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11.12.2021 – Doncaster – Summit Juvenile Hurdle – Pick: Ballyadam

Pferderennen in England

15:40 Summit Juvenile Hurdle – Gruppe 2

Für 3jährige Pferde  |  Distanz: 3.335 m  |  Preisgeld: 60.000 GBPHürdenrennen  |  Geläuf: Gras  |  Boden: gut bis weich  |  Platz-Regeln: 3 Plätze @ 1/5 Quote
Spannendes Duell an  der Spitze heute hier – Sceau Royal und Song For Someone  treffen aufeinander, beide haben in dieser Saison einen Platz bei ihrem letzten Rennen erreicht und kennen sich aus der Vergangenheit. Beide sind hoch angesehene Hurdler und werden hier einen ersten Hinweis auf die Form für das Festival am Horizont geben. So lange keiner von beiden hier einen totalen Aussetzer hat, sind beide natürlich im Rennen für die Saison – es warten aber einige Konkurrenten auf den Plätzen dahinter, die jede Schwäche ausnutzen werden.

Sceau Royal:

Der  Doctor Dino Sohn von Trainer Alan King hat sich seit seinem Debüt 2014 und dem Wechsel zur National Hunt Saison schon einige Erfolge an das Revers heften.  So gewann er 2016 das Gruppe 2 Elite Hurdle und ging danach als einer der beiden Favoriten hinter Apple’s Jade im Gruppe 1 Fighting Fifth Hurdle an den Start, scheiterte dort aber dann wieder deutlich und der nächste große Erfolg musste ein wenig auf sich warten lassen. Auch die Teilnahme am Champion Hurlde 2017 brachte erwartungsgemäß keinen weiteren Erfolg, aber mit dem Alter wurde er beständiger und gerade in der Saison 2019 konnte er sich einige sehr gute Platzierungen sichern, wie einen zweiten Platz im Champion Chase und dem Celebration Chase. Kein Wunder also, dass man mit seinen acht Jahren ihn hier vermutlich noch öfter sehen wird. Das sind aber natürlich alles Chase Rennen, in der Hürdendisziplin 2017 war kau ein Blumentopf zu gewinnen und sein Trainer Alan King wusste, dass er etwas verändern muss.

Zunächst wechselte Sceau Royal dann zur Chase Disziplin  und gewann sein erstes Rennen auf Handicap Niveau und legte nach einem guten zweiten Platz im nächsten Rennen mit einer beeindruckenden Serie von vier Siegen in Folge nach.

Dabei gewann Sceau Royal Ende 2017 das Gruppe 1 Henry VIII Novices‘ Chase als Außenseiter gegen Finian’s Oscar und Brain Power und gewann damit sein erstes Gruppe 1 Rennen. Das Rennen wurde von Sceau Royal auch gewonnen, weil der Favorit Brain Power sich selbst aus dem Rennen nahm. und Sceau Royal dann freie Bahn für einen massiven 9 Längen Sieg hatte. Dann gewann Sceau Royal noch das Gruppe 2 Lightning Novices‘ Chase im Vorfeld des Festivals, verpasste aber nach den beiden besten Erfolgen seiner kurzen Chase Karriere leider die Teilnahme am Cheltenham Festival 2018 und konnte erst im November 2018 auflaufen.

Sceau Royal konnte nach der Sommerpause dank des Trainings von Alan King an seine gute Form anknüpfen und gleich seinen ersten Start in der neuen Saison in Form des Gruppe 2 Shloer Chase gegen Konkurrenten wie Brain Power und Le Prezien gewinnen. Man konnte schon sehen, dass Sceu Royal in der Chase Disziplin ein ganz anderes Pferd als über Hürden war und man dürfte gespannt sein, wie sich seine Karriere weiter entwickeln würde.

Im Gruppe 1 Tingle Creek Chase traf er dann im Dezember 2018 allerdings das erste Mal auf Altior, der das Feld souverän deklassierte und Sceau Royal das Rennen ziemlich verdarb. Sceau Royal kam als letzter ins Ziel, das Ergebnis kann man allerdings auf Grund des Duells mit Altior relativieren.

Sceau Royal erholte sich als Favorit im Gruppe 2 Kingwell Hurdle  ein wenig und holte dort einen zweiten Platz und nahm beim Cheltenham Festuval erneut das Duell mit Altior auf, der an der letzten Hürde den Konkurrenten immer noch im Nacken hatte und erstaunlich hart arbeiten musste, um am Ende das zweite Queen Mother Champion Chase zu gewinnen. Sceau Royal wiederholte diese Leistung mit einer weiteren Platzierung hinter Altior im GRuppe 1 Celebration Chase  im April 2019 und hatte damit ein bis dato kaum erreichtes Formhoch erreicht, das er allerdings nu in Teilen über die Sommerpause retten konnte. Der erste Start im Tingle Creek Chase wurde unter ferner liefen beendet und auch im Gruppe 2 Desert Orchid Chase  im Dezember war Seau Royal noch nicht in Bestform und musste sich mit dem dritten Platz in dem kleinen Rennen zufrieden geben.

Auch im Win Bigger On The Chase musste er sich mit einem Platz zufrieden geben, was gegen Altior aber absolut in Ordnung ging und seine Teilnahme am Champion Chase beim Cheltenham Festival war nicht ohne Chancen auf dem Papier, Am Ende konnte er sich aber nur auf dem letzten Platz einsam und isoliert ins Ziel schleppen. Naja, kann beim Cheltenham Festival schon mal passieren.

Nach der Sommerpause frischte Sceau Royal sein Können zunächst in Hürdenrennen wieder auf und starte im Potter Group Welsh Champion Hurdle, einem Limited Handicap Rennen in dem er eines der höchsten Gewichte tragen musste, aber mit dem anderen Höchstgewicht Ballyandy am Ende um den Sieg kämpfte und sich trotz zweistelliger Quote am Ende durchsetzen konnte. Sauberer Einstieg in die neue Saison, was Lust auf Mehr machte, und Sceau Royal lieferte im Gruppe 2 Unibet Elite Hurdle im November Nachschub – der sieben Längen Sieg hätte kaum einfacher gelingen können, schließlich setzte er sich ab der vorletzten Hürde vom Feld ab und wurde danach niemals wieder unter Druck gesetzt.

Er hob das Niveau an und trat im Betfair Fighting Fifth Hurdle gegen Epatante an, der aber auf der Zielegraden einfach noch zu stark war, aber auch hier holte Scau Royal mit seinem zweiten Platz eine sehr gute Platzierung und war weit vor dem Dritten. Und auch wenn er im Dezember im Gruppe 2 Unibet International Hurdle nur einen vierten Platz erringen konnte, war er an der (aufgelassenen) letzten Hürde noch voll mit dabei beim Kampf um den Sieg und schwächelte nur auf den letzten vielleicht 100m und musste die anderen drei ziehen lassen – in seiner derzeitigen Form über Hürden habe ich ihm im Desert Orchid Chase im Dezember viel zugetraut, aber leider scheiterte er am Ende an sich selbst und der fünften Hürde. Nicht viel, was man aus diesem Rennen herausziehen hätte können, dafür gewann er aber zwei Monate später im Februar beim Gruppe 2 Betfair Game Spirit Chase, und das mit Leichtigkeit gegen auf dem Papier durchaus gleichwertige Gegner.

Sceau Royal hielt sich hinter den Pacemakern, übernahm im letzten Viertel aber spielend die Führung von diesen und konnte sich unter einem starken Ritt von Daryl Jacob gegen Champ durchsetzen, einem Gruppe 1 Sieger aus dem letzten Jahr.

Beim Gruppe  1 Betway Queen Mother Champion Chase beim Cheltenham Festival verpasste Sceau Royal die ausbezahlten Plätze nur knapp und kam auf einem sehr respektablen fünften Platz ins Ziel – für den es natürlich auch noch etwas Kleingeld gab, aber eben nicht das ganz große Geld. Dabei wäre sogar der Sieg drin gewesen, aber Sceau Royal wurde einige Male bös in die Zange genommen, wurde an der drittletzten Hürde fast zu Boden gebracht, war dann wieder eingeboxt und hatte wenig Raum zum Springen und für den Schlusssprint – alles zusammen war dann doch zu für Sceau Royal, so dass der fünfte Platz eine wirklich gute Leistung war!

Im Gruppe 1 bet365 Celebration Chase in Sandown im April war der Boden etwas schneller als gewohnt und Sceau Royal began bei seinen Sprüngen Konsequent nach links zu springen und bekam auf den letzten Metern erhebliche Probleme mit seiner Ausdauer – holte sich aber doch noch den dritten Platz vor dem eigentlichen Favoriten Put The Kettle On, der ebenfalls keinen guten Tag erwischt hatte

Dafür gelang das Saisondebüt in Kempton im Unibet 3 Uniboosts A Day Hurdle mit Leichtigkeit und Sceau Royal zeigte saubere Sprünge und eine gute Ausdauer, scheiterte aber auf höheren Niveau als er im Fighting Fith Hurdle startete und war bis zu letzten Hürde an den Führenden dran – und lief an der vorletzten Hürde noch extrem stark und leicht auf, klappte aber auf der Zielgeraden ein wenig zusammen und musste Not So Sleepy and Epatante ziehen lassen  – die ein extrem spannendes Duell bis zur Ziellinie hatten, welches in einem Dead Heat entschieden wurde.

Sceau Royal verlor eine Länge auf die Sieger, war aber weit weit vor dem Rest des Feldes – und kann heute auf de Straße der Sieger zurück kommen.

Song For Someone: Der Medicean Wallach von T. Symonds begann seine Karriere für Trainer J. Boisnard 2019 und gewann zwei von vier Starts für den Trainer, der ihn noch als Hengst aufliefen lies. Nach zwei Starts für Tom Symonds wurde Song For Someone – trotz zwei zweiter Plätze – dann kastriert, da er sich nicht ganz so einfach zu lenken lies wie gewünscht war – aber es lohnte sich, denn schon beim Start im selben Monat gewann Song For Someone in Newbury folgte der Sieg mit über 9 Längen Vorsprung, was eine massive Formsteigerung für ihn war .

Song For Someone hatte in dem Rennen die Führung übernommen und konnte diese ohne ernsthaftes Risiko überholt zu werden über die gesamte Strecke verteidigen können.

Auch das nächste Rennen in Warwick gewann Song For Someone, wenn auch nicht ganz so dominant wie zuvor und einen Monat später verpasste Song For Someone dann leider das Cheltenham Festival – obwohl er eigentlich dafür vorgesehen war. Nur um dann im April im Gruppe 1 Doom Bar Anniversary 4-Y-O Juvenile Hurdle zu starten und es dann doch auf Gruppe 1 Ebene zu versuchen. Das wäre seine Chance gewesen die etwas durchwachsene Saison mit einem Knaller abzuschließen, aber leider kam er nicht über seinen Außenseiterstatus hinweg und ging abgeschlagen auf dem sechsten Platz ins Ziel – mit 26 Längen ziemlich weit abgeschlagen.

Nach 227 Tagen Pause hatte Song For Someone seine Form aber wieder gefunden und konnte die Saison 2019-2020 mit einem Sieg in Fontwell beginnen. Der Sieg in dem Klasse 3 Rennen war wieder dominant, wenn auch dieses Mal von hinter den Führenden aus gelaufen. Die Leistung konnte Song For Someone dann allerdings in den nächsten beiden folgenden Rennen auf schwerem Untergrund im Jumeirah Hotels And Resorts December Handicap Hurdle in Sandown und dem Gruppe 3 Matchbook Holloway’s Handicap Hurdle nicht ganz wiederholen – auch wenn beim dem Gruppe 3 Rennen am Ende ein zweiter Platz heraussprang.

Hier hatte Song For Someone wieder die Führung übernommen, konnte aber das Tempo auf dem schweren Boden nicht komplett durchalten und wurde an der vorletzten Hürde überholt, versuchte aber sich wieder heranzukämpfen und kam noch bis auf eine Länge heran und sorgte für ein spannendes Duell um den Sieg. Auf schnellerem Boden im Februar konnte Song For Someone dann seine Stärke voll ausspielen und konnte endlich sein erstes Gruppenrennen in Form des Betway Kingwell Hurdle gewinnen.

Das 2m Rennen war zwar nicht so stark besetzt wie die letzten beiden, aber ein Gruppensieg ist ein Gruppensieg – und da kommt ja noch einiges nach dem Februar,… außer dass dann Corona kam und die Saison praktisch beendete.

Also, auf in die neue Saison 2021/2022 und im November ging es in Ascot wieder über Hürden – und Song For Someone machte genau da weiter, wo er zuvor aufgehört hatte. Über 2m3f gewann er seinen Saisoneinstand in Ascot auf Gruppe 2 Ebene im Coral Hurdle gegen 2 andere Starter und danach sogar das Gruppe  2 Unibet International Hurdle, auch wenn das ein echt harter Kampf war. Favorit Goshen floppte in dem Rennen hart und spielte keine Rolle, was das Rennen natürlich für die anderen Konkurrenten und Außenseiter öffnete – und so konnte sich ein spanendes Duell zwischen Song For Someone und Silver Streak entwickeln, welches Song For Someone mit einer Nase für sich entscheiden könnte – er hätte gut die 2f mehr Distanz aus dem letzten Rennen gebrauchen können – und mit noch weniger Distanz und Goshen wieder in Form, musste er den Favoriten am Ende auf schwerem Boden 22 Längen ziehen lassen – bitter, aber beim Gruppe 1  Betway Aintree Hurdle im April lief Song For Someone noch schlechter auf und beendete das Rennen nicht einmal – es war einfach nicht sein Tag.

In der Sommerpause 2021 bekam Song For Someone eine OP an seiner Windröhre spendiert und konnte im Coral Hurdle unter schwerem Gewicht seiner Quote davonlaufen und auf einem zweiten Platz ins Ziel einlaufen – das war besser  als erwartet und ich kann mir vorstellen, dass er Sceau Royal heute einiges zu Denken gibt.

 

BallyadamDer Fame And Glory Sohn von Trainer Gordon Elliot wurde vor seinem ersten Start kastriert, gewann dafür sein Debüt aber auch gleich und zeigte damals im Oktober 2019 über 3m schon eine ganz ordentliche Ausdauer. Das eigentlich Ziel waren aber die 2m Rennen, an die er sich in der kommenden Zeit strickt halten sollte, zunächst im Februar 2020 nach dreimonatiger Pause in weiteren NHF Rennen, von denen er eines als Dritter abschloss, und eines gewann.

Interessant wurde es dann aber über Hürden nach der Sommerpause, als er unter Jack Kennedy bei seinem Maidenrennen im Oktober einen Kantersieg einfahren konnte und dann dann auf Gruppe 1 Ebene im Royal Bond Novice Hurdle gleich noch einmal nachlegte. Dabei war das Royal Bond Novice Hurdle im November mit Konkurrenten wie N’golo  durchaus stark besetzt gewesen und keinesfalls so einfach, wie die Quote von Ballyadam am Anfang suggeriert hatte – aber Ballyadam lies es so leicht erscheinen.  Noch vor der letzten Hürde musste er nur moderat angetrieben werden und hatte die Peitsche noch nicht gesehen, erst als er am letzten Hindernis einen schwachen Sprung produzierte, musste er von seinem Jockey Jack Kennedy wieder etwas auf Linie gebracht werden, fand dann aber die gewünschte Ruhe wieder und galoppierte zu einem lockeren Sieg, den der Vorsprung auf seine Verfolger von knapp 1,5 Längen nicht komplett widerspiegelt  – da wäre sicher mehr drin gewesen

Umso überraschender kam die Niederlage im Gruppe  1 Paddy Power Future Champions Novice Hurdle danach, als er gegen Appreciate It antreten musste. Distanz und Untergrund waren gleich geblieben und lagen Ballyandam, wie er nun unlängst bewiesen hatte. In dem Paddy Power Future Champions Novice Hurdle versuchte er zunächst, das Tempo zu setzten, konnte die gewünschte Position aber nicht erringen und musste sich hinter den Führenden einsortieren. Das hohe Tempo schien ihm aber Probleme zu bereiten, denn Ballyadam produzierte einige schlechte Sprünge die ihn immer wieder zurück warfen, trotzdem ging er nach der letzten Hürde (eigentlich die vorletzte, aber die letzte war ausgesetzt worden) mit Appreciate It mit, konnte dem Favoriten und späteren Sieger aber nichts entgegen setzten und fiel noch auf der Zielgeraden bis auf den vierten Platz zurück.

So richtig erklären konnte man sich die Leistung am Ende nicht, vielleicht außer, dass das höhere Tempo und die stärkere Konkurrenz ihn am Ende aus seinem Takt gebracht hatten, denn etwas über einen Monat später startete Ballyadam zusammen mit Appreciate It noch einmal über Kurs und Distanz im Gruppe 1 Chanelle Pharma Novice Hurdle, und dieses Mal zeigte er eine deutlich gesteigerte Leistung!

Am Ende gewann zwar Appreciate It erneut mit einem starken Lauf auf der Zielgeraden, aber Ballyadam saß ihm beim letzten Sprung über die letzte Hürde noch im Nacken und musste sich erst nach einem erneut schlechten Sprung an diesem Hindernis endgültig geschlagen geben. Er war aber deutlich vor dem Rest des Feldes und man konnte hoffen, dass er beim erneuten Duell mit Appreciate It beim Sky Bet Supreme Novices‘ Hurdle im Cheltenham Festival dem großen Favoriten einiges zu denken geben würde. Am Ende war Ballyadam wieder auf dem zweiten Platz hinter Appreciate It, der aber leichtes Spiel mit seinem Konkurrenten hatte und diesen schon an der vorletzten Hürde gut 6 Längen abgenommen hatte, und diese bis zum Ziel noch auf 24 Längen ausbaute. Ballyadam hielt den zweiten Platz und konnte sich über einiges an Preisgeld freuen.

Der Saisonabschluss in Aintree im April im Gruppe 1 Betway Mersey Novices‘ Hurdle darauf aufbauen würde können – aber der Abschluss der Saison gelang leider nicht und er kam nur auf einem vierten Platz ins Ziel – was wohl an der harten Saison und der kurzen Pause seit dem Cheltenham Festival gelegen haben soll.

Nach der Sommerpause stürzte Ballyadam schon and er ersten Hürde, und dann beim zweiten Start wurde er von Buddy Rich geschlagen. Und auch bei diesem Start sah er alles anderes als souverän aus, wieder waren einige Sprünge recht knapp, vielen Sprünge waren nicht schnell genug und generell sah er nicht komplett fit aus – das muss besser werden, aber er hat das Potential hier zu gewinnen, wenn er sein Potential abrufen kann.

 


11.12.2021 – Doncaster – December Novices‘ Chase – Pick: Threeunderthrufive

Pferderennen in England

13:55 December Novices‘ Chase – Gruppe 2

Für 4jährige und ältere Pferde  |  Distanz: 4.822 m  / 3m |  Preisgeld: 43.000 GBPJagdrennen  |  Geläuf: Gras  |  Boden: gut bis weich
Threeunderthrufive: Favorit des Rennens und sehr erfahren über 3m – und zudem sehr gut in Form und lediglich eine Niederlage beim Saisondebüt und beim Albert Bartlett Novices‘ über Hürden im März waren unter den Möglichkeiten – taktisches Rennen heute, aber Threeunderthrufive beherrscht das.
Der Shantou Sohn von Paul Nicholls begann seine Karriere 2019 in NHF Rennen – damals schon kastriert und für Nicholls startend – und belegte einen abgeschlagenen zweiten Platz hinter Kid Commando, der einen ziemlich starken Lauf auf dem Flat hatte. In Chepstow startete er auf schwerem Boden dann 84 Tage noch einmal in einem BHF Rennen, welches er dieses Mal gewann und mit dem ersten Sieg unter den Hufen ging es in die Pause bis zur Saison 2020/21 noch einmal ins Training – und das hat sich gelohnt, denn er Einstand in die neue Saison in Lingfield über Hürden gelang auf Anhieb. Damit war auch der erste Sieg über Hürden schon erledigt, und Threeunderthrufive legte danach im November in Ludlow über 2m5f  noch einmal nach. Nicht jeder Sprung war sauber, aber hey, das war erst das zweite Rennen und es reichte immer noch, um den Favoriten Valleres um fünf Längen zu schlagen.
Damit war zwar das Jahr zu Ende, aber natürlich noch nicht die Saison, die im Februar im 3m Shukers Introductory Hurdle in Musselburgh fortgesetzt wurde – dieses Mal als Favorit, was nach zwei überzeugenden Siegen in den ersten Rennen über Hürden nicht verwunderlich ist. Und Threeunderthrufive lieferte erneut, auch wenn er für diesen Sieg hart arbeiten musste.
Das war das erste Mal, dass er über 3m gestartet war, zudem war der Untergrund weich, was einige Unsicherheiten bzw. neue Parameter für Threeunderthrufive ins Spiel brachte, zudem war Fantastikas – einer der heutigen Konkurrenten, – in starker Form zu dieser Zeit und konnte zwei zweite Plätze unter ähnlichen Bedingungen zuvor erringen – und ein zweiter Platz war auch das, was Fantastikas im Shukers Introductory Hurdle erreichen konnte. Er war ständig an den Führenden dran, aber Threeunderthrufive hatte ihn immer im Griff und konnte seine Länge Vorsprung bis ins Ziel retten.
Nach drei Siegen in Folge ging es im März in Cheltenham dann zum Festival in das Albert Bartlett Novices‘ Hurdle – wo er ohne vorherige Erfahrung in Gruppenrennen natürlich ein starkes Brett zu bohren hatte – und wir es in Novice Rennen so oft der Fall ist, ging es am Ende anders aus, als erwartet worden war – Threeunderthrufive belegte einen abgeschlagenen sechsten Platz, war aber nicht weiter hinter dem Favoriten Stattler, der einen vierten Platz belegte. Das Rennen war nicht schlecht, andere waren zu diesem frühen Zeitpunkt in der Karriere einfach stärker
Daher wurden die Ziele für den Rest der Saison etwas gesenkt und im April ging Threeunderthrufive „nur“ auf Listed Ebene an den Start, als er im British EBF William Hill Gold Castle „National Hunt“ Novices‘ Hurdle in Perth startete, auch wenn er bei der Distanz von 3m bliebt – und  gegen die leichtere Konkurrenz konnte sich Threeunderthrufive sich auch wieder wie erhofft durchsetzen und den anderen Favoriten Stoner’s Choice auf der Zielgeraden locker abhängen, da war Castle Rushen schon näher dran – allerdings war Threeunderthrufive schon an der vorletzten Hürde 2 Längen voraus und konnte den Vorsprung noch auf 10 Längen ausbauen – er hatte eine Menge Ausdauer gezeigt, die er nach der Sommerpause  in seiner Disziplin – den Chase Rennen – wieder unter Beweis stellen konnte – wenn auch nicht sofort, denn beim ersten Start nach der Pause war er noch nicht wirklich fit und baute einige unsaubere Sprünge über die neuen Hindernisse ein und hatte nicht die Kraft, um den Sieger noch unter Druck zu setzen.
Aber schon beim zweiten Start in den Chase Rennen in Exeter über 3 Meilen im Betway „Future Stars“ Silver Bowl Novices‘ Chase  war er wieder fest oben auf und konnte das – zugegeben nicht stark besetzte Rennen – locker gewinnen. Da war das, ebenfalls nicht mit vielen Pferden besetzte mallardjewellers.com Novices‘ Chase in Cheltenham schon eine andere Hausnummer, denn in dem Rennen starteten einige sehr interessante Pferde, unter anderem der Albert Bartlett Novices‘ und Doom Bar Sefton Novices‘ Hurdle Dritte Oscar Elite – der allerdings an der drittletzten Hürde stürzte, dabei aber auch nicht wie die größte Gefahr für Threenderthrufive aussah. Threeunderthrufive konnte in dem rauen Rennen am Ende den einzigen übrig gebliebenen Konkurrenten Does He Know mit gut vier Längen schlagen und dürfte heute beim erneuten Duell mit Fantastikas eine sehr interessante Option sein.
Fantastikas: Der Davidoff Sohn von Trainer Nigel-Twiston-Davies wurde bereits vor seinem ersten Start kastriert und erwies sich dadurch bei seinem Saiondebüt schon als relativ leicht lenkbar. Denn sein erster Start in Southwell in einem NHF Rennen war mit einem guten zweiten Platz ziemlich solide, den zweiten Start kann man auf schwerem Untergrund ignorieren, denn beim dritten Start auf etwas besserem Boden konnte er wieder einen zweiten Platz erreichen – der Sieg entglitt ihm jeweils spät im Rennen, aber ein NH Rennpferd bewertet man ja auch nicht nur wegen seiner Geschwindigkeit über die flachen Kurse, und Fantastikas konnte sich in der nächsten Saison gleich auf dem selben Formlevel präsentieren.
Er begann in Stratford im Dodwell Novices‘ Hurdle über 2m2f und konnte sich immerhin wieder einen zweiten Platz sichern, auch wenn der Sieger dem Feld schon relativ früh keine Chance lies und sich vom Pulk der Verfolger absetzten konnte. Auch in Southwell beim Schritt hoch auf 3m erreichte Fantastikas wieder einen zweiten Platz, als er im Follow At The Races On Twitter Novices‘ Hurdle startete – hier fehlte ihm aber nur ein Nacken Rückstand auf den hohen Favoriten Bardbados Buck’s.
Fantastikas machte an der letzten Hürde einen hervorragenden Sprung und setzte sich an die Spitze, wurde dann auf der Zielgeraden doch wieder eingeholt – was aber eine super Leistung war gegen einen Konkurrenten, der zu der Zeit in der Saison ein Tripple abliefern konnte.
Im Februar ging es dann erneut über 3m in Musselburgh konnte er dann diese Erfahrung über die Distanz ausspielen und den Favoriten Threeundethrufive unter Druck setzten, aber wieder verlor er trotz durchweg guter Sprünge das Duell auf der Zielgeraden, wo der Konkurrent einfach mehr Kraft übrig hatte und seine Länge Vorsprung konstant halten konnte.
Vielleichtw ar es deswegen die richtige Entscheidung die Distanz auf 2m3f zu verringern, als er im Champagne Piaff Novices‘ Hurdle im Februar auflief, und dort auch endlich seinen verdienten ersten Sieg feiern konnte. Die kürzere Distanz schien ihm zu liegen, denn dieses Mal lief er nach der letzten Hürde kraftvoll zum Ziel – und wie um es zu bestätigen, ging ihm danach im März 2021 in Market Rasen im Racing TV Handicap Hurdle über 2m7f erneut die Kraft aus, als es auf die letzten Meter nach dem letzten Sprung ging. Man konnte sehen, dass Nigel Twiston Davies die langen Distanz Rennen im Blick hatte, aber sein Pferd schien sich in diesen nicht so wirklich wohl zu fühlen.
Allerdings gewann Fatastikas nach der Sommerpause in Lingfield das Read Kevin Blake On attheraces.com Intermediate Handicap Chase über 3m ziemlich locker, auch wenn er dieses Mal nicht jedes Hindernis sauber nahm. Das kann an der neuen Disziplin liegen, oder an der langen Pause, oder an dem recht schnellen Untergrund – aber jedenfalls nicht an dem hohen Gewicht, welches er hier tragen musste – alles in allem ein sehr starkes Rennen von ihm, aber der Favorit ist etwas mehr getestet über die längere Distanz
Emitom: Der Gold Well Sohn von Warren Greatex ist der Außenseiter hier im Feld- was ein wenig verwundert, wenn man sieht, in welchen Rennen er im letzten Jahr gestartet ist. Seine Ausbeute an Siegen ist mit 6 Siegen aus 13 Rennen auch alles andere als schlecht, und sein Einstieg in die Chase Rennen war mit einem zweiten Platz hinter Doyen Breed in Hexham über 3m – mit gerade einmal einem Kopf Rückstand – auch alles andere als schlecht.
Emilton begann seine Karriere im April 2018 und legte gleich zu Beginn seiner Karriere eine Serie von fünf Siegen hin, der sich über 2 NHF und drei Hürdenrennen erstreckte – und nur beim Versuch im Gruppe 1 Doom Bar Sefton Novices‘ Hurdle
 im April 2019 mit einem zweiten Platz endete – hinter dem wohl bekannten Champ, der zuvor schon eine Gruppe 1 Sieger war, Zweiter im Ballymore Novice Hurdle im Cheltenham Festival und 2021 dort das RSA gewann – also sehr, sehr starkes Rennpferd, welches aber trotzdem „nur“ drei Längen Vorsprung am Ende hatte.
Leider war die Saison 2020 dann etwas durchwachen – mit einem letzten Platz beim verspäteten Saisondebüt im Januar 2020 beim Gruppe 2 Dornan Engineering Relkeel Hurdle . allerdings folgte dann der Sieg im Gruppe 2 Unibet Rendlesham Hurdle über 3m und schweren Untergrund. In dem Rennen hielt sich Emitom hinter den Führenden und ging an der vorletzten Hürde in Führung, machte aber einen langsamen Sprung an der letzten Hürde, hatte aber noch viel Kraft übrig um sich dann auf der Zielgeraden absetzten – und das auf der langen Distanz und dem schweren Boden . 
Auch beim Paddy Power Stayers‘ Hurdle beim Cheltenham Festival zeigte Emitom ein gutes Rennen und platzierte mit fünf Längen Rückstand auf einem vierten Platz, und der dritte Platz war in Schlagreichweite. Die Sieger waren für Emitom unangreifbar, aber der vierte Platz war für ihn schon eine sehr gute Leistung, und nach den Erfolgen über Hürden (unter anderem als Gruppe 2 Sieger und Gruppe 1 Zweiter), konnte man seinem Wechsel in die Chase Disziplin durchaus mit Spannung entgegen sehen – allerdings kam er bisher in dieser neuen Disziplin nicht so wirklich an seine Errungenschaften aus der Saison über Hürden heran – obwohl er zwischenzeitlich auch eine Operation an der Luftröhre hatte. In der Saiosn 2021/22 konnte er sich bei seinem Saisondebüt immerhin einen guten zweiten Platz sichern, musste dann aber gleich drei herbe Niederlagen in Folge einstecken und beendet die Saison mit einem hoffnungslosem Start im Ryanair Stayers Hurdle in Aintree im April.
Sein Wiedereinstieg in die Saison nach 221 Tagen Pause in Hexham war – wie schon der letzte Saisoneinstieg – vielversprechend, es wird nun aber darauf ankommen, ob er dieses Mal darauf aufbauen kann – das Potential dazu hat er defiinitv!

06.11.2021 – Breeders‘ Cup – Longines Breeders‘ Cup Distaff – Pick: Letruska

Pferderennen in den USA

00:00 Longines Breeders‘ Cup Distaff – Gruppe 1 

Distanz: 1m1f | 3yo und älter | Boden: Sand | Untergrund: Schnell

Letruska: Die Super Saver Tochter von Fausto Gutierrez begann ihre Karriere 2019 und ging in diesem Jahr auch gleich auf Black Type Ebene hoch, als sie im Dezember in Gulfstream Park im Tropical Park Oaks startete, allerdings dauerte es noch eine ganze Weile, bis sie ihr erstes Gruppenrennen in Form des Gruppe 3 Shuvee Stakes in Saratoga gewann. Sie schafft es nicht, diesen Erfolg im Oktober im Beldame Stakes noch einmal zu wiederholen als sie auf Gruppe 2 Ebene startet, schaffte dafür kurz vor dem Jahreswechsel im Gruppe 3 Rampart Stakes erneut einen souveränen Sieg auf Gruppe 3 Ebene.

Auf der Rückgeraden war sie noch mit dem Rest der Konkurrenten gleich auf, aber schon beim Einbiegen in die Zielgerade hatte sie die Führung übernommen und begann ihren Vorsprung konsequent auszubauen, bis sie am Ende mit neun Längen Vorsprung ins Ziel einlief. Dementsprechend hoch wurde sie auch für ihren nächsten Start gegen ihr eigenes Geschlecht  eingeschätzt, als sie im Januar 2021 im Houston Ladies Classic Stakes startete.

Auch dieses Gruppe 3 Rennen gewann Letruska mit Leichtigkeit, allerdings cheiterte danach der zweite Versuch auf Gruppe 2 Ebene, dieses Mal im März im Azeri Stakes in Oaklawn Park – erneut, wenn auch nur sehr knapp. Die Front Runnerin Shedaresthedevil zwang Letruska beim Einbiegen in die Zielgerade weit nach außen, und obwohl Letruska gut dagegen hielt, konnte sie das Kopf an Kopf Rennen mit der Front Runnerin am Ende nicht gewinnen und verlor mit einem Kopf Rückstand auf die Siegerin.

Danach hatte Letruska allerdings ihre Form gefunden und lies sich nicht mehr so leicht in die Schranken weisen – der Sieg gegen die hoch gehandelte Monomy Girl im April 2021 im Apple Blossom Handicap in Oaklawn Park war noch ziemlich knapp und ein wenig dem Gewichtsunterscheid zwischen den beiden geschuldet, was aber nicht heißen soll, dass Letruska hier kein hervorragendes Rennen lief – nur schien Monomy Girl auf den letzten Metern eben die Kraft ein wenig aus zu gehen. Letruska legte dann im Ogden Phipps Stakes auf Gruppe 1 Ebene nach und machte in diesem Rennen gegen ihr eigenes Geschlecht kurzen Prozess von der Front aus – sie setzte ein gutes Tempo und zog das Feld dann auf den letzten Metern schnell auseinander.

Im Gruppe 2 Fleur de Lis Stakes in Churchill Downs war das anze für sie noch einfacher und schon beim Einbiegen in die Zielgerade hatte Letruska das Feld fest im Griff. Sie wanderte zwar ein wenig hin und her ohne die nötige Konkurrenz, um ihre Konzentration hoch zu halten, aber das sei bei einem 5 Längen Sieg durchaus verziehen.

Nach Zweimonatiger Pause gewann sie dann erneut gegen Bonny South im Personal Ensign Stakes , die aber trotz einiger kleinerer Probleme im Lauf und dem Versuch von ganz hinten das Feld aufzurollen gefährlich nah heran kam! Das war nicht so dominant wie beim letzten Duell, dafür zeigte Letruska beim Juddmonte Spinster Stakes ein sehr gutes taktisches Verständnis nachdem sie als Front Runnerin 3 Längen vor das Feld gezogen war, denn Irad Ortiz Jr, nahm die Stute ein wenig zurück, lies das Feld heran kommen und beschleunigte erst in der Endphase wieder, wo Letruska alles unter Kontrolle hatte. Sie ist der werdende Superstar am Stutenhimmel in Amerika – der Erfolg beim Breeders‘ Cup wäre der endgültige Beweis dafür.

 

Und es gibt in diesem Feld durchaus Gefahr für sie – Malathaat wäre eine davon. Die Curtin Tochter von Trainer Todd Plethcer gewann im April das Gruppe 1 Central Bank Ashland Stakes in Churchill Downs knapp, aber mit ihrem Schlusssprint absolut verdient, bevor sie in Saratoga im Gruppe  1Coaching Club American Oaks im Juli auf gleichem Niveau mit einem Kop gegen Maracuja verlor, die Malathaat gerade so in Schach halten konnte. Dafür konnte sie im Gruppe 1 Alabama Stakes in Saratoga im August über die heutige Konnkurrentin Clairiere triumphieren und hat sich in keine schlechte Position für dieses Rennen hier gebracht

Royal Flag ist mit ihrem dominanten Sieg im Gruppe 2 Beldame Stakes eine gute Kandidatin für einen Platz  – aber seien wir ehrlich, keine andere Stute war so dominant wie Letruska in diesem Jahr

 

 


06.11.2021 – Wincaton – Unibet Elite Hurdle – Pick: Sceau Royal / Belfast Banter EW

Pferderennen in England

16:35 Unibet Elite Hurdle – Gruppe 2

Für 4jährige und ältere Pferde | Distanz: 3.063 m | Preisgeld: 60.000 GBP | Hürdenrennen | Geläuf: Gras | Boden: gut | Platz-Regeln: 2 Plätze @ 1/4 Quote

 

 

Belfast Banter: Der Jeremy Sohn Von Peter Fahey hat sich dieses Jahr zu einer ernst zu nehmenden Gefahr in den besseren Gruppenrennen entwickelt – im Dezember 2020 belegte er noch einen fünften Platz im Gruppe 3 Betfair Exchange Trophy in Ascot und er erreichte danach im Februar auch „nur“ einen sechsten Platz im bet365 Scottish Supreme Novices‘ Hurdle in Musselburgh – beides keine schlechten Läufe mit nur sieben Längen Rückstand auf die Sieger, aber auch nichts überragendes.

Dann allerdings holte er nur wenige Wochen später, ebenfalls noch im Februar einen zweiten Platz auf Gruppe 2 Ebene im Paddy Power Betting Shop Novice Hurdle in Baas und legte dann – absolut überraschend – mit einem Sieg beim Cheltenham Festival im McCoy Contractors County Handicap Hurdle noch einmal ordentlich einen drauf.

Der Start im Cheltenham Festival als klarer Außenseiter war im Schatten der Favoriten wie You Raised Me Up oder Third Time Lucky, die auf dem Papier die wesentlich besseren Vorraussetzungen hatten um prominent in diesem Rennen abzuschneiden – aber am Ende war es eben Belfast Banter, der mit einem starken Lauf aus dem Mittelfeld heraus und einem guten Sprung an der letzten Hürde das Rennen für sich entschied.

Dass dieser Sieg keine Ausnahme war zeigte Belfast Banter dann im April  im Betway Top Novices‘ Hurdle in Aintree, wo er auf Gruppe 1 Ebene erneut den Favoriten düpierte und mit knapp einer Länge Vorsprung vor seinen Verfolgern durchs Ziel ritt. Sehr starker Lauf über 2m½f, auch wenn er dieses Mal das gesamte Feld von hinten aufrollte und dadurch etwas mehr Boden gut machen musste als beim letzten Mal.

Trotzdem folgte der erste Gruppe 1 Sieg nach einer sensationellen Saison, die in der Sommerpause mit einem zwölften Platz in Galway und einem unglücklichen Sturz beim Saisondebüt im Ladbrokes Handicap Hurdle zwar nicht fortgesetzt werden konnte -aber beim Ladbrokes Handicap Hurdle war Belfast Banter gerade dabei das Feld wieder aufzurollen und ich gehe fest davon aus, dass wir in dieser Saison wieder viel von ihm sehen werden!

Goshen: Der  Authorized Sohn von Garry Moore wurde in Frankreich von Christophe Toulorge gezüchtet, bestritt dort aber nie ein Rennen und wurde noch vor seinem ersten Start im Jahr 2018 kastriert. So richtig zu helfen schien das aber am Anfang seiner Karriere auch noch nicht, denn es dauerte drei Starts und eine weitere 213 Tage Pause, bevor Goshen seinen ersten Sieg feiern konnte.

Damals im Juni 2019 gewann er in Brighton ein Class 5 Rennen für die Dreijährigen mit 12Längen und letzte danach in Sandown auf dem selben Niveau noch einmal nach, bevor im Herbst in Nottingham in einem altersoffenen Handicap auflief und erneut überzeugend gewinnen konnte. Auf dem Flat schien er schweren Untergrund noch zu meiden, reifte aber über die Saison weiter heran und wechselte noch in der Saison von den NHF Rennen zu den Hürdenrennen.

In der neuen Disziplin fühlte sich Goshen augenscheinlich wie zu Hause und gewann weitere Rennen in Fontwell, Sandown und Ascot mit Leichtigkeit, das in Ascot dann schlussendlich auch auf schwerem Boden, der Goschen sichtlich keine Probleme zu bereiten schien. Es ging zwar immer wieder gegen die selben Konkurrenten, aber Goshen machte mit allen kurzen Prozess und empfahl sich für das Cheltenham Festival 2020, wo er die Teilnahme im JBC Triumph Hurdle für sich wählte. In dem Rennen gegen Konkurrenten wie Allmankind oder Aspire Tower lief er sogar als Favorit auf und hätte das Rennen sogar gewonnen – wenn er seinen Reiter nicht an der letzten Hürde abgeworfen hätte, als er bereits 10 Längen vor dem Feld war. Das war dermaßen bitter und unnötig, und man kann Jamie Moore im Sattel kaum einen Fehler vorwerfen. Vielleicht war Goshen einfach ohne Druck von einem anderen Konkurrenten nachlässig und unkonzentriert geworden, Jamie Moore hatte jedenfalls keine Chance bei dem Fehler im Sattel zu bleiben.

Als hätte das Rennen das Selbstvertrauen von Goshen in seine Fähigkeiten ruiniert, gelang auch der Einstieg in die neue Saison im Herbst 2020 nicht wie geplant. Klar, es war schon interessant, dass Goshen sich in in zwei Klasse 2 Handicaps auf dem Flat versuchte, anstatt über Hürden zu starten und dabei noch als Favorit gehandelt wurde, aber dass er in beiden Rennen klar geschlagen wurde war schon etwas enttäsuchend und rechtfertigte in keiner Weise die Einschätzung, ihn als Favoriten für diese Rennen zu handlen.

Besser wurde es auch mit dem Wechsel zurück über die Hindernisse zunächst nicht, denn auch beim Gruppe 2 Unibet International Hurdle im Dezember kam Goshen als Letzter ins Ziel und schien sich nie richtig wohl zu fühlen. Er sprang konsequent nach rechts über die Hürden und verschenkte viel Raum, ud als es in die lange Zielgerade ging, auf der mehrere der eigentlich dort aufgestellten Hindernisse auf Grund des Untergrundes umgangen wurden, schien Goshen vollends die Orientierung zu verlieren und fiel von einem Platz in Schlagreichweite zu den Siegern auf den letzten Platz zurück.

Das war zu schlecht um wahr zu sein und wie um dies zu beweisen lief Goshen nach genau 70 Tagen im Februar 2021 im Betway Kingwell Hurdle auf Gruppe 2 Ebene wie in ausgewechseltes Pferd auf –  er lies sich Zeit ins Rennen zu finden und hielt sich im Mittelfeld des kleinen Feldes auf, kam langsam an den Führenden heran und setzte sich auf dem langen lauf zwischen den letzten beiden Hürden langsam in Szene, um an der vorletzten Hürde das Feld endgültig in die Tasche zu stecken und alles danach war nur noch Formsache. Das war ein Spaziergang für Goshen – aber reicht ein phänomenaler Lauf von vier Starts um ihn gegen Honeysuckle und Epatante gute Chancen auszumalen? Uff, schwer zu sagen. Einige starke Querverweise in der Form sind schon zu finden  – Song For Someone schlug Silver Streak, er wiederrum Epatante im Christmas Hurdle schlug. Navajo Pass hatte zuvor Buveaur D’air überraschend in die Schranken gewiesen.

Letztes Jahr war er für einen Sieg beim Festival gebucht und floppte – und 2021 folgte der nächste Flop. Das war ein Schocker im Champion Hurdle, als Goshen dich für Jamie Moore als kaum lenkbar erwies und auch mal auf der komplett anderen Seite der Bahn lief als alle anderen. Jamie Moore bekam ihn dann kurzzeitig unter Kontrolle und in den Kampf um die Führung, fiel dann aber hoffnungslos zurück als das Rennen heiß wurde.

Und auch beim nachfolgenden Paddy Power Champion Hurdle wurde Goshen – für mich- überraschend deutlich geschlagen. Klar, Honeysuckle war zu der Zeit eine Macht und Goshen war bis zur vorletzten Hürde noch mit dabei  – aber dann musste er die Siegerin doch noch 16 Längen ziehen lassen und fiel auf einen fünften Platz zurück… wie ich schon das letzte Mal geschrieben habe – er ist deutlich besser als er da gezeigt hat und kam 2 von 3 Mal bisher mit einer guten Form aus der Sommerpause zurück. Möglich

Sceau Royal: Der  Doctor Dino Sohn von Trainer Alan King hat sich seit seinem Debüt 2014 und dem Wechsel zur National Hunt Saison schon einige Erfolge an das Revers heften.  So gewann er 2016 das Gruppe 2 Elite Hurdle und ging danach als einer der beiden Favoriten hinter Apple’s Jade im Gruppe 1 Fighting Fifth Hurdle an den Start, scheiterte dort aber dann wieder deutlich und der nächste große Erfolg musste ein wenig auf sich warten lassen. Auch die Teilnahme am Champion Hurlde 2017 brachte erwartungsgemäß keinen weiteren Erfolg, aber mit dem Alter wurde er beständiger und gerade in der Saison 2019 konnte er sich einige sehr gute Platzierungen sichern, wie einen zweiten Platz im Champion Chase und dem Celebration Chase. Kein Wunder also, dass man mit seinen acht Jahren ihn hier vermutlich noch öfter sehen wird. Das sind aber natürlich alles Chase Rennen, in der Hürdendisziplin 2017 war kau ein Blumentopf zu gewinnen und sein Trainer Alan King wusste, dass er etwas verändern muss.

Zunächst wechselte Sceau Royal dann zur Chase Disziplin  und gewann sein erstes Rennen auf Handicap Niveau und legte nach einem guten zweiten Platz im nächsten Rennen mit einer beeindruckenden Serie von vier Siegen in Folge nach.

Dabei gewann Sceau Royal Ende 2017 das Gruppe 1 Henry VIII Novices‘ Chase als Außenseiter gegen Finian’s Oscar und Brain Power und gewann damit sein erstes Gruppe 1 Rennen. Das Rennen wurde von Sceau Royal auch gewonnen, weil der Favorit Brain Power sich selbst aus dem Rennen nahm. und Sceau Royal dann freie Bahn für einen massiven 9 Längen Sieg hatte. Dann gewann Sceau Royal noch das Gruppe 2 Lightning Novices‘ Chase im Vorfeld des Festivals, verpasste aber nach den beiden besten Erfolgen seiner kurzen Chase Karriere leider die Teilnahme am Cheltenham Festival 2018 und konnte erst im November 2018 auflaufen.

Sceau Royal konnte nach der Sommerpause dank des Trainings von Alan King an seine gute Form anknüpfen und gleich seinen ersten Start in der neuen Saison in Form des Gruppe 2 Shloer Chase gegen Konkurrenten wie Brain Power und Le Prezien gewinnen. Man konnte schon sehen, dass Sceu Royal in der Chase Disziplin ein ganz anderes Pferd als über Hürden war und man dürfte gespannt sein, wie sich seine Karriere weiter entwickeln würde.

Im Gruppe 1 Tingle Creek Chase traf er dann im Dezember 2018 allerdings das erste Mal auf Altior, der das Feld souverän deklassierte und Sceau Royal das Rennen ziemlich verdarb. Sceau Royal kam als letzter ins Ziel, das Ergebnis kann man allerdings auf Grund des Duells mit Altior relativieren.

Sceau Royal erholte sich als Favorit im Gruppe 2 Kingwell Hurdle  ein wenig und holte dort einen zweiten Platz und nahm beim Cheltenham Festuval erneut das Duell mit Altior auf, der an der letzten Hürde den Konkurrenten immer noch im Nacken hatte und erstaunlich hart arbeiten musste, um am Ende das zweite Queen Mother Champion Chase zu gewinnen. Sceau Royal wiederholte diese Leistung mit einer weiteren Platzierung hinter Altior im GRuppe 1 Celebration Chase  im April 2019 und hatte damit ein bis dato kaum erreichtes Formhoch erreicht, das er allerdings nu in Teilen über die Sommerpause retten konnte. Der erste Start im Tingle Creek Chase wurde unter ferner liefen beendet und auch im Gruppe 2 Desert Orchid Chase  im Dezember war Seau Royal noch nicht in Bestform und musste sich mit dem dritten Platz in dem kleinen Rennen zufrieden geben.

Auch im Win Bigger On The Chase musste er sich mit einem Platz zufrieden geben, was gegen Altior aber absolut in Ordnung ging und seine Teilnahme am Champion Chase beim Cheltenham Festival war nicht ohne Chancen auf dem Papier, Am Ende konnte er sich aber nur auf dem letzten Platz einsam und isoliert ins Ziel schleppen. Naja, kann beim Cheltenham Festival schon mal passieren.

Nach der Sommerpause frischte Sceau Royal sein Können zunächst in Hürdenrennen wieder auf und starte im Potter Group Welsh Champion Hurdle, einem Limited Handicap Rennen in dem er eines der höchsten Gewichte tragen musste, aber mit dem anderen Höchstgewicht Ballyandy am Ende um den Sieg kämpfte und sich trotz zweistelliger Quote am Ende durchsetzen konnte. Sauberer Einstieg in die neue Saison, was Lust auf Mehr machte, und Sceau Royal lieferte im Gruppe 2 Unibet Elite Hurdle im November Nachschub – der sieben Längen Sieg hätte kaum einfacher gelingen können, schließlich setzte er sich ab der vorletzten Hürde vom Feld ab und wurde danach niemals wieder unter Druck gesetzt.

Er hob das Niveau an und trat im Betfair Fighting Fifth Hurdle gegen Epatante an, der aber auf der Zielegraden einfach noch zu stark war, aber auch hier holte Scau Royal mit seinem zweiten Platz eine sehr gute Platzierung und war weit vor dem Dritten. Und auch wenn er im Dezember im Gruppe 2 Unibet International Hurdle nur einen vierten Platz erringen konnte, war er an der (aufgelassenen) letzten Hürde noch voll mit dabei beim Kampf um den Sieg und schwächelte nur auf den letzten vielleicht 100m und musste die anderen drei ziehen lassen – in seiner derzeitigen Form über Hürden habe ich ihm im Desert Orchid Chase im Dezember viel zugetraut, aber leider scheiterte er am Ende an sich selbst und der fünften Hürde. Nicht viel, was man aus diesem Rennen herausziehen hätte können, dafür gewann er aber zwei Monate später im Februar beim Gruppe 2 Betfair Game Spirit Chase, und das mit Leichtigkeit gegen auf dem Papier durchaus gleichwertige Gegner.

Sceau Royal hielt sich hinter den Pacemakern, übernahm im letzten Viertel aber spielend die Führung von diesen und konnte sich unter einem starken Ritt von Daryl Jacob gegen Champ durchsetzen, einem Gruppe 1 Sieger aus dem letzten Jahr.

Beim Gruppe  1 Betway Queen Mother Champion Chase beim Cheltenham Festival verpasste Sceau Royal die ausbezahlten Plätze nur knapp und kam auf einem sehr respektablen fünften Platz ins Ziel – für den es natürlich auch noch etwas Kleingeld gab, aber eben nicht das ganz große Geld. Dabei wäre sogar der Sieg drin gewesen, aber Sceau Royal wurde einige Male bös in die Zange genommen, wurde an der drittletzten Hürde fast zu Boden gebracht, war dann wieder eingeboxt und hatte wenig Raum zum Springen und für den Schlusssprint – alles zusammen war dann doch zu für Sceau Royal, so dass der fünfte Platz eine wirklich gute Leistung war!

 

Im Gruppe 1 bet365 Celebration Chase in Sandown im April war der Boden etwas schneller als gewohnt und Sceau Royal began bei seinen Sprüngen Konsequent nach links zu springen und bekam auf den letzten Metern erhebliche Probleme mit seiner Ausdauer – holte sich aber doch noch den dritten Platz vor dem eigentlichen Favoriten Put The Kettle On, der ebenfalls keinen guten Tag erwischt hatte

Dafür gelang das Saisondebüt in Kempton im Unibet 3 Uniboosts A Day Hurdle mit Leichtigkeit und Sceau Royal zeigte saubere Sprünge und eine gute Ausdauer – er hat einen Fitness Vorteil gegenüber den Konkurrenten heute und sollte zu Recht als Favorit an den Start gehen.


06.11.2021 – Flemington – Mackinnon Stakes – Pick: Colette

Pferderennen in Australien

07:10  Mackinnon Stakes  – Gruppe 1

Distanz: 2000m – 3yo+ | Weight For Age | Untergrund: Gut

 

Alles wird hier im Mackinnon Stakes davon abhängen, ob Zaaki wieder zu seiner alten Form zurückfinden kann oder ob seine Niederlage im Neds Might and Power doch das endgültige Ende seiner beeindruckenden Siegesserie und seines Formhochs bedeutet, dass er seit Anfang des Jahres reitet – möglich, denn er sah doch ziemlich müde aus als er das letzte Mal über 1m2f startete….  2,3 ist eine ansprechende Quote auf ihn, aber Colette könnte genau den Stil haben, um ihn hier zu schlagen. Die beiden sind klar meine 1-2 in diesem Rennen

 

Colette: Die  Hallowed Crown Stute von  B. Cummings startet für das erfolgreiche Godolphin Syndikat, und sie tut derzeit in Australien alles dafür, dass ihr Trainer mit ihr mehr als zufrieden sein kann. Ihre Karriere begann im Dezember 2019, und seitdem ist Colette ziemlich aktiv gewesen in Austrlien. Bei ihrem ersten Maidenrennen in Hawksbury war sie noch etwas grün hinter den Ohren und musste sich weit hinten im Feld einordnen, aber schon beim zweiten Rennen zeigte sie, dass sie ordentlich dazu gelernt hatte und belegte hinter der Siegerin einen knappen zweiten Platz, der erst wenige Meter vor dem Ziel entschieden worden war. Beim dritten Rennen hob sie die Distanz ein wenig an und versuchte sich das erste Mal über 1600m, was erneut mit einem zweiten Platz belohnt wurde, wenn auch dieses Mal deutlich weiter hinter der Siegerin Fulmina, die sich einen bequemen 2 Längen Vorsprung hatte sichern können.

Trotzdem, es schein als habe Colette die nötige Ausdauer um auch über noch längere Distanz laufen zu können, so dass ihr Trainer sie im Februar in Newcastle in das Cuppa Joes Class 1 Plate schickte – und das mit überragendem Erfolg! Nach zwei mehr oder minder knappen zweiten Plätzen schoss Colette bei dem ersten Versuch über 1885m über sechs Längen vor den Konkurrenten durch das Ziel und sammelte das 35k$ Rennen mit Leichtigkeit ein. Die Konkurrenz war allerdings auch nicht der Rede wert und im Shellharbour Benchmark Plate wurde es dann schon ein wenig knapper – auch wenn hier der Vorsprung von „nur“ zwei Längen über die Leichtigkeit hinweg täuschte, mit der Colette das Rennen gewann – da wäre sicher auch noch ein wenig mehr drin gewesen, schließlich hat sie sich erst 100m vor dem Ziel an die Front begeben können und dem Feld davon rennen können. Wie gesagt, hier wäre deutlich mehr drin gewesen.

Im April hat sie sich dann das erste Mal in einem Gruppenrennen versucht, dem Gruppe 3 Adrian Knox Stakes – und wieder konnte Colette das Rennen locker gewinnen. Dieses Mal gab sie 500m vor dem Ziel Gas und setzte zur Verfolgung der beiden Front Runner an, die sich einige Längen vom Hauptfeld abgesetzt und ihren Schlusssprint begonnen – allerdings hatten sich trotz 3-4 Längen Vorsprung keine Chance, Colette und ihren Angriff noch abzuwehren.

Dann startet sie nach nur einer Woche erneut, auf deutlich höherem Niveau im Gruppe 1 The Star Australian Oaks, machte aber das meiste aus ihrem Erfolgsmomentum und gewann auch dieses Rennen –  und dass überdeutlich mit mehr als 2,5 Längen Vorsprung, eine gigantische Leistung mit nur so wenig Zeit zwischen den Rennen und ein Fingerzeig in Richtung der neuen Saison, in die sie knapp fünf Monate später in Randwick starten sollte.

Das erste Rennen gegen ältere Pferde verlief im Drinkwise Tramway Stakes allerdings sehr enttäuschend mit einem zehnten Platz, der fünfte Platz (von 7 ) im Gruppe 1 Fujitsu George Main Stakes nur zwei Wochen später dagegen war mit unter vier Längen Rückstand schon fast wieder besser als erwartet, einen Eindruck, den die Stute im Gruppe 1 Epsom Plate mit einem sechsten Platz, nur zwei Längen hinter dem Sieger, noch einmal bestätigte. Klar, sie war nie in der Lage den Siegern der Rennen gefährlich zu werden, lief aber besser als ihre Außenseiterquote vermuten lies – so gesehen war es kein Wunder, dass sie zurück gegen gleich alte Konkurrenz im Gruppe 1 The Golden Eagle Stakes in Rosehill im Oktober einen knappen Sieg feiern konnte – und das in einem stark besetzten, großen Rennen gegen männliche Konkurrenz!

Das dieses Rennen im Oktober kein Einzelfall war, zeigte sie dann nach ihrer kleinen Pause über den australischen Sommer im Februar im Yulong Apollo Stakes auf Gruppe 2 Ebene. Das Rennen war mit Verry Elleegant als Favoritin und Kolding als Pacemaker wieder gut besetzt gewesen, aber Colette verhielt sich Clever und Rachel King setzte die Stute hinter die konkurrierenden Front Runner Kolding und Prince Fawaz und machte ihren Move erst beim Einbiegen in die Zielgerade, wo sie schnell am schwächer werdenden Prince Fawaz und dann 250m vor dem Ziel auch Kolding vorbeizog. Die Favoritin versuchte noch einen Angriff zu starten, war aber zu spät in die freie Bahn geschwenkt und konnte in der Mitte der Bahn nur moderat an Boden gut machen – Colette muss heute von weiter außen starten und wird wahrscheinlich nicht eine ganz so schöne Position wie beim letzten Rennen bekommen, hat aber ziemlich locker gewinnen können, so dass sie, guten Start vorausgesetzt, auf eine 100%tige Wiederholung des letzten Rennens beim nächsten Aufeinandertreffen im Chipping Norton Stakes hoffen konnte.

Das Rennen verlief zunächst voll nach Plan, Colette stürmte aus den Toren und setzet sich an die Front, allerdings setzte sich dann Kolding an der Front durch und Colette lies ihn ziehen, dann setzte sich aber auch noch Funstar neben Colette und zwang sie mehr nach außen, Colette driftete beim Einbiegen in die Zielgerade sogar noch weiter, fing sich aber und ging an die Front, wurde dann aber in einem spannenden vier Konkurrenten Finisher noch von Verry Elleegant ein und überholt!

Das war super spannend und super knapp und Colette verlor nichts von ihrer Form in diesem Rennen – ganz im Gegensatz zum Gruppe 3 Bisley Workwear Stakes, wo Colette zunächst am Start eingeboxt wurde und wenig Raum hatte sich zu entwickeln und dann zu viel zu tun hatte, um Toffee Tongue noch einzuholen – da fehlte am Ende eine einzige Länge für die Favoritin, obwohl das Rennen fast 400m länger war als das letzte. Das störte Colette allerdings nicht und sie scheint auch die längeren Distanzen gut bewältigen zu können, scheiterte aber beim nächsten Duell mit Verry Elleegant im Ranvet Stakes deutlich und wurde auch im Queen Of The Turf Stakes in Randwick im April mit einem vierten Platz und über 2 Längen Rückstand deutlich geschlagen…. den selben Rückstand hatte sie dann auch im Memsie Stakes bei ihrem Saisondebüt 133 Tage später und musste daher mit einem sechsten Platz Vorlieb nehmen – das ist durchaus ok nach einer solchen Pause, war 2020 aber nicht der Fall und auch beim zweiten Rennen in der Saison, dem Maykbe Diva Stakes, lief es nicht viel besser. Sie kam auf einem fünften Platz ins Ziel, drei Längen hinter Incetivise und ohne Chance, beim Kampf um den Sieg eine Rolle zu spielen.

Weicher Untergrund und ein kleiner Rückschritt in der Distanz brachten dann den Sieg im Gruppe 2 Lexus Tristarc Stakes, wobei man natürlich auch bedenken muss, dass in diesem Rennen Colette als Favoritin an den Start gegangen war und sich daher geschickt ein Gruppenrennen herausgesucht hatte, in dem die Konkurrenz deutlich schwächer war als den vergangenen Versuchen.

Colette hatte keine Probleme da das Feld von hinten aufzurollen und versuchte die selbe Taktik dann im Empire Rose Stakes – und das wäre fast nach hinten losgegagngen, denn als sie unter Damien Oliver 600m vor dem Ziel Boden gut machen wollte, war eine Wand aus Pferden vor ihr und blockierte ihren Weg, so dass Colette nach rechts außen ausweichen musste und dort ihr Momentum aufbauen musste – was sie auch beneidenswert gut schaffte und sich am Ende knapp mit einem Nacken Vorsprung den Sieg gegen Mystic Journey holen konnte. Ich mag ihre Chancen gegen einen Zaaki, der zuletzt etwas entzaubert wurde.

ZAAKI kommt aus dem Stall von Annabell NEASHAM die ihren Schützling im Jahr 2017 das erste Mal auf die Rennstrecke schickte. Um genauer zu sein ging Zaaki damals noch in England für Mohamed Moubarak an den Start, der mit ihm allerdings wenig Freude hatte und in seinem ersten Jahr nur einen zweiten Platz hatte feiern können. ZAAKI wechselte dann zu Sir Michael Stoute der ihn in England nach einer Pause über den Winter im Jahr 2018 weiterlaufen ließ und ein bisschen mehr Erfolg mit ihm hatte.
Zaaki gewann sein Debüt in Thirsk im April 2018 und sicherte sich danach in den kommenden vier Rennen jeweils einen ausgezahlten Platz, wobei er auch im Gruppenrennen in Haydock im August auf einen Platz kam, allerdings war er in diesem Rennen als Favorit gestartet, konnte aber die Distanz nicht durchhalten und wurde auf dem schnellen Untergrund auf den letzten Metern noch von zwei anderen Pferden überholt.

Der Versuch im Rose of Lancaster Stakes verlief damit klar unter den gesetzten Erwartungen und sein Trainer lies ihn in der aktuellen Saison nur noch ein weiteres Mal in York unter dem Star Jockey Frankie Dettori an den Start gehen, aber auch dieses Gruppe drei Rennen war klar außerhalb seiner Reichweite und er musste sich am Ende mit dem vorletzten Platz zufrieden gebe. Und auch wenn Zaaki in diesem Rennen einige Entschuldigungen hatte – so verpasste er den Start und hustete nach dem Rennen, schien also bei seinem letzten Start 2018 durch aus gesundheitlichen Probleme zu habe – so war seine Leistung in diesem Jahr 2018 insgesamt aber trotzdem unter den Erwartungen geblieben. In der Pause zu nächsten Saison wurde Zaakidann kastriert und starte nach der Winterpause im Mai erneut.

Im Mai 2019 schien er aufgrund der längeren Pause, der Operation, und des weiteren Trainings, ein anderes Pferd zu sein denn er gewann seinen ersten Start auf Listed Ebene im Paradise Stakes, einem Vorbereitungsrennen für das Queen Anne Stakes, mit einem Nacken gegen den hochgehandelten Barney Roy und dass Duo hatte beim Lauf zum Ziel den Rest des Feldes locker geschlagen und machte den Sieg unter sich aus.

Wieder verpasste Zaaki den Start in dem Rennen und musste sich zunächst mit einem der letzten Plätze in dem Feld zufrieden geben, wurde von seinem Jockey Frankie Dettori aber rechtzeitig zum aufholen des Rückstandes auf die Führenden geschickt, so dass er circa 200 m vor dem Ziel die Führung selbst übernehmen konnte und den Angriff von Barney Roy auf den letzten Metern abwehren konnte.

Das war die bis dato beste Leistung von Zaaki und wenn man bedenkt, dass der Konkurrent zu dieser Zeit deutlich höher gerated wurde, ist es nicht wirklich verwunderlich dass Zaaki gegen etwas leichtere Konkurrenz danach in Epson im Gruppe 3 Investec Diomed Stakes seiner Favoriten Rolle mehr als gerecht wurde und das Rennen relativ locker mit einer Länge gewinnen konnte.
Damit hatte er nun zwei black Type Rennen hintereinander gewonnen und ging im Juli 2019 mit viel Zuversicht nach Ascot, wo er auf Gruppe zwei Ebene über die Meile auf schnellem Untergrund im Summer Mile Stakes startete. Dieses Mal erwischt er den Start relativ gut, sortierte sich nicht ganz so weit hinten im Feld ein und ging wieder rechtzeitig in den Schlussprint, konnte aber dieses Mal auf den letzten 100 m den Angriff von Beat the Bank nicht abwehren, der an ihm vorbeizog und mit einer Nase Vorsprung das Rennen für sich entschied.

Das Rennen bekam am Ende noch eine sehr tragische Note, als nach dem Rennen festgestellt wurde, dass sich der Sieger Beat the Bank bei seinem Sieg tödlich verletzt hatte und wir damit das letzte Rennen von Beat the Bank gesehen hatten. So einen Abschluss braucht niemand und es ist eines der sehr tragischen Geschehnisse, die diesen Sport immer wieder begleiten.

Zaaki ging danach weiter nach Goodwood, wo er auf Gruppe 2 Ebene im Lennox Stakes nur einen siebten Platz erreichen konnte. Er war zwar wieder unter den Favoriten gehandelt worden, konnte aber über die schnellere Distanz von 1400 m nicht das nötige Tempo erreichen, um die Konkurrenten und Sieger unter Druck zu setzen. Es war also kein Wunder, dass Zaaki danach wieder über eine längere Distanz geschickt wurden und über die 1800 m in York auf Gruppe 3 Ebenen holte er im August 2019 auch wieder einen Sieg. Interessant an diesem Rennen war die neue Taktik von Zaaki, der sich dieses Mal hinter den Pacemakern einsortiert hatte und dementsprechend nicht wie sonst versuchte, das Feld von hinten aufzuräumen.
Wie dem auch sei, die neue Taktik hatte Erfolg und man versuchte die selbe Herangehensweise danach auf Gruppe zwei Ebene im Joel Stakes in Newmarket Noch einmal, aber die Konkurrenz rund um den Sieger Benbatl war deutlich zu stark für Zaaki. Allerdings ging es in diesem Rennen gegen das schnellste Pferd der Welt zu diesem Zeitpunkt, da kann man auch mal verlieren….

Immerhin sprang am Ende ein dritter Platz dabei heraus, es gab also wieder ein wenig Preisgeld.

Dann kam eine Entscheidung die ich bis heute nicht so richtig verstehe, denn sein Trainer entschied sich, Zaaki um die halbe Welt zu schicken und ihn in Hongkong im Hongkong Meyer starten zu lassen, ein Rennen wo er eine locker dreistellige Quote zum Start hatte, und dementsprechend gegen die weltbesten Pferde über die Meile auch keine Chance hatte. Diesen Trip hätte man sich vermutlich sparen können, aber er war ja nicht der einzige Starter Seines Trainers an diesem Tag also wurde er vermutlich einfach zusätzlich mit eingepackt.

Im Juni 2020 ging es dann wieder in England los, allerdings war die dritte Saison für Sir Michael Stoute nicht im Ansatz so erfolgreich wie die letzte und aus vier Starts konnte gerade einmal ein einzelner Platz 3 herausgeholt werden… Zaaki wechselte nach dieser Enttäuschung nach Australien wo er nach 200 Tagen für seine neue Trainerin Annabell Neasham das erste mal startete. Gleich bei seinem ersten Rennen wurde er in ziemlich tiefe Gewässer geschickt, so startete er im April 2021 im Doncaster Mile Auf Gruppe eins Niveau, und musste aufgrund seiner Erfolge in England auch noch ein relativ hohes Gewicht tragen. Der sechste Platz ging damit ziemlich in Ordnung, sind Trainerin hatte danach mit ihm auch erbarmen und ließ ihn in einem Gruppe drei Handikap in Randwick auflaufen. Dort verpasst er den Sieg nur mit einem Kopf und unter festgesetzten Gewichten auf dem Kurs Gold Coast gelang Zaaki im Gruppe 2 Hollindale Stakes dann auch der erste Sieg Down Under.

Er war wieder als Favorit gestartet und hatte Konkurrenten wie Avilius und Humidor gegen sich die er in der Vergangenheit schon geschlagen hatte – aber auch beim erneuten Aufeinandertreffen im Channel 7 Doomben Cup auf Gruppe 1 Ebene im Mai 2021 machte Zaaki kurzen Prozess mit der Konkurrenz. Brandenburg lief das Rennen seines Lebens und zeigte eine herausragende Leistung von der Front aus, die dem Außenseiter eine verdienten dritten Platz einbrachte, aber Zaaki ging neben ihm in die Zielgerade und beschleunigte dann nach der letzten Kurve deutlich, jeder andere Konkurrent, der versucht hatte das Feld am Ende von hinten aufzurollen schaute in die Röhre als Zaaki sich locker auf über 7 Längen absetzte  – keine Chance da noch ran zu kommen.

Ganz so groß war der Vorsprung im Sky Racing The Q22 danach nicht, Zaaki fiel auf der Rückgeraden erst ein wenig zurück wurde dann von J. McDonald aber wieder schnell hinter den Front Runner gebracht, von wo aus er seinen Angriff wie das letzte Mal nach dem Einbiegen in die Zielgerade startete. Zunächst blieb der Jockey fast regungslos auf Zaaki sitzen, was auch reichte um seinen Schützling als Ausnahmepferd in die Führung zu schicken, allerdings musste auch Zaaki dann zumindest mit Händen und Füßen geritten werden, um die näher kommende Wand aus Pferden auf Abstand zu halten, was dann aber auch wieder spielend leicht gelang

Im Gruppe 2 Fujitsu General Tramway Stakes lies Zaaki keine Fragen aufkommen, warum er als Favorit gehandelt wurde, obwohl die Distanz deutlich geringer war und man die Sprintdistanz von 7f  etwas kritisch beäugte. Aber kein Grund zur Sorge, Zaaki holte sich den Sieg mit einem Sprint in der Mitte der Bahn 200m vor dem Ziel, als er seine Beschleunigung voll ausspielen konnte und die anderen locker abhängen konnte. Dass seine Marge sich zum Ziel wieder ein wenig auf 1.5 Lägen reduzierte, lag vor allem daran, dass James McDonald es etwas langsamer angehen lies und die anderen dadurch wieder etwas herankommen konnten – aber er lies keinen Zweifel daran aufkommen, wer hier das Sagen hatte in dem Rennen.

Über etwas weitere Distanz im Quayclean Underwood Stakes auf Gruppe 1 Ebene startete der Angriff von Zaaki auf die Pacesetter einen kleinen Tick später, da er innen an der Bahn kurz festsaß und sich erst einmal freischütteln musste, danach reichte ein Handritt von seinem neuen Jockey Craig Williams aus, um Zaaki an die Front zu schicken, allerdings blieb der Rest der Pferde dran an Zaaki (tja, Gruppe 1 Niveau eben, das ist schon was anderes), so dass Zaaki letztendlich doch einen (genau einen) Schlag mit der Peitsche bekam, was ausreichte um ihn mehrere Länge vor das Feld zu bringen.

Selbe Konkurrenz, selber Boden, 100m mehr, zwei Wochen später: Zaaki startet im Neds Might And Power in Caulfied, natürlich als hauhsoher Favorit gegen Konkurrenz, die er zuletzt locker geschlagen hat – und verliert! Homesman und No Effort  setzten ein hartes Tempo, aber von beiden war auch kein Sieg erwartet worden, im Gegensatz zu Zaaki, dem es erstaunlich schwer viel das Tempo mitzugehen und dann im Endeffekt den späten Sprintern Probabeel und Noncomformist zum Opfer viel…. ich denke die längere Pause hier hat ihm gut getan und Zaaki sollte hier wieder absolut konkurrenzfähig sein.

 

Mo’unga: Der Savabeel Sohn von A. Neasham machte vor allem mit seinem Sieg im Guineas in Rosehill von sich reden.  Da hatte er 300m vor dem Ziel endlich seine Lücke in der Mitte der Bahn gefunden, war aber weit weg von den Front Runnern und hatte noch immens viel zu tun – so viel, dass man ihm da eigentlich nicht zu viele Chancen mehr gab. Aber Mo’unga zog an und an und baute sein Momentum auf, bis er tatsächlich 500m vor dem Ziel die Führung übernommen und das Rennen gewonnen hatte – Spitzenleistung, die er im Winx Stakes später in der Saison nach zwei soliden Läufen in Randwick noch einmal wiederholen konnte.
Auch hier zeigte Mo’unga einen starke Schlusssprint und die Favoritin Verry Elleegant mit knapp einen Nacken auf den zweiten Platz zu verbannen. Mo’unga kam wieder weit aus der Kurve heraus und musste einen ziemlich hohen Rückstand auf die Führenden gut machen, hatte aber wieder das Momentum und die Geschwindigkeit um 50m vor dem Ziel die Nase vorn zu haben.
Er hat das Guineas auf weichem Boden gewonnen und die längere Distanz im PFD Food Services Makybe Diva Stakes lag Mo’Unga – so dass er im September über den neuen Trip den großen Incentivise unter Druck setzten konnte und auf gutem Boden nur knapp mit einem  Nacken am nächsten Gruppe 1 Sieg vorbei schrammte. Klarer war da schon die nächste Niederlage – wieder über eine Meile – im Gruppe 1 TAB Epsom Handicap, wo Mo’Unga auf Grund des hohen Gewichts, welches er tragen musste, aber eine gute Entschuldigung vorzuweisen hatte. Auch im Ladbrokes Cox Plate im Oktober hatte  er mehr Gewicht zu tragen als der Rest, da es sich aber nicht um ein Handicap gehandelt hatte, fielen die Unterschiede eher klein aus und Mo’unga steckte trotzdem auf dem vierten Platz fest und hatte nicht das Tempo, um mit den Siegern mit zu gehen – schade, da hatte ich durchaus mehr erwartet.

06.11.2021 – Flemington – VRC Sprint Classic – Pick: Nature Strip

Pferderennen in Australien

05:50 VRC Sprint Classic – Gruppe 1 

Distanz: 1200m | Alter 3yo+ | Weight For Age | Boden: Gut

Nature Strip hat hier ein Rennen gefunden, welches er praktisch nicht verlieren kann. Er ist in perfekter Form mit einem Sieg im Everest zuletzt und hat aus seinen letzten sechs Rennen vier gewonnen und zwei zweite Plätze errungen – und das gegen stärkere Konkurrenz als heute. Streets Of Avalon ist zwar ein echter Veteran in diesem Feld und hatte sein ersten Rennen 2017 bestritten- Er gewann im Februar das CF Orr Stakes und war zuletzt etwa im Freehan Stakes nicht weit weg – bei der Quote vielleicht eine EW Wette wert? Bessere Chancen hat da natürlich Bella Niponte mit ihrem zweiten Platz im Manikato Stakes im Oktober und dem sehr knappen zweiten Platz im Schillaci Stakes zuvor… aber als Sieger sehe ich hier ganz klar Nature Strip

 

Nature Strip: Der Nicconi Sohn von Chris Waller hat sich seit 2017 langsam noch oben gearbeitet, wobei er bereits nach seinem ersten Rennen eine Serie von drei Siegen in Folge präsentieren konnte. Das waren natürlich nicht die ganz großen Rennen, mit denen Nature Strip später auf sich aufmerksam machen sollte, wie etwa das Darley Sprint Classic oder das Cramer Moir Stakes, aber es war schon mal ein Anfang, der zeigen sollte, in welche Richtung es geht.

Heutzutage ist Nature Strip natürlich einer der etablierten Gruppe 1 Performer in Australien und über die Distanz von 1000-1200m immer eine ernst zu nehmende Gefahr. Allein 2019 gewann er drei Gruppe 1 Rennen mit einem Preispool von insgesamt 3.700.000$ australischen Dollar, 2020 folgten Siege im Hyland Challange Staks, dem TJ Smith Stakes und 2021 wurden das Black Caviar Lightning Stakes und erneut das TJ Smith Stakes zur Trophäensammlung hinzugefügt.

Das ist weit weg von dem kleinen Nature Strip, der 2017 das erste Mal in einem 120k$ Rennen lief, aber den letzten Sieg seiner Serie von 2017/18 landete er immerhin schon in einem 250k$ Rennen und war damit auf dem besten Weg, die Investitionen seiner Besitzer zurück zu zahlen.

Danach wurde er immerhin noch einmal Zweite im Yulong Vobis Gold Dash in Caulfield im April 2018, bevor er es in sein erstes Gruppenrennen im Gruppe 2 Euclase Stakes in Morphetville, einem 1200m Rennen mit durchaus starker Besetzung. Nature Strip war nach seiner Erfolgsserie zuvor als Favorit gestartet, konnte aber „nur“ einen vierten Platz eine Länge hinter dem Sieger belegen, was aber eine durchaus gute Leistung war

Das konnte Nature Strip im Great Ocean Road Handicap einen Monat später gleich wieder mit einem beeindruckenden Sieg unterstreichen, als er das Rennen mit fast fünf Längen  für sich entschied. Das Rennen war das Sprungbrett um im A.r. Creswick Series Final wieder auf Black Type Rennen Ebene zu starten – und zu gewinnen. Das 1200m Rennen war zwar nicht so stak besetzt wie die Gruppenrennen zuvor, aber Nature Strip lies sich nicht beirren und lieferte im Lightning Stakes noch im selben Monat den nächsten Sieg nach. Dieser Sieg war eine reine Demontage der Konkurrenz, die auf dem 1050m Distanz keine Chance hatte, an Nature Strip noch dran zu bleiben und den Favoriten mit sechs Längen hatte ziehen lassen müssen.

Der talentierte Sunlight gehörte zu den geschlagenen Konkurrenten  und Nature Strip machte sich zu höheren Ebenen, als er im Gruppe 2 Mittys Mcewen Stakes im September startete. Das Rennen ging Nature Strip erneut als Favorit an den Start ging, aber am Ende gegen Houtzen nur knapp bestehen konnte. Nature Strip bewies einmal mehr seinen Kampfgeist und behauptete seinen Vorsprung bis zur Zielinie, hatt emit dem Außenseiter aber mehr zu schaffen als erwartete worden wäre, vielleicht hat die lange Saison zu diesem Zeitpunkt ihre Spuren hinterlassen – schließlich kam er auch im Gruppe 1 Cramer Moir Stakes  im September nicht mehr rechtzeitig in Gang und musste sich am Ende mit einem achten Rang zufrieden geben. Deutlich abgeschlagen hinter den Siegern ging es für Nature Strip nach dieser Niederlage in eine kleine Pause, die im Februar beendet wurde – mit einem Sieg im Gruppe 2 Schweppes Rubiton Stakes über 1100m und Konkurrenten wie Jungle Edge oder Vodoo Lad,

Jungle Edge versuchte das Tempo zu setzen, aber Nature Strip klebte ihm an den Hufen und übernahm beim Einbiegen in die Zielgerade ab der 200m Marke das Feld übernahm und locker ins Ziel einreiten konnte. Das war der nächste lockere Erfolg von Nature Strip in einem Gruppenrennen, und es wurde so langsam Zeit, dass er auch auf der höchsten Ebene endlich Erfolg haben würde – dachten zumindest Punter und Buchmacher, und ließen ihn im Oakleigh Plate als Favorit auflaufen. Nature Strip kam allerdings nicht als Sieger, sondern erneut abgeschlagen als Zehnter ins Ziel.

Nature Strip schoss nach vorne und übernahm die Führung, aber 100m vor dem Ziel endete sein Lauf und er fiel Platz um Platz zurück, ohne eine Chance zu haben dem Rest noch zu folgen. Seinen Chancen tat aber auch der weiche Untergrund keinen Gefallen, im Gruppe 1 Galaxy Cup hingegen schaffte es Nature Strip dann endlich, seine Erfüllung zu erfüllen.

Nature Strip lief an der Front des Feldes und führte seine Konkurrenten in die Zielgerade und hatte bereits an der 200m Marke zwei Längen Vorsprung, die er allerdings auch voll ausnutzen musste, um am Ende gewinnen zu können.

Nature Strip wechselte das Tempo nach dem Einbiegen in die Zielgerade und holte noch einmal ein paar Meter mehr auf seine Verfolger heraus, was die späten Sprinter wie Pierata den Anschluss verlieren lies und am Ende dafür sorgte, dass Nature Strip immer noch ganz vorne war.

Im Gruppe 1 Doomben Cup im Mai erwarteten ihn ähnliche Konditionen, allerdings gelang es ihm nicht das Feld von hinten aufzurollen und er musste sich am Ende mit einem vierten Platz gut eine Länge hinter dem Sieger The Bostonian begnügen und ging danach in die verdiente Winterpause – die im Gruppe 3 Forum Concorde Stakes beendet wurde, dem Paraderennen von Redzel, der das Rennen nunmehr zum vierten Mal hintereinander gewinnen konnte.

Nature Strip lief bei jenem Rennen eine Länge vor Sunlight ins Ziel und versuchte sich danach wieder einmal am Cramer Moir Stakes – letztes Jahr war Nature Strip dort klarer Favoritin, scheiterte allerdings deutlich und trat 2019 an, um Vergangenes vergessen zu machen – und das konnte Sie! Nature Strip sicherte sich die Führung in dem Rennen und führte das Feld in die Schlussgerade, auch wenn sie sich mit ihrem Tempowechsel zunächst nicht absetzten konnte. Dann aber verloren die, die mit ihr an der Führung gekämpft hatten an Kraft und es waren die Schlusssprinter rund um Sunlight, die Nature Strip noch gefährlich werden konnten – aber die Ziellinie kam rechtzeitig und Nature Strip feiert den zweiten Gruppe 1 Sieg!

Im Everest galt sie trotzdem als Außenseiterin, auch weil die Distanz gut 200m länger war und Nature Strip schon zuvor nur knapp die 1000m durchhalten konnte, und das gegen etwas leichtere Konkurrenz als in dem prestigeträchtigen Gruppe 1 Rennen – in dem Nature Strip durch einen hervorragenden Lauf immerhineinen vierten Platz erringen konnte, 1.3 Längen hinter dem hervorragend gelaufenen Dreijährigen Yes Yes Yes, der mit einem beeindruckenden Sprint zum Ziel noch Santa Ana Lane einsammeln konnte, der das Feld angeführt hatte.

Den selben Fehler machte Nature Strip aber im Gruppe 1 Darley Sprint Classic nicht noch einmal und Nature Strip gewann das Rennen von der Front mit einem schnellen Tempowechsel und da Nature Strip mehr Speed als alle Verfolger hatte,  gewann er das Rennen mit über drei längen Längen Vorsprung unangefochten, und das gegen Konkurrenz wie In Her Time, Santa Ana Lane oder Alizee.

Das selbe gelang ihm allerdings im Februar im Black Caviar Plate nicht noch einmal und der Außenseiter Gytrash nutzte die Schwäche der Favoriten in dem Rennen gnadenlos aus und gewann das Gruppe 1 Rennen gegen Nature Strip, Redzel und Loving Gaby – eine beeindruckende Leistung, die er im Gruppe 1 Black Caviar Plate im Februar noch einmal wiederholen wollte. Nature Strip startete als Favorit, kam aber am Ende nur auf einem vierten Platz ins Ziel, dieses Mal hinter Loving Gaby und Redzel – der gerade Kurs und der Split in zwei Gruppen war für den Front Runner Nature Strip nichts und er musste auf der anderen Seite der Bahn Gytrash ziehen lassen. Auch der weiche Boden mag seinen Teil zur Niederlage beigetargen haben, denn Nature Strip mag den schnellen Boden deutlich mehr

Den bekam er im  Gruppe 2 ATC Race Colours Challenge Stakes. Die Führung in diesem Rennen musste sich Nature Strip erst einmal erkämpfen, nachdem er ein wenig spät aus den ställen gekommen war, die Kurve vor der Zielgeraden ermögliche Nature Strip aber, das Feld hinter sich zu ordnen und dann seinen bekannten Tempowechsel zu zeigen, der das Feld weiter auseinanderzog. 300m vor dem Ziel war Jungle Edge noch dran, der dann aber wie Miss Leonidas den Anschluss langsam verlor und Redzel behinderte, der erst in die Mitte der Bahn wechseln musste, um seinen Schlusssprint zeigen zu können. Das funktionierte für Redzel erstaunlich gut, der sich noch einen zweiten Platz erkämpfen konnte, wenn auch weit hinter Nature Strip, der das Rennen nach Belieben dominierte und einen wichtigen, klaren Sieg in der so schwierigen Saison 2020.

Die Saison krönte Nature Strip dann mit einem Lauf im Gruppe  1 T. J. Smith Stakes, bevor es in die Zwangspause wegen Corona ging. Nature Strip übernahm wie schon gewohnt die Führung in dem Rennen und setzte ein recht scharfes Tempo, welches die anderen Konkurrenten von vorne herein nicht wirklich mitgehen konnten. So hatte Nature Strip schon auf der Zielgerade einen kleinen Vorsprung, den er bis zum Ziel immer weiter ausbauen konnte.

Vor der Zwangspause wegen Corona war Nature Strip in absoluter Topform und auch fünf Monate später war er in weiter in guter Form, auch wenn er als klarer Favorit des Concorde Stakes dem aufstrebenden Gytrash nichts entgegen zu setzen hatte. Gytrash hatte in seinem letzten Rennen den Sieg nur denkbar knapp verpasst und belohnte sich für seine Beständigkeit nun mit einem Sieg gegen den Gruppe 3 Sieger Nature Strip, der danach allerdings ein kleines Formtief im Premiere Stakes erwischte. Das Gruppe 2 Premiere Stakes hätte eigentlich maximal ein Duell zwischen ihm und Classique Legend werden sollen, aber Libertini, ein Außenseiter, spielte sie alle an die Wand und gewann mit einem bequemen 2 Längen Vorsprung, während Nature Strip sich von vier Längen dahinter das Ganze nur aus sicherer Distanz hatte anschauen können.

Dann ging es in das Gruppe 1 The Everest, und man erwartete immer noch ein Wiederaufleben von Nature Strip, dass über die 1200m allerdings wieder nicht kam. Gytrash war wieder vor ihm, auch wenn dieser im The Everest  ebenfalls hinter den Erwartungen lief, ganz im Gegensatz zum bekannten Gegner Classique Legend, der dieses Mal wieder ganz der Alte war und locker mit über 2.5 Längen über Biauvauc gewinnen konnte

Der revanchierte sich aber ein Rennen später im Darley Sprint Classic mit einem Sieg über Nature Strip und Libertini, die keine Chance hatten an seine Fersen zu heften – dafür hatte  Bivouac zu viel Tempo entwickelt und sein Momentum locker bis zur Zielgerade getragen. Er war Favorit und er lieferte in diesem Rennen, Nature Strip hatte zwar keine Chance auf den Sieg, aber der zweite Platz war ein Schritt in die richtige Richtung, der im Februar im Gruppe 1 Black Caviar Cup noch einmal gesteigert wurde – Nature Strip musste zwar kämpfen, aber gewann am Ende gegen den heranschießenden September Run über die 1000m mit einer halben Länge. Der Gegner war ziemlich schnell, aber Nature Strip hatte das richtige Timing und das entschied das Rennen für ihn.

Leider klappte das im Hyland Colours Challenge Stakes im Gegensatz zum Jahr davor nicht noch einmal, denn 2021 kam Nature Strip erstaunlich langsam aus den Ställen und ihm wurde viel Zeit gegeben, sich in das Rennen zu finden und dann langsam aber sicher das Feld aufzurollen – am Ende fehlte ihn nur ein Nacken für den nächsten Sieg und wenn man bedenkt, wie schwierig das Rennen über lange Strecken für ihn war, war das trotz des zweiten Platzes eine herausragende Leistung.

Diese toppte Nature Strip dann wie 2020 mit einem Sieg im TJ Smith Stakes, wo er sich nach sauberen Start im Mittelfeld festsetzen konnte, auf den letzten 500m langsam die Führenden unter Druck setzte und dann 280m vor dem Ziel alles klar machte. Das war schon fast zu einfach und mit 2 Längen Vorsprung auf Masked Crusader blieben in dem Rennen kaum Fragen offen und auch beim Concorde Stakes in Royal Randwick Anfang September lief es wie am Schnürchen für Nature Strip.

Nature Strip übernahm von Anfang an die Führung des Feldes und konnte sich spielend leicht an dieser Position behaupten als es in die Kurve ging. Das Tempo zog auf der Zielgeraden ein wenig an, aber Nature Strip schien weiter ohne ersichtliche Mühen die Führung behaupten zu können und baute seine Führung vielmehr immer weiter aus.

Gegen Ende des Rennens wurde zwar auch Nature Strip ein wenig angetrieben, aber der Vorsprung vergrößerte sich auch auf gut zwei Längen und hat dafür nicht mehr als einen Handritt bekommen.

Sehr starke Leistung, die allerdngs zwei Wochen später auf weichem Untergrund im The Shorts auf Gruppe 2 Ebene nicht ganz wiederholen – zwar sah Nature Strip auf der Zielgeraden zunächst wie der wahrscheinliche Sieger des Rennens aus, wurde dann aber auf dem sehr weichen Boden zunehmend müde und musste am Ende Eduardo ziehen lassen und sich mit einem zweiten Platz zufrieden geben – die 100m längere Distanz hat sich hier definitiv als Problem erwiesen, auch we Nature Strip etwa das T J Smith Stakes in Randwick im April über gar 1200m und weichen Untergrund gewinnen können – die selben Parameter, die er auch im TAB Everest Mitte Oktober vorfand.

J. McDonald machte im Sattel kurzen Prozess nach dem Start und führte Nature Strip an die Front, wo er das Feld über die Distanz führen konnte, ohne zu massiv unter Druck zu geraten. Home Affairs versuchte innen am Geländer selbst die Führung zu übernehmen und an Nature Strip noch vorbei zu kommen, Nature Strup verteidigte seinen Platz an der Front unter einem bewegungslosen J MCDonald, der erst ab der 300m Marke so richtig Gas gab. Nature Strip reagierte super und zog einige Längen vor das Feld, ermüdete allerdings kurz vor der Ziellinie und machte daher das Rennen noch einmal unnötig spannend. Der Vorsprung hielt aber vor dem heranstürmenden Masked Cursader und Eduardo und Nature Strip feierte einen weiteren großen Gruppe 1 Sieg


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