwischt worden. Also, ein weiterer Sieg und immer noch ungeschlagen: Honeysuckle, und im Irish Champion Hurdle lies sie von der Front wieder keine Zweifel aufkommen, auch wenn mit Abacadabras ein Konkurrent für das Cheltenhamfestival mit von der Partie war!

Begonnen hat die Siegesserie im November 2018 begonnen, wo sie in Fairyhouse ein Maidenrennen mit 12 Längen gewann und der Konkurrenz über die 4023m auf gutem Boden keine Chance lies.  Der Sieg war derart beeindruckend gewesen, dass sie auch im Belle Mares Novice Hurdle auf Listed Ebene einen Monat später als Favoritin startete, auch wenn die Distanz deutlich kürzer war. Die Konkurrenz war natürlich etwas stärker und sie musste auch gegen eine Siebenjährige antreten, die aber keine Chance hatte an die Siegerin heran zu kommen. Vor der eigentlich geplanten Teilnahme am Festival lief sie dann noch im Gruppe 3 Solernia Mares Hurdle auf, wo sie gegen Tintangle und Awayinthewest heran musste. Das war ihr erster wirklicher Test gegen einige vielversprechende Konkurentinnen, denen Honeysuckle aber keine Chance lies. Honeysuckel hielt sich an der Front des Feldes über die meiste der Distanz, beschleunigte dann aber drei Hürden vor dem Ziel und übernahm die Führung beim Sprung über die drittletzte Hürde, welcher beim Einbiegen in die letzte Kurve noch ein wenig länger wurde. Beim Anstieg vor der letzten Hürde setzte sich Honeysuckle noch ein wenig weiter ab, hatte sich aber wohl dort etwas verausgabt und der letzte Sprung über die Hürde war ziemlich unbeholfen, was aber nichts am dominanten Sieg änderte.

Das Festival verpasste sie leider 2019, aber sie machte sich noch auf zum finalen Abschluss der Saison in Irland auf dem Kurs in Fairyhouse, wo sie im EBF Mares Hurdle startete. Auch die Siegerin des Mares Novices‘ Hurdle beim Festival lief in Irland mit auf, aber Eglantine Du Seuil hatte ebenfalls keine Chancen. Auch hier hielt sie sich an der Front, auch wenn sie die Führung selbst anderen überließ. Caravation und Moskovite versuchten das Tempo zu setzen, wobei Moskovite das Rennen am Ende nicht einmal beenden konnte. Honeysuckle hingegen hatte kein Problem die Führung auch bis zum Ziel zu behaupten, nachdem sie zwischen der zweiten und dritten Hürde die Führung übernommen hatte. Nach der vorletzten Hürde kämpfte sich Tintangle an sie heran, aber Honeysuckle unter Rachel Blackmoore setzte sich mit einem nur moderat hartem Ritt ab und konnte sich am Ende über einen ungefährdeten 5,5 Längen Sieg freuen.

Nach der Sommerpause ging es dann in in Fairyhouse los gegen relativ unspannende Konkurrenz, dafür war aber das Hatton’s Grace Hurdle auf Gruppe 1 Ebene drei Wochen später in Fairyhouse wesentlich spannender, schließlich liefen auch Konkurrenten wie Barcardys und Apple’s Jade dort auf. Allerdings zeigte Apple’s Jade erst ein Rennen später was sie wirklich kann, dafür war Barcardys zuvor in absoluter Bestform aufgelaufen und hatte sich im Gruppe  2 Lismullen Hurdle  zuvor schon gegen Apple’s Jade mit über 9 Längen durchsetzen können. Damit war die Zusammenstellung für das Rennen hochinteressant.

Das Rennen nahm an der drittletzten Hürde so richtig an Fahrt auf, als Barcardys an die Front des Rennens ging und die beiden Stuten Apple’s Jade und Honeysuckle zum Angriff ansetzten. Apple’s Jade sah zu diesem Zeitpunkt richtig stark aus und es sah alles nach einem epischen Duell zwischen den beiden aus, allerdings brach dann Apple’s Jade in sich zusammen und fiel schnell wieder hinter Barcardys zurück, der sich zwischen den letzten beiden Hürden als hartnäckiger Gegner erwies, dann aber Honeysuckle ziehen lassen musste, die sich beim Run In noch um neun Längen absetzten konnte, und Kommentator Jerry Hannon rief zurecht aus: „This is a special Mare!“

Und Honeysuckle war noch nicht fertig, sondern setzte ihre ungeschlagene Siegesserie weiter fort, als sie im Gruppe 1 PCI Irish Champion Hurdle startete. Hauptgegner war eigentlich Sharjah, die aber Honeysuckle nichts entgegen zu setzen hatte, ganz im Gegensatz zum Außenseiter Darver Star und Petit Mouchoir, die nur sehr wiederwillig der Favoritin platz machten. Petit Mouchoir führte das Feld über die 3219m an und beim Einbiegen in die Zielgerade versuchte Honeysuckle kurzen Prozess mit dem Front Runner zu machen, allerdings sprang sie an der letzten Hürde so schlecht, dass Petit Mouchoir direkt wieder neben ihr auftauchte und auch Darver Star holte auf der Zielgeraden noch gehörig auf und wurde Honeysuckle noch gefährlich.

Das war ein Warnzeichen für das Mares Hurdle beim Cheltenham Festival, denn würde ihr so ein Patzer in dem Rennn gegen die Weltklasse-Stute Benie Des Dieux passieren, wäre das Rennen gelaufen, denn Momentum auf der Zielgeraden den Hügel hoch ist essentiell bei jedem Rennen beim Cheltenham Festival.

In dem Rennen führte Stormy Ireland das Feld über die Distanz, allerdings war das Feld dicht gepackt und Honeysuckle war einige Male fast gleichauf, obwohl keiner vor dem Einbiegen in die Zielgerade die Front Runnerin angreifen wollte. Bei dem Einbiegen wurde es aber spannend, denn Honeysuckle zog unter Rachael Blackmore geschickt nach innen und sparte einiges an Platz, während Benie Des Dieux Stormy Irleand außen überholte und dadurch einige Meter verlor, die sie nun auf Honeysuckle aufholen musste. Sie zog auch heran, aber Honeysuckle tat immer genug, um die Konkurrentin auf Abstand zu halten. Die beiden hatten den Zieleinlauf auch komplett für sich, da kam niemand anders mehr heran, und Honeysuckle konnte beweisen, dass ihre Form zuvor auch gegen die besten Stuten des Landes halten kann.

Nach der langen Pause über den Corona Sommer machte sie ihr Saisondebüt im Hatton’s Grace Hurdle, und eigentlich war das Rennen im November nur eine  Formsache in abwesenheit von „echter“ Konkurrenz, aber der Außenseiter Ronald Pump und Beacon Edge machten aus dem Rennen tatsächlich noch eine spannende Sache, gerade Ronald Pump kam von hinten dorekt vor dem Ziel noch angesprintet und Honeysuckle hatte nur eine halbe Länge Vorsprung am Ende. Beacon Edge war zwar näher dran am Ende als Ronald Pump, hatte aber Honeysuckle schon länger Gesellschaft geleistet und war daher auch keine solche Gefahr, denn die Favoritin hatte Beacon Edge immer unter Kontrolle.

Das Rennen war auch aber clever gelaufen von Honeysuckle und sie hatte das Tempo bei sich, als sie es brauchte um das Feld auseinanderzuziehen und Ronald Pump war kalt erwischt worden. Vielleicht ein bisschen zu knapp am Ende, aber für den ersten Lauf der neuen Saison geht das in Ordnung und sie ließ alle Kritiker beim zweiten Start im Februar im Irish Champion Hurdle verstummen, als sie gegen Abacadabras und Sharjah keine Blöße zeigte.

Honeysuckle übernahm die Führung des Rennens und setzte sich zeitweise bis zu 5 Längen von ihren Verfolgern ab, und als die Stute nicht langsamer werden zu schien, mussten Abacadabras und Sharja von ihren Jockeys angetrieben werden, um die Distanz zu Favoritin zu reduzieren, die aber nach wie vor stark lief und an der letzten Hürde nur minimal Momentum verlor, aber besser langsam und sicher über das letzte Hindernis, als schnell und den sicheren Sieg aus der Hand gegeben.

So jedenfalls gab Rachael Blackmore Honeysuckle die Sporen und erweiterte den Vorsprung beim Zieleinlauf erneut. Keine Zweifel, keine Blöße für Honeysuckle in diesem Rennen, und sowohl Distanz als auch Untergrund waren wieder optimal im Chapion Hurdle.

Sie hielt sich zunächst im Mittelfeld und überlies es Aspire Tower, das Tempo zu setzten, griff aber zwei Hürden vor dem Ziel an und beschleunigte vor dem letzten Hindernis noch einmal deutlich, was den Rest des Feldes komplett überraschte. Honeysuckle schoss davon und hatte den Hügel hinaus viel zu viel Tempo für den Rest des Feldes, was in einem souveränen sechs Längen Sieg resultierte.

Das heute wird der nächste Gruppe 1 Sieg, da bin ich mir sicher.

Epatante: Sie war für mich beim Cheltenham Festival letztes Jahr eine der Überraschungen – klar sie war die  Favoritin für das Champion Hurdle und damit auf dem Schirm, dass sie  aber auf der Zielgeraden noch derart davonziehen konnte war schon beeindruckend. 2021 war allerdings eine andere Geschichte, nach gutem Einstand in die neue Saison floppte sie beim  Christmas Hurdle und wurde beim Champion Hurdle von Honeysuckle klar geschlagen – sie scheint das Zepter der Wunderstute an Honeysuckle übergeben zu haben.

Die No Risk At All Tochter von Nicky Henderson begann ihre Karriere in Frankreich für Trainer A Lefeuvre  und absolvierte 2017 drei Rennen für ihren französischen Trainer, wovon sie zwei locker gewann und nur ihr erstes Rennen überhaupt mit einem zweiten Platz belegte und nicht als Siegerin abschließen konnte.

Dabei gewann sie unter anderem das Gruppe 1 Prix Jacques de Vienne und machte damit in Europa und gerade in England schnell auf sich aufmerksam. Dann wechselte sie zu Nicky Henderson und startete im November 2018 das erste Mal über Hürden im Kempton, und konnte auch dort ihre Erfolgsserie fortsetzen und ihr erstes Rennen über Hindernisse gewinnen, wie auch ihr zweites Rennen in Exeter über 2m1f. Der Einstand in England war damit geglückt und dem Versuch in Cheltenham stand nichts mehr im Weg

Mit den zwei Siegen im Rücken versuchte sie sich dann also im Gruppe Mares Novices‘ Hurdle auf Gruppe 2 Ebene, hatte aber hier noch keine Chance um den Sieg mit zu laufen, obwohl sie optisch gut aussah vor dem Rennen im Paradering – auf der Zielgeraden fehlte ihr aber die Kraft um mit dem vorderen Teil des Feldes noch mitzugehen und sie musste sich mit einem neunten Platz zufrieden geben.

Nach dem Rennen in März ging sie in die Sommerpause, die sie mit ihrem Start im Ladbrokes „Where The Nation Plays“ Intermediate Hurdle im November beendete. Das 3282m auf gut bis weichem Untergrund war ein Listed Rennen und limitiertes Handicap, bei dem Epatante mit 11-6 durchaus ein hohes Gewicht in das Rennen tragen musste – sich davon aber nicht beeindrucken lies und locker der Konkurrenz davongaloppierte. Epatante hielt sich zunächst an den Führenden, und das Tempo selber setzten zu müssen, lies sich aber auch nicht abschütteln und war zwei Hürden vor dem Ziel genau da, wo sie sein musste – legte aber an der vorletzten Hürde ausgerechnet einen etwas unsauberen Sprung hin und musste sich danach erst noch einmal sammeln, um erneut zum Angriff ansetzten zu können und die Konkurrenz am Ende mit sechs Längen abzuschütteln. Das war schon ziemlich beeindruckend, aber Epatante legte im Gruppe 1 Christmas Hurdle noch einmal einen drauf und deklassierte die Konkurrenz auch auf Gruppe 1 Ebene noch einmal nach Belieben. Nachdem sie die letzte Hürde noch in Begleitung von Konkurrenten wie Ballyandy und Silver Streak nahm, zog sie danach unter mildem Druck von Barry Geragthy um sechs Längen davon und hätte sicher auch noch mehr Vorsprung herausholen zu können.

Sie schien neue Höhen gerade rechtzeitig für das Cheltenham Festival 2020 zu erreichen und trug ihre Form auch direkt in das Champion Chase. Petit Mouchoir übernahm die Rolle des Front Runners, konnte aber diese Position als Außenseiter natürlich nicht halten und wurde 2 Hürden vor dem Ziel von Darver Star unter Druck gesetzt mit Epatante und Sharjah dahinter. Darver Star übernahm zunächst die Fürhung, aber Barry Geragthy auf Epatante saß noch fast regeunglos da und wartete bis zum letzten Sprung, bevor er der Stute die Sporen gab und das Feld mit über 3 Längen hinter sich lassen konnte. Das war sehr sehr überzeugend und sehr sehr locker. Sharjah h0lte sich noch den zweiten Platz vor Darver Star, der auf der Zielgeraden den Hügel hinauf quälte.

Mit dem größten Erfolg ihrer Karriere im Petto ging es in die lange Sommer und Corona Pause, die nach 263 Tagen mit einem Start im Gruppe 1 Fighting Fith Hurdle beendet wurde. Die Stute hatte einen Gewichtsvorteil gegen die männliche Konkurrenz, hätte aber dieses Entgegenkommen nicht gebraucht, denn bereits an der vorletzten Hürde setzte sich Epatante unter minimalem Druck von Aidan Coleman vom Feld ab und konnte den Vorsprung von fünf Längen souverän bis zur Ziellinie verwalten.

Und dann kam das Rennen gegen Silver Streak. Das Christmas Hurdle hätte eigentlich nur eine Formsache sein sollen. Ja, Silver Streak lief einige gute Rennen gegen Epatante in der Vergangenheit, aber war immer klar geschlagen worden – revanchierte sich aber für alle erlittenen Niederlagen im Christmas Hurdle 2020 und gewann gegen Epatante mit fast 7 Längen!

Aidan Coleman nahm zwar Epatante beim Zieleinlauf ein wenig zurück, aber Silver Streak hatte den Sieg in diesem Rennen verdient. Er setzte die Stute permanent unter Druck und verteidigte die Führung gegen die Stute über die gesamte Strecke. Silver Streak traf die drittletzte Hürde und schien unter Druck nicht so sauber zu springen wie gewohnt, und der Wechsel zum Front Running schien Silver Streak zu ganz neuer Form zu verhelfen. Sehr bitter für Epatante, die sich bis zum Festival nicht mehr blicken lies und dort wie schon erwartet die Führung des Rennens nicht übernehmen konnte. Das war so bei den ganzen Außenseitern auch nicht anders zu erwarten gewesen und daher nicht so schlimm, Epatante suchte sich stattdessen eine sehr vorteilhafte Position am Innengeländer hinter den Führenden und griff von dort aus auch an – schaffte es aber nicht diesen taktischen Vorteil gegen Honeysuckle auszuspielen, die aus dem Mittelfeld zwischen den letzten beiden Hürden nach vorne schoss und fast mühelos das Rennen mit sechs Längen Vorsprung gewann… das wird sehr sehr schwer fpr Epatante heute, denn an dem Duell hat sich natürlich beim irischen Ableger des Champion Hurdle nichts geändert.

Sharjah: Der Doctor Dino Sphn von Trainer Willie Mullins begann seine Karriere im Jahr 2015 für Trainer J. E. Pease in Frankreich, brauchte aber eine Weile bis er so richtig in Gang kam und wechselte zuvor noch zu Trainer H F Devin im Jahr 2016, wo er nach drei weiteren Rennen sein erstes Rennen in Deauville gewann. Die weiteren Starts waren nicht schlecht mit Platzierungen nur jeweils knapp über einer Länge hinter dem Sieger, aber er erwies sich als nicht ganz leicht zu steuern und zu trainieren und wurde im Januar 2017 kastriert, um im September 2017 zu Trainer Willie Mullins zu wechseln.

Der Einstand in Irland gelang mit zwei Siegen in den ersten beiden Rennen nach Maß und Mullins schickte ihn danach direkt in die Gruppe 1 Ebene im  Paddy Power Future Champions Novice Hurdle , um zu sehen wie die Ziele der Rest der Saison stehen würden.

Sharjah hatte beim Paddy Power Future Champions Novice Hurdle  im Dezember 2017 einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, sah er doch wie der sichere Sieger dieses Rennens an der letzten Hürde aus, bevor er stürzte und das Rennen an Whiskey Sour übergab. Auch Real Steel stürzte an dieser Hürde, sah aber längst nicht so gut aus  während dem Rennen wie Sharjah und mit anderen Konkurrenten wie Mengli Khan im Rennen, hatte die Form einiges an Gewicht. Danach ging er aber sang und klanglos gegen Samcro im Deloitte Novice Hurdle unter und auch seine Starts im Supreme Novices‘ Hurdle oder dem Studs Novice Hurdle brachten keinen Erfolg. Er blieb im Jahr 2018 stets aktiv und startete noch im Gruppe 1 Herald Novice Hurlde und dem Gruppe 3 Grimes Hurdle , wo er immerhin einen dritten Platz hinter Joey Sasa und Wicklow Brave erringen konnte.

Dann kam seine Sternstunde im Guinness Galway Hurdle, wo er auf Gruppe 1 Ebene trotz seines hohen Gewichts im August einen souveränen Sieg feiern konnte. Das Rennen war zwar gut besetzt, trotzdem konnte sich Sharjah auf den letzten Metern mit über drei Längen absetzten und er schaffte seinen besten Lauf in seiner Karriere bisher. Wenig überraschend schaffte er es nicht sich im Petingo Handicap im September an diese For anzuküpfen, und auch im Irish Cesarewitch und dem Gruppe 2 WKD Hurdle im September kam es nicht zu einer Überraschung und Sharjah musste sich weiter hinten einsortieren.

Im Gruppe 1 Morgiana Hurdle  im November 2018 kam dann doch die Überraschung und Sharjah schlug seinen Stallgefährten Faugheen mit 7,5 Längen. Dabei hielt er sich in dem kleinen Feld zunächst an dritter Position, konnte die Führung an der vorletzten Hürde aber Problemlos übernehmen und ging dann weiter vor an der letzten Hürde, wo Faugheen als eigentlicher Favorit den Anschluss nicht mehr halten konnte und Sharjah ziehen lassen musste.

Sharjah startete danach noch einmal im Dezember im Gruppe 1 Ryanair Hurdle gegen Supasundae, Samcro, Melon und Petit Mouchoir, und wieder wurde Sharjah nicht als Favorit des Rennens gehandelt, sondern klar hinter einigen der Konkurrenten einsortiert – was eine klare Fehleinschätzung war. So rollte Sharjah erneut das Feld von hinten auf und verbesserte seine Position vom fünften Platz an der vorletzten Hürde auf den ersten Platz und damit die Tonangebende Position, die er dann nach dem letzten Sprung immer weiter ausbauen konnte.

Mit der Leistung im Rücken ging es ein weiteres Mal nach Cheltenham und dieses Mal sollte es besser laufen als beim letzten Jahr, wo er Achter im Supreme Novices‘ Hurdle wurde, aber auch 2019 brachte Sharjah kein Glück, denn schon an der dritten Hürde wurde er von Buveur D’Air zu Fall gebracht, und dieser Sturz schien seine Spuren hinterlassen zu haben, denn das war dann auch der letzte Start in der aktuellen Saison und selbst bei seinem Saisondebüt im Morgiana Hurdle auf Gruppe 1 Ebene schien er alles andere als fit zu sein, denn er belegte nur einen vierten Platz fast neun Längen hinter dem Sieger Saldier.

Auf den Zweiten des Rennens, Petit Mouchoir, traf er im Gruppe 1 Matheson Hurdle einen Monat später wieder, schien dabei aber wieder in Form zu kommen und gewann das Rennen mit einem überzeugenden Lauf und hätte vermutlich noch mehr aus sich herausholen können – ganz offensichtlich war Sharjah rechtzeitig zum zweiten Versuch des Sieges in einem Gruppe 1 Rennens während des Weihnachtsfestivals in Leopardstown wieder fit und gewann das Matheson Hurdle gegen Petit Mouchoir mit souveränen 3 Längen. Die 2m waren kein Problem auf weichem Untergrund und der nächste Versuch im Februar PCI Irish Champion Hurdle auf Gruppe 1 Ebene  wurde mit Spannung erwartet. Nicht nur ging es wieder gegen Petit Mouchoir, sondern auch gegen Supasundae und vor allem die aufstrebende Wunderstute Honeysuckle – die das Rennen auch knapp gegen Darver Star gewinnen konnte, während Supasundae und vor allem Sharjah kaum eine Rolle um den Sieg spielten.

Für sein Rennen beim Cheltenham Festival wählte Sharjah das Champion Hurdle und wurde nach der klaren Niederlage zuvor als Außenseiter geführt, überraschte aber mal wieder und kam auf einem klaren zweiten Platz ins Ziel. Der Favorit Epatante gewann wie erwartet das große Rennen, aber Sharjahlief ein großartiges Rennen. Er hielt sich trotz des großen Feldes im hinteren Bereich und begann erst im letzten Drittel langsam das Feld aufzurollen, während Epatante zu dem Zeitpunkt schon vorne mit dabei war. Und auch wenn Epatante aus dieser Position das meiste machte und das Rennen am Ende gewann – Sharjah lief ein hervorragendes Rennen und zeigte sehr gute Form, indem er es schaffte sich auf dem Run In noch den zweiten Platz vor Darver Star sichern zu können!
Leider endete nach dem Cheltenham Festival die Jump Saison praktisch, weil Corona sich über Europa ausbreitete, aber Sharjah versuchte trotzdem aktiv zu bleiben und bestritt zwei Renne auf dem Flat im Juni und Juli, mit mäßigen Ergebnissen. Aber dafür gelang ihm der Einstieg in die Sprung Saison hervorragend, als er das Gruppe 1 Matheson Hurdle in Leoparstown mit zwei Längen locker gewinnen konnte. Wieder hielt sich Sharjah im hinteren Bereich des Feldes, rollte aber gemütlich das Feld von hinten auf und hatte nach der letzten Hürde nur noch Aspire Tower vor sich, den er ebenfalls locker einsammelte. Vom Favoriten Saint Roi war nicht viel zu sehen, ebenso wenig von Abacadabras, der sich aber beim nächsten Rennen revanchierte, als die beiden im Irish Champion Hurdle auf Honeysuckle trafen.

Die ungeschlagene Stute dominierte das Rennen von der Front und lies keinem anderen Rennpferd eine Chance und die Taktik von Sharjah, aus dem hinteren Bereich des Feldes zum Angriff anzusetzen erwies sich als Fehler, denn Honeysuckle setzte ein hartes Tempo und Abacadabras setzte früh zur Verfolgung der Stute an, die sich bis zu fünf Längen vor das Feld setzte. Sharjah versuchte noch sich an die ersten beiden dran zu hängen und sammelte unter anderem Saint Roi und Petit Mouchoir ein, konnte aber die ersten beiden nicht mehr erreichen.

Sharjah lies sich im Champion Hurdle beim Cheltenham Festival 2021 nicht ganz so weit zurückfallen und begann fürher als sonst das Feld von hinten aufzurollen, denn er kennt das Rennen gut und der zweite Platz 2020 in diesem Rennen war einer seiner größten Erfolge in den letzten Jahren und auch wenn die Konkurrenz 2021 noch einmal besser war als die im letzten Rennen, sprang am Ende wieder der zweite Platz heraus – ein massiver Erfolg für Sharjah, der sich mit einem guten Lauf über die letzten drei Hindernisse gut drei Längen von der Vorjahressiegerin Epatante absetzten konnte – allerdings hatte er keine Chance gegen die Siegerin.

In den letzten beiden Rennen war er jeweils auf einem der ausbezahlten Plätze hinter Honeysuckle und ich denke, er hat heute sehr gute Chancen wieder genau dort zu landen. Kommt in alle Trifecta

 


29.04.2021 – Punchestown – Ryanair Novice Chase – Energumene gewinnt wie gehofft

Pferderennen in England

19:35 Ryanair Novice Chase – Gruppe 1

Für 5jährige und ältere Pferde  |  Distanz: 3.219 m  |  Preisgeld: 115.000 EURJagdrennen  |  Geläuf: Gras  |  Boden: gut bis weich
Energumene verpasste leider das Cheltenham Festival, wo das Duell mit Shishkin herbeigesehnt worden war, aber leider nicht stattfand. Energumene wurde zunächst für das Festival gemeldet, zog aber schon im Vorfeld wieder zurück und überlies Shishkin das Arkle, und so wie der Favorit auflief, ist auch nicht sicher, ob Energumene da etwas dran hätte ändern können,
Ganz anders heute im Ryanair Novice Chase am Ende der Saison in Punchestown, Energumene übernahm die Führung des kleinen Rennens und setzte sich ohne Aufwand vom Feld ab, vor den letzten beiden Hürden war sie schon gut 10 Längen vor dem Feld, ohne das Paul Townend auf ihr einen Muskel hätte bewegen müssen.
Captain Guinnes hatte ihr nichts entgegen zu setzten, tatsächlich hatte der zweite Favorit des Rennens einen sehr schlechten Tag erwischt und warf am Ende auch noch Rachael Blackmore ab, obwohl er zu diesem Zeitpunkt schon klar geschlagen war. Es scheint als hätten sowohl Blackmore als auch Energumene nach dem Festival ihren Zenit für die Saison überschritten, kein Wunder bei dem Resümee was die beste weibliche Jockey(in? – der weibliche Jockey? korrekt gendern…..) diese Saison zusammengetragen hat! Da darf auch mal ein Flop folgen!
Also, Energumene mit einem weiteren Sieg zum Saisonende und ich hoffe, ihn nächstes Jahr dann beim Cheltenham Festival zu sehen.
Die beiden Rennpferde, über die ich hier geschrieben habe im Detail:

Energumene: Der Denham Red Sohn von Willie Mullins geht als typischer Vertreter des irischen Erfolgstrainers durch. Seine Karriere begann mit einem kurzen Intermezzo in Frankreich für Sophie Lacey und einem Sieg in einem Maiden PTP Rennen, bevor er zu Mullins wechselte und fast zwei Jahre später seinen nächsten Start in Irland absolvieren sollte.

Der erste Lauf in Navan in einem NHF Rennen war durchaus vielversprechend, auch wenn am Ende „nur“ ein dritter Platz dabei heraus sprang, aber schon kurz darauf nach erneuter kleiner Pause gewann er im Januar 2020 sein erstes Rennen in Irland mit einem kleinen Sprint die letzten 100 Yards entlang, das Feld hatte er unter P.W. Mullins aber schon vorher unter Kontrolle, wie auch bei seinem nächsten Start in Gowran Park im MansionBet Get Paid As A Winner If 2nd In The Supreme Novices‘ At Cheltenham Maiden Hurdle. Obwohl er nicht jedes Hindernis sauber überspringen konnte, gewann Energumene am Ende locker mit 19 Längen und ohne jemals unter Druck zu geraten. Da war schon klar – Mullins hatte mal wieder einen starken Neuzugang in seinem Stall, von dem man noch weiter hören würde

Das nächste Mal von Energumene hörte man allerdings erst nach der Sommer (und Corona) Pause im November 2020, aber das Warten hatte sich gelohnt, denn wieder gewann Energumene das Rennen mit absoluter Leichtigkeit. Dabei hatte er wieder die Disziplin gewechselt und war in seinem ersten Chase Rennen aufgelaufen, aber er machte mit dem Feld kurzen Prozess und übernahm die Führung und sprang die Hindernisse kraftvoll, wenn auch nicht immer total sauber – was er aber auch nicht musste, um am Ende einen 18 Längen Sieg feiern zu können.

Er konnte in seinem eigenen Tempo an der Front laufen, was ihn immer weiterweg vom Feld führte, drei Hürden vor dem Ziel kam Port Stanley unter hohem Druck noch einmal kurz heran, aber Energumene musste das Tempo nicht einmal erhöhen, um zwischen den letzten beiden Hürden sich wieder frei zu schütteln und wieder weiter abzusetzen. Sehr beeindruckend!

Im Januar 2021 hatte er sich ein kleines vier Starter Rennen ausgesucht um sich erneut zu beweisen, denn mit Captain Guinness war auch dem Papier ein echt harter Konkurrent in dem Rennen, der ebenfalls eine aufsteigende Form mit vielen Vorschusslorbeeren hatte. Die beiden machten das Rennen am Ende auch unter sich aus und lieferten sich über die letzten beiden Hürden auch ein beeindruckendes Duell, was aber Energumene nach einigen kurzen Motivationen durch seinen Jockey Paul Towned am Ende doch locker für sich entscheiden konnte. Captain Guinees sah kurzzeitig so aus, als könnte er dagegen halten, musste dann abe doch einsehen, dass Energumene das bessere Pferd war und fiel noch über 8 Längen hinter dem Sieger bis zum Ziel zurück.

Mit dem Arkle Chase für das Cheltenham Festival fest im Blick ging es dann in den irischen Ableger, das Irish Arkle Novice Chase am 06.02.2021. Nach dem letzten Kantersieg ging Energumene allerdings als klarer Favorit in das Rennen und auch wenn schon einige Konkurrenten für das Rennen in Cheltenham im nächsten Monat mit von der Partie waren, gab es wenig Fragen, wer der Favorit für das Rennen war.

Die beiden trafen danach im Irish EBF Mares Hurdle Ende Dezember wieder aufeinander, und

Energumene hatte bereits gezeigt, dass er mit weichem Boden kein Problem hat und wenn überhaupt, könnte es ein Problem sein, dass er immer noch dazu neigt leicht nach rechts über die Hindernisse zu springen.

Energumene übernahm die Führung wie gewohnt, Captain Guinnes war auch wieder mit von der Partie und setzte sich gleich hinter ihn und lies den Favoriten nicht aus den Augen. Das Feld verteilte sich weit über die breite der Bahn, auf der Rückseite der Bahn patzte Captain Guiness aber und wurde aus dem Rennen genommen (oder nahm sich selbst aus dem Rennen), stattdessen kam Fraco De Port und Blackbow heran, um von einer möglichen Schwäche des Favoriten nach der letzten Hürde zu profitieren – aber auch wenn Energumene an der letzten Hürde wieder weit nach rechts sprang, reichten einige Erinnerungen mit der Peitsche von Paul Townend um ihn wieder in die richtige bahn zu bringen und Energumene zog unter einem folgenden Handritt davon um mit zehn Längen zu gewinnen.

Das Cheltenham Festival lies er leider aus und kam erst zwei Monate später in Punchestown wieder zurück auf die Rennstrecke, wo er mit einem Lauf von der Front das Ryanair Novice Chase mit absoluter Leichtigkeit gewinnen konnte. Starke Leistung, aber nach der Sommerpause will ich ein Duell gegen echte Konkurrenten sehen!

 

Captain Guinness: Der  Arakan Sohn von Henry De Bromhead hatte am Anfang seiner Karriere eine schwere Zeit, denn nachdem er sein Maidenrennen in Navan erfolgreich abgeschlossen hatte, musste er in seinem zweiten Rennen, dem Gruppe 2 Moscow Flyer Novice Hurdle dem Favoriten Andy Dufresne knapp geschlagen geben. Dass er dem Favoriten hier so zusetzten konnte, war aber schon in sich eine gute Leistung und noch kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, dann wurde er aber im Supreme Novices‘ Hurdle, den Saisonfinale in Cheltenham, an der vorletzten Hürde zu Boden gebracht, als er und Elixir D’ainay von Asterion Forlonge böse zur Seite geschubst wurden. Der Front Runner belegte am Ende einen vierten Platz, aber da wäre mehr für Captain Guiness drin gewesen, und auch nach der Sommerpause und dem Wechsel in die Chase Disziplin im Oktober 2020 setzte sich das Unglück für Captain Guiness fort. Im Cashel Beginners Chase in Tiperrary sprang er einige Male unsicher und „optisch seltsam“ und wurde vor der fünftletzten Hürde von Rachael Blackmore aus dem Rennen genommen. Racheal sagte nach dem Rennen, dass sich Captain Guinnes bei den Sprüngen gerade im hinteren Bereich instabil anfühlte und sie auf Nummer sicher gehen wollte. Die Untersuchung des Arztes ergab nichts konkretes, aber einige abnormale Werte, also wohl eine gute Entscheidung von Rachael Blackmore.

Man gönnte Caprain Guinness eine weitere kleine Pause bis zum Dezember, wo er im GAIN Supporting Laois GAA Beginners Chase in Punchestown startete und augenscheinlich wieder ganz der Alte war. Captain Guinnes übernahm die Führung des großen Feldes und setzte ein hartes Tempo, was das Feld weit auseinanderzog und die Spreu schnell vom Weizen trennte. Midnight Run zeigte ein großartiges Rennen, indem er bis zur letzten Hürde immer an Captain Guinnes dran blieb, aber am Ende reichte es nicht, um dem Favroieten und Sieger etwas entgegen zu setzten, aber es blieb der verdiente zweite Platz – fast 30 Längen vor dem Dritten!

Nach diesem Lauf ging er in das Irish Stallion Farms EBF Novice Chase in das Duell mit Energumene und Blackbow, die beide in sich schon einen echten Test darstellten. Energumene erwies sich am Ende als zu gut, interessant war aber auch, dass David Mullins in der Nachbesprechung seines Ritts auf Blackbow zu Protokoll gab, dass er den Eindruck hatte, dass ab der fünftletzten Hürde sein Pferd nicht gut genug gewesen sei, um mit Captain Guinnes und Energumene mitzugehen. Ein ziemlich klares Statement, was die Form von Blackbow auch ohne den Sturz aus dem letzten Rennen am Tag zuvor und gesundheitlichen Problemen in Frage stellt. Captain Guinnes hatte jedenfalls hier nicht die Möglichkeit, die Führung des Rennens zu übernehmen, denn Energumene schritt voran und war einfach zu stark an diesem Tag und deklassierte Captain Guiness mit gut 8 Längen.

Das hält Captain Guinness allerdings nicht davon ab, das Duell mit Ernegumene auch im nächsten Rennen wieder zu suchen, und er schien es durchaus ernst zu meinen, als die beiden sich im Gruppe 1 Irish Arkle Novice Chase wieder trafen. Captain Guinness lies Energumene nicht aus den Augen und hielt sich direkt an dem Front Runner und schien deutlich stärker zu laufen, als noch im letzten Rennen, allerdings hatten die Fans nicht die Chance, zu sehen wie er sich über die 200m längere Distanz von 3472m schlagen würde, denn Captain Guiness stürzte an der Vorletzten Hürde -schade, das Duell um den Sieg hätte ich gerne gesehen.

Gegen Shishkin im Arkle hat Captain Guiness beim Cheltenham Festival erwartungsgemäß keine Sonne gesehen und beim nächsten Duell mit Energumene warf er Rachael Blackmore aus dem Sattel  – hatte da das Rennen aber auch schon verloren und keine Chance auch nur auf einen der ausbezahlten Plätze.

Ich bin nicht sicher, ob die Chase Rennen das richtige für ihn sind, auf jeden Fall muss der Trainer über den Sommer an den Sprüngen von Captain Guiness arbeiten, denn diese haben in der Saison 2021 einen größeren Erfolg für Captain Guiness masgeblich verhindert.

 


29.04.2021 – Punchestown – Champion Stayers Hurdle – Pick: Flooring Porter

Pferderennen in England

18:25 Champion Stayers Hurdle – Gruppe 1

Für 4jährige und ältere Pferde  |  Distanz: 4.828 m  |  Preisgeld: 250.000 EUR | Hürdenrennen  |  Geläuf: Gras  |  Boden: gut bis weich  |  Platz-Regeln: 3 Plätze @ 1/5 Quot

Mein persönlicher Held aus dem Cheltenham Festival 2021 kommt heute für einen weiteren Gruppe 1 Sieg nach Punchestown, und seine Chancen stehen nicht schlecht – klar, wenn man das Stayers Hurdle beim Cheltenham Festival gewinnt, stehen die Chancen nicht schlecht einen Monat später auch den irischen Ableger für sich zu entscheiden, vor allem, wenn einer der Hauptkonkurrenten (Beacon Edge) heute im letzten Rennen keine Chance hatte.

Flooring Porter hat mir einen netten 3er eingebracht (188er Quote) und auch heute sollte er nur sehr schwer zu schlagen sein, wenn er auch nur annährend in der Form vom Cheltenham Festival auflaufen kann.

Beacon Edge wurde Vierter in jenem Rennen und lief damit ein sehr gutes Rennen, verlor aber zum Ziel hin immer mehr den Anschluss. Ronald Pump beeindruckte mich im Hatton’s Grace Hurdle mit seinem Lauf gegen Honeysuckle, die ihn nur mit viel Arbeit und einer halben Länge schlagen konnte und letztes Jahr war er beim Cheltenham Festival im Paddy Power Stayers‘ Hurdle Zweiter. Er lies das Festival aus und wenn er nach der Pause seit November trotzdem fit ist, ist er meiner Meinung nach der Hauptkonkurrent von Flooring Porter heute. Fury Road hate beim Stayers Hurdle kein Glück und einen schlechten Tag erwischt, war zwuvor von der Form her Beacon Edge aber ebenbürtig und könnte heute einen der Plätze holen – wie auch The Storyteller, dem ich deutlich mehr zutraue, als seinen etwas lahmen fünften Platz beim Cheltenham Festival. Er ist mein EW Pick für heute

Meine Picks für das Rennen:

Flooring Porter: Nun, es scheint als traue man Flooring Porter noch nicht so ganz über den Weg mit seinem Sieg beim Stayers Hurdle beim Cheltenham Festival, oder warum bekommt man noch so eine gute Quote auf ihn? Die meisten Konkurrenten von Rang hatte er beim Stayers Hurdle fest im Griff und

Der Yeats Sohn von Gavon Cromwell war am Anfang seiner Karriere noch eher unscheinbar – 5 Versuche bis er sein Maidenrennen gewinnen konnte, dann nur ein Sieg aus vier Rennen über Hürden, aber 2020 begann er so langsam in Fahrt zu kommen Zweiter Platz auf schwerem Boden über 2m7f in Navan im Februar, dann in einem der wenigen noch übrig gebliebenen Rennen im Juli (Die Corona Krise hatte viele Meetings zum Schließen gezwungen) ein Sieg in Gowran über 3m2 f und guten Untergrund und danach ein dritter Platz in Galway im Guinness Handicap Hurdle.

Bei diesem dritten Platz zeigte Flooring Partner schon, dass er eine Menge Ausdauer hat, denn er konnte sich auf den letzten Metern des 2m7f Rennen mit einem starken Lauf zum Ziel immerhin den ausbezahlten dritten Platz sichern. Wenn er auf weichem Untergrund so spät im Rennen noch so viel Kraft übrig hat, macht das natürlich Hoffnung für die Ausdauerrennen, die natürlich auch sein weiteres Ziel in der Saison 20/21 nach der Winterpause waren.

Da startete er erneut in Gowran Park im Good Enuf 2 Eat Caterers At Gowran Park Handicap Hurdle über 3 Meilen auf gutem Untergrund und errang einen klaren zweiten Platz – Streets Of Doyen war zar uneinholbar fünf Längen vor ihm durchs Ziel gergangen, aber auch einen ganzen Stone leichter und der Favorit für das Rennen – so gesehen ging der zweite Platz völlig in Ordnung und Flooring Partner baute auf dieses Erfolg mit einem Sieg im eCOMM Merchant Solutions Handicap Hurdle, einem Grade B Hurdle in Navan, im Dezember 2020 mit einem Sieg auf.

In diesem Rennen übernahm Flooring Partner die Fürhung und gab diese auch nicht mehr ab. So einfach war es natürlich nicht über die gesamte Strecke für ihn, aber nachdem er die Führung an der ersten Hürde übernommen hatte, baute er schrittweise seinen Vorsprung bis auf fünf Längen aus, die ab der viertletzten Hürde aber wieder fast komplett eingeschmolzen worden waren. Ab da wurde es spannend, baute Flooring Partner doch einen schweren Fehler an der drittletzten Hürde ein und musste auch an der letzten Hürde nach einem erneuten schweren Fehler sein Momentum komplett neu aufbauen, kam aber trotzdem mit 12 Längen Vorsprung ins Ziel.

Wären die Fehler nicht gewesen, was für ein Lauf wäre das gewesen! So blieb aber eine Sorge, dass er mit diesen Sprüngen auf höherem Niveau nicht würde bestehen können, als er ebenfalls im Dezember das Gruppe 1 Leopardstown Christmas Hurdle ins Auge fasste. Dort allerdings sprang er deutlich besser und vermied die schweren Fehler aus dem letzten Rennen, übernahm aber wieder die Führung des Feldes und zog das Feld erneut weit auseinander. Wieder geriet er ab der viertletzten Hürde unter Druck, vielleicht weil er eine kleine Pause gegönnt bekam. Denn als Jonathan Moore auf ihm erneut zu arbeiten begann setzte er sich schnell zwei bis drei Längen von seinen Verfolgern ab und sprang die letzten beiden Hürden schnell und sauber. An der letzten Hürde übersprang er das Hinderniss sogar ein wenig, also sprang zu kraftvoll und zu hoch, so dass er beim Landen ein bisschen wanderte und Momentum verlor, aber das machte nichts und Flooring Partner setzte sich auf der Zielegraden insgesamt 6 Längen ab – und schlug damit die direkten Konkurrenten im Stayers Hurdle Sire Du Berlais und Fury Road, was ein sehr gutes Vorzeichen für das große Rennen war.

 

Beim Stayers Hurdle beim Cheltenham Festival traute man ihm noch nicht recht über den Weg und hielt sowohl Paisley Park als auch Sire Du Berlais für stärker, beide Konkurrenten hatten aber keine Chance gegen Flooring Porter, der durchweg gute Sprünge zeigte und mit viel Kraft in den Sprint den Hügel hinauf zum Ziel ging. Er sah schon vor der drittletzten Hürde wie der Sieger des Rennens aus, hatte er doch augenscheinlich noch die meiste Kraft übrig und setzte die Konkurrenz gehörig unter Druck. Nach der letzten Hürde wurde dann sein Vorsprung kontinuierlich größer, bis er am Ende fast fünf Längen betrug. Flooring Porter geriert in dem Rennen niemals unter Druck und sollte demnach auch heute nur schwer zu schlagen sein.

 

Fury Road: Der Stowaway Sohn ist ein weiterer, der von Gordon Elliot weggeholt wurde, nachdem der Skandal um das Foto mit dem toten Pferd öffentlich wurde. Nun also bei Mrs. Denise Foster, zuvor war Fury Road unter Gordon Elliot allerdings durchaus erfolgreich gewesen. Der hatte ihn 2018 übernommen und langsam aufgebaut, bis er in der Saison 19/20 in den Hürdenrennen einen Lauf hatte und unter anderem direkt aufeinander folgend das Gruppe 3 „Monksfield“ Novice Hurdle und das Gruppe 2 Lyons Of Limerick Jaguar Land Rover Novice Hurdle gewinnen konnte, und das stellenweise sehr dominant. Es gab einen kleinen Rücksetzer auf dem Weg zum Cheltenham Festival als er in Gruppe 1 Nathaniel Lacy & Ptnrs Solicitors „50,000 Cheltenham Bonus For Stable Staff“ Novice Hurdle nur einen veriten Platz belegen jonnte, aber beim Cheltenham Festival selber verpasste er den SIeg gegen den brillanten Monkfisch nur knapp.

Fury Road war in das Gruppe 1 Albert Bartlett Novices‘ Hurdle als einer der Favoriten gestartet, das Feld war 2020 dicht gepackt und eine ganze Reihe von Pferden startete mit Quoten von 4-6 und damit in den reihen der Favoriten, und diese waren es am Ende auch, die das Rennen unter sich ausmachten. Die ersten Vier trennte an der Ziellinie weniger als 1,5 Längen, die ersten Drei kamen sogar unter einer halben Länge Differenz ins Ziel. Fury Road hatte auf der Zielgraden stellenweise die Führung übernehmen können und war nur auf den letzten Yards von Latest Exhibition und Monkfish überholt worden und fand unter Davy Russel einfach nicht die Kraft, um das bisschen Rückstand am Ende noch gut zu machen.
Das war aber ein sehr respektabler dritter Platz und Fury Road startet selbstbewusst mit einem Sieg im Gruppe 2 Unibet 1000th Race Celebration Hurdle in die neue Saison 20&21.

Der Sieg war gegen die dort antretende Konkurrenz aber auch so erwartet worden und als er im Leopardstown Christmas Hurdle gegen besseren Konkurrenten antreten musste, musste man feststellen, dass Fury Road ab der vorletzten Hürde einfach nicht das Tempo hatte, um die Konkurrenten wie Flooring Porter oder he Storyteller unter Druck zu setzen. Er besserte seine Form danach mit einem zweiten Platz im Gruppe 2 Ladbrokes Ireland Boyne Hurdle, wo er wieder kurz vor dem Ziel den Sieg aus den Händen gab. Allerdings war das Rennen auch in einem recht langsamen Tempo gelaufen worden und auch Cheltenham Festival Stayers Hurdle war das eine ganz andere Angelegenheit – mehr Pferde, mehr Tempo und bessere Konkurrenz.

Einer der vielen Konkurrenten brachte das Rennen für Fury Road dann zum Ende, denn Linsnagar Oscar behinderte mit seinem Sturz an der siebten Hürde Fury Road, der sich davon nie richtig erholte und die Hindernisse danach nicht mehr mit selben Initiative sprang. Er hat Potential, aber es ist spät in der Saison und das Rennen wird schwer.

The Storyteller: Der Shantou Sohn von Trainer Gordon Elliot wechselte wie so viele andere Pferde von Gordon Elliot vor dem Festival zu seiner neuen Trainerin Denie Foster.

The Storyteller ist mit seinen zehn Jahren und über 35 Rennen schon ein echter Veteran, der seine Karriere im Jahr 2015 in einem Maidenrennen begann, und bis zum Januar 2017 mit wechselndem Erfolg NHF und Maidenrennen bestritt. Interessant wurde es dann das erste Mal im Januar 2017, wo er ein Novice Hürdenrennen über 2m6f in Thurles locker gewinnen konnte und dann gegen bessere Konkurrenz in Fairyhouse in den nächsten beiden Rennen nach der Sommerpause gut abschnitt. Das war der Startschuss für die ersten Gruppenrennen im Jahr 2018, begonnen beim Gruppe 3 Total Event Rental Stakes, welches er mit einem dritten Platz abschließen konnte, über das Total Event Rental Gruppe 3 Rennen in Punchestown zum ersten Gruppe 1 Rennen in Form des Flogas Novice Chase über 2m5f. Das Rennen wurde allerdings am Ende nur mit einem siebten Platz abgeschlossen und Monalee hatte The Stroyteller fest im Griff. Der hatte bei der letzten Hürde schon keine Chance mehr an die davoneilenden Konkurrenten heran zu kommen, und Gruppe 1 schien schon ein wenig außerhalb der Reichweite zu sein – aber nicht zu lange!

Beim Cheltenham Festival entschied er sich zur Teilnahme am Gruppe 3 Brown Advisory & Merriebelle Stable Plate Handicap Chase, und die Entscheidung, das Niveau ein wenig zu reduzieren, zahlte sich voll aus – The Storyteller gewann das stark besetzte Gruppe 3 Rennen in einem spannenden Duell gegen Splash Of Ginger und wie wir alle wissen, ist ein Gruppe 3 Rennen beim Festival wie ein Gruppe 1 Rennen auf einem nicht so gut besuchten Lurs, und so war der nächste Versuch im April im Gruppe 1 Ryanair Gold Cup Novice Chase in Fairyhouse war alles andere als außer Reichweite – wenn auch die Kraft am Ende wieder auf der Zielgeraden nicht ausgereicht hat, um mit den Favoriten mitzugehen und um den Sieg mitzulaufen. Der fünfte Platz war okay, mehr aber auch nicht – aber die Saison war ja auch noch nicht zu Ende, und es folgte ein Start im Growise Champion Novice Chase – und dieses Mal sollte es mit dem Sieg auf Gruppe 1 Ebene klappen, denn dieses Mal war der Sprint auf den letzten Metern extrem stark und keiner der Konkurrenten kam noch an ihn heran. Der lockere Sieg wurde aber auch durch den Sturz von Monalee begünstigt, die drei Hürden vor dem Ziel noch extrem stark auflief!

Aber da fragt natürlich nach dem gewonnen Gruppe 1 Rennen keiner mehr nach und The Storryteller konnte zufrieden in die Sommerpause gehen, die nach 193 Tagen im November 2018 beendet wurde. Die Saison 2018/19 war allerdings am Ende klar hinter den Erwartungen zurückgeblieben, neben einem nicht beendeten (Pulled Up) Lauf im Ryanair Chase beim Cheltenham Festival lief er auch im John Durkham Memorial Chase, dem Savills Chase und dem Irish Gold Cup unter der Form des letzten jahres, und die gesamte Saison blieb ohne Sieg, aber immerhin gab es einige gute Plätze, und am Ende gab es auch noch eine Platzierung auf Gruppe 1 Ebene, dem Coral Punchestown Gold Cup – das waren allerdings dann am Ende doch 24 Längen Rückstand auf den Sieger und so richtig freuen konnte man sich nicht über diesen Erfolg, dafür basierte er doch zu viel auf dem Versagen der anderen Starter, und nicht der guten Leistung von The Storteller – der auch nach der nächsten Pause und dem Start in die Saison 19/20 seiner Form weiter hinterher lief…

So floppte er beim Saisondebüt in Gowran im Gruppe 2 Champion Chase mit einem klaren letzten Platz und warf seinen Jockey Davy Russel im nachfolgenden Gruppe 1 118th Grand National Hurdle Stakes ab, nachdem er schon den Anschluss an die Führungsgruppe verloren hatte und chancenlos war – der Abwurf besiegelte das nur. The Storyteller verließ danach zunächst die Gruppeneben und bestritt einige Handicap mit gemixten Ergebnissen, umso überraschender war, dass er dann beim Cheltenham Festival über 3m auf weichem Boden im Gruppe 3 Pertemps Network Final Handicap Hurdle einen zweiten Platz erreichen konnte, nur knapp unter einer halben Länge hinter Sire Du Berlais – und weit vor den Verfolgern auf dem dritten und folgenden Plätzen.

Wieder ging es in die Sommerpause, und dieses Mal kam The Storyteller in besserer Form zurück. Beim Saisondebüt im Tote Galway Plate musste er noch vorzeitig abbrechen, aber danach gewann er zwei gute Handicaps in Galway über 2m6f, einmal gegen Sub Lieutenant und einmal gegen My Sister Sarah, um dann wieder auf Gruppenniveau hoch zu gehen und im Gruppe 2 PWC Champion Chase einen zweiten Platz zu belegen – eine sehr gute Leistung, auch wenn Easy Game leichtes Spiel mit dem Feld hatte und mit einem etwas saubererem Lauf sicher auch noch mehr als die sieben Längen Vorsprung herausholen hätte können. Seis drum, denn The Storyteller gewann mit dem selben Vorsprung das nachfolgende Gruppe 3 Irish Daily Star Salutes Our Frontline Heroes Chase über 3m. In diesem Rennen sortierte sich The Storyteller wie so oft ehe rim hinteren Bereich des Feldes ein und begann erst drei Hürden vor dem Ziel langsam das Feld aufzuholen, konnte aber einen Konkurrenten nach dem anderen überholen, um dann am Ende ab der letzten Hürde seinen Vorsprung nach Belieben weiter auszubauen!

Die Konkurrenz war alles andere als einfach und die Konditionen ähnlich wie Ende Dezember im Gruppe 1 Leopardstown Christmas Hurdle, so dass man durchaus einen starken Lauf von The Storyteller erwarten konnte – und genau diesen zeigte er auch. The Storyteller hielt sich er im hinteren Bereich des Feldes und überlies es Flooring Porter, das Tempo zu setzen, was dieser auch gerne übernahm und sich teilweise bis zu fünf Längen vor die Konkurrenz setzte, die an der viertletzten Hürde aber auf ihn aufschließen konnte und den Front Runner unter Druck zu setzen schien, Das war auch der Zeitpunkt, an dem The Storyteller auf Flooring Porter aufgeschlossen hatte, der allerdings mit einem weiteren Tempowechsel erneut einige Längen vor das Feld zog und seinen Vorsprung auf der Zielgeraden noch auf sechs Längen ausbauen konnte.

The Storyteller bleib dran und hielt knapp seinen zweiten Platz gegen Sire Du Berlais, hatte aber dem Tempo nichts entgegen zu setzen, Im Gruppe 1 Paddy Power Irish Gold Cup wurde er von der Quote her wegen seinem letzten Lauf ziemlich abgestraft und wurde als klarer Außenseiter gehandelt, Keith Donoghue versuchte mit The Storyteller dieses Mal aber auch gar nicht, das ganze Feld von hinten aufzurollen sondern blieb hinter den Führenden im Mittelfeld und war so an der letzten Hürde dran an den Pacesettern, um seinen Angriff zu starten. Das Tempo hatte stark angezogen auf dem Weg zum letzten Hindernis und das Feld war hinter dem Pacesetter Kemboy dicht gepackt, aber Kemboy hatte immer noch genug Kraft übrig und konnte den Angriff von The Storyteller abwehren, der aber auch der Einzige war, der das Tempo überhaupt noch mitgehen konnte. Sehr starker Lauf von ihm, aber er konnte das Tempo im Stayers Hurdle nicht mitgehen und der Versuch, das Feld spät von hinten aufzurollen scheiterte. Mehr als auf neun Längen kam er an Flooring Porter nicht heran und auch auf den vierten Platz hatte er noch vier Längen Rückstand. Einige kleine Fehler und das teilweise ordentliche Tempo welches vom Sieger Flooring Porter gesetzt wurde waren zu viel für The Storyteller, also muss er heute näher ran an den Pacesetter, wenn er etwas reißen will.


09.04.2021 – Aintree – Mildmay Novices‘ Chase – Pick: Shan Blue EW

Pferderennen in England

15:50 Mildmay Novices‘ Chase – Gruppe 1

Für 5jährige und ältere Pferde  |  Distanz: 5.020 m  |  Preisgeld: 75.000 GBPJagdrennen  |  Geläuf: Gras  |  Boden: gut bis weich  |  Platz-Regeln: 2 Plätze @ 1/4 Quote
Ich mag Shan Blue in diesem Rennen muss ich sagen – und das, obwohl er im Marsh Novices Chase klar und deutlich von Chantry House geschlagen wurde. Das Rennen fiel aber ohnehin auseinander, nachdem der klare Favorit Envoi Allen früh gestürzt  war und Shan Blue versuchte mit einem frühen Tempowechsel das Rennen für sich zu entscheiden, konnte das gesetzte Tempo aber nicht durchalten und wurde von Chantry House und den anderen eingeholt – und überholt. Aber zeitweise sah es aus, als würde Shan Blue einfach davonrennen und mit der Rückkehr heute zur längeren Distanz – über die Shan Blue zwar auch noch nicht gelaufen ist, aber über die 4828m im Gruppe 1 Kauto Star Novices Chase im Dezember brilliert hatte.
Der Kurs sollte ihm liegen, er hat eigentlich Ausdauer ohne Ende und es war meiner Meinung nach ein taktischer Fehler, der ihn den Sieg beim Cheltenham Festival gekostet hat.
Favorit Chantry House hingegen war lange Zeit außerhalb seiner Komfortzone in dem Rennen, als Shan Blue das Tempo erhöht hatte und muss heute über einen Kilometer mehr laufen, was er noch nie getan hat. Trainer Nicky Henderson ist offensichtlich zuversichtlich für dieses Rennen und der Markt spricht ebenfalls für ihn.
Fiddlerontheroof hat eine ganze Serie von zweiten Plätzen in den letzten beiden Jahren zusammengetragen und ich habe ihn hier für den selben Platz gebucht – er hat die nötoge Erfahrung über die Distanz und die nötige Beständigkeit in seiner Form, um sich hier vorne zu platzieren und wird mit Sicherheit die Scherben aufsammeln, sollten Shan Blue oder Chantry House schwächeln. Einer der Banker für den Trifecta in diesem Rennen für mich, auch wenn Monkfish ihn beim Cheltenham Festival am Ende im Brown Advisory Novices Chase noch fast sieben Längen abhängen konnte. Im Hampton Novices Chase war er aber nah an Next Destivantion dran und zuvor wurde er von Allart nur unter drei Längen im Noel Novices Chase geschlagen. Das sind alles solide, wenn auch nicht überragende Leistungen, aber genau diese beständige Form bringt ihm hier mindestens einen Platz ein.
Espoir De Romay, der Kap Rock Sohn aus Frankreich machte mit einem Kantersieg in Leicester auf sich aufmerksam machen, als er über 4046m einen Trainisnglauf absolvierte und die Konkurrenz mit gut zehn Längen auf die Bretter schickte. Das war optisch sehr sehr beeindruckend, auch wenn mir nicht jeder der Sprünge gefallen hat und die Konkurrenz heute eine ganz andere Klasse ist. Schwer einzuschätzen und zu der Quote – nein danke.
Bleibt noch The Big Breakaway, der Getaway Sohn von Collin Tizzard, von dem man ausgeht, dass er die Distanz heute mögen wird und an seine Leistung im Kauto Star Novices Chase gegen Shan Blue ankmüpfen kann. Dort kosteten ihn seine inneffizienten Sprünge einiges an Momentum und er gab das rennen damit vielleicht an Shan Blue ab. Für die Niederlage im Brown Advisory Novices Chase beim Cheltenham Festival wird als Erklärung für die klare Niederlage der Versuch herangeführt, mit Monkfish über lange Distanz im Duell gewesen zu sein. Aber ehrlich gesagt – er wurde in seinen letzten beiden Rennen von zwei der heutigen Konkurrenten recht deutlich geschlagen worden  – die heute zu höheren Quoten zu haben sind…. ich bin nicht überzeugt, dass er sowohl Fiddlerontheroof als auch Shan Blue schlagen kann, aber für alle Beteiligten ist es ja auch noch ziemlich früh in der Karriere.

09.04.2021 – Aintree – Marsh (Melling) Chase – Pick: Fakir D’oudairies / Dashel Drasher EW

Pferderennen in England

16:25 Marsh Chase – Gruppe 1

Für 5jährige und ältere Pferde | Distanz: 4.005 m | Preisgeld: 187.000 GBP | Jagdrennen | Geläuf: Gras | Boden: gut bis weich | Platz-Regeln: 3 Plätze @ 1/5 Quote

 

Es gibt die typischen Verdächtigen – Fakir D’oudaries, Notebook und vor allem Politologue bieten sich an – aber mir hat Dashel Drasher bei seinem Sieg im Betfair Ascot Chase sehr gut gefallen, als er sich hinter dem führenden Favoriten Cyrname einsortiert hatte, diesen konstant unter Druck gesetzt hatte bis er an der 12ten Hürde selbst die Führung übernehmen konnte und dann sich ab er dreizehnten Hürde ein Stück absetzten konnte, nur um durch einen unnötigen Fehler an der letzten Hürde noch einmal unter Druck zu geraten.

Aber er hatte die Kraft um die Attacke von Master Tommytucker abzuwehren und sah stark aus. Ich habe mich auf seinen Lauf beim Cheltenham Festival gefreut, der wurde aber wegen zu weichem Boden abgesagt- mit schnellerem Boden heute, wird Dashel Drasher in der Lage sein, sich gegen die großen Namen durchzusetzen? Ich denke, das ist durchaus möglich.

Allerdings haben wir drei Front Runner unter den ersten vier Favoriten, das könnte also dafür Sorgen, dass am Ende Fakir D’oudairies das Feld von hinten aufrollen kann…. enges Rennen

Die großen Namen im Detail:

Fakir D’oudairies:  Supreme Novices 2019 – vierte Platz, Arkle 2020 – zweite Platz, Ryanair 2021 zweite Platz – hier nun der verdiente Sieg? 2019 scheiterte er nur denkbar knapp im Doom Bar Juvenile Hurdle bei diesem Meeting  nun die Chancen von Fakri D’oudairies stehen nicht schlecht, wenn er seine Form aus dem Cheltenham Festival übertragen kann.

Der Kapgarde Sohn von Trainer Joseph O’Brien ist ein sehr interessanter Starter in diesem Feld. Seine Karriere auf dem Flat war eher überschaubar, über Hürden konnte er allerdings schon zeigen was er kann und einige hoch gehandelte Rennen gewinnen oder fast gewinnen. So gewann er das JCB Triumph Trial Juvenile Hurdle 2019 mit einem beeindruckenden Lauf nach der drittletzten Hürde, der Rest des Feldes hatte keine Chance sich an seine Fersen zu heften als Fakir D’oudairies sich auf dem Weg zu seinem 13 Längen Sieg machte. Beim Cheltenham Festival 2019 nahm Fakir D’oudairies dann am Sky Bet Supreme Novices‘ Hurdle als Joint Favorite teil, konnte das hohe Tempo aber während des Rennens teilweise nicht mitgehen und geriet ins Hintertreffen. gerade an der drittletzten Hürde wo das Tempo immer weiter anzog  -blieb aber trotzdem dran und holte sich zumindest einen vierten Platz am Ende, was eine gute Leistung in diesem stark besetzten Rennen war. Auch im Gruppe 1 Doom Bar Anniversary 4-Y-O Juvenile Hurdle über 2m1f  im April sammelte sich Fakir D’oudairies gegen Ende des Rennens noch einmal und setzte zum Angriff auf Pentland Hills an – und ihn fast noch eingesammelt, aber am Ende fehlte dann doch noch ein Nacken.

Er startete dann noch einen Monat später im AES Champion Hurdle im Mai 2019 über 3219m gegen Fusil Raffles und French Made, musste sich aber erneut mit dem zweiten Platz zufrieden geben, als Fusil Raffles sich auf der Zielgeraden von ihm absetzte, dieses Mal war die Niederlage etwas klarer, aber der zweite Platz war für Fakir D’oudairies trotzdem sicher.

Nach der Sommerpause ging es für Fakir D’oudairies wie für viele seiner Altersgenossen in die Chase Rennen, welche er mit einem Sieg im November im Irish Stallion EBF Chase feiern konnte. Das Rennen war mit Konkurrenten wie Melon extrem hart besetzt und hätte auch gut und gern ein Gruppenrennen sein können, so viele Konkurrenten von guter Klasse hatten sich eingefunden, aber natürlich war der Fokus auf dem Gruppensieger und zweiten des Champion Hurdle 2019 Melon konzentriert. Dieser lief auch ein hervorragendes Rennen, aber am Ende gewann Fakir D’oudairies mit drei Längen Vorsprung und sicherte sich einen wichtigen Chase Sieg. Da war der Gruppe 1  Sieg im Drinmore Novice Chase im Dezember schon fast Nebensache, vor allem nachdem der einzige Konkurrent auf dem Papier, Samcro an der vorletzten Hürde stürzte und Fakir D’oudairies alleine an der Front lies. Nach dem Sturz des Konkurrenten Samcro, der augenscheinlich dabei war ihm ihm das Leben schwer zu machen, ging es nur noch darum die letzte Hürde sauber zu nehmen und das Rennen nach Hause zu bringen.

Den Gefallen taten ihm die Konkurrenten im Racing Post Novice Chase im Dezember nicht, als er gegen Notebook und Laurina ran musste. Laurina war nicht der Rede wert in diesem Rennen und musste früh zurückstecken, aber Notebook erweis sich als harter Konkurrent, der auf der Rückgeraden den Angriff von Fakir D’oudairies annahm und nicht beiseite wich. Im letzten Turn war Royal Rendevouz noch direkt neben Notebook und Fakir D’oudairies, vor der letzten Hürde hatte Notebook sich aber einen kleinen Vorsprung gesichert und besiegelte seinen Sieg über Fakir D’oudairies mit einem schnellen kraftvollen Sprung über die letzte Hürde. Hätte Mark Walsh nicht sein Steigeisen verloren zwischen den letzten beiden Hürden, wer weiß, vielleicht hätte Fakir D’oudairies auch dieses Rennen gewinnen können? Die Frage stellte sich allerdings beim nachfolgenden Savills Chase bei einem Versuch über 3m erst gar nicht, denn da konnte Fakir D’Oudaries keinen Stich landen und musste sich klar geschlagen geben, als er das Rennen an der vorletzten Hürde vorzeitig beenden musste.

Im nachfolgenden Dublin Chase über deutlich kürzere Distanz war Fakir D’Oudaries aber wieder da und konnte sich hinter dem herausragenden und lockeren Sieger Chacun Pour Soi einen guten zweiten Platz sichern. An der letzten Hürde sah es noch so aus, als ob er dem Favoriten Probleme bereiten könnte, aber als Chacu Pour Soi dann Gas gab, war er doch auf und davon und lies den anderen den Kampf um die ausbezahlten Plätze.

Fakir D’Oudaries lief besser als von ihm erwartet worden war und konnte seine Form dann beim Cheltenham Festival beim Ryanair Chase noch einmal bestätigen. In dem Rennen lief Allaho die Konkurrenz als Pacesetter in Grund und Boden und konnte am Ende mit 12 Längen gewinnen, Fakir D’oudairies lief aber ein großartiges Rennen indem er vor dem Einbiegen in die Zielgerade begann Boden gut zu machen und unter einem extrem langen Drive seines Jockeys Marc Walsh sich noch einen zweiten Platz sichern konnte. Das war ein Kraftakt, der heute hoffentlich nicht zu viele Spuren hinterlassen hat, eine Wiederholung würde aber ausreichen

 

PolitologueDer Poliglote Sohn ist in Form wie nie bisher, hat sein höchstes Rating bisher erreicht (wir haben die 169 geknackt!) und sieht topfit aus, um sich hier auf Gruppe1 Ebene endlich für seine bestechende Form zu belohnen, die drei Rennen über ein Jahr umfasst!

Obwohl einiges an Pace in diesem Feld ist, könnte er es erneut schaffen, seine Position als Front Runner in diesem Feld zu sichern, Politologue kommt aber auch mit Konkurrenz um die Führung klar und wird sicher stellen, dass dieses Rennen mit einem ordentlichen Tempo gelaufen wird, und Harry Cobden bleibt im Sattel erhalten – aber ob das ein gutes Zeichen ist? Das letzte Rennen war einer der Auslöser, das Festival 2021 auszulassen. Der zweite Platz mit sieben Längen Rückstand bei der Rückkehr von Cobden im Sattel im Clarence House Chase war ein bitterer Rückschlag bei seinen hohen Zielen.

 

Seit Cobden vor diesem Rennen mit Politologue auf der Rennstrecke tätig war – das war als er 2019 im Tingle Creek hinter Defi Du Seuil nur Fünfter wurde, mit Wainting Patiently auf den dritten Platz – hat der Zehnjährige zwei der besten Leistungen seiner Karriere zeigen können und war vor der Niederlag unbestritten in der besten Form seines Lebens.

Politologue , der ein beeindruckender Gewinner  mit neuneinhalb Längen im Champion Chase in Cheltenham im März 2020 war, tauchte im Dezember 2021in Sandown das erste Mal in der neuen Saison auf, um die von Cobden gerittenen Greaneteen im Tingle Creek um sieben Längen zu schlagen.

 

Die selbe Distanz unterlag dann allerdings Politologue im Clarence House Chase im Februar unter Cobden gegen First Flow und David Bass, asl Politologue versuchte, das Tempo zu setzen, aber auf den letzten 200m das selbst gewählte Tempo nicht halten konnte. Das konnte er schon mal besser und mit der selben Taktik hat er schon große Rennen gewinnen können – unter anderem dieses rennen im Jahr 2019!

Seine Karriere begann in Frankreich, bereits nach zwei Starts und einem gewonnenen Handicap wechselte er noch in der Saison 2015 zu Paul Nicholls, der ihn im Dezember 2015 das erste Mal über Hürden starten lies. Er hätte das Rennen in Cheltenham vermutlich gewonnen, wenn er nicht an der letzten Hürde Sam Twiston Davies abgeworfen hätte und so North Hill Harvey den Vortritt gelassen hätte. Der Eindruck aus dem ersten Rennen war jedenfalls so gut, dass er noch im Dezember sein erstes Gruppe 1 Rennen bestritt, allerdings traten im Challow Hurdle nur drei Starter an und Barters Hill hatte das Rennen fest im Griff. Trotzdem wurde das Festival 2015 ins Auge gefasst, auf dem Weg dorthin gewann Politolouge das Bathwick Novices‘ Hurdle im Februar 2016 mit Leichtigkeit. Trotz des immer noch leichten Gewichts verlief allerdings der Start im Coral Cup alles andere als erfolgreich und Politologue musste sich weit hinten im Feld einsortieren, nachdem er schlicht nicht die Form hatte, um mit den Führenden mithalten zu können.
Paul Nicholls reduzierte danach den Anspruch an seinen Starter und lies ihn zunächst über den Sommer zurück ins Trainingslager kommen. Dazu wechselte Politologue in der Saison 16/17 die Disziplin und startete fortan in Chase Rennen, was ihm sichtlich gut getan hat. Bereits den ersten Start nach der Sommerpause gewann er mit Leichtigkeit und auch der Lauf im Gruppe 2 Mitie Noel Novices‘ Chase gegen ein kleines Feld war mehr Formsache als wirkliche Herausforderung. Im Januar 2017 erlitt er etwas überraschend im Gruppe 2 Evening Novices‘ Chase eine Niederlage gegen Waiting Patiently, der allerdings einen sehr guten Tag erwischt hatte und eines seiner besten Rennen bisher lief.

Mit einem weiteren kleinen Vorbereitungslauf ging es dann zum Festival und dem Gruppe 1 JLT Novices‘ Chase, wo er hinter Yorkhill, Top Notch und Disko einen guten vierten Platz belegen konnte. Zwar wurde er während dem Rennen den ersten drei nicht wirklich gefährlich, bis zur vorletzten Hürde lief er aber ganz vorne mit und hatte damit einen seiner größten Erfolge zu feiern.

Dementsprechend lief er im Gruppe 1 Doom Bar Maghull Novices‘ Chase als Co-Favorit auf, stürzte aber erneut an der letzten Hürde, als er von San Benedeto und Forest Bihan stark unter Druck gesetzt wurde und von seinem Jockey Sam Twiston Davies bereits hart angetrieben werden musste. So richtig den Anschluss an die absolute Spitzengruppe hatte Politologue damit erneut verpass, nach der Sommerpause kam er im Gruppe 2 188Bet Haldon Gold Cup allerdings erneut in Bestform zurück. In jenem Rennen konnte er auf weichem Boden über 2m1f San Benedeto souverän schlagen, und dass, obwohl der Konkurrent einige Pfund leichter unterwegs gewesen war. Auch beim nachfolgenden Lauf im Gruppe 1 Betfair Tingle Creek Chase  setzte sich Politologue erneut durch, dieses Mal gegen den hoch gehandelten Fox Norton, wenn auch nur mit einer halben Länge. Nach der letzten Hürde schaffte es Politologue, Fox Norton unter einem harten Ritt immer knapp hinter sich zu halten und damit dem eigentlich haushohen Favoriten den Sieg zu verwehren, was seine bisher beste Leistung darstellt.

Im nachfolgenden Gruppe 2 Unibet Desert Orchid Chase war mit Special Tiara eigentlich ein hochklassiger Konkurrent angetreten, der Politologue auf Herz und Nieren hatte testen sollen, allerdings stürzte Special Tiara an der achten Hürde und beendete damit das Rennen für sich. Zu diesem Zeitpunkt war Special Tiara noch in bestem Lauf und hätte mit Sicherheit für Gefahr gesorgt, so gewann Politologue ungefährdet gegen die verbleibenden beiden Außenseiter. Er hat sich zu einem der besten 2miler im britischen Pferderennsport entwickelt, fand in Altior aber seinen Meister im Betfair Exchange Chase gefunden und verlor das Rennen am Ende klar gegen das Ausnahmepferd. Das Rennen war faktisch ein Matchrace zwischen den beiden und Valdez als Dritter spielte nie eine Rolle. Bis zur letzten Hürde liefen Politologue und Altior Seite an Seite, dann wurde Altior aber von seinem Jockey Nico De Boinville losgeschickt und setzte sich locker von seinem Verfolger ab. Auch beim erneuten Aufeinandertreffen mit dem Konkurrenten lief es ähnlich, nur dass sich auch Min im Betway Queen Mother Champion Chase weit von Politologue absetzen konnte. Auch wenn Politologue um Weihnachten noch aussah als ob er einer der besten 2 Miler der Insel werden würde, hat das Aufeinandertreffen mit der Spitzenklasse seine Leistungen in die richtige Perspektive gerückt, er bekam aber Mitte April im Gruppe 1 Melling Chase eine weitere Chance sich gegen Min und Balko Des Flos zu beweisen und dieses Mal schaffte er es tatsächlich, wieder an die Form von Weihnachten anzuknüpfen und die Konkurrenten um knapp unter einer halben Länge schlagen.

Und auch nach der Sommerpause knüpfte er über die 4223m an seine Form vor der Pause nahtlos an udn gewann am Ende gegen den Co Favoriten Carhel mit gut einer halben Länge. Das King George IV im Dezember war das nächste Ziel von Politolougue, allerdings war es schon im Vorfeld relativ klar, dass die Distanz viel zu lang für ihn ist und für die nahezu 5000m nicht als einer der Konkurrenten für Might Bite und Co. gehandelt wurde. Am Ende stand ein respektabler vierter Platz im Buch, der allerdings ein wenig schmeichelhaft war, denn Konkurrenten wie Waiting Patiently, Coneygree und Bristol De Mai nahmen sich selber aus dem Rennen.

Aber Politologue legte vor dem Festival dann doch noch einen ziemlichen Aussetzer hin, als er im Ascot Chase im Februar auflief und gegen Cyrname absolut keine Chance hatte, der das Rennen dominierte und den Rest der Konkurrenten auf die hinteren Plätze verbannte. Das war nicht über die optimale Distanz von Politologue, der aber beim Cheltenham Festival selbst die idealen Bedingungen vorfand und dem haushohen Favoriten Altior einiges zu denken gab. Die beiden gingen fast gleichzeitig über die letzte Hürde und der Sieg des Champion Chaser Altior war in keiner Weise so dominant wie man es bei der Quote und der Bilanz erwartet hätte, stattdessen verlor Politologue nur knapp unter 2 Längen auf den Sieger.

Im April lief er im JLT Chase über 4005m noch einmal in der alten Saison auf, die Distanz war aber wieder etwas zu weit für ihn und Min setzte sich spielend von ihm ab und gewann unangefochten mit 20 Längen Vorsprung, während Politologue sich den zweiten Platz sicherte.

Das war das letzte Rennen in der alten Saison für Politologue, der nach der Sommerpause im November im Gruppe 2  Shloer Chase sein Saisondebüt feierte und dort mit Konkurrenten wie Defi Du Seuil und Saint Calvador durchaus harte Gegner vorfand. Politologue übernahm wie gewohnt die Führung des kleinen Feldes und hatte während dem Rennen immer wieder einen Vorsprung von fast 3 Längen vorzuweisen, konnte diesen aber zwischen den letzten beiden Hürden nicht verteidigen und musste Defi Du Seuil ziehen lassen, wenn auch nur wenige Längen.

Der selbe Konkurrent gewann auch das Gruppe 1 Tingle Creek Chase einen Monat später, dieses Mal allerdings mit deutlich größerem Abstand und Politologue musste sich am Ende mit einem klar abgeschlagenen fünften Platz zufrieden geben.

Defi Du Seuil und Politologue trafen sich dann beim großen Rennen in Cheltenham wieder, als sie beide im Champion Chase über 2m antraten, und natürlich war Defi Du Seuil als klarer Favorit in das Rennen gestartet, musste sich aber überraschend klar mit einem vierten Platz geschlagen geben, aber Politologue hatte auch einen wirklich hervorragenden Tag erwischt. Er übernahm schnell die Führung des Feldes und sicherte sich einen 2 Längen Vorsprung, sprang allerdings jedes der Hindernisse annährend perfekt und geriet nicht genug unter Druck von seinen Verfolgern, sondern konnte sich an der vorletzten Hürde mit einem Tempowechsel sogar weiter absetzen, während Defi Du Seuil an diesem Tag bei vielen der Hindernissen sehr angestrengt aussah und nicht ganz so effizient sprang, und schon vor der letzten Hürde war der Kampf um einen der vorderen Plätze für den Favoriten erledigt. Politologue hingegen wurde erst auf den letzten Metern etwas müde, hatte da aber bereits gut 7 Längen Vorsprung auf seine – nicht aufschließenden – Verfolger.

Das war der erste Sieg beim Cheltenham Festival, aber dafür auch gleich ein sehr beeindruckender und vermutlich die bisher beste Leistung von Politologue, der nach der Sommerpause genau da weiter machte, wo er aufgehört hatte..

Die anschließende Pause war auch aufgrund der Corona Pandemie sehr lange und erst im Dezember 2020 kam Politologue wieder zurück auf die Rennstrecke, und hatte sich mit dem Tingle Creek Chase ein ziemlich schwieriges Rennen ausgesucht, allerdings startet Altior nicht wie angekündigt in diesem Rennen und Greaneteen war nicht wie vermutet eine echte Gefahr für Politologue, der wieder die Führung übernommen hatte und zwischen der vorletzten und drittletzten Hürde den Angriff von Greaneteen abwehrte. Es wurde an der vorletzten Hürde noch einmal spannend, als Politologue ein wenig zu flach über die Hürde sprang, aber an der letzten Hürde legte Politologue wieder einen entsprechend großen Sprung hin und setzte sich danach spielend weiter ab.

Das war ein Ausrufezeichen , mit dem Wechsel des Jockeys zurück zu Harry Cobden gelang es allerdings Politologue nicht, im Clarence House Chase auf weichem Boden an diese Leistung anzuknüpfen und scheiterte mit dem Versuch, das Tempo in diesem Rennen selbst zu setzen.

Beim Cheltenham Festival startete er nicht, weil in der Vorbereitung Blut an seiner Nase gefunden wurde. Damit ist er allerdings heute frisch und kann sich das Rennen ein zweites Mal seit 2018 sichern.

Notebook: Der Samum Sohn von Trainer Henry De Bromheadbegann seine Karriere im Jahr 2017 in Tinahely, aber so richtig interessant wurde seine Karriere erst, als er begann über Hürden zu starten. Seinen ersten Start in einem Maidenrennen hatte er im Oktober 2018 in Wexford im Casey Cattle Slats Maiden Hurdle, wo er immerhin Zweiter wurde, wie auch im nachfolgenden I.N.H. Stallion Owners EBF Maiden Hurdle, aber im dritten Anlauf gelang ihm dann über Hürden auch der erste Sieg im Januar 2019 in Tramore, was ihm direkt den Weg zum Gruppe 3  BetVictor Michael Purcell Memorial Novice Hurdle eröffnete. In dem Rennen ging Notebook zusammen mit Denwork und Dream Conty als Favorit an den Start, generell war das Rennen ziemlich offen trotz kleines Feldes und Notebook schlug sich recht tapfer in dem Rennen.

An der sechsten Hürde wurde er durch den stürzenden Harry etwas behindert, fing sich aber und lief bis zur vorletzten Hürde um den Sieg mit, dann aber setzte sich der spätere Sieger Go Another One vom Feld ab und auch Notebook schaffte es nicht, sich an seine Fersen zu heften und auch beim Cheltenha Festival 2019 im Ballymore Novices‘ Hurdle (Grade 1) (Registered As The Baring Bingham) hatte Notebook keine Chance um den Sieg mitzulaufen. So richtig erfolgreich war die erste Saison über Hürden nicht, aber immerhin konnte sich Notebook bei seinem letzten Start in der Saison im SalesSense International Novice Hurdle im Mai 2019 wieder einen zweiten Platz sichern, wenn auch erneut weit hinter dem Sieger.

So richtig glücklich schien Notebook über Hürden nie zu sein und es war kein Wunder, dass er direkt nach seiner Sommerpause in Chase Rennen startete, und nicht mehr sein Glück in den Hürdenrennen suchte. Sein erster Versuch im Ladbrokes Where The Nation Plays Beginners Chase in Punchestown im Oktober 2019 war dann auch gleich von Erfolg gekrönt und Notebook gewann das Rennen mit einer starken Schlussphase und guten Sprüngen über die Hindernisse.

Auch beim zweiten Versuch im Gruppe 2 Elliott Group Craddockstown Novice Chase ging Notebook als Sieger hervor, und das obwohl das Niveau deutlich angezogen hatte – Moon Over Germany und Eclair De Beaufeu waren keine leichten Gegner, dafür war der Sieg von Notebook umso beeindruckender. Er wechselte mehrfach die Position in dem Rennen und führte teilweise, teilweise lies er andere die Führung übernehmen und begnügte sich mit der Verfolgerposition, 2 Hürden vor dem Ziel gab Notebook dann aber Gas und setzte zu seinem Schlusssprint an, der ihm am Ende fünf Längen Vorsprung einbrachte. Gerade auf dem Flat nach der letzten Hürde konnte Notebook eine ziemliche Beschleunigung zeigen und zog dem Rest des Feldes einfach davon.

Im Gruppe 1 Racing Post Novice Chase im Dezember traf Notebook dann das erste Mal auf den Konkurrenten Fakir D’oudairies der auch heute zu den Hauptgegnern gehören wird, und das Duell der beiden war durchaus spannend. Eigentlich war Fakir D’oudairies als Favorit gegen Notebook gestartet, zusammen mit Laurina und auf dem Papier hätte Notebook maximal eine unterstützende Rolle zukommen sollen, aber es kam natürlich ganz anders und Notebeeok gewann das Rennen. Laurina war schnell geschlagen und spielte kaum eine Rolle in dem Rennen, aber Fakir D’oudairies saß ihm dicht im Genick und die beiden hatten ein spannendes Duell. Marc Walsh hatte auf Fakir D’oudairies vor der letzten Hürde einen seiner Steigbügel verloren und musste sich kurz neu sammeln und neu einsteigen in den Steigbügel, was eventuell vor der letzten Hürde ein wenig an Momentum kostete, während Notebook über die letzte Hürde einen sehr flüssigen Sprung zeigte und seinen anderthalb Längen Vorsprung bis zum Ziel aufrecht erhielt.

Im Gruppe 1 ERSG Arkle Novice Chase im Februar musste Notebook dann gegen Bapaume und Cash Back ran, und gerade Cashback machte Notebook das Rennen extrem schwer. Cash Brack setzte das Tempo und auf der Rückgeraden vor der vorletzten Hürde begann Cash Back das Tempo weiter anzuziehen und das Feld zu strecken. Cash Back wurde vor Notebook angetrieben, schien aber auch nicht wirklich müde zu werden und blieb trotz eines weiteren guten Sprungs von Notebook an der letzten Hürde an diesem dran und lies sich nicht abschütteln. Stattdessen liefen die beiden die letzten Meter des 3420m Rennens nebeneinander her und lieferten sich ein extrem spannendes Duell, welches am Ende knapp von Notebook gewonnen wurde – wesentlich zu knapp, als dass man beim nächsten Duell beim Cheltenham Festival sicher sein konnte, wie es in der Arkle ausgehen würde. Am Ende waren aber beide Konkurrenten, weder Notebook noch Cash Back in der Lage, sich beim Duell um den Sieg zu beteiligen, Cash Back stürzte wieder einmal und Notebook ging beim Einbiegen in die Zielgerade zunehmen die Puste aus und wurde von Sprit Du Large bei dessen Sprung auch noch an der vorletzten Hürde gerammt.

Nicht sein Rennen, aber nach der Sommerpause kam er in sehr guter Form gegen die alten Konkurrenten Djingle und Cash Back mit einem Sieg im Gruppe 2 Poplar Square Chase zurück. Eigentlich war ja Fakir D’oudairies als Favorit gestartet, der bei der Arkle Trophy Zweiter geworden war und damit Notebook im März noch klar hatte schlagen können – hier war es nun anders herum, Notebook gewann am Ende mit 12 Längen vor seinen Verfolgern. Starke Leistung in dem Rennen, allerdings wurde er danach von Chacun Pour Soi im Gruppe 1 Paddy’s Rewards Chase über 3420m ziemlich eingenordet. Zwar war das Feld über die meiste Distanz dicht gepackt, aber als Chacun Pour Soi dann das Tempo anzog, konnte keiner der Konkurrenten mit ihm gehen. Das einzige Pferd, was die Verfolgung halbwegs aufnahm war Notebook, was aber nicht heißen sollte, dass er eine Chance hatte, dem Sieger irgendwie noch gefährlich zu werden.

Auch beim nächsten Duell im What Odds Paddy Chase vor dem Cheltenham Festival versuchte Notebook wieder das Tempo zu setzen, konnte den Favoriten Chacun Pour Soi aber damit wieder nicht schocken, denn der lief zunächst bequem hinter den Pacesettern und zog zwischen den letzten beiden Hürden das Tempo an, um dem Feld davon zu sprinten. Notebook erhielt wieder einen ausbezahlten Platz und konnte sich diesen auch im nachfolgenden Dublin Chase in Leopardstwon im Februar sichern.

Notebook versuchte das Tempo zu setzen, wurde an der vorletzten Hürde aber von Fakir D’oudaries und Chacun Pour Soi unter Druck gesetzt, und Chacun Poir Soi setzte sich nach dem Sprung spielend locker 8 Längen von seinen Verfolgern ab, Notebook fiel immer weiter zurück und musste auch Fakir D’oudaries ziehen lassen.  Wie zu erwarten wurde er im Champion Chase beim Cheltenham Festival dann klar geschlagen, als er das Tempo nicht setzten konnte sondern im Mittelfeld hinter einigen der Favoriten für das Rennen laufen musste, und deren Tempo nicht mitgehen konnte, als es darauf ankam.

Das muss heute deutlich besser werden.


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