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16.06.2021 – Royal Ascot – Prince Of Wales’s Stakes – Pick: Love !

Pferderennen in England

17:20 Prince Of Wales’s Stakes (Gruppe 1) (British Champions Series)

4yo+ | Distanz: 1m2f | Untergrund: Gut bis fest

Love: Kann Love an die super Ergebnisse im Jahr 2020 anknüpfen, als sie alle Rennen, die sie bestritt, auch gewinnen konnte? Love hatte es 2020 nur auf die besten Rennen abgesehen und war im 100 Guineas, dem Ivestec Oaks und dem Yorkshire Oaks angetreten und hatte alle Rennen gewinnen können, und das dominant mit mehreren Längen Vorsprung. Sie hatte letztes Jahr kein Problem mit der 240 Tage andauernden Pause, muss hier aber das erste Mal mit einer Altersoffenen Struktur auskommen, hat sich aber soweit ein machbares Rennen ausgesucht. Kommt nach dem beeindruckenden Jahr 2020 heute der nächste Coup?

Ihre bisherige Karriere sieht jedenfalls vielversprechend aus:

Die Galileo Tochter von Trainer Aiden O’Brien startete etwas langsam in ihre Karriere, denn erst in ihrem dritten Versuch in einem Maidenrennen konnte sie ihren ersten Sieg feiern -ging dann aber im selben Monat, dem Juli 2019 direkt in die Gruppenrennen und gewann das Gruppe 3 Silver Flash Stakes – und das mit Leichtigkeit von der Front aus. Love setzte das Tempo und auf der Zielgerade konnte ihr keiner Folgen, was in einem drei Längen Sieg am Ende resultierte.

Das brachte ihr natürlich den Favoritenstatus im Gruppe 2 Debutante Stakes einen Monat später in Curragh ein, wo sie allerdings etwa langsam aus den Ställen kam und auch in der Endphase des Rennens nicht in Gang kam.

Im Gruppe 1 Moyglare Stud Stakes einen Monat später im September 2019 überließ sie die Führung dann wieder anderen und begnügte sich in der Mitte der Bahn bzw. in der dritten Spur von Innen zu bleiben und den besseren Boden dort zu nutzen, obwohl sie damit etwas weit außen laufen musste. Das hinderte Love aber nicht daran, auf der Zielgeraden zu beschleunigen und unter einem harten Ritt von Ryan Moore ihren ersten Gruppe 1 Sieg einzufahren, wenn auch knapp.

Mit dem Gruppe 1 Sieg im Rücken ging es in das Newmarket Fillies Mile in Newmarket im Oktober 2019, allerdings dürfte Love trotz ihres Gruppe 1 Sieges nicht als Favoritin auflaufen, dass war  – zu Recht – Quadrilateral vorbehalten, denn die Konkurrentin gewann das Rennen, obwohl die gleich mehrfach in der kritischen Phase des Rennens behindert wurde- unter anderem von Love, die ihr die Tür in der Mitte der Bahn zu machte – aber am Ende nicht mehr genug Kraft hatte, um mit den beiden Siegerinnen mitzugehen.

Aiden O’Brien hat nachweislich hart an der Form von Love gearbeitet und sie über den Winter stark verbessert, schließlich kam sie nach der überlagen Corona Pause im Guineas in Bestform zurück und gewann das Guineas 1000 mit fast 4.5 Längen Vorsprung! Dabei waren 200m vor dem Ziel die Konkurrenten wie Quadrilateral direkt neben ihr in guter Position an der Front des Feldes, und schienen auch nach dem Tempowechsel nicht weg gehen zu wollen – dann, ca. 70m vor dem Ziel, wurde offensichtlich, dass Love noch wesentlich mehr Kraft übrig hatte als die anderen, die mit ihr in einer Linie liefem, wie Quadrilateral, Cloak Of Spirits oder Final Song – und zig immer weiter davon, um unter moderatem Druck von Ryan Moore am Ende mit gut 4.25 Längen zu gewinnen.

Der klare Sieg macht sie auch über die deutlich weitere Distanz im Epsom Oaks am 04.07.2020 zur klaren Favoritin, aber die 800m mehr in dem Rennen waren schon ein echter Test und es war alles andere als sicher, ob Love auch diesen Test wie ihre letzten meistern können würde. Die Quoten sprachen eine eindeutige Sprache und machten Love ein weiteres Mal zur klaren Favoritin, gefolgt von Frankly Darling, die zuvor schon über 2406m das Ribbesdale Stakes hatte gewinnen können.

Das Oaks in Epsom, welches über 2420m bestritten wird, war mit gutem Wetter gesegnet und der gute Untergrund garantierte einen ordentlichen Galopp, auch wenn das Feld Corona bedingt mit nur acht Startern ein wenig mager ausfiel. Trotzdem, für Spannung war gesorgt, denn einige der angetretenen Konkurrentinnen sahen auf dem Papier stark genug aus um Love zu gefärden, und das Rennen nahm zunächst auch einen spannenden Verlauf, als Tiempo Vuela und Passion das Tempo setzten und sich überhaupt nicht darum zu kümmern schienen, was der Rest des Feldes von dem gesetzten scharfen Tempo so hält.

So kam es dass die beiden beim 5 F Marker locker 10 oder 11 Längen vor dem Feld her galoppierten, und als die beiden Front Runner in die Zielgerade einlenkten, waren sie immer noch zig Längen vor dem Rest des Feldes, der, inklusive Love und Frankly Darling, schon ziemlich in Stress geriet, um den Anschluss zu halten. Tiempo Vuela wurde erwartungsgemäß müde auf der Zielgeraden und kam zurück zum Feld, während Passion noch einen Moment durchielt, aber natürlich trotzdem dem harten Lauf von der Front Tribut zollen musste. Was wohl drin gewesen wäre, wenn sie nicht so einen harten Galopp durchgezogen hätte?

Egal, 2f vor dem Ziel spielten die Front Runner keine Rolle mehr und Love war mit Stallgefährtin Ennistymon gleichgezogen. Auch Frankly Darling unter Frankie Dettori kam in der Mitte der Bahn heran, und es schien ein offenes Rennen zu diesem Zeitpunkt zu sein, dann kam Love aber so richtig in Gang und zog schnell noch einmal 2 Längen vor Ennistymon.

Love driftete ein wenig und fand sich am Innengeländer wieder, was ihr half ihren Lauf zu stabilisieren und gerade auf die Ziellinie zu zu laufen und noch einmal eine Schippe drauf zu legen, was sie am Ende locker neun Längen vor den Rest des Feldes brachte.

Keiner hatte eine Chance noch an sie heran zu kommen und Love etablierte sich endgültig als die beste 3yo Stute des Jahres 2020, was sie gegen die selbe Konkurrenz im Gruppe 1 Darley Yorkshire Oaks wenige Wochen später im August 2020 auch gleich noch einmal unter Beweis stellte,.

Wieder war Frankly Darling mit von der Partie, wie auch Manuela De Vega oder Franconia, aber keine der Konkurrentinnen konnte sich gegen Love auch nur im Ansatz behaupten.

Nun also , ein Jahr später und gegen männliche Konkurrenz stellt sich die Frage – kann Love an diese Erfolge anknüpfen?

Die Chancen stehen gut.

Lord North:

Der Dubawi Sohn kommt nach einem Sieg in Meydan nun wieder anch England, wo er letztes Jahr das Prince Of Wales Stakes gewinnen konnte. Der Titelverteisiger hat letztes Jahr allerdings eine komplett andere Route genommen und hatte sich einen Vorbereitungslauf in Haydock gegönnt und man muss bedenken, dass der Saisonabschluss in Ascot ziemlich daneben ging… und bei seinem beeindruckenden Sieg in Dubai platzte ihm ein Blutgefäß.. er wird es gegen eine Love in Topform sicher schwer haben, dominierte dieses Rennen aber im letzten Jahr und sollte daher nicht unterschätzt werden.

Der Dubawi Sohn Lord North begann seine Karriere für Trainer John Godsen im Jahr 2018 und bestritt seine Karriere zunächst noch als Hengst, wurde nach zwei Siegen und einem ziemlichen Flop in seinem ersten Black Type Rennen dann doch kastriert, denn er schien nach Aussage des Trainers und seines bisherigen Jockeys Robert Havlin kein ganz einfacher Kammerad zu sein -was sich nicht zu letzt in seinem letzten Platz im Heron Stakes am 23.05.2019 widerspiegelte, in dem Rennen musste der Jockey fast mehr damit kämpfen, Lord North zu bändigen als die Konkurrenz in Schach zu halten

Nach der OP ging es erst einmal in eine kleine Pause über den Sommer, die er im Herbst 2019 beendete und dort, noch spät in der Saison, einiges an Erfahrung nachholte.

Zunächst startete er in einigen gut besetzten Handicaps auf Klasse 2 Ebene in Ascot und Newmarket, wobei er in Ascot im Lexicon Bracknell Handicap als auch dem Balmoral Handicap jeweils einen zweiten Platz belegen konnte, und in Newmarket im bet365 Cambridgeshire Handicap sogar gewinnen konnte.

Im Cambridgeshire Handicap zeigte Lord North wie im Rennen zuvor, dass er auch spät in der Saison in Bestform war und die verlorene Zeit im Sommer wieder gut machen wollte. Im den 40 Starter umfassenden Rennen (!) hielt sich Lord North zunächst am Innengeländer auf dem Kurs, hatte aber allein auf Grund der Masse der Starter zunächst einige Konkurrent vor sich, bevor sich die Tür für ihn öffnete. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Beringer schon lange abgesetzt und sicher 3-4 Längen abgesetzt, aber Lord North, der Favorit des Rennens, kam in Gang, gab Gas unter Franki Dettroie und kam herangestürmt, um den Sieg in diesem Rennen am Ende sogar ziemlich bequem einzusammeln. Das war in diesem großen Feld und auf diesem schnellen Untergrund ziemlich beeindruckend.

Da der Sieg in Newmarket auf dem Rundkurs sogar ziemlich bequem ausfiel, war es kein Wunder das Trainer John Godsen ihn für sein erstes Black Type Rennen im Herbst auch auf diesen Kurs schickte. Und er zeigte auch in diesem Rennen, wie bei seinem vorhergegangenen Rennen beim Royal Ascot Festival, dass ihm der schwere, aufgweichte Untergrund keine Probleme bereitete und er auch mit kleinen Feldern und wenigen Konkurrenten, was immer ein taktisches Rennen bedeutet, umgehen kann.

Und taktisch war das Rennen, denn das kleine Feld von nur fünft Startern lief praktisch das gesamte Rennen dicht gepackt und teilweise mit drei bis vier Konkurrenten nebeneinander, bis es an den Schlusssprint ging und jedes der Pferde unter seinem Jockey versuchte, auf dem schweren Boden das Tempo weiter zu erhöhen. Pablo Escobar als Front Runner hielt noch am längsten gegen Lord North dagegen, der aber doch deutlich mehr Ausdauer hatte und am Ende mit gut 2 Längen Vorsprung gewinnen konnte.

John Godsen konnte zufrieden mit der Leistung seines Schützlings am Ende der Saison sein, und 2020 war trotz der langen Pause auf Grund der Corona Kriese nicht anders – es gbegann in Haydock mit einem Sieg auf Gruppe 3 Ebene gegen den hoch gehandelten Elaqarm im Brigadier Gerard Stakes , wobei der Sieg mit nur einer Kopf Vorsprung denkbar knapp ausfiel. Den Vorsprung hatte sich Lrod North mit einem schnellen Tempowechsel erkämpft, Elaqarm war einen Tick langsamer mit seinem Momentum und verpasste den Sieg knapp, denn die Linie kam zu früh für ihn – wäre der Kurs nur 20 Meter länger gewesen, hätte er Lord North gehabt.

Im Gruppe 1 Prince Of Wales’s Stakes lies dann Lord North allerdings nicht mehr anbrennen und gewann souverän, wenn auch mit gänzlich anderer Taktik. Denn dieses Mal hielt James Doyle ihm im hinteren Bereich des Feldes und überlies es anderen die Führung zu bestreiten, erst 2f vor dem Ziel suchte er sich seine Lücke und versuchte die Führenden einzusammeln – was ihm bei Konkurrenten wie Japan und Addeyb erstaunlich einfach gelang und in einem drei Längen Sieg endete. Mit der Form gehörte er auch fest zum Kreis der Favoirten im Gruppe 1 Juddmonte International Stakes, musste dort aber mit einem abgeschlagenen dritten Platz vorlieb nehmen, nachdem er sein vorderes linkes Hufeisen verloren hatte und damit an Tempo einbüßte. Er kommt prinzipiell gut mit schwerem Untergrund zurecht, allerdings nicht beim Gruppe 1 Qipco Champion Stakes im Oktober, wo er den letzten Platz belegte.

Er ist deutlich besser als das und konnte nachfolgend über 1m4f und schnelleren Untergrund im Breeders‘ Cup Turf einen soliden vierten Platz einsammeln. Zwar hatte Lord North auch hier nicht das Tempo um die Sieger auf den letzten Metern in Gefahr zu bringen, hatte aber einen starken Lauf vom hinteren Bereich des Feldes nach vorne und konnte einige bekannte Namen hinter sich lassen.

Beim Dubai Turf im März 2021 durckten sich viele bekannte Namen weg und die größte Gefahr ging auf dem Papier noch von Lord Glitters aus, der aber einen schlechten tag erwischte und Lord North an der Front absolut nicht unter Druck setzten konnte, wie auch keiner der anderen Konkurrenten. Vin De Garde wurde am Ende zweiter, aber Frankie Dettori musste auf Lord North nicht einmal alles geben, um seinen Schützling auf den letzten 200m in Führung zu bringen und ihn dann auf den letzten 100m von den Verfolgern abzusetzen.

Leider musste nach dem Rennen festgestellt werden, dass Lord North beim Rennen ein Blutgefäß geplatz war und er Blut in seiner Nase hatte. Das hat zwar seine Leistung in dem Rennen nicht geschmälert, aber ein kleiner Grund zur Sorge ist es trotzdem.

Lord North hat letztes Jahr dieses Rennen hier gewinnen können und sollte wieder mindesten für Gefahr sorgen können – sein Abschluss in Dubai gibt Grund zur Hoffnung und er ist die Hauptgefahr für Love.

Armory: Der Galileo Sohn von Trainer Aiden O’Brien ist seit dem Beginn seiner Karriere im Juni 2019 und dem Sieg in einem Maidenrennen im zweiten Versuch im selben Jahr fast beständig auf Gruppenebene gestartet, und hat sich dort ebenfalls bestäntig in guter Form gezeigt,

2019 ging seine Karriere in Black Type Rennen mit einen lockeren Sieg im Gruppe 3 Tyros Stakes los, bevor er auf Gruppe 2 Ebene auf dem selben Kurs das EBF Futurity Stakes gewann, wenn auch deutlich knapper und der erneute Sprung im Niveau gelang ihm nicht, als er auf Grupp 1 Niveau im Goffs Vincent O’Brien National Stakes im September auflief, denn Pinatubo schlug ihn am Ende mit neun Längen. Armory holte sich auf den letzten 130m den zweiten Platz, kam aber nie in Schlagreichweite zum Sieger, der war an jenem Tag in einer eigenen Liga.

Im Qatar Prix Jean-Luc Lagardere Sponsorise Par Manateq im Oktober 2019 kam Armory zwar von den Längen her näher an Sieger Victor Ludorum heran, der hatte im Schlusssprint einfach noch viel mehr übrig als die Konkurrenten und gewann souverän. Im nachfolgenden Criterium International trat er in einer Art Matchrace gegen Alson an, der ihn allerdings deklassierte und mit 20 Längen Rückstand ins Ziel einlaufen lies.

Trotzdem kann man das Jahr 2019 als vollen erfolg verbuchen, 2020 startete 229 Tage später für Armory aber eher verhalten. Als Saisondebüt wählte Armory das Tattersalls Irish 2,000 Guineas in Newmarket, welches natürlich stark besetzt war und jede kleine „Unfittness“ hart bestrafte. Dazu kam noch ein wenig Pech für Armory, der von einigen Konkurrnten einen Schubeser in dem Rennen bekam und daher einen sehr unruhigen Lauf hatte.

Er holte sich trotzdem einen vierten Platz und hatte einen guten Zug zum Ziel, aber keine Chance gegen den Sieger Siskin. Trotzdem war das ein hervorragender Lauf und auch beim Gruppe 1 Tattersalls Gold Cup auf dem selben Kurs zwei Wochen später konnte er gegen Magical ebenfalls einen vierten Platz holen. Wieder eine solide Leistung und als er dann gegen leichtere Konkurrent auf Gruppe 3 Ebene im Irish Field Celebrating 150 Years Royal Whip Stakes startete, konnte er sich endlich wieder in einem Gruppenrennen durchsetzen.

Mit dem Sprung auf höheres Niveau im Irish Champion Stakes im September nahm natürlich auch wieder die Konkurrenz zu und wieder war es Magical, der das Rennen domieren konnte und sich am Ende mit zwei Längen Vorsprung ins Ziel brachte. Das Rennen von Armory war wieder solide, er hatte sich eine Position hinter den Führenden gesucht und hatte auch freie Bahn zum Ziel, konnte diese Vorlage aber nicht verwandeln und musste die beiden Sieger ziehen lassen.

Danach wechselte Amrory den Kontinent und lief in Australien im Ladbrokes Cox Plate auf, wo er trotz der langen Reise und ganz anderen Gegebenheiten erneut ein hervorragendes Rennen lief, aber erneut den Sieger, Sir Dragonet, auf den letzten 200m ziehen lassen musste. Dabei hatte sich Armory 400m vor dem Ziel unter einem hervorragenden Ritt von Ben Melham an die Front bringen können, nur der Angriff von Sir Dragonet war am Ende einfach zu viel. Der zweite Platz war ihm aber sicher, und als Amory dann nach der Winterpause im Mai im Melodi Media Huxley Stakes auf Gruppe 2 Ebene wiederkehrte, konnte er auch endlich wieder einen verdienten Gruppensieg feiern.

Klar, die Konkurrenz in diesem Rennen war überschaubar und der zweite Favorit Bangkok hatte seit zwei Jahren kein Gruppenrennen mehr gewinnen konnten, aber viel leichter hätte Armory wohl auch nicht gewinnen können – vielleicht schafft er ja dieses Jahr den Anschluss an die Bestengruppe in England, Love und Lord North sind jedenfalls harte Gegner für ihn

Pick: Love 1, Lord North 2 und anders herum als Exacta


15.06.2021 – Royal Ascot – King’s Stand Stakes – Pick: Battaash

Pferderennen in England

16:40 King’s Stand Stakes 

5F | Gruppe 1 | Gut bis fester Untergrund

Es dreht sich – wie letztes Jahr in diesem Rennen – alles um Battaash, der nach wie vor als eines der schnellsten Pferde der Welt gehandelt wird und als Titelverteidiger hier der Konkurrenz stellt. Diese besteht hauptsächlich aus Konkurrenten, die auf dem Weg nach oben sind und eventuell noch viel Potential für Leistungssteigerungen überig haben, aber längst nicht auf dem Niveau des Favoriten rangieren – daher ist Battash ein würdiger Favorit und der logische Pick in diesem Rennen.

Battaash: (1 – 1 – 1 – 14 – 1 – 1) 6j W

Jim Crowley / Charles Hills

Mit seinen sieben Jahren ist Battaash wohl am Höhepunkt seiner bisherigen Karriere angekommen und hat Saisonübegreifend fünf seiner sieben letzten Starts gewinnen können, und dabei unter anderem das Gruppe 1 Nunthorpe Stakes und das Gruppe 1 King’s Stand Stakes gewinnen können. Wie schon zum anfang seiner Karriere kann er sich in seinen Rennen hervorragend präsentieren, scheint mit de Alter und der Erfahrung aber auch etwas einfacher zu kontrollieren geworden zu sein, was nicht immer der Fall war.

Der  Dark Angel begann seine Karriere im Jahr 2016 in Bath und konnte sein Maidenrennen auch sogleich gewinnen, hatte danach aber einen kleineren Durchhänger, der unter anderem durch das höhere Niveau im Windsor Castle Stakes oder dem Gruppe 3 Cornwallis Stakes geschuldet war. Das erste Jahr war für Battaash trotzdem ein gutes Jahr und er konnte sich in einigen soliden Rennen etwas Erfahrung sammeln und seine Form über die erste Winterpause weiter steigern.

Er kam nach der Winterpause im Scurry Stakes mit einem solden Sieg zurück und steigerte sich danach im Coral Charge noch einmal deutlich um das Gruppenrennen mit gut 3 Längen Vorsprung zu gewinnen. Und auch im Gruppe 2 King George Stakes 2017 gewann Battaash mit Leichtigkeit, und dieses 1006m Rennen sollte auch in Zukunft ein fester Bestandteil der Saison von Battaash werden, der in diesem Rennen immer eine extrem gute Figur abgeben konnte. Auch das Gruppe 1 Nunthorpe Stakes im August danach sollte auch in den nächsten Jahren immer wieder von Battaash besucht werden, aber im Gegensatz zum King George Stakes konnte Battaash im Nunthorpe Stakes 2017 und 2018 nur je einen vierten Platz belegen.

Danach ging es 2017 nach Frankreich in das Gruppe 1 Prix de l’Abbaye, wo Battaash – wenig überraschend,auch in den nächsten Jahren immer wieder auflaufen würde – und in Frankreich fühlte sich Battaash sichtlich wohl, was er mit seinem Sieg mit gut vier Längen Vorsprung unter Beweis stellen konnte. Der weiche Untergrund und die 1000m auf dem Kurs in Chantilly haben ihn 2017 zu einer Glanzleistung motivieren können, aber auch 2018 lief Battaash in seiner gewohnten Reihenfolge von Rennen immer wieder zur Hochform auf, nicht zuletzt in seinem Saisondebüt im Gruppe 2 Temple Stakes, wo er als Favorit hart kämpfen musste, um sich gegen den Außenseiter Washington DC und Kachy durchsetzen zu können. Danach ging es in das Kings Stand Stakes, bei dem er immer das erste Mal auf seine kommende Nemesis Blue Point traf, der ihn ziemlich locker auf den zweiten Platz schicken konnte.

Battaash hatte sich dann nach dem zweiten Platz beim King’s Stand Stakes 2018 einen lockeren 4 Längen Sieg in der 2018er Austragung des Gruppe 2 King George Stakes im Glorious Goodwood Festival gesichert, bei dem er 2f vor dem Ziel auf die Führenden aufgeschlossen hatte und dann die Führung übernommen hatte. Er zeigte den selben Tempowechsel wie beim King’s Stand Stakes und fand sich schnell deutlich vor den Verfolgern wieder, die keine Chance hatten an Battaash wieder heranzukommen. Die Konkurrenz war allerdings auch längst nicht so stark wie in den letzten Rennen und der vier Längen Sieg wurde im selben Monat im Coolmore Nunthorpe Stakes ein wenig zurecht gerückt, wo Battaash freie Bahn zum Schlusssprint hatte, aber am Ende gegen die Außenseiter Alpha Delphini und Mabs Cross abgehängt wurde und auch Blue Point wieder einmal an ihm vorbeizog.

Battaash zog es nach Frankreich, wo er im Gruppe 1 Prix de l’Abbaye auflaufen sollte, und nach den sehr guten Leistungen in der Saison 2018 war die Favoritenrolle Battaash ein drittes Mal im Folge sicher. Aber Battaash schaffte es allerdings wieder nicht, auf den letzten Metern Mabs Cross hinter sich zu halten und der Außenseiter, der im Nunthorpe fast ein Dead Heat mit dem Sieger Alpha Delphini erzwungen hatte. Mabs Cross zeigte, dass dies keine Ausnahme war und die beiden trafen danach im Armstrong Aggregates Temple Stakes beim Saisondebüt 2019 wieder aufeinander. Battaash gewann das Rennen mit Leichtigkeit, ohne das Jim Crowley auf ihm durch alle Gänge gehen musste.

Mabs Cross verlor allerdings ein Hufeisen in dem Rennen und kam trotzdem auf einem dritten Platz ins Ziel und Alpha Delphini lief auch kein schlechtes Rennen, auch wenn Battaash sie beide am Ende sicher in der Tasche hatte.

Battaash hatte allerdings in der Vergangenheit immer wieder Probleme in seinem Gruppe 1 Rennen und gegen Blue Point sowieso, aber das ist ja noch lange kein Grund, ihn nicht seine alt gewohnte Route an Rennen nehmen zu lassen – und ein zweiter Platz in dem Royal Ascot Rennen über 1006m ist ja schließlich auch eine hervorragende Leistung und nur Blue Point, der klar einer der besten Sprinter in England ist.

Battaash ging danach in das King George Qatar Stakes und gewann das Gruppe 2 Rennen in Goodwood locker mit gut einer Länge vor Houtzen, der keine Chance hatte den davoneilenden Battaash auf den letzten Metern noch einzuholen. Der Schlusssprint auf der geraden Strecke war sehr ansehnlich und zeigte, zu was Battaash in der Lage ist, wenn die Karten richtig fallen.

Eine dominante Leistung wie diese machte ihn natürlich auch zum Favoriten des Nunthorpe Stakes , allerdings musste er sich diese Position je nach Ansicht der Buchmacher mit Ten Sovereigns teilen, was nicht zuletzt daran lag, das Ten Sovereigns schon zwei mal versucht hatte, das Nunthorpe Stakes für sich zu entscheiden. Aber wie wir wissen, sind aller guten Dinge drei und 2019 gewann Battaash das Nunthorpe Stakes in extrem dominanter Weise. Hauptkonkurrent Ten Sovereigns verlor beim Start schon einige Längen, als er sich weigerte sauber aus den Startboxen zu sprinten, machte aber auch später beim Schlusssprint nicht viel her und es darf bezweifelt werden, ob er in der Lage gewesen wäre, auch bei besserem Start Battaash noch gefährlich zu werden. Der nämlich kam gut aus den Ställen, lies die Front Runner dann ihr Ding machen und ordenete sich lieber sauber hinter dem Tempo ein, während Ten Sovereign von hinten nach vorne schoss, um dann doch wieder den Anschluss an die Front Runner zu verlieren.

Battash hingegen nahm bei 500m to go langsam Maß und zog gleichauf, um dann unter Druck von Jim Crowley 3, 4 Längen vorzusprinten und am Ende einen sehr dominanten Sieg mit fast 4 Längen Vorsprung vor den sich umsonst abmühenden Konkurrenten zu feiern.

Klar, dass Battaash auch für den Prix de l’Abbaye in Frankreich in Longchamp zum Favoriten erklärt wurde, allerdings enttäuschte Battash in dem Rennen zwei Monate später seine Fans schwer, als er nur auf Platz 14 von 16 ins Ziel einlief. Als Grund für den Ausreisser in der Form kann man sicher den weichen Boden in Frankreich anführen, der Battaash sichtlich Kraft kostete und senen berühmten Schlusssprint abbremste, so dass er im finalen Furlong bereits von Jim Crowley zurückgenommen wurde.

Rein ging es in die verlängerte Winterpause bis zum Juni 2020, welche für alle Rennpferde, Trainer und Jockeys wegen der Corona Epidemie ziemliche Planungsunsicherheiten mit sich brachte, aber die Profis wie Charles Hills hatten ihre Pferde natürlich trotzdem in Bestform, auch wenn sich alles ein wenig verzögerte.

So startet Battaash im Gruppe 1 King’s Stand Stakes am 16.06.2020 und dürfte sich gegen die moderate Konkurrenz wieder des Favoritenstatus sicher sein – den er wie schon die letzten Male, abgesehen von Frankreich, immer erfüllte. So auch dieses Mal beim Saisondebüt, wo er auf gut bis weichem Untergund die Führung übernahm und wieder 1f vor dem Ziel derart das Tempo anzog, dass keiner der Konkurrenten mehr an ihm dran bleiben konnte.

Sein Weg führte ihn danach wie im letzten Jahr zum King George Qatar Stakes, dem Gruppe 2 Rennen beim Glorious Goodwood Festival. Hier machten ihm die Konkurrenten wie Ornate und Glas Slipper zunächst das Leben schwer und versuchten sich die Führung vor dem Favoriten zu sichern, der sich aber mit dem bekannten hervorragenden Sprint auf den letzten Metern den vierten Titel beim King George Qatar Stakes im vierten Jahr sichern konnte- und das mit einem neuen Streckenrekord im King George Qatar Stakes! Er verbesserte seinen eigenen Rekord von 56,2 auf 55,62 Sekunden, was nur seine Dominanz beim King George Qatar Stakes weiter zementiert.

Das nachfolgende Rennen in York im Gruppe 1 Coolmore Nunthorpe Stakes war danach etwas anstrengender als Gedacht, denn der Außenseiter Que Amoro fand eine kraftschonende Spur an der Innenbahn und hatte auf etwa der Hälfte des Rennens die Führung übernommen – und diese dann nur sehr widerwillig aufgegeben. Dass Que Amoro so viel Kraft fand und sich gegen Battaash über große Strecken behaupten konnte war schon sehr beeindruckend gewesen, am Ende war das schnellste Pferd der Welt aber wieder fest oben auf.

Bleibt also die Frage: Was wird heute aus ihm nach der langen Pause? Das letzte Rennen ist fast ein Jahr her, letztes Jahr gewann Battaash dieses Rennen hier allerdings – ebenfalls nach einer langen Pause – und eine Wiederholung steht meiner Meinung nach an.

 

Die Konkurrenten wie Winter Power oder Extravagant Kid bekommen es hier mit einer ganz anderen Klasse als zuvor gewohnt zu tun und Liberty Beach hat seine besten Rennen auf schwerem Boden absiolviert, eine ganz andere Herausforderung als das, was heute auf ihn zukommt.

 


15.06.2021 – Royal Ascot – Queen Anne Stakes – Pick: Palace Pier

Pferderennen in England

15:30 Queen Anne Stakes – Gruppe 1

Für 4jährige und ältere Pferde | Distanz: 1.609 m | Preisgeld: 400.000 GBP | Flachrennen | Geläuf: Gras | Boden: gut | Platz-Regeln: 3 Plätze @ 1/5 Quote

Und es geht wieder los. Royal Ascot steht an, die Rennwoche auf dem Kurs in Ascot, die unter der Schirmherrschaft der Krone steht und sich etxremer Beliebtheit erfreut – seit 1768 findet diese Veranstaltung 20 Tage nach dem Espom Derby statt und auch dieses Jahr erwartet uns eine Menge extrem hocklassiger Rennsport, angefangen beim Opener, dem Queen Anne Stakes, wo wir auf einen alten Bekannten treffen – Palace Pier wird das Feld wieder anführen, der zuletzt das Lockinge Stakes hatte gewinnen können. Mit dem komfortablen Sieg im Rücken geht er nicht zu unrecht auch heute wieder als Favorit an den Start und wird nur wenige der Konkurrenten fürchten müssen.

Schließlich hat er im Lockinge Stakes unter anderem gegen Lope Y Fernandez und Lord Glitters antreten müssen, die beide aber über die Meile auf etwas aufgeweichtem Untergrund keine Chance hatten. Das kann heute auf schnellerem Boden ein etwas anderes Spiel werden, die Gefahr für Palace Pier scheint aber aus anderer Richtung zu kommen.

 

Palace Pier: Nach hervorragenden Ergebnissen im Jahr 2020, unter anderem mit einem Sieg in Ascot beim Palace Stakes stieg Palace Pier letzten Monat fulminant in die neue Saison ein und gewann das Lockinge Stakes in Newbury mit Leichtigkeit. Er wird versuchen seine durchaus bechtliche Bilanz in Ascot weiter auszubauen und einen weiteren lockeren Gruppe 1 Sieg einzufahren. So wie er die letzten Male aufgelaufen ist, ist er hier und heute wieder völlig gerechtfertigt Favorit und wird nur wenige Gegner fürchten müssen.

Der Kingman Sohn von Trainer John Godsen begann seine Karriere im August des letzten Jahres, konnte aber trotz der geringen Laufzeit seiner Karriere schon einige Aufmerksamkeit für sich generieren, was nicht zuletzt an seinem gelungenen Einstand im August 2019 lag, denn schon bei seinem ersten Rennen sorgte er für erstaunte Blicke.

Bei dem Maidenrennen in Sandown machte Palace Pier auf Anhieb eine sehr gute Figur und gewann das 7f Rennen auf gutem Untergrund mit Leichtigkeit mit über 3 Längen Vorsprung auf schnellem Boden. Er sah allerdings auch schon nach dem am weitesten entwickelten Pferd an jenem Tag aus, und verhielt sich auch so – schnell die Führung gesichert auf der Zielgerade und dann spielend leicht abgesetzt, kein Wunder also, dass beim nächsten Rennen klar als Favorit galt und das Klasse 4 Max Patel Wealth Manager Of Choice Novice Stakes in Sandown mit einem starken Lauf von der Front erneut müehlos gewann.

Dann ging es in die lange Winterpause, die durch die Corona Epidemie noch viel länger wurde, und erst im Juni 2020 beendet werden konnte. Dort startete er in einem Klasse 2 Handicap für die Dreijährigen, welches Palace Pier wieder als Favorit angehen dürfte, und in dem er – vielleicht auch auf Grund der langen Pause, welche er sicher für das Training genutzt hat – wieder in Bestform auflaufen konnte.

Dabei wurde Palace Pier am Anfang des Rennens zunächst von den Konkurrenten ein wenig abgehängt und lief dem Rest des Feldes am Anfang gut drei Längen hinterher, bis es ins letzte Furlong ging, wo Palace Pier an Geschwindigkeit zulegte und der gesammelten Konkurrenz am Ende mit über drei Längen davon sprintete.

Kein Wunder, dass das nächste Rennen dann (endlich) auf Gruppenebene ausgetragen wurde, das Ziel war das St James’s Palace Stakes auf Gruppe 1 Ebene, welches Teil der British Champions Series ist. Hier war also der erste wirkliche Test für Palace Pier, der das erste Mal seit seinem Debüt nicht mehr als Favorit auflief, sondern hinter Pinatubo und Wichita die dritte Geige spielen musste bei den Buchmachern.

Und fast sah es danach aus, als ob die Buchmacher Recht behalten könnten, denn Palace Pier kam nur sehr langsam in Gang und musste sich im hinteren Bereich des Feldes einsortieren, eine Position, die ihm normalerweise nicht so beliebt. 2f vor dem Ziel begann Palace Pier dann die Konkurrenz von hinten aufzurollen, 1 Furlong vor dem Ziel gab Frankie Dettorie dann das OK und trieb Palace Pier mit allen Mitteln der Kunst an, um ihm am Ende 11 Yards vor dem Ziel vor dem ebenfalls sehr stark auflaufenden Pinatubo zu bringen.

Die Leistung machte ihn auch gegen die wesentlich erfahrenere Konkurrenz im Prix du Haras de Fresnay-le-Buffard Jacques le Marois in deauvulle zum Favoriten – er bekam ein paar Kilo an Gewicht erlassen und auf Grund der immer noch vorherrschenden Corona Epidemi fanden sich auch nicht alle erhofften Konkurrenten auf dem Kurs ein, aebr die sich einfanden, hatten es in sich. Persian King, Circus Maximus, Alpine Star – alles Konkurrenten von solider Qualität, die sich nicht einfach geschlagen geben würden. Aber wieder konnte Palace Pier voll überzeugen. Er hielt sich im hinteren Bereich des Feldes, zog aber 3f vor dem Ziel das Tempo an und kam an die Front Runner heran. Circus Maximus hatte keine Chance bei dem folgenden Tempowechsel mitzugehen, lediglich Alpine Star schaffte es, die Verfolgung von Palace Pier aufzunehmen, hatte aber trotzdem keine Chance an ihn noch heran zu kommen, sondern musste sich damit begnügen, hinterher zu schauen. Das Rennen fand auf schwerem Boden statt, allerdings konnte Palace Pier daraus keinen Vorteil für Das Queen Elizabeth II Stakes ziehen konnte, welches er als Favorit bestreiten dürfte.

Aber schon beim Start kam Palace Pier nicht richtig gut aus den Ställen und irgendwo beim Rennen verlor er auch noch eines seiner Hufeisen und Frankie schaute auf den letzten 200m immer wieder nach seinem Pferd, um zu sehen ob irgendwas mit Palace Pier falsch war – das Rennen war einfach ein bisschen glücklos für Palace Pier, der sich mit einem etwas abgeschlagenen dritten Platz zufrieden geben musste.

Er gönnte sich dann eine längere Pause bis zum Start in die neue Saison, welches er im April in Sandown im Bet265 Stakes feierte:

Das Bet365 Mile gibt einen Hinweis darauf, in welcher Form Palace Pier heute auflaufen wird. Er gewann das Rennen mit gut und gerne 8 Längen und hatte keinerlei Probleme, zwei der heutigen Konkurrenten beiseite zu fegen.

Die beiden (Happy Power und Bless Him) sind heute auch die klaren Außenseiter, aber  man konnte schon sehen, wie fit Palace Pier heute wohl sein wird. Es dauerte nach dem „Go“ von Frankie Dettori einen kleinen Moment, bis Palace Pier in Gang kam, aber mehr als die Zügel und Bügel musste der Star Jockey auch nicht einsetzen, um seinen Schützling am Ende 8 Längen vor das Feld zu bringen. Der Rest schien förmlich stehen zu bleiben und konnte nicht mitgehen – ganz so einfach wurde es auf Gruppe 1 Ebene im Lockinge Stakes natürlich nicht, am Ende betrug der Vorsprung „nur“ knapp unter 2 Längen, aber wieder reichte es Frankie Dettori, seinem Pferd 600m vor dem Ziel langsam Druck mit den Zügeln aufzubauen, damit Palace Pier das Feld aufzurollen begann und sich 400m vor dem Ziel an die Spitze setzen konnte und 200m vor dem Ziel das Feld fest im Griff hatte,

Keiner der Verfolger hatte eine Chance, sich an seine Fersen zu heften und ich gehe davon aus, dass er auch mit Order Of Australia heute keine wesentlichen Probleme haben wird.

Lope Y Fernandez: Der Lope De Vega Sohn von Trainer Aiden O’Brien hatte am Anfang seiner Karriere im Jahr 2019 schnell einige Erfolge feiern können. Nach seinem gewonnenen Debüt in Curragh holt er sich auf Anhieb zwei Plätze auf Black Type Ebene, einen im Chesham Stakes (Ein Listed Rennen in Royal Ascot!) und im Gruppe 2 Qatar Vintage Stakes in Goowood, bevor er sein erstes Gruppenrennen in Form des Gruppe 3 Round Tower Stakes in Curragh über 1207m gewinnen konnte.

Das war ein extrem starker Start in seine Kariere, aber danach wurden die Ziele größer und die Ergebnisse eher unter den Erwartungen – so wurde er im Middle Park Stakes sechster, im Irish 2.000 Guineas Dritter, danach im noch besser besetzten Commonwealth Cup sogar nur Elfter. Er hatte eine Menge Chancen und lief oft besser als seine Ergebnisse am Ende erwarten ließen, was er dann im Juli in Deauville im Qatar Prix Jean Prat unter Beweis stellen konnte. Nach den letzten schlechten Ergebnissen ging er in das Rennen als klarer Außenseiter, konnte aber überraschen und ging unter einer Länge gegen Pinatubo auf den zweiten Platz ins Ziel.

Er blieb nach diesem Erfolg in Frankreich und kam im Prix Maurice de Gheest hinter dem alt bekannten Space Blues auf einem dritten Platz ins Ziel, wieder mit einer deutlich besseren Leistung als eigentlich von ihm erwartet worden war. Ein Sieg blieb aber trotzdem erst einmal weiter aus, im Sprint Cup Stakes in Haydock im September gelang ihm nur ein siebter Platz und im Gruppe 1 Champions Sprint Stakes in Ascot sprang ebenfalls am Ende nur der siebte Platz heraus, über drei Längen hinter dem Sieger Glen Shiel. Trotzdem machte er sich auf den Weg nach Amerika, wo er in Keenland im Breeders‘ Cup Mile startete – natürlich wieder als Außenseiter, das Rennen in Amerika ist schließlich alles andere als ein Leichtgewicht  und mit dem was Lope Y Fernandez so bisher die Saison gezeigt hatte, war da ebenfalls nicht viel zu erwarten. Aber Lope Y Fernadnez überraschte in dem Rennen, indem er das Feld von hinten Aufrollte und zum Ziel hin immer näher an den Überraschungs Sieger Order Of Australia ran – das war erneut eine Super Leistung und es wurde Zeit, sich dafür auch mal zu belohnen – das geschah allerdings erst nach der Pause bis in die neue Saison im April 2021 im Heritage Stakes, einem Listed Rennen in Leopardstown, wo er einen sehr lockeren Sieg feiern konnte. Er hat locker fünf Längen Vorsprung herausholen können und schien eine neue Bestform gefunden zu haben, die Frage war nun – hält diese Form auch dem Test auf höherem Niveau stand?

Dieser Frage sollte im Lockinge Stakes in Newbury im Mai 2021 beantwortet werden und das Ergebnis war für Lope Y Fernandez  nicht unbedingt schmeichelhaft, denn am Ende betrug sein Rückstand auf den Sieger 19 Längen. Ganz so schlecht wie man nun vermuten würde war sein Lauf aber dann doch wieder nicht, denn der große Rückstand kam vor allem dadurch zu Stande, dass er keinen freien Lauf zum Ziel hatte und in dieser Phase zu viel Rückstand auf den Sieger ansammelte, so dass Ryan Moore als Jockey entschied, Lope Y Fernandez nicht mehr allzu hart ranzunehmen und ihm einen eher lockeren Schlusssprint bescherte.

Ich würde die Hoffnungen noch nicht aufgeben, mit einem besseren Lauf zum Ziel und mehr Raum wäre er sicher deutlich näher an Palace Pier dran gewesen. Geschlagen hätte er ihn aber sicher nicht.

Lord Glitters:

Der Whipper Sohn von Trainer David O’Meara ist einer der Verteranen im Feld und ist schon ganz schön weit rumgekommen in der Welt. Frankreich, England, Amerika, Arabische Emirate – alles schon gesehen, alles schon gelaufen, aber die zählbaren Ergebnisse werden mit immer weiter fortschreitendem Alter auch immer weniger.

Der letzte Sieg außerhalb vom Meydan gelang im 2019 im Queen Anne Stakes beim Royal Ascot Festival, was ja doch schon eine Weile her ist,

Am Anfang seiner Karriere startete er für C. Loutoux und hat sich nach seinem Debüt 2016 gleich in zwei weiteren Rennen gewinnen können und danach in seinem ersten Versuch in einem Listed Rennen mit einem guten zweiten Platz abschneiden können, als er im Grand Prix du Lion-d’Angers in Frankreich startete.

In der nächsten Saison waren auch die Kurse in Frankreich der Schauplatz der besten Rennen der Saison von Lord Glitters, denn hintereinander gewann Lord Glitters 2017 das Prix du Bu, das Prix Lavandin und dann in Ascot das Balmoral Handicap. Das Rennen im Oktober war das bisher schwerste Rennen, welches Lord Glitters bestritten hatte, und die Art, wie er das Rennen gewinnen konnte, lies keine Zweifel daran, dass Lord Glitters zu denen gehörte, die in der nächsten Saison auf die Gruppenebene gehörte. Daran änderte auch der zweite Platz im Saisonabschluss im Price Bailey Ben Marshall Stakes auf Listed Ebene nichts, bei dem Lord Glitters ziemlich enttäuschte.

Lord Glitters kehrte im Heritage Handicap in Donacster im März zurück auf die Rennstrecke und konnte sich dort erneut in guter Verfassung präsentieren, indem er einen zweiten Platz hinter Addeybb belegen konnte. Es mag daran gelegen haben, dass der Untergrund so früh in der Saison noch sehr weich gewesen ist und dass er gut drei Kilo schwerer als der Favorit ins Rennen gegangen war, dass er am Ende keine Chance gegen Addeybb hatte, denn im Queen Anne Stakes auf Gruppe 1 Ebene in Royal Ascot konnte Lord Glittes dann auf schnellerem Boden überraschen.

Zwar half ihm die Tatsache, dass sämtliche Favoriten in dem Rennen schwächelten und keine Rolle um den Sieg spielten. So hatten die Außenseiter rund um Accidental Agent das Rennen für sich und Lord Glitters war mitten drin im Kampf um den Sieg, als er in der Mitte der Bahn beschleunigte und sich an Accedential Agent herankämpfte, der einige Längen Vorsprung mit seinem Tempowechsel erkämpft hatte.

Am Ende trennte ihn nur eine halbe Länge vom Sieger und Lord Glitters konnte bereits einen Monat später im Gruppe 2 Summer Mile Stakes beweisen, dass diese Leistung keine Ausnahme war, denn auch im Gruppe 2 Summer Mile Stakes in Ascot schaffte Lord Glitters einen hervorragenden zweiten Platz. Dieses Mal war es nur ein Nacken der ihn vom dem Sieger und Favoriten Beat The Bank und es fehlte nicht viel zum Erfolg in Ascot – in beiden Rennen!

Beim Sussex Stakes beim Glorious Goodwood Festival verpasste Lord Glitters beim Schlusssprint etwas den Anschluss und kam nicht rechtzeitig in Gang um noch den Anschluss an die Sieger zu halten, machte aber einiges an Boden gut direkt vor dem Zieleinlauf.

Er ging danach den Weg nach York auf die 1771m zum Strensall Stakes auf Gruppe 3 Ebene, einem Rennen mit etwas niedrigerem Niveau, welches Lord Glitters auch am Ende gewinnen konnte – wenn auch nur mit einem harten Kampf gegen den Co Favoriten Mustashry, der auf der Zielgeraden einfach nicht nachgeben wollte.

Dann begann die Zeit der großen Reisen für Lord Glitters, zum einen nach Kanada zum Gruppe 1 Woodbine Mile, wo er allerdings keine Rolle um den Sieg spielte, dann wieder zurück nach Ascot zum Gruppe 1 Queen Elizabeth II Stakes, wo er immerhin einen sechsten Platz nicht allzu weit hinter dem Sieger Roaring Lion belegte. Und dann ging es wieder auf Reisen nach Meydan im März zum Dubai World Cup Festival, wo er im Dubai Turf auf Gruppe 1 Ebene startete. Bei dem international angetretenen Top Niveau wie Almond Eye war Lord Glitters als klarer Außenseiter angetreten, konnte aber zusammen mit Vivlos als einzige die Verfolgung von Almond Eye aufnehmen und belegten in einem der schwersten Rennen des Dubai World Cups einen guten dritten Platz.

Zurück in England zwei Monate später scheiterte Lord Glitters aber deutlich im Al Shaqab Lockinge Stakes, bei dem er nie richtig in Gang kam sich sichtlich nicht wohl fühlte – ganz im Gegensatz zum Queen Anne Stakes, bei dem er sich von seinem zweiten Platz im letzten Jahr noch einmal verbessern konnte und sich am Ende als Sieger knapp vor Beat The Bank platzieren konnte. Das Rennen war das beste Rennen, welches Lord Glitters jemals abgeliefert hat und letztes Jahr war Lord Glitters im Sussex Stakes dritter – konnte diesen Erfolg bei der Wiederholung des Rennens im Jahr 2019 allerdings nicht wiederholen und scheiterte mit einem fünften Platz überraschend deutlich an Too Darn Hot und dem Front Runner Circus Maximus und auch im nachfolgenden Juddmonte International lief es nicht wirklich besser für ihn, am Ende gab es einen sechsten Platz hinter Japan, der den langen Zieleinlauf zu schätzen wusste und einen Überraschungssieg landete.

Lord Glitters startet aber noch zweit weitere Male in der neuen Saison, einmal in Ascot im Oktober im Queen Elisabeth II Stakes, wo er eine weitere herbe Niederlage und einen achten Platz kassierte, und dann noch im November im Amerika im Breeders Cup Mile. Allerdings hätte er sich den weiten Weg nach Santa Anita auch sparen können, denn näher als einen neunten Platz und 5 Längen Rückstand kam er dem Sieg auch bei seinem letzten Rennen im Jahr 2019 nicht.

2020 besserte sich seine Form ein wenig, zwar konnte Lord Glitters in dem gesamten Jahr keinen einzigen Sieg feiern, aber er holte einige interessante Platzierungen, etwa im Gruppe 1 York Stakes, wo er das Feld von hinten aufzurollen versuchte und immerhin auf einem dritten Platz ins Ziel einlief. Wie das letzte Jahr schon war das Queen Elisabeth am Ende des Jahres zu viel für ihn und dieses Mal sparte er sich den Weg nach Amerika und ging stattdessen nach Bahrein, wo er eine Vorliebe für den nahen Osten zu entwickeln schien.

Die Bahrain International Trophy schloss er noch mit einem knappen fünften Platz ab, war dabei aber nur 1,5 Längen hinter dem Sieger und durchaus mit dabei beim Kampf um den Sieg und 2021 lief er dann in Meydan auf.

Im Januar gab er sein Debüt in Dubai und gewann das Singspiel Stakes mit einem starken Lauf, bei dem er in den letzten drei Furlong praktisch das gesamte Feld aufrollte. Im Al Rashidiya im Februar kam er mit der selben Taktik immerhin auf einen dritten Platz und hatte einfach zu viele Pferde zwischen sich und den Front Runnern und war nie so nah an den Siegern dran wie vor der Ziellinie – es trennten ihn wieder weniger als eine Länge von den beiden Siegern, der zweite Platz war sprichwörtlich nur eine Nase entfernt.

Im Jebel Hatta schließlich traf er auf einige der heutigen Konkurrenten, wie Eqitraan und Al Suhail, die sich beide eher im vorderen Drittel des Feldes orientierten, wärhend Lord Glitters wieder das Feld von hinten aufzurollen versuchte. Er hatte seinen Schlusssprint auf den letzten beiden Furlong gut getimet und hatte eine freie Bahn um den Rest des schwächelnden Feldes ins Visier zu nehmen. Auf dem letzten Furlong hatte er nur noch Eqitraan und Al Suhail vor sich, die er knapp vor dem Ziel ein- und überholte. Starker Lauf, der allerdings in Dubai Ende März nicht noch einmal widerholt werden konnte – da musste Lord Glitterst eine Herbe Niederlage gegen Lord North hinnehmen – im Al Shaqab Lockinge Stakes wurde er gegen Ende des Rennens zunehmend schwächer und konnte das Tempo der Sieger nicht mitgehen – aber alles in Allem war die Leistung durchaus ok.

Das heute wird aber trotzdem schwer.

Order Of Australia: Der Australia Sohn von Aiden O’Brien war 2020 eine der großen Überaschungen für mich, denn bis zu seinem Sieg beim Breeders Cup war er bei mir unter dem Radar gelaufen und seine Erfolge an einer Hand abzählbar.

Seine Karriere begann im Nobember 19 mit einem fünften Platz in einem Maidenrennen, ging dann 2020 im Juni weiter mit einem dritten Platz, ebenfalls in einem Maidenrennen, um dann im Juni in Curragh auf Gruppe 1 Ebene das erste Mal zu überraschen. Über knapp 2400m auf gutem Untergrund kam Order Of Australia im Irish Derby  nämlich auf einem soldien vierten Platz ins Ziel und sammelte damit auf höchstem Niveau ein wenig Preisgeld ein…. was mit einer Quote von 33/1 so nicht erwartet worden war.

Zwar war der Sieger Santiago entfleucht und sechs Längen vor Order Of Australia durchs Ziel gelaufen, aber die Leistung im irischen Ableger des Derby war beeindruckend gewesen – leider konnte Order Of Australia diese Form im nachfolgenden Prix De Jockey Club in Frankreich nicht wiederholen und musste mit einem siebten Platz vorlieb nehmen, allerdings trennten ihn in diesem Rennen am Ende „nur“ knapp 4,5 Längen vom Sieger.

Danach wurde es ganz offensichtlich Zeit für den ersten Sieg in der Karriere von Order Of Australia, der in Dundalk im September 2020 und in Curragh im selben Monat zwei Siege auf niedrigem Niveau feiern konnte – dann aber wieder eine herbe Niederlage im Gruppe 3 Novi IT Services International Stakes hinnehmen musste, und dafür nur bedingt eine Entschuldigung vorweisen konnte. Zwar war er kurzzeitig eingeengt worden und hatte keinen freien Lauf zum Ziel, das war aber bei Weitem nicht genug, um die schlechte Leistung zu rechtfertigen.

Und genau wegen dem nachfolgenden Rennen war Order Of Australia für mich 2020 so eine große Überraschung, denn nach der klaren Niederlage auf Gruppe 3 Niveau ging es über den großen Teich nach Amerika, wo er im Breeders Cup Miel startete – natürlich als klarer Außenseiter mit eienr Quote von 40/1.

Und am Anfang des Rennens sah es auch noch danach aus, als ob Order Of Australia das Rennen wieder vergeigen würde, sträubte er sich doch gegen die Zügel und verschwendete Energie, konnte sich aber trotzdem eine gute Position in dem Rennen sichern und übernahm innerhalb der letzten 200m die Führung des Rennens. Zwar kam Circus Maximus noch heran und setzte Order Of Australia stark unter Druck, konnte sich aber nicht an diesem Vorbeischieben und musste sich mit einem zweiten Platz begnügen.

Nach diesem Sieg in einem der schwersten Rennen auf dem Rasen in Amerika ging Order Of Australia gleich die nächste riesengroße Hausnummer an und versuchte sich am Hong Kong Mile, was allerdings gegen Golden Sixty und Co. eine ziemlich uassichtslose Sache war und in einer klaren Niederlage und einem sechsten Platz resultierte.

Für mich ist er ein wenig wie eine Wundertüte seit dem Sieg im Breeders Cup, den ich ihm neimals zugetraut hätte – er ist sicher in der Lage auch in England ein Gruppe 1 Rennen zu gewinnen, aber auf dem Papier eigentlich chancenlos gegen Palace Pier….

 

Pick: Palace Pier

 


04.06.2021 – Epsom – The Oaks – Pick: Santa Barbara

Pferderennen in England

17:30 The Oaks – Gruppe 1

Für 3jährige Pferde | Distanz: 2.420 m | Preisgeld: 395.000 GBP | Flachrennen | Geläuf: Gras | Boden: gut | Platz-Regeln: 4 Plätze @ 1/5 Quote

Im Oaks treffen wir auf einen Stute, von der ich im Guineas 1000 klar abgeraten hatte – Santa Barbara war der Hype (und Favoritin!) des Klassikers, nachdem sie ihr Maidenrennen zuvor pulverisiert hatte und ihr Trainer sie mehr als überschwänglich gelobt hatte.

Hier noch mal zur Erinnerung die Lobeshymne von AIden O’Brien zu Santa Barbara:

„Alles, mit dem sie arbeitet, scheint immer einfacher zu sein, egal mit was wir sie arbeiten“, sagte O’Brien. „Sie wurde nie wirklich getestet, wie viel in ihr drin ist. Was auch immer sie arbeitet, sie scheint im Moment immer zu dominieren. „Jeder wird gespannt sein, was passiert, wenn sie losgelassen wird. Darauf warten alle. Es ist ein Guineas, also wird es irgendwann passieren.“

Es ist erst ihr zweiter Lauf und sie läuft auf schnellem Boden durch Newmarket. Sie wird unerfahren sein“, sagte O’Brien. „Es wird interessant sein zu sehen, wie sie damit umgeht, aber so oder so könnte man sich vorstellen, dass sie viel daraus lernen wird.

„Es wird ihr absolut keinen Schaden zufügen, aber Sie würden sagen, wenn sie einen Lauf gehabt hätte, wäre es vielleicht ein kleiner Vorteil für sie gewesen. Aber sie lernt schnell zu Hause – sie ist sehr intelligent. Es wird sein sehr interessant.“

Und der Hype begann,… nach einem Sieg in einem Maidenrenen… im letzte Jahr… egal, sie wurde in Grund und Boden gewettet und startete neben Alcohol Free als Favoritin, obwohl so ziemlich jede Statistik gegen sie sprach.

Am Ende belegte Santa Barbara dann einen soliden vierten Platz, ohne um den Sieg mitkämpfen zu können und man sah ihr die Unerfahrenheit in jedem Schritt auf den letzten 200m an. Santa Barbara hatte sich zwischenzeitlich den zweiten Platz sichern können, fing dann aber an auf der Bahn zu wandern, warf den Kopf hin und her und verlor wieder an Boden und wurde dann kurz vor dem Ziel noch von zwei anderen Konkurrentinnen überholt, was meinen Trifecta ruinierte (Danke, Fev Rover!)

Ich denke die Erfahrung aus dem Rennen war bitter nötig und Santa Barbara ist hier über die längere Distanz sicher eine erst zu nehmende Gefahr.

Aiden O’Brien kommt wie immer mit einer wahren Armada zum Oaks und schickt noch Snowfall, Divinely, Willow und La Joconda ins Gefecht. Durch letztgenannte kann man schnell einen Strich machen und auch Willow sieht noch nicht bereit für so ein Rennen hier aus.

Snowfall hingegen könnte eine Gefahr aus den eigenen Reihen für Santa Barbara werden.

Der Deep Impact Tochter fehlt ein wenig der Hype Effekt der Stallgefährtin Santa Barbara, dafür hat sie schon einiges an Erfahrung aus dem letzte Jahr sammeln können.

Sie brauchte drei Versuche, um ihr Maidenrennen zu gewinnen und obwohl sie noch vier weitere Male im Jahr 2020 auflief, gewann sie kein einziges weiteres Rennen und belegte in der Regel einen der hinteren Plätze – aber sie konnte beim ersten Start 2021 zeigen, dass doch Potenzial in ihr steckte, als sie im Gruppe 3 Tattersalls Musidora Stakes beim Saisondebüt 2021 die versammelte Konkurrenz auf den letzten 150m stehen lies und 3 Längen davon zog. Da traf sie auf einige Konkurrentinnen aus dem heutigen Feld, wie Mystery Angel und Teona, aber auch einige andere hatte sie in der Vergangenheit schon mal gesehen – Dubai Founain etwa.

Allerdings sind die Konkurrentinnen auch im direkten Vergleich mit Snowfall nicht zu verachten. Teona, die Sea The Stars Tochter von Trainer Roger Varian etwa, hatte in dem Duell mit Snowfall erst ihren dritten Start und den ersten Start nach der Winterpause und das außerhalb der Maidenrennen. Nicht ausgeschlossen also, dass sie sich hier extrem steigern wird!

Die Teofilo Tochter Dubai Founain von Mark Johnston ist im erneuten Duell mit Snowfall ebenfalls nicht zu verachten. Beide hatten im letzten Duell im Gruppe 1 Newmarket Fillies Mile im Oktober 2020 nicht viel zu melden, Dubai Fountain war aber zuvor ziemlich konstant in Black Type Rennen gelaufen, angefangen im Star Stakes in Sandown im Juli auf Listed Ebene mit einem zweiten Platz über 1408m, weiter über die selbe Distanz und den selben Platz in Newmarket im Sweet Solera Stakes auf Gruppe 3 Ebene und später im September mit einem zweiten Platz über die Meile sogar auf Gruppe 2 Ebene im May Hill Stakes  in Doncaster. Sie schlug Zeyaadah beim Saisondebüt im Weatherbys Cheshire Oaks mit einer Länge in Chester und bekommt dafür erstaunlich wenig Credit.

Klar, Zeyaadah hatte echt Pech in dem Rennen, aber Dubai Fountain hatte sie am Ende auch fest im Griff und gewann unangefochten. Hätte Zeyaadah freien Lauf zum Ziel gehabt, hätte sie gewonnen? Ja vielleicht, aber, dass ist alles andere als garantiert.

Zeyaadah war hinter La Jaconde eingepfercht gewesen und verlor viel Platz und Zeit, bis sich endlich vor ihr eine Lücke auftat und sie zum Angriff ansetzten konnte und ihr Jockey Jim Crowley sagte nach dem Rennen ein wenig frustriert, dass er sie fast die Hälfte des Rennens nicht hatte antreiben können, weil der Weg versperrt war und Zeyaadah machte aus dem Rennen noch das maximal Mögliche. Zeyaadah hatte im Jahr zuvor auf Black Type Ebene gewonnen, als sie sich im British Stallion Studs EBF Montrose Fillies‘ Stakes auf Listed Ebene hatte gewinnen können. Das war auf schwerem Boden und Zeyaadah hat nun drei ihrer vier Rennen mit etwas Wasser im Boden bestritten, ich bin daher gespannt wie sie sich gegen nennenswerte Konkurrenz auf schnellerem Boden schlagen wird.

Wenn aber nur ein Quentchen Wahrheit hinter dem ganzen Hype von Santa Barbara ist, hat sie mit dem Rennen hier eine goldene Gelegenheit gefunden. Ansonsten ist Dubai Fountain sicher eine gute Wahl, sie ist konstant und hat einen weiteren Sieg sicher in sich.


04.06.2021 – Epsom – Coronation Cup – Pick: Al Asay

Pferderennen in England

16:10 Coronation Cup – Gruppe 1

Für 4jährige und ältere Pferde | Distanz: 2.420 m | Preisgeld: 330.000 GBP | Flachrennen | Geläuf: Gras | Boden: gut | Platz-Regeln: 2 Plätze @ 1/4 Quote

Oha, das wird spannend… alt gegen neu, erfahren gegen aufstrebend…. ich bin hin und hergerisse zwischen Al Asay und Mogul…. beide haben viel, was für sie spricht.  Ich tendiere zum Hype und nehme Al Asay, aber ein dominanter Sieg vom Hong Kong Sieger Mogul würde mich überhaupt nicht überraschen, die Konkurrenz in Fernost war deutlich besser als die heute – wenn er die Form reproduzieren könnte…. nun wir werden es sehen! Klares Doppel, mit Japan und Pyle Driver auf den dahinter folgenden Plätzen. Aber die beiden sind Banker für Platz 1-3

Al Asay: Der Al Asay Sohn von William Haggas  hat sich langsam an die höchste Ebene der Galopprennen herangeschlichen und ist durch seine Teilnahme an maximal Gruppe 3 Rennen etwas unter dem Radar gelaufen – jedenfalls, wenn man die Renszene in Großrbritannien nicht genau verfolgt hat.

Seine Karriere begann in Newmarket im Oktober 2109 eher unspektakulär mit einem dritten Platz, aber wenigstens konnte er ein wenig Rennluft schnuppern und gönnte sich danach eine 227 tägige Pause bis zum Juni 2020, wo er erneut in Newmarket auflief.

Allerdings hatte er sich für sein erstes Rennen nach der langen Pause mit dem Betfair Exchange Free Bet Streak Newmarket Stakes ausgerechnet ein Listed Rennen ausgesucht und das höhere Niveau machte sich bemerkbar, denn schon 400m vor dem Ziel begann Al Asay den Anschluss an die führenden zu verlieren und am Ende musste er 10 Längen Rückstand hinnehmen.

Aber das war ja erst das erste Rennen in der neuen Saison und Al Asay zeigte beim nächsten Rennen in Newmarket nur zwei Wochen später, was er wirklich konnte und gewann das Class 5 Rennen mit 10 Längen Vorsprung. Also 20 Längen im Gegensatz zum letzten Rennen rausgeholt..  Spaß beiseite, das Renne auf weichem Untergrund war natürlich nicht im Ansatz mi dem letzten Rennen zu vergleichen, aber es zeigte zumindest, dass Al Asay Potential hat und diesen Eindruck bestätigte er erneut nur zwei Wochen später in der Gruppe 3 Bahrain Trophy Stakes in Newmarket – wo auch sonst. Al Asay war mittlerweile an den Kurs gewöhnt und hatte sen Können mehrfach unter Beweis gestellt, so dass seine Chancen auf den ersten Gruppensieg ebenfalls nicht schlecht standen – und der Sieg gelang ihm auch deutlich einfacher, als die „nur“ 1,75 Längen Vorsprung suggerieren.

Al Asay hielt sich dieses Mal eher im Hintergrund und sortierte sich am Ende des kleinen Feldes ein, begann 600m vor dem Ziel langsam an Boden zu gewinnen und war 400m vor dem Ziel klar derjenige, der klar am besten lief, so dass er auf den letzten 200m die Führung übernehmen konnte und sich komfortabel vor dem Rest des Feldes halten konnte. Starke Leistung von ihm und er schien bereit zu sein, sich abseits von Newmarket mit den Besten seines Jahrgangs zu messen, allerdings verlief der Start im Gruppe 3 John Pearce Racing Gordon Stakes in Goodwood alles andere als nach Plan, dabei schien Al Asay 600m vor dem Ziel noch recht locker zu laufen und keinesfalls bereits an seinen Reserven zu zehren, allerdings kam am 400m Marker dann so absolut gar nichts mehr vom ihm und Jim Crowley musste im Sattel hilflos mit ansehen, wie er zunehmen den Anschluss an die Sieger verlor und am Ende sich mit einem abgeschlagenen letzten Platz zufrieden geben. Da auch William Haggas keine Erklärung liefern konnte, warum sein Hengst im John Pearce Racing Gordon Stakes derart floppte, war die Saison für Al Asay auch erst mal wieder vorbei und er ging erneut in eine lange Trainingspause, die 2021 in Newbury beendet wurde.

Offensichtlich hatte Al Asay sich in der Pause erneut weiterentwickeln können, denn er kam im Gruppe 3 Dubai Duty Free Finest Surprise Stakes  in Newbury mächtig stark zurück.

Wieder sortierte er sich im hinteren Bereich des Feldes ein und überlies es anderen, das Tempo zu setzen, ging 600m vor dem Ziel in die Mitte der Bahn und begann auf die Führenden aufzuschließen. Ab dem 400m Marker begann Jim Crowley ihn mit Händen und Füßen anzutreiben und Al Asay begann mit zunehmender Geschwindigkeit einen Konkurrenten nach dem anderen zu kassieren, an er 200m Marke hatte er die Führung und begann davon zu ziehen. Aus den 4 Längen Vorsprung hätte er gut und gerne auch 8 machen können, aber auch so war der Lauf extrem beeindruckend, was aber noch viel beeindruckender war, war, dass Al Asay danach im Gruppe 3 Al Rayyan Stakes mit gleichem Kaliber nachlegte.

Während alle anderen Konkurenten in dem Gruppe 3 Rennen in Newbury, welches dieses Mal über 2414m ausgetragen wurde, 600m vor dem Ziel angetrieben wurden, lief Al Asay noch wie in einem Trainingsrennen mit bewegungslosen Jockey und Jim Crowley musste keinen  Finger rühren, um Al Asay mit vier Längen Vorsprung ins Ziel zu navigieren… vielleicht war es auch nur ein Jim Crowley Attrappe im Sattel, es ist schließlich selten, dass ein Jockey so wenig für sein Geld in einem Gruppenrennen machen muss – super Ritt und super Leistung von Al Asay und ich kann kaum erwarten, ihn hier wieder zu sehen, gegen bessere Konkurrenz und auf einem neuen Kurs.

Tipps zum Pferd:

Hat sich nach einer langen Pause im Jahr 2021 noch einmal deutlich gesteigert und hat die Konkurrenz in den letzten beiden deklassiert. Ist bereit für den Sprung auf das höhere Niveau, auch wenn sein Rennstil, das Feld eher von hinten aufzurollen, für Probleme sorgen kann.

Japan: Der Galileo Sohn von Aiden O’Brien hat nach seinem eher moderatem Debüt in einem Maidenrennen im September 2019 nicht mehr zurückblicken müssen und konnte sich gleich mehrfach auf höchster Ebene exzellent in Szene setzten, auch wenn 2020 eher durchwachsen war. Japan hatte letztes Jahr einen kleinen Durchhänger, wenn man eine Reihe von Platzierungen auf höchstem Niveau denn so nennen kann – aber seine beste Phase bisher im Jahr 2018 bis Ende 2019 hatte, sozusagen am Beginn seiner Karriere in den ersten Jahren.

So gewann er nach seinem siegreichen Maidenrennen in Listowel auch gleich das Gruppe 2 Beresford Stakes in Naas, und das obwohl sein Stallgefährte Mount Everest unter Ryan Moore als Favorit in das Rennen gegangen war. Die beiden Stallgefährten schenkten sich allerdings nichts und Japan hatte am Ende sprichwörtlich die Nase vorn – und sich die Aufmerksamkeit von Ryan Moore für sein nächsten Rennen redlich verdient – auch wenn dies erst nach der obligatorischen Winterpause geschehen sollte

Allerdings kam er im Dubai Dante Stakes auf Gruppe 2 Ebene am Ende nicht gegen Telecaster an, der das Rennen vor dem hoch gehandelten Too Darn Hot gewann. Vielleicht war Japan einfach noch nicht komplett fit oder es mangelte ihm an Erfahrung um an an den anderen beiden dran zu bleiben, so jedenfalls blieb er bei seinem Saisondebüt 2019 über 2063m weit zurück. Das machte allerdings nichts denn das eigentlich Ziel in der frühen Saison war natürlich das Epsom Derby im Juni, wo Japan zusammen mit Anthony Van Dyke und Broone auflief, und 2019 war das Derby so offen wie selten – es zeichnete sich im Vorfeld kein klarer Favorit ab und die Teilnehmer konnten sich zurecht alle Hoffnungen auf den Sieg machen.

Und am Ende war Japan auch an den Siegern dran und musste sich in dem hart umkämpften Rennen nur mit einem dritten Platz zufrieden geben – hätte aber auch gerne den zweiten Platz belegen können, den Madhmoon nur mit einer Nase vor ihm hielt. Wieder war Japan besser als die erste Wahl von O’Brien, Sir Dragonet, in diesem Rennen und wieder hatte er seinen Stallgefährten unter Ryan Moore um einige Längen geschlagen.

Moore hüpfte für das Gruppe 2 King Edward VII Stakes in Royal Ascot dann wieder auf Japan auf, der dieses leichtere Rennen dann auch mit gut 4,5 Längen Vorsprung für sich entscheiden konnte. Aiden O’Brien schickte das Duo dann nach Frankreich zum Grand Prix de Paris, der im Jahr 2019 ein wenig enttäuschen besetzt war. Japan startete als haushoher Favorit und gewann das Rennen auch wie erwartet, auch wenn Slalom am Ende nur eine halbe Länge Rückstand hatte. In beiden Rennen profitierte Japan ein wenig vom ausgedünnten Feld und der Abwesenheit der großen Namen des Jahres 2020 und dem geschickten Placement durch seinen Trainer, aber dem schnellen Doppel lies Japan dann im Juddmonte International einen weiteren Sieg folgen, und an diesem Sieg gab es nichts zu meckern.

Die Konkurrenz war stark, so hatte Favorit Crystal Ocean gerade zuvor gegen Enable ein hervorragendes Rennen abgeliefert und schien nur auf den nächsten Gruppe 1 Sieg zu warten und auch Elaqarm oder King Of Comedy sind alles andere als zu verachten. Dementsprechend hart war das Rennen am Ende dann auch für alle Pferde, Favorit Crystal Ocean hatte am Innengeländer 200m vor dem Ziel die Führung errungen und schien die Kontrolle über das Rennen zu erlangen, aber Japan kam neben ihm langsam aber sicher wieder heran und hatte auf der Zielgeraden sprichwörtlich die Nase vorn.

Der Sieg war mehr als verdient, und dass Japan im notorisch schwer besetzten Prix de l’Arc de Triomphe im Oktober 2019 noch einen vierten Platz folgen lassen konnte, obwohl der Boden natürlich wie immer schon ziemlich matschig war und das Rennen eine Menge Ausdauer forderte… nun, ich hatte das so nicht erwartet und war ein Stück mehr beeindruckt von den Leistungen von Japan im Jahr 2019!

Dann kam das Jahr 2020 und das Tal der Trauer für Japan, jedenfalls was die Siege anbelangt – denn obwohl er kontinuierlich sehr gute Rennen auf höchstem Niveau lief, blieb der erhoffte Sieg aus. So begann die Saison mit einem vierten Platz im Prince Of Wales’s Stakes, was klar unter den Erwartungen war, die an Japan bei seinem Saisondebüt gestellt worden waren. Er war langsam beim Start und kam nicht richtig in Gang und auch wenige Wochen später beim Coral-Eclipse schien von seinem Schlussprint Qualitäten nicht viel übrig zu sein – er verlor den zweiten Platz auf den letzten 50m und musste sich mit einem dritten Platz begnügen, ein Platz, den er auch beim King George VI And Queen Elizabeth Qipco Stakes am Ende inne hatte – allerdings gab es in diesem Rennen nur drei Starter und dementsprechend schlecht war die Leistung in Wirklichkeit. Auch die beiden nachfolgenden Leistungen im Irish Champion Stakes und dem Qipco Champion Stakes vergisst man am besten gleich wieder, aber er kam im Ormonde Stakes im Mai 2021 mit einem Sieg auf Gruppe 3 Ebene zurück und man kann hoffen, dass er an seine Form aus dem Jahr 2019 wieder anknüpfen kann.

Tipps zum Pferd: Hat sich mit dem Schritt auf 2400m zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten auf Gruppe 1 Ebene entwickelt hatte aber ein Jahr 2020 zum Vergessen. 2021? Kam zumindest mit einem Sieg auf Gruppe 3 Ebene zurück und man kann hoffen.

Mogul:  Aiden O’Brien hat seinen Schützling schon in der ganzen Welt starten lassen und hat mit der Taktik im Dezember 2020 etwas überraschend den Hong Kong Cup gewinnen können – eine extrem starke Leistung und Mogul könnte von der Quote her hier völlig unterschätzt werden!

Der Galileo Sohn von Aiden O’Brien begann seine Karriere in Gowran Park im Jahr 2019 mit einem zweiten Platz, gewann danach aber in Curragh noch im selben Monat sein Maidenrennen und legte danach im Gruppe 2 Champions Juv‘ Stakes wie erwartet noch einmal nach, was nach dem lockeren Sieg in seinem Maidenrennen auch so erwartete worden war.

Perfekt wäre der Sieg zwei Monate später im November im Gruppe 1 Vertem Futurity Trophy Stakes in Newcastle als Saisonabschluss gewesen, aber auch so war die erste Saison von Mogul ein Erfolg, der vierte Platz im Vertem Futurity Trophy Stakes hinter dem lockeren Sieger Kameko war kein Grund um an ihm und seiner nächsten Saison zu zweifeln. Nicht zuletzt hatte er einen erfolgreichen Einstand in die neue Saison feiern können und war für nicht wenig Geld vom erfolgreichen Magnier Syndikat gekauft worden.

Die zweite Saison begann dann etwas verspätet im Juni im Gruppe King Edward VII Stakes mit einer weiteren Niederlage, dieses Mal als klarer Favorit, und auch im Derby machte er mit einem sechsten Platz kein wirklich gute Figur. Dabei verfehlte er gleich zwei Mal den Anschluss an die Top Gruppe seines Jahrgangs und so langsam konnte man sich Sorgen machen, ob seine Form und seine Klasse zunächst überschätzt worden war – denn die Siege blieben zunächst aus.

Das änderte sich mit dem Senken des Niveaus im selben Monat im Gruppe 3 Gordon Stakes, wo er gegen solide Konkurrenz (für ein Gruppe 3 Rennen) endlich einen Sieg feiern konnte. Das war der erste Sieg in einem Rennen im Jahr 2020 und natürlich weit von den erhofften Gruppe 1 Ehren im Derby entfernt, aber Mogul sorgte später für Wiedergutmachung im Juddmonte Grand Prix de Paris, wo er mit einem beeindruckenden Lauf das Rennen gewinnen konnte. Er ging auf der Zielgeraden auf den letzten 200m zum Vollsprint über, und keiner der Konkurrenten konnten bei dem Sprint mitgehen., was in seinem ersten Gruppe 1 Sieg, nicht nur 2020, sondern insgesamt resultierte. Keine schlechte Form, aber der Sprung über den Teich in die USA nach Keenland zum Breeders Cup Turf verlangte noch einmal eine ganz andere Form und Klasse, was Mogul und Pierre-Charles Boudot im Sattel schmerzlich feststellen mussten. Mogul kam langsam aus den Ställen (er hatte auch noch den höchsten Draw), was allerdings scheinbar auch der Plan war, denn Pierre-Charles Boudot hielt ihn davon ab, sich weiter vorne einzusortieren und schickte in nach innen zu den letzten Drei. Er hielt Mogul dann sogar noch weiter zurück und war an der ersten Kurve Letzter, schien sich aber auf der Rückgeraden an dieser Position recht wohl zu fühlen, dann aber kollidierte Arklow vor ihm leicht mit dem Innengeländer  und schoss nach außen, was Mogul nach außen zwang und an Momentum verlieren lies. Ab dann wurde Pierre-Charles Boudot aktiv und versuchte Plätze gut zu machen, hatte aber gut Boden auf die Front Runner verloren und musste zu allem Überfluss von der geplanten Route innen am Feld vorbei in die Mitte der Bahn wechseln, um ein freien Lauf zu haben, kam dann aber auch nicht in Gang und konnte am Ende mit dem fünften Platz gerade einmal die ermüdenden Front Runner einsammeln.

Das war klar unter den Erwartungen und der für mich etwas überraschende Wechsel an das andere Ende der Welt zum Hong Kong Cup stand unter nicht gerade den besten Vorzeichen, aber wer bin ich, die Entscheidungen von Aiden O’Brien zu hinterfragen, denn Mogul gewann den Hong Kong Cup… mit 3 Längen Vorsprung! Unglaubliche Leistung von Mogul, wie er die versammelte Prominenz auf den letzten 250m zunehmend hinter sich lies und Ryan Moore einen raren Sieger in Fernost bescherte.

Der nächste Wechsel der Kontinente zum Longines Dubai Sheema Classic lohnte sich zwar nicht, aber er zeigte im Mai in Frankreich im Prix Ganay eine solide, wenn auch als Favorit enttäuschende Leistung, sollte aber zurück in England sich von seiner besten Seite zeigen – der Class Pick in diesem Rennen.

Tipps zum Pferd:

International erfahrenes Rennpferd welches in Amerika, Hong Kong, Frankreich und England gestartet ist – und unter anderem in England und Hong Kong Erfolge auf höchster Ebene hatte feiern könne  – wir haben mit Sicherheit noch nicht den letzten Gruppe 1 Sieg von Mogul gesehen!


22.05.2021 – Curragh – Irish Guineas 2000 – Pic: Lucky Vega / Van Gogh EW

Pferderennen in Irland

Irish 2000 Guineas – Gruppe 1

Für 3jährige Pferde  |     |  Distanz: 1.609 m  |  Preisgeld: 400.000 EURFlachrennen  |  Geläuf: Gras  |  Platz-Regeln: 3 Plätze @ 1/5 Quote

Nach dem englischen und dem französischen Ableger, folgt heute also das Rennen in Irland. Das Guineas 2000 lockt wie immer die besten Dreijährigen Europas an, und es ist kein Wunder, dass viele der Namen, die wir heute im Lineup lesen, uns schon in der Vergangenheit über den Weg gelaufen sind. Genauer ist es sogar für Poetic Flare eher ein Nachteil, dass er bereits in den anderen beiden Ablegern gestartet ist und daher heute nur sehr wenig Zeit zwischen den Rennen hatte. Wird es ausreichen, dass er sich in der kurzen Erholungszeit wieder vollständig regeneriert hat, oder wird doch einer der anderen Konkurrenten heute seine Revanche bekommen? Wir werden es sehen, das Rennen verspricht auf jeden Fall äußerst spannend zu werden.


Wembley
 Ist zweiter Favorit in diesem Rennen, das kennen wir irgendwoher?

Ja genau Anfang des Monats war er im Guineas 2000 ebenfalls als zweiter Favorit in das Rennen gestartet, allerdings hatte ich im Vorfeld schon darauf hingewiesen, dass seine Statistik ihn eigentlich für das Rennen ausschließt. Ich bin damit ganz klar von keinem guten Lauf im Guineas 2000 New Market ausgegangen und sollte damit auch recht behalten. Im fehlten einige der wichtigen statistischen Merkmale, die sich in den letzten zehn Jahren etabliert hatten, um in dem Rennen vorne mit zu mischen. Das alles resultiert in einem elften Platz, trotzdem ist er heute wieder unter den Favoriten mit dabei. Aber warum denn eigentlich? Warum sind die Experten und die Spieler alle der Meinung, dass Wembley heute im irischen Ableger eine zweite Chance verdient?

Weil er beim Vincent O’Brien Stakes Zweiter wurde im letzten Jahr, und da eine Menge der heutigen Konkurrenten geschlagen hat Thunder Moon gewann damals, den hat er aber danach im Dewhurst Stakes schlagen können. Daher weht der Wind… Und da er nun einen ersten Start in der neuen Saison hat, hofft man natürlich darauf, dass er sich nun in der Form zeigt, die er letztes Jahr im Herbst gezeigt hat. Er hat seine meiste Form auf weichem Untergrund und bekommt diesen heute auch wieder, ich kann also durchaus nachvollziehen, dass man auf einem Form—Schub bei ihm hofft.

Wenn man sich das Dewhurst anschaut, darf man das aber nicht zu hoch bewerten, denn Thunder Moon musste außen das Feld umrunden um in den Schlusssprint zu gehen und driftete danach wieder zum Rail. Da ging dann der Sieger St Mark’s Basilica mit und blockierte den Weg zum Innengeländer, aber Tunder Moon ging da trotzdem mit und lieferte sich ein spannendes Duell mit dem späteren Sieger, dann kam aber Wembley auf der anderen Seite (auf der Mitte der Bahn) dazu und nahm Thunder Moon in die Zange. Declan Mcdonogh konnte damit weder rechts noch links die Peitsche mehr verwenden und Thunder Moon fiel zurück. Das war der viel zitierte zweite Platz von Wembley, den ich persönlich aber nicht als immens stark einschätzen würde.

Trotzdem, mit einem ersten Start in der neuen Saison und der Rückkehr zu weichem Untergrund kann ich seine prominente Platzierung bei den großen dieses Mal deutlich besser verstehen.

Lucky Vega verpasste den Sieg nur knapp im Middle Park Stakes und kam trotz zweistelliger Quote mit einer sehr guten Leistung im 2000 Guineas in Newmarket am 1. Mai zurück. Er war eine der Überraschung in dem Rennen, verlor er doch auf den Sieger nur insgesamt einen Nacken, und lief damit durchgehend um den Sieg mit. Das Trio aus Das Trio aus Poetic Flare, Master Of The Seas und Lucky Vega trennte sich auf der Zielgeraden vom Rest des Feldes und ritt mit einigem Vorsprung auf den letzten 200 m zur Zielgeraden. Lucky Vega wurde von den anderen beiden Konkurrenten in die Zange genommen, und viel immer wieder eine halbe Länge hinter diesen zurück, auch weil Shane Foley durch die Konkurrenten direkt neben sich nicht frei zur Peitsche greifen konnte, während die beiden anderen Konkurrenten von ihrem Jockey Hat angetrieben werden konnten.

So fie. Lucky Vega eben immer ein kleines Stück zurück, ging dann aber wieder nach vorne, um dann wieder ein kleines Stück zurück zu fallen. Wäre Lucky Vega außen gelaufen Hätte ich mir durchaus vorstellen können, dass er das Rennen sogar gewonnen hätte. So bleibt ein guter dritter Platz und der erneute Versuch heute im irischen Ableger des Guineas 2000. eine kleine Sorge ist der weiche Untergrund, den er in seinen letzten drei Rennen eher vermieden hat, aber er gehört für mich trotzdem klar zum Kreis der Favoriten.

Van Gogh: erinnert sich noch jemand daran, wie ich beim Guineas 2000 über Van Gogh auf weichem Boden geschrieben habe? Ich hatte klar darauf hingewiesen dass ich ihn auf weichem Untergrund schon für das Rennen in Newmarket durchaus bevorzugt hätte, aber wie wir alle wissen war der Untergrund schnell und trocken und damit alles andere als ideal für van Gogh.

Nun ändern sich allerdings die Vorzeichen, der Regen hat eingesetzt, der Sommer 2021 lässt weiter auf sich warten, und vielleicht kann heute van Gogh das erste Mal zeigen, was in ihm steckt.

Er brauchte sehr lange um in Gang zu kommen und erst nach dem vierten Rennen gelang ihm der Sieg. Er hatte allerdings vorher schon in drei Gruppenrennen Erfahrung sammeln können und nach dem Sieg verlor er nur knapp gegen One Ruler im Autumn Stakes und danach gewann er das Gruppe 1 Critérium International in Saint-Cloud. Das Rennen war auf schwerem Boden und Van Gogh schien den Matsch unter den Hufen zu lieben – wenn der Boden beim Guineas in Newmarket also schon weich gewesen wäre, hätte ich ihn gerne auch als Sieg Pick genommen, So hatte ich ihn allerdings nur in einige der Trifecta genommen und leider war der Untergrund wie vermutet viel zu schnell. Heute bin ich mir auch nicht sicher ob der Untergrund langsam genug ist, um die Stärken von van Gogh wirklich voll zur Geltung zu bringen. Aber ein Versuch ist es wert, die Quote ist hoch und laut Wetterbericht gibt es den ganzen Tag leichte Schauern , Was vielleicht gerade genug ist, um ihn heute eine Überraschung landen zu lassen.

Kommt als EW Wette in Spiel

Poetic Flare: Der Dawn Approach Sohn von Jim Bolger ist der diesjährige Guineas Held und hat damit vier seiner fünf rennen bisher gewinnen können. Eine Spitzenleistung, die ihn natürlich im traditionell schwächer besetzten französischen Ableger des Guineas Rennes zum Favoriten macht.
Er gewann sein Maidenrennen im März 2020 und versuchte sich danach direkt beim nächsten Start im 400m längeren Dewhurst Stakes in Newmarket. Nicht nur war der Sprung auf Gruppe 1 Niveau nach gerade einmal einem Start etwas viel des guten, auch die längere Distanz war ein Problem für ihn zu diesem Zeitpunkt und es war eigentlich klar, dass es auf Gruppe 1 Niveau nicht auf Anhieb so weitergehen würde wie bei seinem Maidenrennen, welches er auch nur mit einer halben Länge Vorsprung hatte gewinnen können.
Zudem musste er eine Pause von gut sechs Monaten kompensieren, also – da kam einiges zusammen und der erste Start in einem Gruppe 1 Rennen kann durchaus verziehen werden, vor allem weil er danach in Leopardstown im Oktober im Gruppe 3 Killavullan Stakes mit einem Sieg überzeugen konnte. Damals lief er am Innengeländer hinter den Pacesettern und startete von da seinen Angriff, der ihn am Ende mit fast drei Längen vor den Rest des Feldes brachte und das, ohne von seinem Jockey Kevin J. Manning zum äußersten getrieben werden zu müssen. Das wusste zu gefallen und mit einem Start in einem Guineas Trial Stakes in Leopardstown im April, welches er ebenfalls locker gewinnen konnte, brachte er sich in Stellung für das erste große Ziel in der Saison – dem Giuneas 1000 in Newmarket.
In dem Rennen auf gerader Strecke wurde ein hartes Tempo vorgelegt und das gesamte Feld befand sich im Schlusssprint 300m vor dem Ziel, so dass es kein Wunder war, dass viele der Pferde zum Ziel hin erheblich ermüdeten, aber Poetic Flare ging zusammen mit Master Of The Seas und Lucky Vega voran und das Trio löste sich von seinen Verfolgern und kam über 2 Längen Vorsprung ins Ziel.
Poetic Flare gewann das Rennen am Ende in einem Photo Finish mit einer Nase und sah wirklich stark aus  – allerdings Sorgte der weiche Untergrund im französischen Guineas 2000 mit einem sechsten Platz für einen Aussetzer, und das Rennen ist gerade einmal eine Woche her.
Poetic Flare Hat damit nicht nur wieder mit weichem Untergrund zu kämpfen, sondern auch mit einer sehr schnellen Abfolge von Rennen, die ihm sicher einiges abverlangen.
Klar ist, der Untergrund heute wird nicht so langsam sein wie das letzte Mal, aber auch nicht so schnell wie bei seinem Sieg im englischen Guineas 2000. zudem sieht er heute mit Lucky Vega einen Konkurrenten wieder, den er das letzte Mal nur äußerst knapp hatte schlagen können und der seit dem letzten aufeinandertreffen fit gehalten wurde… mit dem geringen Abstand zwischen den beiden, tendiere ich eher zu Lucky Vega, aber wie schon oben geschrieben, mischen heute mit Sicherheit auch einige andere noch mit.
nicht vernachlässigen darf man trotz deines schlechten Abschneidens im Guineas 2000 den von Aiden O‘Brien trainierten Battleground nicht. Der floppte zwar bei seinem ersten Rennen in der neuen Saison, hatte aber letztes Jahr in Amerika beim Breeders Cup einen sehr sehr starken zweiten Platz geholt und war auch davor in seinen Rennen in England und Irland alles andere als deklassiert worden. Ich kann mir gut vorstellen, dass er heute wesentlich besser läuft als beim englischen Ableger, aber das ist eben nur eine Vermutung, und durch die aktuelle Form noch nicht gedeckt. Er ist zudem offensichtlich die zweite Wahl des Trainers, aber wie wir alle wissen, d.h. nichts. Also eine EW Wette könnte sich lohnen, genau wie die Mitnahme in verschiedenen Exoten.
Für den Sieg kann ich mir heute Lucky Vega und van Gogh sehr gut vorstellen, auch Wembley, wenn er denn tatsächlich seine Form wie erwartet steigern kann. Aber die anderen beiden würde ich vorziehen.

 

 


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